Die Menüführung auf dem angenehm großen LCD ist derart gut gestaltet, daß ich sehr schnell ohne Handbuch (ich mag keine Handbücher) alle Funktionen in Erfahrung bringen konnte. Die Bedienbarkeit der Tasten erweist sich hierbei durch gut dimensionierte Druckpunkte als angenehm.
Der Umschalter von Aufnahme zu Wiedergabe gefällt mir weniger: Er ist wenig griffig, um den vergleichsweise großen Schaltwiderstand zu überwinden.
Gerade für Partyaufnahmen ("zeig doch mal...") blöde.
Die Filmwidergabe finde ich (bei überraschend guter Klangqualität) mager, bei schlechter Beleuchtung gar mau.
Als ambitionierter Amateurfotograf bin ich nun das erste mal mit einer Billigoptik konfrontiert, die durch 1:4.2 alles mit mehr oder weniger Tiefenschärfe überzieht. Gestaltungselemente wie unscharfer Hintergrund gibts bei dieser Fokussierlosen Camera eben nicht, aber das ist ja mit allen Billigknipsen so, uns kleine Außenmaßen ist Tribut zu zollen.
Sehr hübsch gemacht sind die unterschiedlichen Aufnahmemodi Portrait, Landschaft, P. mit L., Coupling Shot, Pre-Shot, Haustier ;-), Flora, nat. Grün, Sonnenuntergang, Nachtszene, N.-Portrait, Feuerwerk, Monochrom (BW), Retro (Sepia), Dämmerung. Nächtliche Fotos im Zappelschuppen werden mit "Nachtszene" prima gelingen.
Ganz toll finde ich die Möglichkeit, in Echtzeit das Histogramm angucken zu können. Die Kamera ist schon mit schneller Datenverarbeitung ausgerüstet, das merkt man auch in der schnellen Bildsicherung und einer eigentlich unmerkbaren Verzögerung zwischen Auslösen und Schuss.
Die Kamera-Firmware (Version 1.0.0) ist in der deutschen Version sauber übersetzt (nur "Haustier" wird klein geschrieben). Nach Kamerastart läuft ein souverän gestalteter Kurzclip auf dem Display.
Von der Hardwareseite mache ich mir über die offenliegende "cradle"-Kontaktleiste (apropo: wer kann mir sagen, was cradle übersetzt heißt?) Gedanken: Irgendwann ist da mal Dreck oder ein Sandkörnchen drin, und dann kann die Buche beim Einstecken in die Ladestation kaputt gehen. OK, es ist noch nicht Sommer Sonne Strand... Gleiches gilt auch für den Speicherkarten-Slot. Warum hat man da keine Schutzkläppchen angebracht?
Sehr gut gefällt mir der Einrast-/Freigabemechanismus der Speicherkarte. Kein blödes Umlegen irgendwelcher Verriegelungen: Karte reindrücken, sie hält; Karte nochmals Drücken, sie wird freigegeben.
Von Design her verstehe ich eines nicht: Warum gibt es eine Guckeroptik (die meines Erachtens die schlichte Eleganz des Designs stört, wenn man doch sowieso seine Aufnahmen durch Blick auf das LCD einrichtet. Auch das "Knopfmikro" finde ich eigenartig.
Geradezu mikrig finde ich das die beigelegte Software (pfui pfui pfui!). Von Nikon bin ich besseres gewohnt. Als Macintosh-Besitzer brauche ich unter OS-X natürlich keine komischen Treiber, aber irgendeine nett beigepackte Software oder schicke Werbetrailer (sowas macht jeder Medienstudent für 1 Apfel + 1 Ei) hätte mich irgendwie gefreut.
Übrigens (Test auf eigene Verantwortung!!!): Die Firmware-Versionsnummer wird angezeigt, wenn man die Kamera bei gleichzeitig gedrückter Menü-Taste anschaltet. Wird zusätzlich noch die DISP-Taste gedrückt, wird irgendwelches ROM-Zeug angezeigt; vielleicht findet ja jemand weitere versteckte Funktionen?!
Ich bin gespannt, ob Casio, ähnlich wie z.B. Nikon für seine CoolPix, irgendwann ein im Internet runterladbares Firmwareupdate anbietet, welches dann via Speicherkarte oder USB in die Camera geladen werden kann.
Summa Summarum: Das Teil empfehle ich als prima Zweitkamera. Fürs Kaffeekränzchen oder im Berufsleben in der Brusttasche nahezu ideal.








