Das Japanduo: INON X2 Unterwassergehäuse mit Canon EOS 30D
INON - fällt der Name dieses Herstellers, denkt man zürst an Blitze oder an Nasslinsen und hochwertiges Zubehör
in der "Kompakt-Klasse". Dennoch ist das INON X2 ein hochwertiges DSLR Gehäuse, das mit überraschenden Features
aufwartet – zum Beispiel mit der magnetischen Fokus-Steuerung oder dem INON 45-Grad Sucher. Dieser kommt mittlerweile
sogar schon bei vielen anderen Herstellern zum Einsatz.
Dies alles – und natürlich das Design – waren für mich Grund genug, diesen Exoten zu kaufen. Und die Tatsache,
dass meine Freundin Japanerin ist machte es noch ein wenig einfacher, da sie mir beim Shopping in Japan helfen konnte.
Leider gibt es hier - in Deutschland - kaum Informationen, geschweige denn Erfahrungsberichte, zu diesem Gehäuse aus
Fernost. Deshalb hier nun ein Bericht, den man auch verstehen kann ohne der japanischen Schrift mächtig zu sein.
Ich habe mich in dem Bericht auf das Gehäuse konzentriere, denn die Kamera kennt man ja schliesslich auch bei uns.
Eine meiner größten Sorgen war, dass das Gehäuse in der Hand weniger hermacht, als auf den Fotos, die ich kannte.
Völlig zu Unrecht: Das aus einem Alublock gefräste Gehäuse ist nicht nur sehr gut und präzise verarbeitet,
sondern fühlt sich auch so an. Alle Knöpfe, Hebel, Räder und Zahnräder funktionieren genauso, wie sie sollten
und machen die Bedienung zur wahren Freude – besonders in Verbindung mit der speziellen INON Griffschiene.Die zwei Klammern, die das Gehäuse verschließen, sind sehr stabil und eine Sicherung verhindert versehentliches Öffnen. Die Kamera gleitet beim Einbau wie auf Schienen in die gewünschte Position und kann dort ganz einfach festgeschraubt werden. Der elektronische Leckwarner (optisch und akkustisch) ist leicht zugänglich und verfügt über einen Testknopf, über welchen dessen Funktion überprüft werden kann. Alles in allem also kein "Reiskocher", sondern ein hochwertiges japanisches Produkt. Auch nach zwei Monaten Benutzung, fallen mir keine Qualitätsmängel oder Konstruktionsfehler auf.
Eine der größten Überraschungen am X2 ist die serienmäßige Ausstattung mit optischer Blitzsteuerung. Alle X2 haben
am oberen Teil des Gehäuses zwei Halter für jeweils zwei fiberoptische Kabel. Hiermit können insgesamt vier Blitze
am Gehäuse angeschlossen werden - wenn man denn will. Optional liefert INON das Gehäuse mit zwei zusätzlichen
Nikonos Anschlüssen. Diese sind übrigens auch im normalen Gehäuse schon vorhanden und mit einer Schraube
verschlossen (könnten also nachgerüstet werden).Die Steuerung über optisches Kabel mit INON Blitzen (sTTL) funktioniert im Makrobereich einwandfrei. Im Weitwinkelbereich muss eher – wie eigentlich bei jedem TTL – manuell geblitzt werden. In Verbindung mit INON Blitzen ist auch ein korrigieren über das fein einstellbare Wahlrad der INON Blitze spielend leicht. Ach noch was: Der interne Blitz kann über Hebel ausgeklappt UND wieder eingeklappt werden!
Manuell, magnetisch, magisch. Das manuelle Fokussystem ist genial und einfach: Statt Fokusgear und Zahnrad kommen
hier Magnete zum Einsatz, die es dem Benutzer ermöglichen, genau wie an Land zu fokussieren - durch drehen am Objektiv
bzw. am Port. Hierfür gibt es einen Ring mit Magneten, der ums Objektiv (EF-S 60, EF 100 oder EF 180) "geschnallt"
wird und einen außen am Port. Wenn man dann den Äußeren Ring dreht, dreht sich der innere (samt Objektivzoomring)
synchron mit. Wenn man in den Individualfunktionen den Fokus auf die Sternchentaste legt (mit dem rechten Daumen bequem
zu erreichen) kann man zwischen Autofokus und manuellem Fokus wechseln ohne das Auge vom Sucher zu nehmen.
Dieses System ist präziser und intuitiver, als das über ein Rad am Gehäuse. Das klassische Rad gibt’s aber am X2
trotzdem – fürs Zoomen oder für manuellen Fokus mit allen Fokusgears des alten X1 Gehäuses.
Neben den neuen MRS Ports sind alle Ports des analogen X1 Gehäuses kompatibel. Hier steht ein komplettes System
zur Verfügung: Planports, MRS Ports (magnetische), Extensions und ein Dome. An den Makroports kann vorne der
INON Z22 Ringblitz angebracht werden.Weiterer Vorteil: Die MRS Ports haben vorne ein M67 Gewinde, welches das Aufschrauben von INON Makrolinsen oder anderen Nasslinsen mit M67 Gewinde möglich macht. Die INON Nasslinsen funktionieren einwandfrei unter Wasser und erweitern den Einsatzbereich des gewählten Objektivs ungemein.
Im Gegensatz zum X2 Gehäuse, ist der zugehörige Sucher schnell berühmt geworden. Um- und Einbauanleitungen für
andere Gehäuse machen die Runde; Hugyfot und andere bieten ihn mittlerweile sogar schon als Option in Ihrem
Programm an. Zu Recht - auch wenn die 45Grad Optik am Anfang auch etwas Eingewöhnung braucht ("Mist, wo ist diese
Garnele jetzt hin"), so hat man den Dreh bzw. Winkel schnell raus und lernt, mit einem Auge am Sucher zu bleiben
und mit dem Anderen über die Kamera zu schauen. Besondern am Boden ist der Sucher Gold wert, denn man muss sich
nicht in den Sand graben, sondern kann bequem von oben reinschauen. Teilweise bleibe ich sogar mit der Maske
bis zu 10-20 cm vom Sucher weg und kann trotzdem noch den Grossteil des Bildes sehen. Die Optik kann auf jeweils
90Grad eingerastet werden und ist somit auf im Hochformat äußerst bequem. Einziger Nachteil: Wenn man auf
Hochformat wechseln will, MUSS man den Sucher drehen oder in einem seeeehr seltsamen Winkel von der Seite
reinlugen. Nach circa fünf Tauchgaengen will man diesen Sucher aber nicht mehr missen.
Mit der INON Griffschiene liegt das Gehäuse unter Wasser ideal in der Hand. Rechter Daumen liegt bequem auf dem
großen Wahlrad (Blende, ISO, Menu etc.) und der rechte Zeigefinger kann vom Auslöser direkt zum zweiten Wahlrad
(Verschluss etc.) wechseln. Einhändige Bedienung oder Verstellung mit Auge am Sucher werden nach ein paar
Tauchgängen intuitiv. Der Auslöser selbst ist sehr angenehm. Halb drücken und voll drücken lassen sich sehr gut
dosieren und man löst nie "versehentlich" aus. Die geringe Größe ist auch beim Handling auf dem Boot und zwischen
Boot und Wasser von Vorteil. Der einzige große Nachteil dieses eng geschnittenen Gehäuses ist der starke Abtrieb
unter Wasser. Mit Domeport kann man bequem mit einer Hand arbeiten. Im Makrobereich verlangt das Gewicht dann
allerdings doch meistens die zweite Hand. Abtrieb von Gehäuse mit Kamera und 60mm ist laut Hersteller knapp
über 500 Gramm. Mit Armen und Blitzen wird das schnell mehr. Auftriebsarme sind hier sehr empfehlenswert.
+ Magnetische Fokussierung
+ 45-Grad Sucher
+ Ergonomie
+ Leckwarner inklusive
+ Verarbeitung
- Abtrieb unter Wasser
- Ausserhalb Japans eher ein Exot
- Infos oft nur auf japanisch
Hallo Serge,
diese Magnetmechanik finde ich Klasse. Funktioniert das auch mit nem Domport?
Was kostet denn die Normalport-Objektivringkombi?
Grüße aus Berlin
Jörg
hi,
ich hatte nun bei unserer fotosafari die gelegenheit das gehäuse zu testen. absolut geniales teil - ist jeden cent wert. kann dir 100% zustimmen.
den magnetring plus makroport bauen wir gerade für ein hugyfot 400D um. gerade der makrobereich mit dem magentring ist genial. dazu auch die option eine nahlinse vorne einzuschrauben (oder auch mehrere).
lg
manfred
hallo jörg,
das mrs system gibts für die 60, 100 und 180mm makros (fürs 180er isses das 100er mit extension). für einen domeport gibts das nicht. ist aber auch nicht wirklich sinnvoll, da ja im ww bereich nie manuell fokussiert wird. fürs zoom gibts ein normales stellrad am gehäuse.
normalportobjektivringkombi? der port mit magnet fürs 60mm kostet ... ehrlich gesagt ich hab keine ahnung, da ich alles in japan gekauft habe. manfred von unterwasserkamera.at hat das gehäuse auch im angebot und kann dir für die europäischen preise wahrscheinlich eher weiterhelfen.
gruss, serge
Hallo Serge,
wie gut bewertest Du denn die Lösung mit dem Magnetring gegenüber der Halbmanuellen-Fokuslösung mit der *-Taste an Canon Kameras? Ist der Magnetring sein Geld Wert oder geht es auch mit der anderen Technik? Ich frage, weil ich selber bisher diese Ring-Lösung nicht benutzt habe bzw. nicht gebraucht habe und den AF abstelle und über Motivabstand arbeite.
hi andi,
die frage kann man so nicht direkt beantworten. denn ich verwende ja nicht den magnetring STATT der sternchentaste, sondern beides gleichzeitig.
klar ist es manchmal genausoeinfach, die kamera vor und zurückzubewegen. manchmal ist es aber auch einfach ein wenig eng, oder man möchte das framing nicht verändern ... dann ist der ring sehr praktisch.
wenn ich gezielt den magneten verwende, dann stelle ich auf die sternchentaste, vokussiere einmal mit dem sternchen vor und verwende dann den magneten um den fokus z. B. genau aufs auge einer garnele zu legen ... ohne eben die kamera bewegen zu müssen.
manchmal kommen die momente auch spontan, dann regle ich einfach bei halbdurchgedrücktem auslöser schnell nach.
ich weiss jetzt nicht wirklich, wie hoch der tatsächliche nutzen ist. aber es ist auf jeden fall sehr praktisch und einfach. und es macht wirklich spass.
das einzige wichtige, was ich dir sagen kann: es funktioniert auf jeden fall sehr gut und ohne grossen widerstand. man bekommt also das, was man erwartet.



















