Preis/Leistung TOP
Nachdem ich einige Zeit nach günstigen Kameras mit guter Bildqualität gesucht habe, fiel meine Aufmerksamkeit auf die Panasonic LS75.
Die schwarze Farbe der Kamera sieht super aus und wirkt irgendwie edel.
Beeindruckt hat mich als erstes der optische Bildstabilisator, der in dieser Preisklasse kaum zu finden ist. Er verrichtet in der Praxis seinen Dienst sehr zufriedenstellend. Da ich generell eine unruhige Hand habe, ist diese Erfindung für mich ein K.O.-Kriterium. Der OPTISCHE Bildstabilisator ist nicht zu vergleichen mit den elektronischen Versionen anderer Hersteller, die so gut wie nichts bewirken. Fotos werden mit dieser Kamera fast immer scharf, auch mit Zoom.
Im Vergleich der Bildqualiät mit einer Pentax Optio M20, die ich zuvor besaß, ist diese Kamera um Längen vorraus. In gut beleuchteten Räumen ohne Blitz kommt die volle Stimmung zur Geltung. Die Schärfe des Bildes finde ich in dieser Preisklasse sehr gut.
Das Einzige, was ich an dieser Kamera etwas bemängeln könnte, wären die Farben. Im Großen und Ganzen wirken diese recht naturgetreu, tendieren jedoch dazu manchmal ein wenig zu grell zu wirken. Bei bedecktem Licht, wie z.B. sehr wolkigen bis regnerischen Tagen, habe ich das Gefühl, dass die Bilder einen ganz leichten Blaustich bekommen. Dies ist jedoch fast nicht der Rede wert.
Blitzaufnahmen sind wirklich gelungen, Personen wirken nicht zu hell und die Schärfe und Farben sind gut.
Das Display mit seinen 115.000 Pixeln ist nicht allzu hochauflösend aber guter Standard. Ausserdem ist es möglich, mit nur einem Knopfdruck die Helligkeit zu erhöhen, sodass man die Kamera auch über dem Kopf halten kann, um z.B. über einer Menschenmenge zu fotografieren. So erkennt man trotzdem noch etwas auf dem Display.
Der Zoom kann auf 4,5x erhöht werden, ohne dass das Bild pixelig wird. Dazu verringert die Kamera automatisch die Auflösung auf 3 MP, was im Endeffekt nicht weiter auffällt.
Fazit: für ca. 160¬ ist die Kamera ihr Geld wert und der optische Bildstabilisator sucht seines gleichen in dieser Preisklasse.
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Als Kompaktkamera herausragend
Ich habe diese Kamera als Zweit- oder, wenn man so will, Pocketkamera zusätzlich zu einer Sony F717 gekauft. Mein Anspruch war also nicht eine Kamera, die alles besser können muss, sondern brauchbare Bilder trotz handlichen Formats macht.
Grundsätzliches:
Generell wird bei Kompaktkameras zu viel Wert auf "viele Pixel" gelegt. Gerade unerfahrene Käufer klammern sich gerne an Zahlen, um die Qualität einer Kamera sozusagen "auf einen Blick" erfassen zu können. Dabei entstehen Bilder auch 180 Jahre nach Erfindung der Fotografie vor allem durch eines: Licht. Damit dieses Licht schöne Fotos ergibt, benötigt man lichtstarke Objektive und einen großen Bildsensor. Da beides in Kompaktkameras keinen Platz findet, schon gar nicht bei Kameras unter 200 Euro, versuchen die Hersteller mit viel (preiswerterer!) Elektronik gegenzusteuern.
Allerdings ist nicht jede Bildsituation so zu korrigieren. "Viel Pixel und wenig Licht" ergeben oft Bilder, deren Bildrauschen keine Freude am Foto aufkommen lässt. Dies ist, neben oft mäßiger Verarbeitung, das Hauptproblem vieler "Kompakter". Wer also Qualität über alles -auch über ein kompaktes Äußeres!- stellt, sollte eher bei Spiegelreflex- oder Bridgekameras suchen. Eine Kompaktkamera stellt einen Kompromiss zwischen Größe, Preis und Bildqualität dar. Ob es ein fauler Kompromiss ist oder eine Lösung, die allen Kriterien gerecht wird, gilt es herauszufinden.
Modellreihe:
In Deutschland gibt es zwei ähnliche Lumix LS-Modelle: die LS60 und LS75. Beiden gemeinsam sind drei Highlights, die sie in dieser Klasse einzigartig machen. Das Wichtigste: ein optischer Bildstabilisator. Er ermöglicht verwacklungsfreie Bilder und somit längere Belichtungszeiten. Im Gegensatz zu billigen digitalen Systemen gleicht das bewegliche Linsensystem die Bewegung aus. Das funktioniert hervorragend und entlastet die Elektronik -scharfe Bilder ohne Rauschen sind die Folge.
Gegen Verwacklungen durch das Motiv ist der Bildstabilisator aber machtlos. Hier hilft das zweite Highlight, die intelligente ISO-Kontrolle. Sie analysiert das Motiv. Stellt sie eine Bewegung fest, erhöht sie schrittweise die Empfindlichkeit, so dass die Bewegung durch kurze Belichtungszeiten "eingefroren" wird. Die Kombination dieser (abschaltbaren) Funktion mit dem Bildstabilisator ermöglicht erst echte Schnappschüsse. Für interessante Bilder aus ungewöhnlichen Perspektiven kommt das dritte Highlight zum Einsatz: die High-Angle-Taste. Sie schaltet das LCD-Display so um, dass es besonders gut von unten erkennbar wird. Dadurch kann man die Kamera hoch über den Kopf halten (oder, als Tipp, um 180° drehen und aus der Froschperspektive fotografieren!).
Die Modellunterschiede: die weitgehend identischen Kameras haben entweder 6 (DMC-LS60) oder 7,2 (LS75) Millionen Pixel. Das wäre zu vernachlässigen, aber die LS75 bietet noch 5 Mio. Pixel als Zwischenstufe, während die LS60 nur die Wahl zwischen 6 und 3 Millionen lässt. Auch das Display der LS75 ist 25% größer und bietet 115.000 statt 85.000 Pixel Auflösung. Deswegen entschied ich mich für die nur unwesentlich teurere LS75. Nebenbei bemerkt, ist nur die LS75 neben silber auch in schwarz erhältlich.
Fotofunktion:
Gerade im Vergleich zu meiner "großen" Kamera war ich über die guten Aufnahmen der Lumix erstaunt. Eine meiner ersten Aufnahmen damit war ein Makrofoto, freihand ohne Blitz von einer Blüte aufgenommen. Dieses Foto ist außergewöhnlich scharf und sehr gut belichtet, ich hätte so etwas in der Kompaktklasse nicht erwartet. Auch ein Testfoto einer Tageszeitung aus mehreren Metern Entfernung wurde so scharf, dass man den Text mühelos lesen kann. Dank gutem automatischen Weißabgleich wurde auch die Papierfarbe perfekt getroffen. Der dreifache optische Zoom bei 7,2 MPixel ergibt übrigens bei 5 MPixel 3,6fache und bei 3 MPixel 4,5fache Vergrößerung -auch das war ein Grund, auf die zusätzliche Auflösungsstufe der LS75 Wert zu legen. Die Auslöseverzögerung ist sehr gering, der Blitz lädt schnell nach und 16 Motivprogramme sind für jede Situation verfügbar.
Natürlich gibt es auch bei der LS75 Situationen, in denen Bildrauschen sichtbar wird. Wenn eine Kamera zum Beispiel in dunklen Räumen die Empfindlichkeit erhöht, weil sonst das Bild verwackelt oder unterbelichtet würde, ist das unvermeidlich. Spezielle Programme wie das sehr empfehlenswerte "Noise Ninja" können das später korrigieren. Nicht vergessen: die Alternative wäre entweder ein unbrauchbares Bild oder das Benutzen einer großen, schweren Fotoausrüstung! Panasonic gibt übrigens in der Bedienungsanleitung an, dass das Rauschen durch Umschalten auf das Farbprofil 'Natural' verringert wird.
Videofunktion:
Obschon die LS75 sogar Aufnahmen im 16:9-Format bietet, nutze ich diese Funktion nicht. Der Grund: unverständlicher Weise verzichtet Panasonic auf die sonst selbstverständliche Tonaufzeichnung. Darum ist diese Funktion für mich sinnlos und führt zum Punktabzug.
Handhabung:
Die Kamera liegt gut in der Hand und ist sehr gut bedienbar. Betriebsbereit ist sie allerdings als "Hemdtaschen-Kamera" mit 184 Gramm zu schwer. Am Gürtel fühlt sie sich wohler. Sehr angenehm ist der Zoomhebel am Auslöser; in dieser Klasse ist das besser als die Lösungen aller Konkurrenten. Die Verarbeitung ist gut; ein Metallgehäuse stünde ihr dennoch besser. Der große 2,5"-LCD-Monitor ist ein schönes Detail. Bei Sonnenlicht wünscht man sich dennoch einen zusätzlichen Sucher. Die Kamera wird mit zwei AA-Batterien geliefert. Ich setze stattdessen 2800 mAh-Akkus ein. Ein Akkusatz hält durchschnittlich 200 Aufnahmen und somit sehr lange. Zwei zusätzliche Akkus finden selbst in kleinen Kamerataschen (mein Tipp: Tamrac 4390) noch Platz. Erwirbt man das passende, aber teure Ladegerät, kann man die Akkus auch in der Kamera laden. Die Kamera hat 27 MB internen Speicher und ist über SD-Karten preiswert erweiterbar. Eine 1GB-Karte fasst 270 Bilder in bester Auflösung oder 390 Bilder mit 5 MPixel. Dabei werden Fotos erfreulich wenig komprimiert; ein 7,2 MPixel-Bild hat über 3 MByte. Zum Vergleich: es gibt Kamerahersteller, die ein 6 MPixel-Bild auf 800 kByte komprimieren. Dann hilft die höchste Auflösung wenig.
Fazit:
Für fehlende Tonaufzeichnung und den fehlenden optischen Sucher muss sich die Panasonic einen Punkt von den sonst fälligen 5 abziehen lassen. Die restlichen 4 Punkte sind durch Ergebnisse, die erstaunlich dicht an der Fotoqualität meiner "Großen" liegen, redlich verdient. Ich würde dieses Modell sofort wieder kaufen, nicht nur als Zweitkamera.
Die Beispielbilder zu diesem Bericht finden Sie oben auf der Amazon-Seiten unter "Kundenbilder"
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