Die FinePix S7000 ist die in einigen technischen Details überarbeitete Version der FinePix S602 Zoom, die Anfang 2003 und noch vor der CeBit 2003 in fast allen Testberichten für digitale Fotografie vorne lag, dann aber von der technischen Entwicklung rechts überholt wurde.
Wesentlicher Unterschied zum Vorgängermodell ist die verbesserte Auflösung, die jetzt echte sechs Megapixel bietet, während die S602 das nur über hochgerechnete Dateien realisieren konnte. Wer eine leistungsfähige Digitalkamera sucht, die einerseits kompakt, leicht und bezahlbar ist, die aber andererseits beinahe an die Leistungen einer Spiegelreflexkamera heranreicht, der liegt bei der S7000 richtig: Für unterwegs und für den schnellen Fotoeinsatz bietet sie einen sehr guten Kompromiss von Preis, Leistung und Praxistauglichkeit. Das Gehäuse liegt gut in der Hand, der verbesserte Auslöser bietet einen spürbaren Druckpunkt und jetzt auch ein Gewinde zum Aufschrauben eines Drahtauslösers, was sich besonders bei schwachem Licht und dem Einsatz auf Stativ empfiehlt. Betrieben wird die Kamera mit vier handelsüblichen 1,2 V-Standard-Zellen, die es überall als Akkus oder Batterien zu kaufen gibt. Der Standard-Blitzsteckschuh ermöglicht die Verwendung auch älterer Blitzgeräte. Gewöhnungsbedürftig ist die Benutzerführung der S7000, die mit ihrer nicht immer unbedingt logischen Kombination aus softwaregesteuerten und mechanisch erreichbaren (Menü)-Funktionen manchen Besitzer in den ersten Wochen nerven dürfte. Zum Vergleich: Canon z.B. kann hier mit wesentlich intuitiver erlernbarer Benutzerführung aufwarten.
Wo liegen die Grenzen? Wie alle Einsteiger-Digitalen kann auch die S7000 dann doch nicht ganz mit analogen SLRs oder den schnellen digitalen SLRs mithalten: Wer Action- oder Sportfotografie betreibt, wird mit der S7000 nicht glücklich. Hier verlässt man sich mehr auf sein Gefühl und ein gutes Maß Zufall als auf Können, Kalkül und den Finger am Auslöser. Ihre wahren Stärken zeigt die S7000 hingegen in der Porträt- und in der Makrofotografie: Bis unter einen cm (!) kann man mit dem fest eingebauten Zoomobjektiv auch noch bei schwierigen Lichtverhältnissen an Kleinst-Objekte herangehen. Die Ergebnisse sind nicht nur knackscharf, sondern bieten auch ein faszinierendes Spiel mit der Schärfentiefe, wie man es eigentlich nur von Makrobjektiven kennt, die alleine so viel kosten wie diese ganze Kamera. Blumen, Insekten, Kleintiere - mit dieser Optik sind mir schon wunderbare Nahaufnahmen geglückt. Dafür hapert es - wie bei den meisten Digitalen - ein wenig im Weitwinkelbereich: Echte Weitwinkelfotografie gibt es derzeit nur mit deutlich teureren SLRs, und wer das Manko per aufgeschraubtem Distanzring und Weitwinkelkonverter ausgleicht, bezahlt den gewonnenen Faktor 0,8 (also 28 statt 35 mm) mit noch geringerer Lichtstärke und permanentem lästigem Konvertergefummel.
Fazit: Die FujiFine Pix S7000 ist besonders auf Reisen, im Urlaub und im Gelände eine prima Wahl. Denn sie lässt sich mittels Gürteltasche noch bequem am Körper tragen, was man von den meisten SLRs nicht mehr behaupten kann. Zudem leistet sie deutlich mehr als die mittlerweile fast unüberschaubare Palette der ultrakompakten Digitalkameras. Und obwohl echte SLRs wie die Canon EOS 300D oder die EOS 10D preislich immer attraktiver werden, muss man bei SLRs immer noch die Kosten für gute Objektive hinzu rechnen. Die S7000 hat schon alles drin und dran und reicht für die meisten amateurfotografischen Aufgaben voll aus. Als „immer dabei"-Kamera ist die S7000 allerdings ein bisschen zu groß.