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geschrieben von Andi Voeltz am 20.04.2006

Erfahrungsbericht: OLYMPUS µ 720SW

Ein Fall für die Westentasche

Die kleine m:ju 720 SW liegt gut in der Hand

Die Rückseite der Kamera glänzt
mit einem großen Display
Ungläubig blicke ich auf den Teppich vor der Produktmanagerin von OLYMPUS Europa. „Cool, oder?“ grinst sie mich an, nachdem Sie die kleine Kamera in einem Bogen vor sich auf den Fußboden donnern lassen hat. Das Schmuckstück funktioniert noch und soll dies garantiert unbeschadet aus einer Höhe von bis zum 1,5 Metern überstehen. Ich sammle die Kamera auf und nehme die 180 Gramm Silber in meine Hand. Das Zigarettenschachtelformat macht einen soliden Eindruck und funktioniert noch – alles wie vom Hersteller zugesichert. Noch skeptisch, aber in freudiger Erwartung auf die gemeinsamen Tests, nehme ich die 720 SW mit in das Tauchwochenende. Die Kamera ist so kompakt, dass ich mich dazu entschließe, sie immer griffbereit in meiner Toolbox dabei zu haben. Ein rauer Ort für diese angeblich unzerstörbare Superkamera.
Zeit für Seichtwasser

Eigentlich ist das Unterwassergehäuse im Pool nicht notwenig, aber es sieht auf Fotos einfach gut aus.
Bis 3 Meter kann man ohne ein Gehäuse in den Pool gehen? Instinktiv stellen sich einem dabei immer wieder die Nackenhaare auf. Am Anfang befürchtet man, dass die Investition in diese Kamera gefährdet wäre. Doch nach einigen Unterwasserfotos mit ungewohnt direktem Durchgriff auf die Bedienelemente, entspannt man sich. Der fotografische Spaß im Wasser ist sorgenfrei und robust. Neben den klassischen Unterwassermodi von OLYMPUS ist bei dieser Kamera ein neues Motivprogramm hinzugefügt worden. Es ist für den Einsatz auf bis zu 3 Meter Wassertiefe optimiert worden und soll dem Fotografen soviel Arbeit wie möglich abnehmen. Für einen empfohlenen Verkaufspreis von 399 EUR kann man da nicht meckern - zumal viele Wassersportler und Schnorchler bereits damit die Kosten für ein Unterwassergehäuse sparen werden.
Es geht auch tiefer

Eigentlich ist das Unterwassergehäuse im Pool nicht notwenig, aber es sieht auf Fotos einfach knackig aus.
Wer über seine Schnorchelabenteuer hinaus gewachsen ist, der wird erfreut feststellen, dass OLYMPUS diese Kamera nicht auf derart flache Einsatzgebiete beschränkt hat. Das optional erhältliche PT-033 Unterwassergehäuse bringt die mju bei Bedarf auf 40 Meter Tauchtiefe. Zusammen kommt die digitale Unterwasserfotoausrüstung dann auf elegante 540 Gramm im Reisegepäck und passt zur Not auch noch in die Westentasche. Ebenfalls sehr erfreulich ist, dass sowohl die Kamera als auch Kombination aus Gehäuse und Kamera im Wasser leicht negativ tariert sind. So kann man die Kamera auch beim Tauchen, wie gewohnt stabilisieren. Ein weiterer Pluspunkt ist die Unterstützung aller Bedienelemente.
  • Ein fest installierter Diffusor für den internen Blitz
  • Schraubgewinde für Blitzschienen und Stative
  • OLYMPUS-Blitzarmhalter
  • sowie ein Sonnenschutz für das Display
  • und Gewinde am Objektiv für U/W-Vorsatzlinsen
..gehören zum Leistungsumfang des Gehäuses für 249 EUR. Wer erst einmal schauen wollte, wie sehr die Unterwasserfotografie zusagt, kann mit diesem Zubehör seine Ausrüstung kostengünstig erweitern. Mir dagegen gefällt besonders der Gedanke einer robusten Zweitkamera ohne zusätzliches Unterwassergehäuses. Aber ich habe ja auch bereits eine sehr große Kamera mit Unterwassergehäuse.
Fazit

Nicht aufzuhalten: die eigene Freundin
mit der OLYMPUS m:ju 720 SW
Olympus beschreitet mit einer nahezu unzerstörbaren Kompaktknipse und großzügig dimensioniertem Display neue Wege. Diese dürften vor allem für den Verleih-Unternehmer von digitaler Fotoausrüstung interessant sein - ebenfalls für Taucher , die eine knackige Zweitkamera suchen. Flaches Design kommt allerdings nicht ohne optische Abstriche. Deswegen sollte man bei keinem Hersteller die Leistung eines größeren Modells erwarten. Für mich hat die Kamera aber auf jeden Fall das Klassenziel für „sorgloses Knipsen“ erreicht! Es geht alles schnell und einfach und ich habe keine Bedenken meine Tauchschüler mit dieser Kamera tauchen zu lassen. Die eigene Frau oder Freundin sollte man allerdings nicht zu lange alleine mit diesem Handschmeichler lassen, denn der Besitzwechsel ist aufgrund des attraktiven Design geradezu vorprogrammiert.


Weitere Meldungen von Herstellern, die hier genannt wurden
Erschienen in: Testberichte | UW-Fotografie


Kommentare

Danke für diese nette und unterhaltsame und informative beschreibung!
Lucky

geschrieben von am 28.04.2006 Germany

Besonders viel erfährt man über die Kamera aber nicht! Wie sieht es mit Fokussierdauer/Auslöseverzögerung aus?
Auch ein Fisch bleibt nicht ruhig im Wasser stehen, bis man die Aufnahme "im Kasten" hat ...

geschrieben von am 13.12.2007 Germany

Hallo Jürgen, fast alle Kompaktkameras haben eine hohe Auslöseverzögerung. Das ist auch nichts bei der 720er SW womit das Modell evtl. neue Maßstäbe setzen konnte. Die Stärken dieser Kamera liegen eher in der Robustheit und dem kompakten Format. Wenn Du eine "schnelle" Kamera suchst, dann empfehle ich eine DSLR. Diese Kamera fällt eher in die Kategorie "kompakter Begleiter" für alle Lebenslagen.

geschrieben von Andi Voeltz am 15.12.2007 Germany

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