Bis vor kurzem verwendete ich für das //echte// Fotografieren ausschließlich meine EOS 100, die wirklich hervorragende Bilder schießt. Für das Knipsen Zwischendurch habe ich noch eine inzwischen recht betagte aber immerhin digitale Olympus 3030Z. Was mir auffiel war, dass ich immer mehr zur digitalen Kamera griff einfach weil man die Fotos sofort beurteilen kann und es kostenseitig keine Rolle spielt ob man vom selben Motiv 2 oder 20 Aufnahmen macht. Die Möglichkeit das ganze dann nachträglich mit Fotonachbearbeitungssoftware (schauen Sie sich diesbezüglich unbedingt die Freeware "The GIMP" an) auch noch zu verbessern und störende Elemente einfach aus dem Bild herauszunehmen dürften dafür wohl die treibenden Kräfte gewesen sein.
Lange Zeit hatte ich mich gewehrt auf Digitale Spiegelreflex umzusteigen einfach in der Annahme, dass die Papierkopien der Aufnahmen nicht meinen Ansprüchen genügen würden. Inzwischen aber habe ich mich durch die Realität überzeugen lassen, dass auch das kein Argument mehr ist noch immer analog zu fotografieren. Bleibt nur noch die wirkliche Schwäche von Digitalkameras übrig: es vergeht eine relativ lange Zeit zwischen dem Auslösen und der wirklichen Ablichtung. Dieses Problem existiert aber bei der EOS 350D nicht, dazu jedoch später. Welcher Hersteller war für mich keine Frage, immerhin kann ich mit der EOS 350D auch noch die Objektive verwenden, die ich bereits bei der EOS 100 einsetzte.
Hier nun kann ich sagen, dass dieser Schritt absolut richtig war. Die 350D reicht für den Normalverbraucher der keine professionellen Ansprüche stellt alle mal aus. Die Bilder können bis zu einer Größe von 30x40 cm in sehr guter Qualität zu Papier gebracht werden. Die Funktionalität der Kamera hinkt jener der EOS 100 nicht hinterher und bei dieser ist mir in vielen Jahren noch nie etwas abgegangen. Zurück zu meiner Anmerkung, dass Digitalkameras zu langsam sind. Ich hatte schon gehört, dass die 350D schnell sei, wenn es darum geht ein Foto zu machen. Aber dennoch war ich überrascht, die Zeit die zwischen Auslösen und Aufnehmen vergeht ist nicht mehr wahrnehmbar - man hat den Eindruck man fotografiert analog. Genau so verhält es sich mit der Zeit bis zur Bereitschaft. Die Kamera ist in deutlich weniger als einer Sekunde aufnahmebereit. Über den Unterschied der Optik zwischen D-Spiegelreflex und D-Kompaktkamera zu philosophieren ist müßig, der Unterschied auf den Bildern ist enorm.
Warum nun also die 350D und nicht ein anderes Modell aus der digitalen EOS-Reihe. Nun dies war vor allem eine Entscheidung bezüglich Preis-Leistung. Natürlich sind EOS-1D (in all ihren Ausprägungen), EOS 5D und auch EOS 20D nochmals eine Klasse besser als die EOS 350 D, aber die Funktionalität und Qualität der hier zu besprechenden Kamera tut es alle mal - auch für den sehr ambitionierten Amateur. Wo liegen die großen Vorteile der größeren Brüder. Nun sie haben einerseits höhere Auflösungen (wie gesagt die Auflösung der 350 D reicht bis 30x40 aus), schnellere Bildfolgen (die 350D kann "nur" 3 Bilder/Sekunde) und können mehr Serienbilder hintereinander machen (hier schafft die 350 D aber auch 14 Aufnahmen - das reicht allemal). Weiters haben diese Kameras besseren Autofokus (aber auch die sieben Messfelder der 350D liefern ausreichende Qualität) und einige weitere Funktionen, die aber im Wesentlichen keine Rolle mehr spielen.
Auf der anderen Seite stellt sich die Frage: Warum nicht zur noch günstigeren 300D greifen? Nun diese ist bestimmt auch keine schlechte Wahl, hinkt aber der 350D gerade bei der Auflösung aber auch der Geschwindigkeit deutlich hinterher. So viel billiger ist sie dann auch wiederum nicht, dass man auf diese Qualitätsvorteile verzichten möchte.
Nachteile und Schwächen? Es gibt nicht wirkliche Schwächen dieser Kamera, das einzige das mir erwähnenswert erscheint ist, dass die 350D keine Darstellung des Motivs auf dem Bildschirm zulässt. D.h. um ein Foto zu machen muss man immer durch den Sucher schauen. Nun das ist zwar für SLR nichts Ungewöhnliches aber manches Mal hat das Fotografieren über den Bildschirm auch seine Vorteile.
Fazit? Ich bin hochzufrieden mit der Wahl die ich traf. Ich kann meine alte Ausrüstung weiterhin verwenden und habe dennoch ein Gerät in Händen, das alles kann was das Fotografenherz begehrt.