Auf den ersten Blick überzeugt die Größe. Die Exilim ist die derzeit kleinste Digitalkamera, und sehr leicht. Also hosentaschengeeignet. Das stabile Metallgehäuse ist griffig, und die Tasten sind leicht zu erreichen. Die Kamera ist gut mit einer Hand zu benutzen, aber nur für Rechtshänder. Der Daumen bedient einen kleinen „Joystick", mit dem man problemlos das Menü steuert. Der Zeigefinger liegt auf dem Auslöser oder dem An/Aus-Schalter. Anfangs mag man noch die zweite Hand zum Stillhalten benutzen (besonders bei Videos). Das Display auf der Rückseite ist auch bei Sonnenschein gut zu erkennen und zeigt den genauen Bildausschnitt. Dies ist besonders angenehm für Brillenträger und alle, die ihre Sonnenbrille nicht immer absetzen wollen, um durch den sehr kleinen und eigentlich unnötigen Sucher zu gucken. Die Kamera hat einen eingebauten Blitz, der erstaunlich gute Arbeit leistet und einen eingebauten Speicher für 12 Bilder bei normaler Auflösung. Dazu eine lange Akkululeistungszeit (über 100 Bilder mit Blitz). Das Objektiv ist sehr lichtstark, von der Benutzung des Digitalzooms rate ich wegen der sinkenden Qualität jedoch ab. Mitgeliefert wird eine elegante Ladeschale, die gleichzeitig eine USB-Verbindung zum PC zum Austausch der Bilder ist. Eine Bildbearbeitungssoftware wird mitgeliefert. Wenn man einen guten Farbdrucker hat, kann man sich so sehr einfach ein Fotoalbum basteln. Der ambitionierte Könner wird aber eine bessere Bildbearbeitungssoftware nutzen. Das gedruckte Handbuch beschränkt sich auf die Grundfunktionen, man sollte auf jeden Fall mal in das ausführliche Handbuch auf der CD-ROM schauen.
Das Einschalten der Kamera dauert ein paar Sekunden, dafür ist sie nach einer Aufnahme sehr schnell wieder aufnahmebereit. Sie ist leise, man fällt also nicht sofort auf, wenn man ein Bild macht. (Besonders angenehm für „Hobbyspione": da man nicht durchs Objektiv schauen muß, sondern dank Display Fotos auch aus Bauchhöhe machen kann, merken die Fotografierten meist gar nichts). Die Kamera bietet die Auswahl zwischen Rec-Modus (Aufnahme) und Play-Modus (Anschauen und Löschen von Bildern und Videos auf dem Display). Alle Funktionen sind übersichtlich angeordet im Menü. Für Schnappschüsse sind die Standardeinstellungen gut geeignet. Man kann Videos bis 30 Sek. Dauer aufnehmen, allerdings ohne Ton. Die Qualität ist jedoch sehr bescheiden, die Videos sind also wirklich nur für ein lustiges Guck-mal-wie-doof-Erlebnis geeignet.
Alles in allem ist die Exilim die perfekte Kamera für Schnappschüsse, und für alle, die neben ihrer Spiegelreflex noch eine handliche Kamera wollen. Die 1,3 Mio. Pixel reichen völlig aus, um gute Fotos bis zu 10x15 cm Abzuggröße zu schießen. Unbedingt notwendig ist der Kauf einer SD-Speicherkarte, da man mit dem eingebauten Speicher nicht weit kommt. Ich empfehle eine 64 MB-SD-Karte. Hierauf passen 120 Aufnahmen bei mittlerer Qualität, was der Akku ohne zwischendurch laden auch leistet. Man kann auch die preis-werteren Multimedia-Speicherkarten verwenden, die Kamera wird dann aber langsamer. Im Vergleich mit anderen Kameras gleicher Leistung ist die Exilim ihren Preis durchaus wert.