Mit diesem Bericht möchte ich meine ersten Eindrücke zur F717 darstellen. Die F717 ist zur Zeit relativ günstig zu bekommen. Vielleicht kommt für einige User ein Kauf dieser Cam in Frage.
Material/Verarbeitung/Bedienung:
Das Gehäuse der F717 besteht aus einer Metalllegierung. Es ist sehr gut verarbeitet und fühlt sich hochwertig an. Die Kamera ist solide und recht schwer. Die S602 wird mit der rechten Hand am Batteriegriff gehalten. Die linke Hand dient der Stabilisierung und Führung der Kamera. Bei der F717 ist dies etwas anders. Hier hält, stabilisiert und führt die linke Hand die Kamera am Objektiv, und die rechte Hand bedient die Cam. Dies ist in der Anfangszeit etwas gewöhnungsbedürftig, klappt aber nach einer kurzen Eingewöhnungszeit hervorragend.
Die diversen Schalter für die Grundeinstellungen, das Objektivrad zum Einstellen der Brennweite oder manuellen Schärfe und das Rändelrad zum Auswählen der Verschlußzeit/Blende, usw. sind gut erreichbar. Die Bedienung läuft fast schon intuitiv ab. Ein ehemaliger S602 User findet sich schnell mit der Bedienung der Menüs zurecht. Hervorragend die zweifache Zoomgeschwindigkeit. Man vernimmt übrigens keinerlei Geräusche vom Zoommotor oder vom Fokussiervorgang. Wenn man nicht auf das Fokussymbol auf dem LCD/EVF achtet, kann man ruckzuck den Abschluß des Fokussiervorgangs verpassen. Absolut leises Fotografieren ist möglich. Das automatische und manuelle Zoomen geht präzise und schnell. Die manuelle Fokussierung gelingt wesentlich sicherer und schneller als bei der S602. Dies ist wahrscheinlich auf die größere Anzahl von Fotodioden des CCDs zurückzuführen (Funktion der Lupe). Der interne Blitz ist ein Krawallmacher. Das Ausklappen des Blitzes selbst ist sehr laut. Dieser klappt übrigens immer automatisch aus sobald die Lichtmenge nicht ausreicht. Der Blitz kann allerdings (wichtig für Lowlight-Fotografie und Langzeitbelichtungen) mit einem Tastendruck unterbunden werden.
Die Kamera ist sofort nach Betätigen des On-/Off-Schalters aufnahmebereit. Das Objektiv muß scheinbar nicht erst in Position gefahren werden. Ein echter Pluspunkt für Schnappschüsse.
Die Fokussier- und Auslösezeit ist nach meinem Empfinden definitiv nicht schneller als bei der S602. Jedoch ebenbürtig.
Bei schwachen Lichtverhältnissen ist das Fokussieren im Nahbereich dank des AF-Hologramms fast schon narrensicher. Fehlfokussierungen sind fast ausgeschlossen.
Der schwenkbare Body ist ein Genuß. Dieser wird sich sicherlich im Alltag bewähren.
Kritikwürdig:
- die recht kleinen Symbole im Display/EVF
- keine freie Wahl einer Blenden-/Verschlußzeitkombination im Modus P
- der interne Blitz funktioniert nur im Automatikmodus und Modus P vollautomatisch
- Verschlußzeiten kürzer als 1/1000s sind nur im Automatikmodus und Modus P und im Modus A mit einer Blende >= 5,6 möglich. Ansonsten ist man auf eine kürzeste Verschlußzeit von 1/1000s angewiesen.
- Keine Belichtungswaage im Modus M, dafür jedoch ein Live-Histogramm in allen Modi
- keine Speichermöglichkeit des manuellen WB? Dieser muß immer wieder neu vorgenommen werden, sobald die Cam wieder angeschaltet wird.
LCD/EVF:
Das LCD verfügt über eine sehr hohe Auflösung. Informationen zu den gewählten Einstellungen usw. findet man im EVF in gleicher Darstellung wieder wie auf dem LCD. Änderungen der Blende, ISO und /oder Verschlußzeit werden direkt auf dem LCD/EVF durch Helligkeitsveränderungen angezeigt. Dank des einblendbaren Echtzeit-Histogramms kann man eine Unter-/Überbelichtung sofort erkennen bzw. abschätzen. Die Qualität des EVF ist der der S602 gleichzusetzen.
Akku/Stromversorgang:
Der Akku (LiIon Info-Akku) wird direkt in der Cam innerhalb von 150 Minuten aufgeladen. Während des Ladevorgangs kann die Cam verwendet werden. Die Restkapazität wird exakt in Minuten angezeigt. Bisher sehr zuverlässig. Kein Memory- und LazyBattery-Effekt, geringes Gewicht und genaue Restkapazitätsanzeige. Was will man mehr. Ob ich einen Zweitakku benötige (im original ca. 60 Euro) wird die Praxis zeigen.
Bildqualität:
Nach einigen Tagen kann man natürlich noch nicht viel zur Bildqualität sagen. Jedoch habe ich bereits feststellen können, dass die Auflösung bis in kleinste Details hervorragend ist. Auch Randunschärfen in den Bildecken oder stärkere Verzeichnungen konnte ich bisher nicht ausmachen. Die Lichtstärke des Objektivs spricht für sich, das Rauschen übt sich für eine ProsumerCam in Understatement.
Erstes Fazit:
Die F717 ist IMO eine Cam, die nicht unbedingt den ambitionierten Fotografen anspricht. Sie ist dank Nightshot, NightFraming und dem ungewöhnlichen Design (Schwenkbody) eher, wie auch die Computerfoto bereits feststellte, für den Freak gedacht. Ambitionierte Fotografen, die in der Prosumer-Klasse eine Cam suchen, sollten sich eher für die S7000, A1, D7(H)i oder CP 5700 entscheiden. Diese Cams bieten einen größeren Funktionsumfang zu einem ähnlichen Preis, und die Einschränkungen im fotografischen Alltag sind geringer.
P.S.: Dies ist ein kurzer, erster Testeindruck. Die Cam besitze ich erst seit einigen Tagen. Fehler in meinem Bericht bezgl. techn. Daten und Bedienung können natürlich vorhanden sein.