Ich besitze die D7D seit einigen Wochen und habe bisher ca. 2000 Fotos gemacht.
Wenn man die Kamera in die Hand nimmt, kommt wie bei den guten alten analogen SLRs ein gutes Wertgefühl auf. Sie ist weder klein noch leicht und liegt nicht zuletzt deshalb richtig satt in der Hand.
Als erstes wird einem das schöne große Display auf der Rückseite in's Auge stoßen. Mit seinen 2.5 Zoll ist es sehr viel größer als beispielsweise das der Canon EOS350. Menschen die keine Adleraugen haben werden das zu schätzen wissen. Eine Bildbeurteilung sowie die Menu-Navigation fallen hiermit viel leichter.
Ein weiteres Highlight muss vermutlich nicht extra erwähnt werden. Trotzdem: Das Antishake-System ist, wie bereits bei Minoltas A2/A200, eine Wucht! 2-3 mal längere Verschlusszeiten als ohne AS sind in den allermeisten Fällen drin. Immer vorausgesetzt, dass sich nicht das zu fotografierende Objekt selbst bewegt. AS kann natürlich nur das eigene Zittern ausgleichen. Das Beste: Der AS arbeitet mit (fast?) jedem Objektiv zusammen, da sich das System ja im Kameragehäuse befindet.
Die Ausstattung der Kamera lässt zumindest für meine Bedürfnisse keine Wünsche offen. Alles Erdenkliche lässt sich einstellen und verändern. Ich persönlich habe die interne Bildschärfe im Setup auf +1 gesetzt, weil in der neutralen Einstellung die Fotos sehr zurückhaltend geschärft werden. Computerfreaks, die gern ihre Bilder selbst nachbearbeiten, werden diese neutrale Fotoausgabe bevorzugen. Dazu gehöre ich (noch?) nicht. Ich möchte die Fotos möglichst "fertig" aus der Kamera bekommen. Und das macht die 7D zu meiner vollen Zufriedenheit. :-)
Die Bildqualität ist für meine Begriffe sehr gut. Selbst in absoluter Anfänger-Einstellung (Automatik-Modus) sind die Unterschiede zu meiner auch nicht schlechten A2 sofort auf den ersten Blick zu erkennen. Erst dieser unmittelbare Vergleich zeigte mir wie hoch das Bildrauschen (bei bestimmten Motiven) der A2 ist. Oder anders herum, wie niedrig es bei der 7D ist. :-)
Logischerweise kann man an die 7D verschiedene Objektive anpappen. Mein Objektivpark ist sehr bescheiden. Ich benutze neben einem alten Minolta AF Zoom auch das angebotene Kit-Objektiv 28-100 und ... bin auch mit diesem zufrieden. Sicher gibt es lichtstärkere, bessere aber auch sehr viel teurere Objektive. Echte Halbprofis werden sich sodann auch bald eines solcher Edelteile anschaffen. Für mich hat das noch Zeit. Ich bin ein bescheidener Mensch ;-)
Der Sucher der Kamera zeigt ein Bildfeld von ca. 95% und zeigt für mich einen guten klaren Durchblick. Neben den üblichen Einblendungen (Zeit, Blende etc.) erscheint auf der rechten Seite eine senkrechte grüne Diodenreihe, die den momentanen Arbeitszustand des Antishakes anzeigt: Zittert die Hand sehr leuchten viele grüne Punkte, bei ruhiger Hand nur einer.
Die Kamera ist voller Knöpfe! Das macht Otto Normalverbraucher erstmal etwas Angst, aber spätestens nach der Lektüre der gedruckten (!) Anleitung stellt die Bedienung keinerlei Problem mehr da. Im Gegenteil, alle wichtigen Einstellungen wie ISO, Belichtungskorrektur, Weißabgleich, Serienbilder etc. sind blitzschnell per Schalter zu erreichen. Besonders der kleine Knopf für den manuellen Fokus gefällt mir. Solange man ihn gedrückt hält, lässt sich der Fokus manuell am Objektiv ändern. Lässt man ihn wieder los, ist sofort der AF aktiv.
Eine Kleinigkeit möchte noch erwähnt werden. In dem Paket findet sich neben den üblichen Zubehörteilen auch eine kleine Displayschutzscheibe, die angeklickt an den Monitor das Display schützt. Kleines billiges Teil, aber wirksam und eine super Idee!
Einen kleinen Wermutstropfen fand ich denn dennoch. Das Zusammenspiel zwischen der D7D und dem ausdrücklich dafür empfohlenen 5600 HSD Blitz lässt (noch?) zu wünschen übrig. Alle Versuche im Automatik-Modus ergaben leicht unterbelichtete Resultate. Hoffentlich wird dieses Manko demnächst per Firmware-Upgrade behoben.
Unter'm Strich gefällt mir die Kamera wie am ersten Tag und würde sie deshalb wieder kaufen. :-)