Die Bildqualität der MVX3i ist exzellent, und auch die 2-MP-Fotos können sich sehen lassen. Erstmals ist die Aufnahme in 16:9 nicht nur ein hochgezogener Bildausschnitt, sondern dank hochauflösendem Chip wirklich brauchbar. Gewohnt gut ist auch der optische Bildstabilisator, der in allen Modi (4:3, 16:9, Foto) gleichermaßen arbeitet.
Sehr gut zu bedienen ist der Schärfering am Objektiv. Zum Umschalten auf MF gibt es eine eigene Taste. Besonders oft braucht man sie nicht, denn der Autofokus arbeitet sehr zuverlässig.
Der elektronische Zubehörschuh ermöglicht das Aufstecken eines (Canon-)Mikrofons ohne Batterie und ohne Kabel, was das Chaos in der Videotasche reduziert.
Die manuelle Tonaussteuerung muß zwar übers Menü aktiviert werden, läßt sich dann aber gut anhand der Pegelanzeige im Sucher oder auf dem Display regulieren.
In bestimmten Fällen nützlich ist der analoge Videoeingang. (Ich habe ihn noch nicht ausprobiert, kann also nichts über die Qualität sagen.)
Mechanisch wirkt der Camcorder sehr solide; lediglich der Akku wackelt etwas in der Halterung, behält aber dabei zuverlässig seinen Kontakt.
Unterm Strich ist die MVX3i ein sehr guter Camcorder mit einigen schönen Details, die man sonst erst in der 3-Chip-Klasse findet. Allerdings gibt es auch eine Liste von Kritikpunkten. Diese Punkte können mir die Freude an den sonstigen Qualitäten nicht nehmen, aber man darf auch nicht so tun, als sei das Gerät perfekt. Für manche Käufer mögen diese Punkte sehr wichtig sein, weshalb ich sie hier ausführlich aufliste:
- Unterschreitet die Beleuchtungsstärke das nötige Mindestmaß, schaltet die Automatik nicht auf Verstärkung sondern auf eine längere Verschlußzeit (1/25 Sekunde). Die Bilder rauschen dann zwar kaum, bei Bewegungen gibt es jedoch Ruckeleffekte. In der Betriebsart TV (Zeitvorwahl) kann man manuell 1/50 Sekunde vorgeben, das Bild bleibt damit aber ziemlich dunkel. Dasselbe passiert in Betriebsart AV (Blendenvorwahl). Ein helleres Bild bei wenig Licht macht die MVX3i also nur mit Hilfe längerer Belichtungszeiten (wahlweise bis hin zu 1/6 Sekunde). Bei statischen Aufnahmen ist das okay, aber für Bewegtbilder wünscht man sich (wie bei billigeren Canon-Modellen) eine Verstärkungsschaltung, die dann auch ein etwas rauschigeres Bild liefern dürfte. Eine voll manuelle Betriebsart mit manueller Zuschaltung der Verstärkung (wie bei der XM2) fehlt ganz, was eigentlich unverständlich ist. Vielleicht darf man in Sachen Lowlight noch auf ein Firmware-Update hoffen.
- Die Zoomsteuerung besteht aus einem kleinen, wackeligen Schiebeschalter, der nicht sehr feinfühlig zu bedienen ist. Frühere Modelle hatten große Zoomwippen. Erschwerend kommt hinzu, daß Canon die Lanc-Buchse weggelassen hat. Daher kann man auch keine externe Stativ-Fernbedienung anschließen.
- Das Bild im 16:9 Modus kann man (wie schon immer bei Canon) nur in gequetschter Eierkopf-Version auf dem Display und im Sucher sehen. Das wird jetzt, da die 16:9 Aufnahme vom Ergebnis her recht gut ist, zum Ärgernis.
- Das Kassettenfach öffnet sich nach unten. Man muß die Kamera also komplett vom Stativ schrauben, um die Kassette zu wechseln. Bei großen Stativplatten wird auch die Klappe blockiert, unter der die Anschlüsse für Netzteil, Mikrofon und AV-in/out sitzen (man kann sie, wenn man drandenkt, vorher öffnen). Außerdem hat diese Konstruktion zur Folge, daß das Stativgewinde viel zu weit vorn sitzt. Selbst mit dem kleinen Standardakku kippt das Gerät auf dem Fluidkopf nach hinten; erst recht gilt das bei Verwendung größerer Akkus. Bei häufiger Stativbenutzung ist der Selbstbau einer Stativplatte anzuraten.
- Der automatische Weißabgleich hat keine besonders hohe Treffergenauigkeit. Dafür gibt es einen manuellen Weißabgleich, der stets zu hervorragenden Ergebnissen führt. Leider muß man hierzu das Menü öffnen, weil separate Tasten fehlen. Das ist besonders ärgerlich, weil andererseits Tasten für die überflüssigen Digitaleffekte vorhanden sind und den knappen Platz am Gehäuse wegnehmen.
- Das eingebaute Mikrofon macht schon bei lauem Lüftchen deutliche Windgeräusche. Bei Rovotech gibt es schon ein passendes Windschutzfell, das aber leider auch den IR-Empfänger mit abdeckt, weil Canon ihn mitten ins Mikrofon gesetzt hat. Am besten nutzt man gleich ein externes Mikrofon (aber das gilt ja für die meisten Camcorder).





