Im Gegensatz zu meinen früheren digitalen Knipskisten gibt es hier bedeutend mehr Programmpunkte als nur Entfernungseinstellung und Blitz-Funktion. Außerdem ist die Kamera innerhalb von 2 Sekunden zugriffsbereit; die Auslöseverzögerung selbst beträgt nur 0,14 Sekunden! Damit sind endlich auch einmal Schnappschüsse möglich. Allerdings sollte man sich unbedingt eine Speicherkarte dazu kaufen, denn die Kamera selbst hat nur 16 MB Speicher, das reicht gerade mal für eine Handvoll Fotos. Dafür hat sie 3,24 Mio. Pixel und bei bester Bildauflösung 2048 x 1536 Pixel; nach dem digitalen Zoom meiner vorherigen Kamera weiß ich den 3fach optischen Zoom erst richtig zu schätzen.
Das übersichtliche Menü ist leicht zu bedienen, dank einer Schnellzugriffs-Funktion sind die wichtigsten Einstellungen (Belichtungskorrektur, Weißabgleich, ISO-Einstellung) sofort zu regeln, ohne in das Menü gehen zu müssen. Ebenso schnell lässt sich mit einem Tastendruck das soeben geschossene Foto ansehen, ohne erst umständlich in den Album-Modus zu gehen. In diesem Album-Modus kann man sich aber auf Wunsch auch jeweils sechs Fotos auf einmal ansehen, die sind allerdings so winzig, dass sie nur für einen Schnellsuch-Durchlauf taugen; das gewünschte Bild sollte man sich dann wieder bildschirmfüllend einstellen.
Es gibt sechs verschiedene Motivfunktionen, die normalerweise ausreichen, z. B. Porträt-, Bewegungs- und Dämmerungsaufnahmen. Man kann aber auch vieles selbst einstellen, wie Belichtungsmessung, Lichtquelle (Tageslicht, Kunstlicht etc.), Weißabgleich, ISO-Einstellung, manuellen Focus. Besonders nett ist die Memory-Serienaufnahme, das heißt, man kann eine bewegtes Objekt mit gedrücktem Auslöser längere Zeit "verfolgen", und nur die jeweils letzten Sekunden vor dem Loslassen des Auslösers werden gespeichert (das ist zum Beispiel bei Haustierfotos gut geeignet, die reagieren ja nicht immer auf Befehl...).
Was mich aber mehr als alles andere zum Kauf bewog, war die Makro-Funktion: Man kann bis auf 1 Zentimeter dicht an das Objekt herangehen! Allerdings habe ich festgestellt, dass hier (wie auch z. B. bei Dämmerlicht-Aufnahmen) die Verwendung eines Stativs zu empfehlen ist, so man nicht eine ausgesprochen ruhige Hand hat. Außerdem ist mir aufgefallen, dass je nach Lichteinfall das Bild auf dem Kamera-Monitor unterschiedlich aussieht; manchmal ist es auf dem Computer-Monitor dann doch etwas heller bzw. dunkler. Ich mache daher inzwischen lieber mehrere Fotos mit verschiedenen Belichtungseinstellungen und suche nachher das beste Bild aus. Das ist ja der große Vorteil der Digital-Fotografie: Es kostet nur ein bisschen Speicherplatz und keine teuren Negative.
Nach erfolgter Übertragung der Bilder per USB auf den Computer öffnet sich sofort der entsprechende Bild-Ordner (praktisch: auf Wunsch kann für jeden Aufnahmetag ein eigener Ordner angelegt werden); gekippte Bilder können gleich gedreht werden.
Alles in allem ist diese handliche, kleine, leichte Kamera für meine "Amateur-Zwecke" sehr gut geeignet.