Ein kurzes Review: Adobe Lightroom 2 ist da!
Jeder Fotograf, der digital fotografiert fühlt sich früher oder später mit dem Problem der Datenorganisation und der Nachbereitung der Fotos konfrontiert. Innerhalb kurzer Zeit findet man ein Sammelsurium auf der Festplatte. Je nachdem wie ernst man die Fotografie nimmt, kommt der sog. Workflow hinzu. Der Workflow beschreibt sämtliche Schritte vom herunterladen der Fotos von der Kamera bzw. von der CF-Karte bis zum Präsentieren der Fotos. Natürlich gibt es Programme, die uns das Leben erleichtern. Im professionellen Bereich wurde in der Vergangenheit oft Apples Aperture eingesetzt. Am 29. Januar 2007 meldete sich Adobe mit einem neuen Produkt namens Adobe Lightroom zu Worte. Dieses Workflow-Programm fand schnell viele Anhänger, obwohl einige Arbeitsabläufe noch nicht ganz problemlos funktionierten. Am 29. Juli 2008 lieferte Adobe sein Produkt in Version 2 aus. Sicherlich ist die neue Version des beliebten Workflow-Programmes für viele Fotografen, die aktiv mit dieser Software arbeiten, ein Meilenstein.
Der Pinsel
Der lang vermisste Pinsel mit dem man präzise bestimme Teile eines Fotos nachbearbeiten kann, ist nun endlich verfügbar. Mit diesem Pinsel kann man Bereiche im Foto festlegen und dort z.B. Nachschärfen, Kontrast erhöhen, Nachbelichten oder die Farbe verändern. Dieser Pinsel macht viele kleine Nacharbeiten, die ansonsten mit Adobe Photoshop durchgeführt werden mussten, überflüssig und erhöhen durch die Zeiteinsparung die Produktivität während des gesamten Workflows.Persönliche Meinung: In ersten Tests war der Pinsel sehr überzeugend. Man kann Bereiche selektiv festlegen und dort Änderungen anwenden. Leider kam es bei manchen Fotos zu kleinen Verzögerungen beim Bearbeiten. Insgesamt ist die Qualität der Änderungen, die mit dem Pinsel gemacht wurden, sehr gut.
Integration mit Adobe Photoshop CS3
Endlich ist es Adobe gelungen, die Integration von Adobe Photoshop CS3 in den Workflow zu verbessern. Nun kann man schnell und ohne Probleme HDR-Fotos oder Panoramafotos erstellen lassen und diese dann in Adobe Lightroom 2 für den weiteren Workflow nutzen.Persönliche Meinung: Die neuen Möglichkeiten erleichtern das Leben in einigen Dingen, allerdings fehlt noch immer die komplette Integration um z.B. mehrere Fotos übereinander legen zu können. Hier besteht weiterhin Verbesserungsbedarf.
Unterstützung von zwei Monitoren
In der Version 1 konnte man bei einem gleichzeitigen Betrieb von zwei Monitoren die Vorzüge nicht ausnutzen. Nun kann man ein Fenster für den zweiten Monitor öffnen und dieses auf den zweiten Monitor ziehen und vergrößern. In diesem Fenster kann z.B. eine 1 zu 1 Ansicht des zu bearbeitenden Fotos sein. Diese Möglichkeit erleichtert die Feinjustierung ungemein und man erzielt nun schneller das gewünschte Ergebnis.Persönliche Meinung: Sofern der Betrieb von zwei Monitoren bereits eingerichtet ist, kann man diese Möglichkeit ohne besondere Konfiguration sehr einfach nutzen. Für dieses externe Fenster können spezielle Optionen festgelegt werden, sodass jeder Benutzer individuell arbeiten kann. Der Betrieb von zwei Monitoren birgt allerdings Gefahren, denn sind beide Monitore nicht kalibriert wird das Ergebnis auf beiden Monitoren und bei der späteren Weiterverarbeitung anders aussehen.
Erweiterbarkeit durch Plug-Ins
Man kann nun Plug-Ins in Adobe Lightroom 2 integrieren um z.B. die Fotos direkt auf einer Internetplattform zu veröffentlichen oder bei einem Fotolabor drucken zu lassen. Dies ist nur ein Anwendungsgebiet, denn Adobe hat bereits ein eigenes Plug-In für Adobe Lightroom 2 entwickelt und in einer Beta-Version veröffentlich. Dabei handelt es sich um die Integration der nativen Kamera-Profile.Persönliche Meinung: Die Zeit wird zeigen, welche Drittanbieter Plug-Ins für Adobe Lightroom 2 anbieten werden, jedoch hat Adobe die Software nun für weitere Innovationen geöffnet und ein wenig Bewegung in den Markt gebracht. Die neuen Kamera-Profile sind bemerkenswert, da sowohl die Farbwiedergabe (speziell Hauttöne wirken nun wesentlich feiner) und die Presets der Kamera berücksichtigt werden können. Das Plug-In befindet sich momentan noch in einer Beta-Version.
64-Bit Support
Die 64-Bit Technologie fand bereits vor einigen Jahren in Desktop-Umgebungen Einzug. Leider nutzen nur wenige Programme diese Technologie, sodass man nur wenige Vorteile davon hat. Nun hat Adobe den Schritt gewagt und Lightroom 2 64-Bit fähig gemacht. Dies bringt vor allem in der Speicherverwaltung einen enormen Vorteil.Persönliche Meinung: Die Umstellung auf 64-Bit war lange überfällig, da z.B. Apples Mac OS X 10.5 bereits ein vollwertiges 64-Bit Betriebssystem ist. Nun kann man auch mit diesem Programm endlich die Vorzüge und den Performance-Zuwachs geniessen. Auf der Mac OS X 10.5 Plattform hat man zudem die Möglichkeit selber zu entscheiden, ob man die Software im 32-Bit oder im 64-Bit Modus starten möchte. In den ersten Test auf einem MacBook Pro der neusten Generation stellte sich allerdings heraus, dass der 64-Bit Betrieb im Rendering der Vorschauen und im Export wesentlich langsamer als unter dem 32-Bit Betrieb. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich noch um eine Kinderkrankheit.
Scharfzeichnen bei Ausgabe
Jeder wird das Problem beim Ausgeben bzw. Exportieren von Fotos kennen. Das Foto wird nicht in der Original-Größe und/oder Original-Format exportiert. Dies hat leider zur Folge, dass die Schärfe im Bild oftmals verloren geht, da das Foto meist sehr stark verkleinert wird. Bisher hatte man in Lightroom nicht die Möglichkeit das Foto beim Export für die entsprechende Größe nachschärfen zu lassen. Die Folge waren scheinbar unscharfe bzw. matschige Bilder, die man noch mal entsprechend nachschärfen musste. Nun wurden spezielle Algorithmen beim Export hinzugefügt, sodass das Foto optimal und ohne Einschränkungen exportiert werden kann.Persönliche Meinung: Die ersten Exporte fürs Web sind in der Tat schon direkt nach dem Export wesentlich schärfer. Wünschenswert wäre evtl. noch eine Vorschau um das Ergebnis schon vor dem Export beeinflussen zu können.
Verwaltung der Fotos
Die Verwaltung, Sortierung und Filtermöglichkeiten sind erheblich verbessert worden. Nun kann man Filterregeln erstellen bzw. setzen und erhält die entsprechenden Fotos, die diesem Filter entsprechen.Persönliche Meinung: Man muss sich als Nutzer von Adobe Lightroom 1 ein wenig daran gewöhnen, da die GUI für diese Verbesserung verändert wurde. In den ersten Tests kam man allerdings schnell damit zurecht.
Windows
- Intel Pentium 4 oder höher
- Microsoft Windows XP oder Windows Vista (für 32- und 64-Bit)
- mind. 1 GB RAM
- mind. 1 GB freier Festplattenspeicher
- mind. 1024 x 768 Punkt Monitorauflösung
- PowerPC G4, G5 oder Intel-Prozessor
- Mac OS X Version 10.4 oder 10.5
- mind. 1 GB RAM
- mind. 1 GB freier Festplattenspeicher
- mind. 1024 x 768 Punkt Monitorauflösung
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