Nach meiner Entscheidung für die SD10 haben mich einige Kollegen zunächt belächelt. Sigma-Objektive haben zwar einen gemeinhin guten Ruf-aber das schlechte Image der Sigma-Kameras geistert noch immer durch die Lande! Leider völlig zu Unrecht! Der direkte Vergleich mit den Ergebnissen von Kameras der Marken Canon, Nikon und Pentax meiner Kollegen brachte es ans Tageslicht: Die SD 10 macht die besseren digitalen Fotos. Der Foveon-X3-Bildsensor garantiert feinere Farben und begeistert durch seine sichere Konturentreue vorallem bei kontrastreichen Motiven. Hier produzieren die "herkömmlichen" Bildsensoren viele Detailfehler. Auch beim Vergrößern auf wirklich große Druckformate zeigte sich die überlegene Qualität der Bilddaten aus der SD10. Allerdings sollte man die Lichtstärke des verwendeten Objektivs beachten. Bei weniger lichtstarken Optiken erschienen mir die Fotos ohne kleine Korrekturen der Belichtung einen Tick zu dunkel.
Angenehm überrascht war ich von Anfang an von der Bedienerfreundlichkeit: Endlich ein Kameragehäuse, das für jede wichtige Funktion eine eigene Taste anbietet und damit lästiges und zuweilen langwieriges "blättern" in unterschiedlichen Menus erspart. Dennoch stellt die Kamera für Grundeinstellungen ein umfangreiches aber komfortables Menu zur Verfügung. Eine Vielzahl funktioneller Details und das breite Angebot an SIGMA-Objektiven erlauben den Einsatz der Kamera für unterschiedlichste Zwecke. Das robuste Kameragehäuse liegt sehr gut in der Hand. Über das Gewicht der Kamera lässt sich streiten aber ich mag schwerere Brummer ohnehin lieber als Leichtgewichte, weil ich so auch nach dreizehn Tassen Kaffee noch immer keine Aufnahme verzittere.
Dringt Staub in das Gehäuse einer digitalen Spiegelreflexkamera ein, z.B. beim Objektivwechsel, kann das die Qualität der Bilder und Funktion der Kamera erheblich beeinträchtigen. Hier bietet die SD 10 Sicherheit: Mit einem (abnehmbaren) Staubschutz, den man bei Bedarf einfach mit einem weichen Pinsel sauberfegen kann, ohne den empfindlichen Bildsensor zu beschädigen, werden Fremdkörper aus dem Innenraum ferngehalten.
Die SD 10 wird hin und wieder kritisiert, weil sie Fotodaten nur im RAW-Format schreibt, was etwas mehr Aufwand in der Nachbearbeitung der Fotos mit sich bringt. Dieses kleine Manko wird durch die beiligende Software "Sigma Photo Pro" mehr als ausgeglichen: Die Software erlaubt problemlose Korrekturen z.B. der Tonwerte oder der Belichtung OHNE den sonst fälligen Verlust an Bilddaten. Sie ermöglicht dadurch die nachträgliche Verbesserung des Fotos, wobei die Auflösung der Aufnahme unberührt bleibt. Mit der Software können JPG, TIFF 8-bit- sowie TIFF 16-bit-Bilddateien erzeugt werden.
Die SD 10 ist, anders als vom Händler angekündigt, ein echter Stromfresser. Die Kamera kann aus 2 CR-V3-Batterien oder 4 Mignon AA-Batterien versorgt werden. Der ständige Batteriewechsel (normalerweise rührt sich nach etwa 30-35 Aufnahmen in der Kamera nichts mehr) kann sehr ins Geld gehen. Es lohnt sich also unbedingt mit Akkus zu arbeiten. Sigma bietet hier zwei Li-Ion Akkus mit 1160mAh+Ladegerät als Zubehör an. Ich habe die (teuren) Dinger gekauft, war aber immer noch nicht zufrieden. Auch diese Batterien halten nicht sehr lange durch (etwa 45-50 Bilder)...immerhin kann man sie wieder aufladen. Wirklich glücklich bin ich erst, seit ich den Batteriepack (powerpack-SD) einsetze. Er fasst 4 CR-V3-Batterien oder 8 AA Mignon-Zellen und bietet einen zusätzlichen Auslöser an, der Hochformataufnahmen zum verwacklungsfreien Kinderspiel macht. Den Batteriepack füttere ich mit fetten NiMh-Mignon-Akkus, die mit 2400 mAh scheinbar ewig halten (ich habe nach 196 Aufnahmen die Akkus nachgeladen-sicherheitshalber...leer waren sie zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht!) Bitte beachten: Auch der Blitz (hier empfiehlt sich der SIGMA-Blitz "EF 500 DGsuper") will versorgt sein! Wer sich an einem schnell geladenen und über lange Zeit einsatzfähigen Blitzgerät erfreuen will, sollte solche AA-Akkus (mit 2400 mAh) auch hier einsetzen.






