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geschrieben von Lars Kirchhoff am 22.07.2005

DigiJam 2005 - Rotes Meer

Digijam 2005

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Vom 5. - 12. Juli diente uns die King Snefro 3 als Basis zur Erkundung dieses Unterwasserparadieses. An Bord gab es reichlich Platz für die Ausrüstung der Unterwasserfotografen und die Kabinen waren mit Steckdosen ausgestattet, so dass das digitale Equipment jederzeit aufgeladen werden konnte. In zwei Süßwassertanks konnten Kameras und Blitzgeräte nach dem Tauchen gespült werden. Auch die Crew ließ keine Wünsche offen.

Mit uns an Board waren Angelika und Christoph, Kosta, Tim, Svea, Susanne, Marcel, Magi und Sylvie. Während Christoph schon zu den fortgeschrittenen Unterwasserfotografen zählte, waren die anderen Teilnehmer interessierte Einsteiger. Neben dem Verbessern der eigenen fotografischen Fähigkeiten und dem optimalen Einsatz des eigenen Equipments, stieß auch das Testen von Leihequipment unserer Sponsoren auf großes Interesse. Ob digitale Spiegelreflexkamera oder handliche Kompaktkamera – jeder Teilnehmer konnte testen welches Modell für ihn optimal war.

Während ein Teil der Gruppe schon am Vormittag eintraf und somit genügend Zeit hatte sich Sharm el Sheikh anzusehen, traf der Rest der Gruppe erst am späten Abend ein. Nachdem das Gepäck verstaut war und man sich langsam an das Klima gewöhnte hatte, folgte ein kleine Vorstellungsrunde. Jeder der neun Teilnehmer hatte unterschiedliche fotografische Vorkenntnisse und Vorstellungen, was er in dieser Woche erreichen wollte. Der Vorstellungsrunde schlossen sich schnell lockere Gespräche und erste Fachsimpeleien an, die jedoch aufgrund von Müdigkeit "vorerst" schnell ein Ende nahmen.
[Fotos]

1. Tag
Der erste Tag stand ganz im Zeichen des allgemeinen Eintauchens und dem Vertraut machen mit Umgebung und Equipment. Die Leihausrüstung wurde verteilt und Lars gab eine kurze Einweisung in deren Gebrauch und Pflege. Endlich ging es ab ins Wasser! Der Checkdive fand am hauseigenen Riff der King Snefro Flotte statt. Am „Temple“ konnten sich die Teilnehmer in Ruhe mit ihrem Equipment und den Tauchbedingungen im Roten Meer vertraut machen. Danach ging es weiter nach Ras Za'atar - die dort hervorstehenden Riffkanten zeigten sich als ideale Motive für Gegenlichtaufnahmen. Es formierten sich erste Buddyteams, wobei sich schnell zeigte, dass Christoph und Angelika das wohl eingespielteste Team waren.

Unser dritter Tauchplatz an diesem Tag war "Alternatives". Die Abenddämmerung sorgte hier für interessante Lichteffekte unter Wasser. Die einzelnen großen Riffblöcke der „Alternatives“ liegen auf einem sandigen Seebett und lassen sich während eines Tauchganges leicht umrunden. Durch die ständige Umspülung mit nährstoffreichem Wasser sind diese reichhaltig mit Korallen bewachsen. Mit ein wenig Glück kann man dort gerade in der Abenddämmerung Rochen beobachten.
Nachdem sich das Licht am Horizont legte, konnte sich am ersten Tag keiner mehr für einen Nachttauchgang begeistern, was wohl auch an der Geburtstagsüberraschung für Angelika lag. Die Crew hatte eine große Torte vorbereitet und alle gaben ein kleines Ständchen zum Besten. Danach ließ man den Tag auf dem Sonnendeck mit einer Shisha und interessanten Gesprächen ausklingen.

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2. Tag
Am zweiten Tag führte uns Samuel zum Wrack der Dunraven, welche 1876 an der Südspitze von Sha'ab Mahmud gesunken ist. Da die Ladung des englischen Transportschiffes komplett verbrannt ist, findet man heute einen leeren, korallenbewachsenen Rumpf vor. Schon in 15m Tiefe kann man das Wrack erkunden. Wer die Schiffsschraube zum Motiv machen möchte, muss sich schon in 30m Tiefe begeben. In den Hohlräumen des Schiffes gibt es ebenfalls Möglichkeiten für interessante Aufnahmen, zumal am Ende eines Frachtraums meist Glasfische den Ausgang zieren.
Nach Erkundung des Wracks tauchten wir am "Small Crack" ab. Dieser Spot bietet aufgrund der geringen Tiefe (4-8 m) ideale Bedingungen, sowohl für Fotoanfänger als auch ambitionierte Fotografen, die sich mit der Filterfotografie auseinandersetzen möchten. Bevor es wieder ins Wasser ging, gab es noch eine Einführung in die Benutzung und Wirkung von Filtern und die Funktion des Weißabgleichs, der den digitalen Kameras vorbehalten ist.
“Small Crack“ ist ein Durchbruch in dem großen Korallenriff, welches die flache sandige Lagune von Sha'ab Mahmud von der offenen See trennt und aus zwei getrennten Kanälen besteht. Aufgrund der Gezeitenströmungen ist das Betauchen von "Small Crack" nicht immer möglich, hat man jedoch die Möglichkeit, erwartet den Taucher eine unvergleichliche Artenvielfalt. Die beiden Kanäle scheinen vor Leben zu pulsieren und sind mit zahllosen Tischkorallen geschmückt.

Nach dem ersten Tauchgang war die Gruppe schnell davon überzeugt, hier noch einen weiteren anzuschließen und auch unsere „Nachtschwärmer“ wagten zum Abschluss des Tages noch einen Abstieg ins mittlerweile dunkle Nass.

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3. Tag
Neben den täglichen Diskussionen rund um die Fotografie, führte Andi zusätzlich einen Nitroxkurs durch. Das Gasgemisch macht gerade in Verbindung mit der Unterwasserfotografie Sinn, da man durch den erhöhten Sauerstoffanteil den Symptomen des Stickstoffs in der Tiefe nicht so schnell unterliegt. Die mögliche verlängerte Tauchzeit kommt den Fotografen ebenfalls sehr entgegen.

Am Morgen des dritten Tages war „Nirshk“ der erste Tauchspot. Für reichlich Fisch vor den Objektiven sorgte dann der zweite Tauchgang des Tages. Das berühmte „Shark Yolanda Riff“ ist zu dieser Jahreszeit voll mit Schulen von Schnappern, Fledermausfischen und Barrakudas. Obwohl die Anzahl der anwesenden Boote (6) am Tauchplatz - um die Mittagszeit - alles andere als auf Fischschwärme hinzudeuten schien, waren unter Wasser tausende von Schnappern zu Schwärmen formiert. Als optischen Bonus gab es dann eine Barrakudaschule, zu der sich dann auch noch ein Hai gesellte. Leider war dieser zu tief, um Aufnahmen zu machen.
Die riesigen Schnapper- und Barrakudaschulen machten auf alle Teilnehmer eine gewaltigen Eindruck und so war schnell beschlossen, am nächsten Tag noch weitere Tauchgänge am „Shark Yolanda Riff“ zu machen.

Für den letzten Tauchgang des Tages ging es dann zu „Stingray Station“. Fans von Rochen können an diesem Riffblock der „Alternatives“ - gerade in der Abenddämmerung - das Glück haben, auf die eleganten Knorpelfische zu stoßen. Als wir ins Wasser sprangen begrüßten uns zwei Napoleons, die unter dem Boot verweilten. Gerade in der Nacht zeigt sich dieser Tauchplatz mit den zahllose Weichkorallen als echtes „El Dorado“ für Makrofotografen.

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4. Tag
Sehr zeitig ging es am Morgen des vierten Tages auf zum Shark Yolanda Riff. Trotz bester Vorsätze, die ersten am Riff zu sein – ein anderes hatte bereits angelegt! Dennoch: Wieder waren wir von der Menge und Schönheit der Schnapper- und Fledermausfischschulen überwältigt. Ein Effekt der leider nur schwer als Foto vermittelbar ist, sind stehende Blasen im Wasser. Aufgrund der Abwärtströmung am Morgen sahen wir, wie unsere eigenen Atemblasen vor uns stehen blieben! Der Rest des Tauchganges konnte dann leider aufgrund der anderen Gruppe fotografisch nicht mehr so optimal genutzt werden, da ständig irgendwo Taucher oder Blasen in die Motive platzten. Daher beschlossen wir einen weiteren Tauchgang am „Shark Yolanda Riff“ zu unternehmen und dieses Mal war es einfach fantastisch! Die Fischschulen der Schnapper wurden von Schulen von Fledermausfischen umkreist und unter uns befand sich noch eine Barrakudaschule, womit ausreichend Motive für gelungene Weitwinkelaufnahmen zur Verfügung standen. Wir hielten uns dann auch fast den gesamten Tauchgang am "Shark Reef" auf und sind dann nur noch kurz an das "Yolanda Reef" für einen sicheren Aufstieg getaucht.
Nach diesen großartigen Erlebnissen am "Shark Yolanda Reef", ging es nun von Ras Mohammed in Richtung Tiran. Auf dieser kleinen Reise wurde wir ein kurzes Stück von Schweinswalen begleitet. Unser erstes Ziel in Tiran war das "Gordon Reef", das leider während unserer Ankunft von vielen Booten umkreist war, daher wurde der 3. Tauchgang auf etwas später verschoben. Das "Gordon Reef" eignet sich nicht nur zum Tauchen, sondern ist auch ideal zum Schnorcheln. Das dortige Wrack der „Loullia“ bildet einen schönen Hintergrund für Halb-und Halbaufnahmen, mit einem herrlich bewachsenem Riff. Auch nachts bietet das "Gordon Reef" eine Menge Abwechslung. Neben Muränen und Flötenfischen gibt es hier viele Polypenkorallen, Seeigel und Seesterne. Besonders die vielen Kegelschnecken vielen uns diesmal auf und wieder wurde ein Hai gesichtet.

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5. Tag
Das "Jackson Reef", das nördlichste der vier Tiran Riffe, ist am frühen Morgen ohne die vielen Boote eine äußerst eindrucksvolle Begegnung. So geschehen als wir auf der westlichen Seite des Riffes entlang tauchten. Dies führte uns zunächst über eine Landschaft voller Feuerkorallen und danach zu einer wunderschönen Schildkrötenbegegnung.
Das "Jackson Reef" ist auch für Haibegegnungen bekannt, zumindest wurden hier schon einige gesichtet. Gerade die Gegend zwischen dem "Jackson Reef" und Tiran selber ist bekannt dafür, dass sich dort Haie aufhalten. Aus diesem Grund startete unser zweiter Tauchgang von der Rückseite von Tiran nahe des Wracks „Lara“ und ließ uns dann in Richtung Boot zurücktreiben. Leider war uns eine Haibegegnung nicht vergönnt. Um so schöner war es dann, dass nach dem Tauchgang Delfine am Boot gesichtet wurden. Da wir noch nahe genug am Riff waren, gestattete uns der Skipper auch eine Schnorcheltour mit den Delfinen. Diese war zwar kurz, sorgte aber für ausgelassene Stimmung bei allen Teilnehmern. Der Zodiac holte uns nach diesem Abenteuer wieder ab, da das Schwimmen mit Delfinen ganz schön anstrengend sein kann und wir mittlerweile auch etwas vom Boot entfernt waren.

Nach einer kurzen Abstimmung über den letzten Tauchplatz, entschieden wir uns für das Wrack der „Kormoran“. Das Wrack liegt in seichten Gewässern von ca. 10 m vor der Lagune von Tiran und bietet daher ideale Lichtbedingungen zum Fotografieren. Ein Teil des Wracks durchbricht sogar die Wasseroberfläche. Das ca. 80 m lange Wrack ist am #### noch sehr gut erhalten und interessante Motive für gute Fotos sind ausreichend vorhanden. Nachdem man das Wrack betaucht hat, kann man in einer wunderschönen Unterwasserlandschaft weiter tauchen. Das Licht an diesem Tauchplatz hat seine Eigenheiten und auch die Sichtverhältnisse sind für das Rote Meer eher untypisch, das Wasser wirkte etwas grünlich. Das Tauchen hier ist daher auch nur bei ruhiger See zu empfehlen.
Nach unserem Tauchgang wartete eine eben solche See auf uns an der Oberfläche. Dies lies die rot glühenden Berge von Tiran im Meer spiegeln und bildete einen faszinierenden Anblick. Möglicherweise ist das auch einer der Gründe, wie das Rote Meer zu seinem Namen kam?

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6. Tag
Unser letzter Tauchtag begann mit einem Drifttauchgang am "Thomas Reef". Das Riff ist ein einziger Weichkorallengarten. An der Steilwand hängen tausende Weichkorallen in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Darüber tobt das Leben. Die Fahnenbarsche werden von Thunfischen gejagt, die mit ihrem gelbgrünen Schimmer in einem schönen Kontrast zu den zumeist roten Weichkorallen liegen.

Während unserem letzten Tauchgang dieser Tour am "Ras Umm Sid" Riff, war uns dann eine Begegnung mit einem sehr zutraulichem Napoleon vergönnt. Dieser schwamm an der Strömungskante hinter den riesigen Gorgonien, die einige Rotfeuerfische beherbergten und somit großartige Fotomotive darstellten. Daneben konnten wir noch eine Muräne an einer Putzerstation beobachten. Damit hat sich wieder einmal "Ras Umm Sid" als einer der schönsten, wenn nicht sogar der schönste Tauchplatz der lokalen Tauchplätze von Sharm el Sheikh, herausgestellt und bei uns für einen wunderschönen Abschluss der Tour gesorgt.

Am Abend saßen wir bei der immer heißer werdenden Luft auf dem Sonnendeck und genossen mit wehmütigem Blick - zusammen mit der Crew - die Bilder der vergangenen Tage.

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