Als Nachfolger für meine in die Jahre gekommene 2 MPixel Kodak studierte ich die technischen Daten vieler Angebote und orderte schließlich die R2.
Auf den ersten Blick die ideale Allround-Kamera. Solides Alugehäuse, nicht zu groß aber trotzdem mit 4.8x Zoom, viele sinnvolle Automatikfunktionen, großes Display, mitgelieferter leistungsstarker Li-Akku und trotzdem die Möglichkeit, Batterien zu verwenden ...
Alles in allem auf den ersten Blick ein Geheimtip.
Aber tollsten Features nützen nichts, wenn der CCD nix taugt!
Selbst bei Tageslicht-Innenaufnahmen macht sich auf dem Bildern deutlich sichtbares Rauschen breit. Bei 10x15 Ausdrucken oder Scaling auf einen 15" Monitor fällt das nicht so auf - bei Ansicht in Originalgröße dafür umso deutlicher.
Ebenso hat die Kamera große Schwierigkeiten mit der Bildschärfe. Feine Konturen sind nicht mehr zu unterscheiden. Die schwarze Schrift auf einem Kalender in 2m Entfernung ist nur noch mühsam zu entziffern - das können selbst Billigkameras besser.
Am augenfälligsten wird das schlechte CCD jedoch bei Außenaufnahmen im Hellen. Ein Photo durch einen Baum gegen den hellen, bewölkten Himmel zeigte starke Verfälschungen. Daß die hellen Stellen die umgebenden Blätter und Zweige überstrahlen, ist in dieser Preisklasse normal. Die Ricoh überdeckt das Grün der Blätter jedoch mit einem markanten Blau. Ein direkter Vergleich mit einer Panasonic Lumix DMC-FX2 EG zeigte, daß es auch anders geht.
Mein Fazit: Die Ricoh ist ein brauchbarer Allrounder für Schnappschüsse im Freien. Bei wenig Licht versagt sie. Auch unter idealen Bedingungen kann sie keine detailgenauen Bilder machen. Dann lieber etwas richtiges kaufen oder gleich zur 150 Euro Konkurrenz greifen.