[english]


geschrieben von Detlef Randerath am 02.10.2007

Adobe Premiere Elements 4 Testbericht

Adobe Premiere Elements 4 Testbericht

Mit der neuen, nun vorliegenden Version 4 von Premiere Elements, leitet Adobe einen kleinen Generationenwechsel ein. Premiere Elements (PE) hat ein vollständiges Facelifting bekommen und stellt sich nun mit einer neuen und sehr aufgeräumt wirkenden Oberfläche vor. Dabei orientiert sich die Farbgebung am ebenso neuen Photoshop Lightroom. Anstelle des normalen Windows "hellgrau" ist nun alles sehr dunkel gehalten - zwar auch in grau, aber dafür sind die Icons der Bedienelemente hübsch bunt geworden und heben sich entsprechend gut vom Hintergrund ab.

Der Produktzyklus von PE3 auf PE4 hat knapp ein Jahr gedauert, das zeigt wie schnell in diesem Bereich Features nachgeschoben werden müssen. Das ist auch genau das was Adobe mit PE4 tut. Der Vorgänger Premiere Elements 3 wurde in den letzten Monaten von der Konkurrenz förmlich überrollt. Zuerst zogen die Mitbewerber mit HDV und AVHCD Funktionalitäten nach. Letzters gehört leider immer noch nicht zum Funktionsumfang von PE4. Dafür wird nun HDV vollständig unterstützt, was nun auch für die Szenenerkennung beim HDV-Capturing gilt. Auf die neuen Funktionen gehen wir gleich noch näher ein, werfen wir erst einmal einen Blick auf die umgestaltete Arbeitsoberfläche.
Die neue Raumaufteilung

Premiere Elements 3 Oberfläche

Premiere Elements 3 Oberfläche

Bei PE3 haben wir im oberen Arbeitsbereich noch eine Dreiteilung, bei der die Assets (Film, Foto- und Sounddateien) links angeordnet sind, in der Mitte befindet sich das Vorschaufenster für den Film und rechts davon erfolgen die Einstellungen der Assets. Unten befindet sich entweder das Schnittfenster oder das Szenenfenster, je nach dem was man für seine Arbeit bevorzugt. Bei dieser Lösung ist das Vorschaufenster nie besonders groß!

Premiere Elements 4 Oberfläche


Premiere Elements 4 Oberfläche

Die neue Raumaufteilung zeigt nun auf der linken Seite ein großes Vorschaufenster für unseren Film. Die Verwaltung der Assets und deren Einstellungen wurden auf der linken Seite zusammengefasst. Die farbigen Karteireiter helfen bei der Orientierung in den Menüs. Die wichtigsten Bedienelemente und einige neue Funktionen für die Zeitleiste sind nun immer sichtbar. Insgesamt wirkt PE4 aufgeräumter, was dem Arbeitsfluss zugute kommen soll.


Dank dieser Übersicht können Szeneninhalte sehr bequem ausgewählt und der Filmschnitt entsprechend präzise gesetzt werden. Das Fenster reagiert ohne Verzögerungen und ermöglicht so einen schnellen Arbeitsfluss bei der Filmmontage.
Die neue Raumaufteilung bringt mehr Übersichtlichkeit in die Arbeitsoberfläche. Auf der anderen Seite verlangt sie vom Anwender mehr Kenntnisse über nun immer öfters ausgeblendete oder versteckte Funktionen. Wer aber die Grundfunktionen von Premiere Elements kennt, braucht sicher nur einen knappen Vormittag, um sich auf die neue Version einzustellen.

Wie beim Vorgänger sind alle Bereiche durch Anfasser getrennt. Mittels dieser Anfasser kann nun der Anwender, die Teilbereich größer oder kleiner machen, ganz so wie er es für seine Filmproduktion benötigt. Eine individuelle Einstellung des Arbeitsbereiches ist also gegeben.

Der Aufbau des Schnittfensters zum genauen Anpassen der einzelnen Filmschnitte wurde nur an das neue Design angepasst. Allerdings leidet die Übersichtlichkeit etwas an dem neuen dunklen Fensterdesign. Das Fenster selber kann in geöffneten Zustand nach belieben vergrößert werden um eine genaue Übersicht der aktuellen Szene zu erhalten. Hier versteckt sich dann auch gleich der erste kleine Fehler. Das Fenster kann zwar vergrößert werden, aber möchte man es nach dieser Anpassung verschieben verändert sich die Größeneinstellung willkürlich.
Gut organisiert

Der neue Organizer
Ganz neu ist in Premiere Elements (wie auch in Photoshop Elements) der integrierte Organizer für Medien. Hier hat Adobe beiden Programmen ein neues Ordnungssystem mit auf den Weg gegeben, mit dem der Anwender seine Medien für bestimmte Inhalte markieren kann. Das ist besonders hilfreich, wenn man Bilder oder Filmszenen zu einem Bestimmten Thema sucht.

Das Stichwort-Menü kann vom Anwender beliebig ergänzt und erweitert werden um ein eigenes Ordnungssystem zu ermöglichen. Zusätzlich kann jedes Medium (also Film, Foto oder Sounddateien) bewertet werden, was es wiederum leichter macht diese Medien zu finden. Der Organizer stellt eine willkommene Ergänzung des PE4 Funktionsumfangs dar.
Themenvorlagen für die schnelle Gestaltung

Die neuen Filmthemen
Hier zeigt PE4 ganz deutlich, dass es für die schnelle Erstellung von Familienfilmen gedacht ist. Die Vorlagen zu den bekannten Themen Hochzeit, Urlaub usw. erlauben uns die schnelle Gestaltung unserer Filme, ohne das wir uns mit der Gestaltung von Grafiken aufhalten müssen. Hier hat Adobe sehr gute Arbeit geleistet und PE4 gut für den alltäglichen Gebrauch ausgestattet.

Die neuen Themen sind ideal, um Urlaubsfilme aufzupeppen ohne viel Arbeit zu investieren. Mit wenigen Mausklicks erhalten unsere Aufnahmen einen sehenswerten Vorspann. Dank der vielen Einstellungsmöglichkeiten wird uns hier nicht so schnell langweilig.
Film und Ton bleiben zusammen

Audio und Videospuren
Einer der oft angemerkten Schwachpunkte in Premiere Elements war die Tatsache, das Video- und Audiodaten getrennt voneinander dargestellt wurden. Getrennt durch eine horizontale Linie verschwanden die Audiodaten unterhalb der Filmdaten in zusätzlichen Spuren und machten es uns nicht einfach den richtigen Ton dem richtigen Film zuzuordnen. Das hat nun ein Ende. Adobe hat die Funktionalität im Schnittfenster dahingehend überarbeitet, dass Film und Ton immer zusammenbleiben und so auch schneller bearbeitet werden können. Wir müssen uns lediglich an die neue Darstellungsart gewöhnen, aber das dauert nicht sehr lange.

Selbst komplexe Schnittfolgen sind jetzt leicht zu verstehen und es fällt uns nun noch leichter Bild und Ton treffend zu bearbeiten. Wie beim Vorgänger auch sind natürlich zusätzliche Sonderspuren für Sprachkommentare und Soundtracks vorhanden.
Mehr Kontrolle über die Soundeinstellungen

Der Audio Mixer
Es machte etwas Mühe in Premiere Elements 3 komplexere Filmschnitte mit unterschiedlichen Toneinstellungen und zusätzlicher Hintergrundmusik und separater Audiokommentare sauber einzustellen. Es bedurfte einer Einarbeitung, der viele gerne aus dem Weg gingen. Dank des überarbeiteten Audio Mixers sind nun Soundeinstellungen im Handumdrehen professionell vorgenommen. Die direkte Wiedergabe der Einstellungen macht es leicht die richtige Einstellung zu finden, was unseren Filmen und deren Soundqualität sehr zu gute kommt.

Übersichtlich und "fast" selbsterklärend. Der Audio Mixer bietet bekannte Einstellmöglichkeiten mit Schiebereglern und Drehknöpfen mit denen wir unseren Filmsound fein justieren können. Die angezeigten Pegel zeigen in Echtzeit das Soundverhalten an, so dass wir schnell dem gute Ton in unserem Film finden.
Animierte Titel

Animierte Titel
Adobe spendierte dem Titelgenerator ebenfalls eine ausführliche Überarbeitung damit dieser den Möglichkeiten der Mitbewerber in nichts nachsteht. Mit der Hilfe dieses so wichtigen Features können die unterstützten Systemschriften gestaltet und individuell animiert werden. Auch hier findet man ein willkommenes Feature für die Gestaltung der Urlaubsvideos.

Für unsere Unterwasserfilme sind animierte Schriftzüge nicht so wichtig, wer aber Familien- und Urlaubsfilme verarbeitet wird sich sicher über die neue Funktionsvielfalt dieses Features sehr freuen.
Die Zukunft der Filmspeichermedien...
Wird der neuen Blu-ray Disc zugesprochen. Ob das tatsächlich so sein wird, wird uns die Zukunft selber lehren. Wer Adobe Premiere Elements 4 nutzt, kann von nun an seine Filmwerke auch direkt auf Blu-Ray Medien speichern. Vorausgesetzt wir verfügen schon über einen der noch recht kostspieligen Blu-ray Brenner.

Auf einen Blu-ray Rohling passen bis zu 25 Gigabyte Daten. Bei einem Dual-Layer Rohling sogar bis zu 50 Gigabyte. Hier bekommen wir nicht nur viele Stunden Film untergebracht, sondern erschließen uns auch die Möglichkeit ganze Filmprojekte auf einem Rohling zusammenzufassen und zu sichern. Schön, dass Premiere Elements 4 mit dem neuen Medium umgehen kann.
Filme gleich aus Premiere ins Web übertragen
Nicht nur, dass wir unsere Filmprojekte jetzt gleich für die Widergabe als Flashfilme direkt aus Premiere Elements 4 auf unsere Website hochladen und den Besuchern unserer Website präsentieren können, PE4 geht noch weiter. Mit wenigen Mausklicks haben wir unseren Film für die Wiedergabe bei YouTube vorbereitet und sobald wir unsere persönlichen Zugangsdaten eingegeben haben, lädt PE4 unseren Film gleich bei YouTube auf.

Durch die direkte Unterstützung der YouTube Plattform im Internet entfallen für uns so lästige Arbeitsschritte wir Anmelden und hochladen des Films bei YouTube. Schneller bekommt man seine Filme kaum ins Netz.
HDV Support
Da wo PE3 nicht überzeugen konnte zieht PE4 nun endlich nach und bietet eine korrekte Szenenerkennung beim HDV Capturing. Nutzer von PE3 mussten aus diesem Grund immer noch mit einer zusätzlichen Capturing Software arbeiten, um in den Genuss von HDV-Einzelszenen zu gelangen. Bei PE4 ist dies nun nicht mehr notwendig. Dank der überarbeiteten Capturingfunktion werden nun auch HDV-Szenen richtig erkannt und separat abgespeichert. Jetzt fehlt uns nur noch der native AVCHD-Support, um richtig glücklich zu werden.

Dank fallender Preise für HDV-Camcorder und die zunehmende Verbreitung dieser Geräte unterstützt auch PE4 nun das HDV-Format vollständig und bietet nun auch die lang erwartete Szenenerkennung beim Capturing von HDV-Filmen.
Pro & Contro

Vorteile von PE4:

  1. Neue überarbeitete intuitive Arbeitsoberfläche
  2. Neue erweiterte Verwaltung der verwendeten Dateien mit dem neuen Organizer
  3. Verbesserte Arbeitsgeschwindigkeit und volle Unterstützung von Windows Vista
  4. Neues Markersystem zum leichten Sortieren und Markieren von verwendeten Dateien
  5. Filmthemen helfen dabei unseren Film zu gestalten
  6. Unterstützung der modernsten aktuellen Camcordermodelle
  7. Schnellere Drag-and-Drop Funktionalität als vorher
  8. Unterstützt 99 Audio und Videospuren in einem Projekt
  9. Neuer Filter zum Stabilisieren von verwackelten Filmaufnahmen
  10. Neue TV-Filter für die creative Filmgestaltung
  11. Neue Blue-Screen/Green-Screen Unterstützung für bessere Freistellungen
  12. Neue Foto-Diashowmöglichkeiten
  13. Verbesserte Soundkontrolle mit dem neuen Audio Mixer
  14. Filmschnitt mit Taktfunktion für die Hintergrundmusik
  15. Neue Textanimationen für Filmtitel
  16. Blue-Ray Disc Unterstützung
  17. Anpassbare leicht gestaltbare DVD-Menüs


Nachteile bei PE4:

  1. PE4 startet ähnlich langsam wie seine Vorgänger und das öffnen von Projektdateien kann schon einmal mehrere Minuten dauern.
  2. Verwendet man Logoeinblendungen (wie aus dem Fernsehen bekannt) werden die Ausgabezeiten für den fertigen Film um ein vielfaches verlängert.
  3. Die deutschen Buttonbeschriftungen im Schnittfenster sind zu lang, wodurch der Button für die "nicht nummerierten Marken" zwar noch sichtbar ist, aber bei einer normal Auflösung wird die Beschriftung abgeschnitten
  4. Das separat geöffnete Schnittfenster verändert nach der manuellen Veränderung der Fenstergröße beim Verschieben wieder seine Größe.
Fazit
Wir haben für unseren Test bestehendes und neues Filmmaterial verwendet und waren von der Arbeitsgeschwindigkeit und der Qualität der Filmausgaben von PE4 angenehm überrascht. Die Neuerungen in PE4 machen durch die Bank sinn, auch wenn die eine oder andere Funktion auf uns schon fast verspielt wirkt. Wer ein zuverlässiges, leistungsstarkes und günstiges Schnittprogramm sucht finden in Premiere Elements 4 den richtigen Partner für den Einstieg in den digitalen Filmschnitt. Viel Spaß damit!


Ähnliche Artikel
Erschienen in: Testberichte


Kommentare

Hey Detlef,

wow, Du hast Dir für den Bericht ja richtig Arbeit gemacht!!! Ich finde ihn richtig gut und vielen Dank, denn das Programm ist für mich auch sehr interessant...

LG
Sylvie

geschrieben von Sylvie Pfeiffer am 10.10.2007 Germany

Moin, Moin,... ich habe vorgestern auch die neue Version per Online-Download gekauft. Das war etwas schwierig und man sollte Zeit mitbringen. Ich habe einen Tag auf die Freischaltung der Order gewartet und der Download dauert ca. 9 stunden an einer DSL-Leitung.

Nach der Installation war ich jedoch begeistert. Das Programm braucht eine ganze Weile zum Hochfahren, aber danach läuft es auch bei HDV-Schnitt relativ flüssig. Anordnung der Bedienung und Workflow sind top und fast alles was mich an der Premiere Elements Version 3.0 gestört hatte, ist inzwischen behoben worden. Das Rasierklingen-Tool haben die Entwickler zwar entgültig über Bord geworfen, aber Zeitdehnung für Clips ist wieder per Icon drin und lässt sich zügig bedienen, genau wie die Szenenerkennung für HDV-Import via Firewire. Der Anti-Shake-Filter ist auch eine interessante Neuerung sowie das Auspielen zurück auf ein HDV-Band.

I am very happy! Highly recommended...

geschrieben von Andreas Voeltz am 11.10.2007 Germany

Danke für den guten Bericht. Ich bin gerade noch dabei, mit PE3 meinen HD Film zu Ende zu schneiden, bevor ich mich mit 4 beschäftige. Eines fiel mir auf: Das Starten größerer Projekte ging bei mir auch mit PE3 recht langsam und gerade bei großen HD files war Start und einige Funktionen sehr langsam. Nachdem ich meinen Rechner statt 1GB nun 3 GB Hauptspeicher (Vista) spendierte, geht das alles sehr flott. Faktor mindestens 3-4. Ich könnte mir vorstellen, das gilt auch für PE4, mich würde also einmal interessieren, worauf Ihr eigentlich schneidet.

Und mich würde brennend interessieren, ob PE4 endlich auf das Band meiner HV10 ausgibt, das bringe ich mit PE3 nicht zum Laufen.

geschrieben von Greg W. am 12.10.2007 Germany

Hallo zusammen,

ich möchte allen Interessenten an PE4 dringend dazu
raten im Vorfeld die Trial Version (kostenlos)
herunterzuladen und ausgiebig zu testen.

PE4 hat zahlreiche Probleme mit Performance, Stabilität
und diversen Bugs.

Ich habe es nach einen halben Tag testen voller
Abscheu wieder gelöscht! In meinen Augen ist das
Programm eine absolute Frechheit und genügt in
keinster Weise den Ansprüchen die man (zu Recht)
an Adobe stellt.

Für mehr Details bitte hier schauen:
http://www.digideep.com/go/forums/viewthread/6932/P45/

Dies bitte nicht als Kritik am Bericht sondern nur als Kritik am Produkt verstehen!!!

Viele Grüße

Christian

geschrieben von Christian Fries am 09.11.2007 Germany

Name


Email:


Ort:


Link:


Kommentar:

Sollen persönliche Angaben gespeichert werden?

Bei weiteren Kommentaren benachrichtigen?

Bitte geben sie das unten gezeigte Wort ein: