Ich hatte die Möglichkeit (und die Freude, wie sich herausstellte), die drei neuen 3CCD-Geräte von Panasonic einem ausgiebigen Vergleich zu unterziehen.
Es handelte sich dabei um den Panasonic NV-GS75, den NV-GS150 und den NV-GS250 (um den es in dieser Rezension hauptsächlich gehen soll).
Die drei Modelle lösen die Vorjahresmodelle NV-GS55, NV-GS120 und NV-GS200 ab, das Topmodell NV-GS400 bleibt weiterhin im Angebot und wird nicht durch ein neueres ersetzt.
Alle drei Camcorder warten mit der aus dem Profibereich bekannten 3-CCD-Technik auf, bei der das über das optische System eingefangene Bild auf je 3 in Reihe geschaltete CCDs (optische Chips) projiziert wird, von denen je einer für eine der drei Grundfarben (RGB) verantwortlich ist.
Die drei 1/6 Zoll grossen CCDs des Panasonic NV-GS250 haben jeweils eine Auflösung von 800.000 Pixeln. Davor befindet sich ein hochwertiges Leica Dicomar Objektiv. Einen im Gerät eingebauten Objektivschutz gibt es leider nicht (wie beim GS150). Dafür bietet der GS250 im Gegensatz zu den kleineren Modellen andere Vorzüge:
1. Zusätzlich zum digitalen Eingang (DV-In) bietet der GS250 als einziger der drei neuen Modelle auch einen analogen Eingang, um z. B. Material von einer älteren Analogen Kamera ins DV_format zu konvertieren und damit alte Aufnahmen im Rechner bearbeiten oder speichern zu können.
2. Der Bildstabilisator des GS250 ist im Gegensatz zum GS75 der GS150 ein optischer und kein elektronischer. Dadurch kann im 16:9-Modus (darauf komme ich gleich noch) die Stabilisierung aktiv bleiben (dies ist bei den kleineren Modellen unmöglich). Desweiteren hat die optische Bildstabilisierung den Vorteil, auch noch bei schlechten Lichtverhältnissen zu funktionieren. Und das klappte dann im Praxistest auch ganz ausgezeichnet!
3. Sowohl die GS250 wie auch die GS150 bieten einen "echten" Breitbildmodus, in dem nicht einfach nur auf das 4:3-Bild schwarze Balken geblendet werden, sondern ein echtes anamorphes Breitbild erzeugt wird (dadurch kann die maximale Auflösung der Chips genutzt werden, was zu einer besseren Bildqualität führt).
Soviel zur Technik, was sagt aber der Praxistest?
Nun, ich habe den Camcorder für drei Tage zum Test gehabt und ich kann nur sagen, dass der NV-GS250 auf ganzer Linie überzeugt. Das Bild ist unglaublich gut: scharf, kontrastreich, noch etwas farbenreicher als beim GS150. Klasse. Lediglich bei schlechtem Licht wird die Qualität etwas schlechter, aber das hält sich im Rahmen wie ich denke. Ein tolles Gerät. Die optische Stabilisierung funktioniert sogar noch bei annähernder Dunkelheit. Das Laufwerk ist sehr leise, man hört keine Transportgeräusche auf Aufnahmen.
Bei der Bedienugn hat Panasonic endlich nachgebessert und die neue Reihe (endlich, endlich!) benutzerfreundlich gemacht - mit dem neuen Joystick geht alles recht leicht von der Hand.
Einziger Kritikpunkt ist auch beim GS-250 der nicht optimal funktionierende / designte Zoom-Hebel. Dieser ist einer der (wie ich finde) schlechtesten am aktuellen Markt. Es ist nicht sehr leicht, sanfte und weiche Ein- und anschliessende Auszoomvorgänge zu bewerkstelligen, das machen die Konkurrenzgeräte vielfach besser.
Dennoch: unterm Strich bleibt einer der (in meinen Augen) besten Camcorder, die derzeit für unter 1500 Euro zu haben sind.
Grosses Lob an Panasonic: die neue Reihe ist wirklich sehr gelungen, bitte arbeitet aber an dem Zoomhebel, der nicht leicht zu bedienen ist.
Fazit: 5 +++ Sterne für einen tollen Camcorder mit eingebauter Profitechnologie!