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geschrieben von René Kortschack am 01.08.2006

Testbericht Ikelite Gehäuse für Canon EOS 20D

Ikelite Canon 20D Gehäuse

Nach einigen Jahren in der kompakten Fotowelt, war es für mich an der Zeit auf ein DSLR System umzusteigen. Nach langen Überlegungen und Recherchen habe ich mich für die Canon EOS 20D im Ikelite Gehäuse entschieden. Nachfolgend möchte ich meine ersten Eindrücke vom neuen System schildern.



Inhalt
  1. Die Kamera
  2. Die Objektive
  3. Das Gehäuse
  4. Die Ports
  5. Das Blitzlicht
  6. Unterwasser
  7. Fazit
A) Die Kamera

Canon EOS 20D Beim Umstieg von der kompakten zur digitalen Spiegelreflexfotografie, war es für mich von vorrangiger Bedeutung, mich zukünftig an einer kurzen Auslöseverzögerung, kombiniert mit einem ausgezeichneten Autofokus zu erfreuen. Außerdem wollte ich eine Kamera mit einer großen Auswahl an Objektiven in allen Preisklassen und endlich ein richtiges Weitwinkelobjektiv.

Am wichtigsten war für mich jedoch die Bildqualität. Insbesondere das Rauschverhalten der Kamera sollte gering sein, denn Bildrauschen hatte ich in meiner kompakten Zeit schon zur Genüge. Somit fiel die Wahl der Kamera auf die semiprofessionelle Canon EOS 20D.

Viel ist zu dieser Kamera nicht zu sagen. Sie erfüllt alle an sie gestellten Erwartungen mit Bravur und ist im Moment als Auslaufmodell recht günstig zu bekommen

B) Die Objektive

Als Besitzer einer Kamera der EOS – Reihe hat man die Auswahl aus einer Vielzahl an Objektiven von Canon und auch Drittanbietern. Zur Kamera gab es das Canon 18-55mm Kitobjektiv dazu. Dieses Objektiv eignet sich hervorragend als Kameraschutz.

Canon 10-20mm Unterwasser Das wichtigste Objektiv für Unterwasseraufnahmen ist natürlich das Weitwinkelobjektiv. Hier fiel meine Wahl auf das Canon EF-S 10-22mm 1:3,5-4,5 USM. Es ist etwas lichtstärker als das in etwa vergleichbare Sigma 10-20mm. Es liefert hervorragende Abbildungsleistungen über den gesamten Brennweitenbereich und ich bin sehr zufrieden mit diesem Objektiv.

Um die kleinen Dinge ganz groß herauszubringen, habe ich mich für das Canon EF-S 60mm 1:2,8 Makro USM entschieden. Mit einer auf Kleinbild entsprechenden Brennweite von 96mm, ist dieses Objektiv ideal um Kleinstes in Großaufnahmen zu fotografieren. Es ist sehr lichtstark und hat eine ausgezeichnete Bildqualität.

Tamron 70-300 Möve Neben diesen beiden Leistungsträgern verrichten noch einige alte Objektive aus meiner frühen analogen EOS-Zeit ihre Dienste bei mir. So z.B. Ein Tamron 70-300mm 1:4-5,6 LD TELE-MAKRO und einige weitere. Das 70-300 hat sich bei mir als eines meiner Lieblingsobjektive etabliert. Es liefert schöne Makroaufnahmen und ist ein tolles Paparazziobjektiv, um Momente unbeobachtet einfangen zu können.

Es ist schön diese alten Objektive weiter verwenden zu können und da sie ja auf Vollformat ausgelegt sind, zeigen sie meist hervorragende Leistungen an Crop Kameras.

C) Das Gehäuse

Ikelite #6871.20 Canon EOS 20D Gehäuse Beim Unterwassergehäuse fiel meine Wahl auf das Ikelite #6871.20. Ausschlaggebend war für mich vor Allem die Ikelite E-TTL Unterstützung, aber dazu später mehr.

Das Gehäuse ist aus Polycarbonat gefertigt und bis zu einer Tauchtiefe von 60m einsetzbar. Es ist robust und gut verarbeitet. Alle Funktionen der Kamera bis auf die Abblendtaste und den Joystick sind Unterwasser bedienbar.

Es besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen und dem entsprechenden Port. Die Kamera wird vor dem Zusammenbau auf der Rückseite auf einem Schlitten befestigt.

Die Abdichtung erfolgt über einen zentralen O-Ring, der vor der Montage auf der Rückseite des Gehäuses auf einer ca. 1,5 cm großen Auflagefläche seinen Platz findet. Das ist recht einfach und gut zu handhaben. Einfache Dinge funktionieren in der Technik nun mal am Besten. Man sieht sofort nach dem Zusammenbau ob der O-Ring abdichtet.

Ikelite #6871.20 Canon EOS 20D Gehäuse Eine Hangriffschiene mit 2 Griffen wird standardmäßig mitgeliefert. An diesen Griffen wird das Blitzarmsystem montiert. Es gibt Adapter zum Befestigen von z.B. ULCS Armsystemen (so bei mir geschehen). Die Handgriffe sind stabil und liegen gut in der Hand.

Ebenfalls zum Lieferumfang gehören ein komplettes Set mit Ersatzteilen, sowie das dazugehörige Werkzeug. Die Montage des gesamten Systems ist sehr einfach und nach einmaligem Zusammenbau kann man auf die, leider nur in Englisch verfügbare Bedienungsanleitung, verzichten.

D) Die Ports

Bei mir kommen der #5502 Flatport und der #5510.81 8“ Domeport zum Einsatz. Somit kann ich das 18-55mm und das 60mm Macro hinter dem Flatport, sowie das 10-22mm hinter dem Domeport verwenden. Die Abbildungsleistungen der beiden Ports sind ausgezeichnet. Die Montage ist, mittels zweier Schnappverschlüsse, sehr einfach und problemlos. Die Bedienung des Zooms erfolgt über sehr flexibel einsetzbare Zoomringe. So besteht die Möglichkeit bei veränderter Montageweise des Zoomrings auch das 60mm Macro über den eigentlichen Zoommechanismus manuell zu fokussieren. Die Auswahl an Ports ist bei Ikelite groß. Eine genaue Liste der Ports für die entsprechenden Objektive findet man hier: Portliste Canon EOS 20D

8" Domeport
8" Domeport
Flatport
Flatport



E) Das Blitzlicht

Ikelite DS-125 Das Ikelite Gehäuse verfügt über einen integrierten E-TTL2 Konverter. Damit lassen sich alle Ikelite Blitze der neusten Generation im TTL Modus an der Kamera betreiben.

Bei mir kommen zwei Ikelite Blitze DS 125 zum Einsatz. Der DS 125 hat bei ISO 100 Unterwasser eine Leitzahl von 32. Eine Akkuladung reicht für 150 Blitze bei Vollast. Die Blitzfolgezeit beträgt nur 1 Sekunde.

Der DS 125 hat ein eingebautes Pilotlicht und erzeugt mit seiner Ringblitzröhre eine Farbtemperatur von 4800 K. Trotz dieser imposanten Leistungen ist dieser Blitz erfreulich kompakt und das Aufladen des dauert mit dem Schnellladegerät nur 1,5 h.

Die TTL Steuerung wurde von mir an Land und Unterwasser ausgiebig getestet. Sie arbeitet fehlerfrei und liefert hervorragende Ergebnisse.

Doch die Ikelite Elektronik kann noch mehr. Wenn es die Situation erfordert kann man jederzeit auf manuell umschalten. Die Umschaltung erfolgt durch gleichzeitiges Drücken von 2 Tasten und funktioniert leider in der Praxis nicht so gut. Hier sind manchmal 2-3 Versuche nötig. Ikelite sollte hier noch eine extra Umschalttaste einbauen.

Trotzdem bin ich vom TTL Konverter begeistert. Besonders die Möglichkeit, auf manuelles Blitzen am Gehäuse umzuschalten und dabei vom Gehäuse aus die Blitzleistung dosieren zu können, sucht man bei anderen Anbietern vergebens.

TTL Belichtungsreihe f 4,5
TTL Belichtungsreihe f 4,5
TTL Belichtungsreihe f 5,6
TTL Belichtungsreihe f 5,6
TTL Belichtungsreihe f 6,3
TTL Belichtungsreihe f 6,3
TTL Belichtungsreihe f 7,1
TTL Belichtungsreihe f 7,1
TTL Belichtungsreihe f 9
TTL Belichtungsreihe f 9
TTL Belichtungsreihe f 10
TTL Belichtungsreihe f 10

F) Unterwasserfotografie

Die Handhabung des Gehäuses Unterwasser ist gut. Die Kamerafunktionen lassen sich einfach bedienen.
Das Polycarbonat Gehäuse ist natürlich schwerer als ein Alugehäuse. Es hat sogar mit dem Domeport noch leichten Abtrieb. Hier werde ich sicherlich noch Auftriebskörper befestigen, denn nach einem einstündigen Tauchgang merkt man es schon ein wenig in den Armen.
Der Sucher ist ok. Da ich aus der kompakten Welt komme, war es für mich anfangs eine ganz schöne Umstellung. Aber es geht und man kann auch mit Maske den Bildausschnitt festlegen. Den Rest erledigt der ausgezeichnete Autofokus der 20D.

Wrack Mykonos Canon 10-22mm
Wrack Mykonos Canon 10-22mm
Steinbruchsee Gommern Canon 10-22mm
Steinbruchsee Gommern Canon 10-22mm
Steinbruchsee Gommern
Steinbruchsee Gommern
Förstergrube Canon 10-22mm
Förstergrube Canon 10-22mm
Förstergrube Canon 10-22mm
Förstergrube Canon 10-22mm
Förstergrube Canon 10-22mm
Förstergrube Canon 10-22mm

G) Fazit

Ich bin mit meiner neuen Unterwasserausrüstung sehr zufrieden. Das Preis / Leistungsverhältnis ist bei Ikelite wirklich gut.

Es sind schon einige schöne Aufnahmen entstanden und ich habe schon einige der Vorzüge eines DSLR Systems genießen können.

Ich fiebere nun dem ersten Einsatz auf den Philippinen oder im Rotem Meer entgegen und hoffe dass noch viele schöne Fotos folgen werden.



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Erschienen in: Testberichte | UW-Fotografie


Kommentare

Hallo René,
ich muss sagen, das ist ja mal wieder ein sehr schöner und interessanter Bericht von Dir! Ebenso klasse finde ich die Bilder dazu, ein großes Lob von mir! grin

Sylvie

geschrieben von Sylvie Pfeiffer am 02.08.2006 Europe

Hi René,

interessanter Bericht, der mir ziemlich weitergeholfen hat. Der beste Satz insgesamt ist eindeutig:

Zur Kamera gab es das Canon 18-55mm Kitobjektiv dazu. Dieses Objektiv eignet sich hervorragend als Kameraschutz.

;o)

Ich hätte mir noch eine Aussage zur Anwendung des Suchers in der Praxis gewünscht. Is aber nicht so schlimm. Viel Spaß noch mit dem Ikelite und viel Spaß auf den Philippinen.

Gruss

Olli

geschrieben von am 18.08.2006 Germany

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