Ich bin kürzlich von der CyberShot DSC-P51 auf die DSC-P92 umgestiegen, die erkauften Verbesserungen in der Technik nehmen sich allerdings schwächer aus als erwartet. Auch die Benutzerführung hat sich etwas geändert und scheint mir in einigen Punkten unlogischer geworden zu sein.
Nichtdestotrotz bedeutet die CyberShot ein völlig neues Fotoerlebnis für mich: Die Dankbarkeit meiner Freundin, die jetzt meine Kleinbildkamera bekommen hat, und als erstes den Film zum Entwickeln gegeben hat, der da seit über vier Jahren eingelegt und halb "abgeknips" war, bei dieser Gelegenheit konnte ich die anderen Filme auch mit zum Entwickeln geben und habe damit wohl das Wort Faulheit neu definiert und als ich die Bilder sah, lebten alte, fast schon verdrängte Erinnerungen wieder auf. Aber die Dankbarkeit braucht sich schnell wieder auf und meine Sympathie bei einigen Personen leidet etwas, da ich jetzt recht aktiv mit dem Fotografieren bin und nicht alle so sehr gern die wiederkehrende Bekanntschaft meiner Linse machen.
Ob ein kleiner Spaziergang am Abend oder der Urlaub, selbst die Dienstreise (ich setze die Kamera auch gern dienstlich ein), die CyberShot begleitet mich sehr oft und es ist ein Riesenspass damit Bilder aufzunehmen, die sich dann leicht per E-Mail zum Entwickeln schicken lassen (!), oder eine Slide-Show abends mit Freunden, Impressionen von Betriebsfesten auf dem Server ablegen oder damit nett gestaltete E-Mails zu erstellen, mit denen man seinen Bekannten sehr detailliert (ja sogar bildlich) vorführen kann, was sie mal wieder alles tolles verpasst haben, wenn sie denn den Wochenendtrip nicht abgesagt hätten.
Alles ist allerdings leider nicht perfekt an diesem Modell, hier eine kurze Auflistung der Vor- und Nachteile:
Nachteile:
- Nachfolgeinvest #1: Tragetasche nicht im Lieferumfang, das Original von Sony ist nicht preisgünstig zu erstehen, also besser auf die Suche machen, was Drittanbieter zu bieten haben (Kosten einfacher Taschen ab EUR 10-15).
- Nachfolgeinvest #2: Mitgelieferter MemoryStick von 16MB ist eindeutig unterdimensioniert, ich habe vor einigen Monaten 128MB für EUR 80 nachgekauft, auf diese Zusatz-Investition sollte man sich schon beim Kauf der Kamera einrichten.
- Im Modus "letztes Bild" anzeigen, steht nicht die volle Funktionalität der Menüs zur Verfügung, lediglich das Löschen des Bildes ist hier erlaubt.
- Drehwahlschalter ist von der Reihenfolge der Funktionen ungünstig. Wird nur über das Display gearbeitet (Beispiel: Anschauen der aufgenommenen Bilder und dann einen neuen Ordner erstellen) schaltet die Kamera nach kurzer Zeit ab, beim Umschalten der Funktionen muß über den Aufnahmemodus geschaltet werden, was die Kamera sofort und sinnloserweise aktiviert.
- Die Aufnahmemodi "Auto" und "Programm" sind unlogisch und verwirrend. Ich habe z.B. keinen qualitativ zu rechtfertigenden Grund für die Einstellung "fein" festgestellt, gerade bei dem unterdimensionierten MemoryStick kann getrost die Einstellung "Standard" verwendet werden, hierbei, nehme ich an, wird lediglich die Komprimierung des JPG's ungünstiger gewählt, spart aber bei VGA-Auflösung 50% Speicherplatz, die Unterschiede in der Bildqualität aber sind allerhöchstens marginal. Diese Einstellung kann nicht über die Auflösung gewählt werden, sondern ist im Modus "Programm" hinterlegt, was bei Anwahl "Auto" wieder zurückgesetzt wird. Schnelles manuelles Eingreifen, was hin und wieder vonnöten ist, wird durch diese Aufteilung erschwert.
- Tonaufnahme bei Videosequenzen läßt sich nicht abschalten.
- Keine Schwarz/Weiss-Aufnahmen möglich (im Vergleich zu Vorgängermodellen).
- Die Plastikabdeckung der Steckbuchsen ist ein Patzer im Design, sieht nicht nur hässlich aus, sondern öffnet sich leicht von selbst, wenn die Kamera aus der Tasche genommen wird. Hier wäre eine Abdeckung im Gehäusedesign schön gewesen. Auch dies war bei den Vorgängern besser gelöst.
- Klappe des MemorySticks öffnet sich nur schwer.
- Bei meiner Softwareausstattung (Win2000, MS-Photopaint) auf dem PC lassen sich die Rotationsinformationen der Bilder nicht lesen und ich muss manuell auf Festplatte bearbeiten.
Vorteile:
- Zuverlässige und robuste Qualität
- Akkus im Lieferumfang.
- MemoryStick Pro geeignet.
- Makroaufnahmemöglichkeit.
- Schönes und praktisches Design (mit Ausnahmen, s.o.). Besonders gut war die Idee, das Display von rechts nach links zu legen, damit man nicht mehr sooft mit der Hand drauf greift und damit Fingerabdrücke hinterläßt.
- Ausreichender Funktionsumfang für die meisten Fälle geeignet.
- Recht schnelles Auslöseverhalten, auch wenn das Display ab und zu mal einfriert, was irritiert.
- Display-Informationen aussagekräftig und gut dargestellt.
- Höherer optischer Zoom als bei Vorgängern, SmartZoom mit ausreichend guter Qualität, damit lassen sich weiter entfernte Objekte recht gut heranholen. Der SmartZoom stellt sich automatisch auf die gewählte Auflösung ein, somit wird ein "Überzoomen" zu einem unscharfen Bild verhindert. Wem auch der SmartZoom schon unsicher scheint, der kann ihn entweder ganz abstellen oder ihn beim Zoomen aussen vor lassen, da die Zoomstufen angezeigt werden und beim Übergang vom optischen Zoom zum digitalen Zoom eine Verzögerung eingebaut ist und dies auch am Display ersichtlich ist.
- Gutes Preis-/Leistungsverhältnis.
- Hoher Funfaktor.
Zusammenfassend kann ich feststellen, dass es sich hierbei um eine schöne und praktische Kamera mit vielen Features handelt, die das Fotografieren zum Spass werden lässt, ebenso aufgrund der guten Bildqualität später auch das Anschauen.
Die Liste der aufgezählten Nachteile bedeutet allerdings einen kleinen Wermutstropfen. Wem diese nicht so wichtig erscheinen, kann sich getrost für diese Kamera entscheiden.