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geschrieben von Detlef Randerath am 07.05.2007

U/W-Videoschule #7 :: Tipps zur Aufnahmegestaltung unter Wasser

Videoschule
Jetzt, wo wir auch unsere Lichtführung und Lichtgestaltung im Griff haben, beschäftigen wir uns mit der "Bildgestaltung unter Wasser" und geben Tipps zur Aufnahmegestaltung. Wir sehen uns die Unterschiede für Filmformate im 3:4 und 16:9 Format an und lernen mit dem "Kopfkino" unsere Filme Szene für Szene vorzubereiten. von Detlef Randerath
Prolog: Das Thema Bildgestaltung beim Videofilmen füllt mittlerweile zahllose Bücher, wie wir leicht bei Amazon und Konsorten feststellen können. Ich kann an dieser Stelle das Thema natürlich nicht abschließend und entsprechend ausführlich besprechen, deshalb empfehle ich jedem, der sich mit diesem Thema weiter auseinander setzen möchte, auf diese zusätzlichen Informationsquellen zurückzugreifen.
Videobildformate


Eines ist ganz klar, die Zukunft wird das 16:9 Bildformat dominieren, auch wenn das 4:3 Bildformat sich neben der Fotografie auch in der Form der noch "üblichen" TV-Geräte seit langem manifestiert hat. Das Format 4:3 geht auf das Jahr 1889 zurück, in dem Thomas Alva Edison das Format des klassischen Kleinbildfilmes (35mm Film) auf das Format 24 x 18mm festlegte. Seither beschäftigten sich Generationen von Fotografen und Filmemachern mit der optimalen Ausnutzung dieses Bildformates. Der direkte Vergleich zeigt, dass uns im 16:9 Format wesentlich mehr Bildinformation geboten wird und die gilt es gestalterisch optimal zu nutzen.


Das neuere 16:9 (1:1,78) Bildformat entspricht mehr dem natürlichen Gesichtsfeld des Menschen, als das eher quadratisch anmutende klassische 4:3 (1:1,33) Bildformat. Der erste Eindruck beim Betrachten eines 16:9 Bildes erinnert uns dann auch eher an einen Kinofilm, als an ein Fernsehbild. Schon sehr früh wechselte die Kinobranche auf ein Breitbildformat, das wesentlich besser in einem Kinosaal projiziert werden kann, da der vertikale Abstand zur Leinwand wesentlich kleiner ist als beim 4:3 Format. In der Kinobranche wird bis heute das sogenannte Widescreenformat verwendet, das ein Seitenverhältnis von 1:2,35 aufweist und demzufolge noch breiter ist als die beiden uns bekannten Bildformate.

Im Vergleich zum Widescreenformat wirkt selbst das neue HDTV Bildformat noch schmal. Kein Wunder, bietet das Widescreenformat doch fast 25% mehr Bildfläche. Für uns resultiert hier die Erkenntnis, je breiter ein Bildformat, desto größer ist die Gestaltungsaufgabe für den Kameramann.
Der goldene Schnitt und die Bildgestaltung

Zwei Strecken stehen im Verhältnis des Goldenen Schnittes, wenn sich die größere zur kleineren verhält wie die Summe aus beiden zur größeren (siehe Abbildung).
Eine der wichtigsten, wenn nicht sogar die wichtigste Gestaltungsgrundlage, ist der "Goldene Schnitt" (lat. sectio aurea) für uns Filmemacher. Der Goldene Schnitt ist ein bestimmtes Verhältnis zweier Zahlen, in unserem Fall Flächen. Das Verhältnis beträgt 1:1,618 was an dieser Stelle doch zu mathematisch klingt, deshalb kann man den Goldenen Schnitt auch vereinfacht als 2/3 Aufteilung bezeichnen.

Was bedeutet das für unseren Bildaufbau? Schon beim 4:3 Bildformat findet diese Gestaltungsgrundlage seit langer Zeit Anwendung, denn nichts wirkt langweiliger, als wenn wir unser Hauptmotiv einfach in die Bildmitte stellen. Der Zuschauer wird recht schnell gelangweilt, weil die Bildführung keine Spannung aufbaut und der Film demnach wenig Abwechslung bietet. Hier kommt der Goldene Schnitt genau richtig.

Durch die 2/3 Bildaufteilung wird das Bild "geführt". Wir bauen den Bildinhalt sozusagen für den Zuschauer auf und führen seinen Blick zu unserem Motiv. Hier gilt es zu beachten, dass sich die Bildgestaltung für den Film insofern von der Bildgestaltung der Fotografie unterscheidet, als das wir viele Bilder aufeinander folgen lassen und dementsprechend das Auge des Betrachters "weiter" führen können und müssen. Wer seine Filmaufnahmen nach dem Goldenen Schnitt gestaltet, kann nicht viel falsch machen. Auch wenn hier in den Abbildungen das 16:9 Bildformat bevorzugt verwendet wird, gelten für das klassische 4:3 Bildformat - das die meisten der am Markt befindlichen Camcorder verwenden - die gleichen Gestaltungsregeln.


Der klassische Bildaufbau im Film
Wie bereits erwähnt, unterscheiden sich die Aufnahmen beim Film dahingehend von Fotografien, dass wir die "Bewegung" aktiv mit in unsere Gestaltung einfließen lassen. Dadurch können wir den Zuschauer und dessen Blick "führen". Schauen wir uns die nachfolgende Abbildung an. Hier handelt es sich um ein eher statisches Motiv. Der Octopus sitzt hier vor seinem Versteck und beobachtet die Umgebung. Es gibt hier keine Bewegung des Tiers, nur die umher schwimmenden Fische bringen etwas "leben" in diese Szene. In diesem Fall nimmt der Octopus mehr oder weniger 2/3 des gesamten Bildes ein, er ist bei dieser Aufnahme das Zentrum unseres Interesses und deshalb lenken wir den Blick des Zuschauers durch diesen Bildaufbau auf das Tier, damit er sich ganz darauf konzentrieren kann. Solche Aufnahmen bieten sich an, wenn besondere Verhalten beobachtet werden sollen.



Doch wie sieht der Bildaufbau bei Bewegungen aus? Besonders unser Octopus hier wird früher oder später die Flucht ergreifen. Wie gestalten wir dann unseren Bildaufbau? Auch hierbei wenden wir den Goldenen Schnitt an, nur dass wir jetzt nicht mehr dem Octopus 2/3 der Bildfläche zugestehen, sondern in diesem Fall nur noch 1/3 um die Bewegungsrichtung besser anzuzeigen und dem Tier einen Spielraum für seinen Weg zu geben.



Es fällt dem Zuschauer einfacher den Bewegungen zu folgen und durch den "Raum" den wir für den Weg schaffen, kann der Zuschauer erahnen wohin sich das Tier bewegen wird, was den Zuschauer wiederum beschäftigt und es ihm ermöglicht sich mit dem Bild, dem Inhalt und der Bewegung auseinander zu setzen. Eine sehr oft verwendete Filmgestaltung würde in diesem Beispiel dem Octopus ein stückweit schwenkend folgen und dann die Bewegung stoppen und dem Tier so die Möglichkeit zu geben, das Bild nach links hin zu verlassen. Anschließend könnte man die Kameraposition ändern und das Tier an einer anderen Stelle für eine Anschlussszene filmen. Das bringt uns zu unserem nächsten sehr wichtigen Thema – die Szenenanschlüsse.
Anschluss-Szenen
Damit wir den Zuschauer kontrolliert durch unseren Film führen können, müssen unsere Filmszenen zueinander passen und eine logische Bildfolge bieten. Bleiben wir noch einen Moment bei unserem Octopus und stellen uns nun die Folgeszene für die gerade besprochene "Fluchtszene" vor. Nachdem wir die Kameraposition gewechselt haben, filmen wir wie das Tier zwischen den Korallenstöcken vor uns verschwindet. Das würde Sinn machen. Dabei gilt es die Fluchtrichtung weiter fortzuführen und die Kamera auf der gleichen horizontalen Linie zu führen wie zuvor. Falsch wäre es, wenn wir die Flucht jetzt zum Beispiel von oben weiter filmen würden. Diese Art der Positionsänderung würde bei Zuschauer dazu führen, das er sich jetzt erstmal mit der geänderten Bildrichtung (unterbewusst) auseinander setzen müsste, was zu einer Desorientierung führen würde. Der Zuschauer würde sich in diesem Fall nicht mehr voll und ganz auf das Motiv sondern nun auch noch mit der Position der Kamera beschäftigen, was nicht (unbedingt) in unserem Sinne ist.

Wenn wir also Zusammenhänge schaffen möchten, dann müssen wir Sorge dafür tragen, dass unsere Aufnahmen stets logisch zusammen passen. Aus diesem Grund vermeiden wir es ganz einfach "vollkommen neue Kamerapositionen" in unsere Aufnahmen einzubringen. Wenn wir eine Szenenabfolge aufnehmen möchten, behalten wir die "Art" der Kameraführung solange bei, bis wir wirklich eine neue Perspektive aufnehmen möchten. Dann aber sollte es sich wirklich um eine neue Perspektive handeln und die behalten wir dann wieder solange bei, bis wir thematisch und inhaltlich wieder eine neue Perspektive wählen.
Der richtige Bildausschnitt
Wie bei der Unterwasserfotografie besteht beim Filmen die eigentliche Kunst darin, das Motiv ansprechend und aussagestark einzufangen. Das gelingt uns nur, wenn wir den Bildausschnitt entsprechend wählen. Genau hier gibt es aber gegenüber der Fotografie einen für uns entscheidenden Unterschied. Wir können unseren Bildausschnitt nicht in der nachträglichen Bildbearbeitung neu wählen oder zumindest verschieben. Moderne Unterwasserkameras haben dank hochentwickelter Aufnahmesensoren sehr hohe Bildauflösungen. Dank dieser hohen Bildauflösungen kann man am PC den gewünschten Bildausschnitt auch nachträglich noch korrigieren, ohne dass jemand das merken wird. Bei Filmaufnahmen ist das nicht möglich. Wir würden zwangsläufig unsere HDV-Bildqualität verlieren, würden wir versuchen, nachträglich durch Cropping oder Zoom den Bildausschnitt zu verändern.

Bei genauer Betrachtung brauchen wir das auch gar nicht. Wenn ein UW-Fotograf einen Großfisch wie zum Beispiel einen Hai fotografiert und dann ein Teil der Schwanzflosse nicht auf dem Bild ist, weil das Tier sehr nah und eine vollständige Aufnahme nicht möglich war, dann wird dieses Bild mit dem Makel der Unvollständigkeit behaftet sein. Stellen wir uns die gleiche Szene mit einem Camcorder vor. Wir filmen also den Hai mit dem gleichen Bildausschnitt – auch bei unseren Filmaufnahmen fehlt zunächst das Ende der Schwanzflosse, dann aber lassen wir den Hai passieren. Wir halten den Camcorder still, so dass der Hai einmal vollständig durch unseren Bildbereich schwimmt. Niemand wird die Aufnahme bemängeln. Wir haben im Gegensatz zur Fotografie den Hai ganz auf unserem Film, wenn auch nicht in der Totalen auf einem Bild, aber wir sehen das Tier vollständig.

Bevor wir den Aufnahmeknopf betätigen, wählen wir mit bedacht und in Hinblick auf unsere Filmgestaltung und Story den richtigen Bildausschnitt aus. Bei manchen Motiven fällt das aber zugegeben nicht immer leicht!

Das gibt uns eindeutig mehr Gestaltungsspielraum für unsere Filmaufnahmen. Es muss nicht immer gleich alles auf dem Bildausschnitt zu sehen sein, durch einen kleinen Schwenk erhält der Zuschauer die Informationen, die er vor seinem geistigen Auge schon erwartet hat und so bleiben keine Erwartungen auf unsere Motive offen. Es bedarf einiger Übung diese Methode richtig anzuwenden, deshalb empfehle ich auch hier bei angeschnittenen Motiven diese Methode immer zu nutzen. Sollten wir den anschließenden kleinen Schwenk oder "das passieren lassen" nicht benötigen, so können wir diesen Filmteil im Schnitt immer noch entfernen.
Schwenken
Eine der wohl schwierigsten Übungen bei der Bildgestaltung des Films ist das Schwenken. Das klassische Schwenken ist auf die Verwendung eines Stativs zurückzuführen, welches uns unter Wasser leider nicht zur Verfügung steht. Natürlich gibt es solche Stative, aber da wir umweltbewusst und naturnah Filmen, verzichten wir darauf, irgendetwas zu berühren oder gar ein mit Bleigewichten beschwertes Stativ aufzustellen. Schwenken bedeutet also an einem festen Ort eine Drehung der Kameraachse durchzuführen. Dabei versuchen wir tauchend an genau der Stelle zu bleiben, an der wir unseren Schwenk begonnen haben.

Wir können unsere Schwenks auf zwei Arten einsetzen. Bei der ersten Variante beginnt unsere Szene mit einer stillstehenden Kameraposition, von wo aus wir dann langsam und mit viel Gefühl unseren Schwenk beginnen. Unter Wasser schwenken wir sehr langsam, sollte ein Tier sich einmal sehr schnell bewegen, schwenken wir nicht mit, sondern lassen es einfach passieren. Ein zu schneller Schwenk wirkt nur unschön und sollte auf jeden Fall vermieden werden. Die zweite Gestaltungsvariante bei Schwenks ist der schon laufende Schwenk. Dabei schneiden wir später den eigentlichen Anfang unseres Schwenks im Schnitt einfach ab und nutzen die bereits laufende Bewegung, um unserer Szene einen schnellen Start in die Bewegung zu erlauben. Beide Methoden sind aber sehr vom Motiv und der Szenerie abhängig und müssen mit Bedacht eingesetzt werden.

Grundlegend gilt für unsere Filmarbeit unter Wasser, dass Schwenks sehr langsam und gleichmäßig geführt werden müssen. Schwenkt man zum Beispiel über ein Wrack oder ein Riff, so hat man die Möglichkeit den Schwenk gleich mehrmals hintereinander aufzunehmen und verschiedene Geschwindigkeiten zu probieren. Später wählt man im Schnitt die passende Szene aus. Bei Aufnahmen mit Tieren ist das nicht möglich, da muss in der Regel der erste Schwenk passen, deshalb empfehle ich all denjenigen, die Schwenken als Aufnahmeform nutzen möchten, viel zu üben, denn man braucht viel Feingefühl um einen ruhigen Schwenk hinzubekommen.
Die Zoomfunktion
Eine der missverständlichsten Funktionen an jedem Camcorder ist die Zoomfunktion. Anfänger neigen oft dazu diese Funktion während der Aufnahme zu nutzen, um einem Objekt zu folgen oder es in den richtigen Bildausschnitt zu bringen. Das Ergebnis sind dann meistens abenteuerliche Zoomfahrten die den Betrachter blitzschnell an ein Objekt heranführen. Oder das Gegenbeispiel, was ab und an im Rahmen der Bildgestaltung noch legitim sein mag, ist das "Aufziehen" wodurch der Betrachter in die "Totale" zurückgebracht wird und eine vollständige Übersicht der Szenerie erhält.

Wer einen ernsthaften Film aufnehmen möchte, der nutzt die Zoomfunktion an seinem Camcorder allenfalls dazu, um zwischen den Aufnahmen den gewünschten Bildausschnitt neu festzulegen. Während der laufenden Aufnahmen nutzen wir diese Funktion nicht! Auch das "Aufziehen" aus einem Zoom heraus versuchen wir zu vermeiden. Anstelle dessen wählen wir lieber eine Kameraposition die eine interessante Detailansicht bietet, zum Beispiel das #### oder der Bug eines Wracks und dann schwenken wir langsam über das Wrack aus unserer aktuellen Position heraus. So kann der Zuschauer unserem Kameraweg leichter folgen und behält immer noch Zeit, sich das eine oder andere Detail anzusehen. Beim Aufziehen aus einem Zoom heraus würde das Wrack logischerweise immer kleiner werden, weil es ja am Ende ganz zu sehen sein soll. Hier verliert der Zuschauer die Detailebene mit der die Szene begann und distanziert sich vom Wrack. Wir sehen, auch hier hilft uns gekonntes und bedachtes Schwenken dabei, unseren Film zu gestalten.

Quick-Tipps für gute Aufnahmen:
  1. Das Motiv klar erkennbar herausstellen. Kein Zuschauer beschäftigt sich gerne mit Suchbildern, bei denen man nicht deutlich erkennen kann, was der Kameramann da eigentlich zeigen möchte.
  2. Camcorder extrem ruhig halten, auch wenn es gerade unter Wasser ohne Stativ sehr schwer fällt, nur die ruhigen Bilder erzeugen die gewünschte Wirkung.
  3. Nicht hinter einem Fischschwarm her schwimmen, besser die Position wechseln und von vorne ganz langsam annähern, das gibt jedem Fischschwarm mehr "Gesicht".
  4. Jede Szene sollte mindestens drei Sekunden lang sein, damit der Zuschauer eine Chance hat den Inhalt zu erfassen. Bei der Aufnahme sollte man jede Szene zwischen drei und acht Sekunden lang aufnehmen.
  5. Auch unter Wasser sollte man den Camcorder gerade halten. Spätestens wenn man die aufsteigende Atemluft des Buddys einmal quer durchs Bild laufen sieht, bemerkt man wie schief die Aufnahmen gemacht wurden. Das wirkt sehr störend auf den Zuschauer.
  6. Das Kameralicht eingeschaltet lassen. Wenn man plötzlich nahe vor einem Riff erst die Lampen einschaltet, erschrecken viele Rifffische sehr leicht und verschwinden in ihren Verstecken.
  7. Langsam schwimmen, man glaubt oft, man bewegt sich schon sehr langsam, auf unserem Film wird die Bewegung jedoch zu schnell wirken, deshalb immer darauf achten, beim Filmen ganz langsam zu schwimmen.
  8. Sehr schöne Aufnahmen entstehen beim Durchschwimmen eines Fischschwarms, hierbei sollte man möglichst die Luft anhalten und sich ganz langsam bewegen, so erschreckt sich der Schwarm nicht so leicht vor uns.
  9. Nicht durch den Blasenschwall des Buddys tauchen, es haften sich sonst kleine Luftblasen an der Gehäusefrontscheibe an, auf die der Autofokus des Camcorders gerne reagiert. Das Ergebnis sind dann unscharfe Filmaufnahmen.
  10. Nichts riskieren! Keine Filmszene ist es wert, dass man sein Leben dafür aufs Spiel setzt, aus diesem Grund sollten wir nie etwas riskieren und uns oder gar unseren Buddy in unnötige Gefahr bringen!
Kreative Bildgestaltung
Wie ich bereits am Anfang im Prolog schon erwähnte, ist die Filmgestaltung ein Thema das mittlerweile viele Bücher füllt. Viele der Filmgrundlagen und Gestaltungsrichtlinien in diesen Büchern haben auch für uns Unterwasserfilmer Gültigkeit – viele aber auch nicht. Wer sich an die Grundlagen der Filmgestaltung hält und unsere Tipps berücksichtigt, wird sicher sehr schöne und ansprechende Filmaufnahmen machen. Ich möchte aber an dieser Stelle jeden auffordern, kreativ zu sein und seine eigenen Aufnahmemethoden zu erarbeiten.

Regeln sind oft auch dazu da, neue Wege außerhalb der Regeln zu gehen und laden zum experimentieren ein. Nicht selten sind es doch die ungewöhnlichen Filmaufnahmen, die uns in den vielen vielen Unterwasserfilmen in ihren Bann ziehen und uns fesseln. Gerade diese Aufnahmen sollten unser Ziel sein. Jeder sollte seiner Kreativität freien Lauf lassen und nicht nur dokumentieren, sondern seinen Film gestalten. Nur wenn wir aktiv gestalten, geben wir unseren Filmaufnahmen auch das Potential eine Geschichte zu erzählen – Eindrücke zu vermitteln und den Zuschauer mit einzubeziehen.
Vorschau Artikel #8
In unserem nächsten Artikel geht es um "Farbe und Filter – Hilfsmittel für gute Filmaufnahmen". Wir werfen einen Blick auf die gängigen Korrekturfilter, um mehr Farbe in unsere Filmaufnahmen zu bringen und zeigen, worauf es bei der Anwendung ankommt.


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