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posted by .(JavaScript must be enabled to view this email address) on 2011/01/09

Erfahrungsbericht: Sealux CC5II von Paula Schilling

Paula Schi(lling) hat den Wechsel von einer Kompaktkamera zur Spiegelreflexkamera für den Unterwassereinsatz gewagt und ist dabei gleich in die Vollen gegangen. Sie hat in eine Canon EOS 5D Mark II investiert und berichtet auf Digideep über Ihren ersten Tauchurlaub mit dem dazu passendem Sealux Gehäuse und Subtronic Blitzen.

Erfahrungsbericht: Sealux CC5II von Paula Schilling
Inhaltsverzeichnis
Vorgeschichte

Auf die Sealux „Familie“ bin ich zufällig im Malediven Urlaub gestossen, wobei ich zu dem Zeitpunkt eigentlich nicht vorhatte mich von meiner zwei Jahre alten Sea & Sea DX-1G zu trennen. Eines Tages kam die Canon 5d Mark II doch ins Haus und nach den ersten Versuchen konnte ich es nicht widerstehen das schöne Stück in ein Gehäuse zu packen. Dabei erinnerte ich mich an die Sealux Gehäuse aus dem Urlaub. Es folgte ein Besuch beim Werk in Kempten und dann ging das Häuschen mir nicht mehr aus dem Kopf.

Als Alternative hatte ich das Hugyfot und Seacam in Erwägung gezogen. Das Seacam für die 5d Mark II hatte ich einmal in der Hand allerdings kam ich wegen seiner Größe damit nicht zurecht. Als meine Bestellung bei Sealux bereits aufgegeben war, hatte man mir freundlicherweise ein Hugyfot für die 5D Mark II zu Ansicht geschickt. Herzlichen Danke nochmals hierfür an das Hugyfot-Team. Es war eine schwere Entscheidung, da das Hugycheck und die Möglichkeit Fremdherstellerports anzuschliessen tolle Features sind. Der Preis spielte für mich am Ende eine untergeordnete Rolle, aber der Vollständigkeit halber soll hier erwähnt sein, das Sealux in der Mitte lag. Seacam wäre teurer geworden und Hugyfot günstiger.

Das Gehäuse im Detail

Das CC5II ist aus einem Aluminium-Block gefräst und im schlichten, "titangrau" gehalten. Das Gehäuse ist mit seinen Abmaßen klein gehalten und liegt gut in der Hand. Dies war für mich ein K.O. Kriterium. Der Auslösehebel wurde auf meinen Wunsch etwas nach hinten geneigt, so dass das Ziehen beim Fokussieren und Auslösen noch leichter erfolgt. Alle Tasten sind gut zu erreichen. Schade finde ich, das der Multicontroller nicht vollständig bedient werden kann. Wenn ein Bild eingezoomt ist, kann man leider nicht hin- und her „scrollen“. Der nach innen gebogene Handgriff ist abnehmbar und von beiden Seiten mit einem T-Stück versehen. Links am Gehäuse selber ist ein zusätzliches T-Stück montiert.

Das Sealux CC5II verfügt über einen Schlitten, auf den die Kamera mit einer Schraube montiert wird. Somit kann beim Einschieben nichts schiefgehen. Das Wechseln der CF Karten geht hierdurch schnell und unkompliziert. Kleines Manko beim Schlitten ist, dass dieser das Akkufach der Kamera verdeckt. Man muss also erst die Kamera ausbauen und vom Schlitten abschrauben, um an den Akku heran zu kommen. Ich habe meistens nach zwei Tauchgängen die Akkus gewechselt, wenn die angezeigte Leistung bei 50% war. Das Gehäuse wird über zwei gefederte Verschlüsse mit Sicherungen verschlossen. Meiner Meinung nach muss man wirklich ganz unglücklich drankommen damit es vielleicht aufgehen könnte und ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich öfter mal tollpatschig bin (toi toi toi - mir ist bislang noch keine Kamera abgesoffen!).

Optional ist ein Feuchtigkeitsmelder gegen ein Aufpreis erhältlich. Ich habe mich dagegen entschieden, da es meistens schon zu spät ist wenn es anschlägt. /// Anmerkung der Redaktion: Dies könnte sich in den kommenden Jahren noch als ein sehr fataler Irrtum erweisen! - Es gibt durchaus verschiedene Arten einer Gehäuseflutung - hier im Forum nachzulesen - und in vielen Fällen kann man noch schlimmeres verhindern, vorausgesetzt, das man es rechtzeitig unter Wasser merkt. /// Mit einem geschulten Blick und mit der notwendigen Sorgfalt kann man aber relativ entspannt ins Wasser, glaube ich. Es gibt einen Unterdruckerzeuger namens Housing Sentry auf dem Markt, der noch relativ neu ist, dennoch vielleicht eine Überlegung wert.

Zusätzlich weist das Gehäuse oben eine Bohrung auf, die für die Befestigung einer Pilotlampe geeignet ist.

Portsystem und Domeport

Sealux hat verschiedene Ports und Domes mit optischen Glas für viele Objektive im Angebot. Es gibt ein spezial Makroport (PS-Port), mit einer kleineren Planglasscheibe um noch näher ans Objekt der Begierde ranzukommen. Hierzu kommen noch Nahlinsen die draufgeschraubt werden können.

Ich habe einen PS Port mit manueller Fokussierung für das Canon 100mm L IS USM und sowie ein Domeport mit Zwischenring für das 14mm. Die Ports/Domes und Zwischenringe lassen sich durch aufsetzen und drehen festmachen. Zu zweit ist das Entfernen und Aufsetzen leichter, doch ich vermute das ist ein gängiges Problem bei den Anschlüssen. Das Wechseln der Objektive ist sehr einfach: Port/Dome abnehmen, Hebel für Objektiventriegelung ziehen und wechseln.

Sucher

Es gibt drei verschiedene zur Auswahl von Sealux: der LD (long distance), Grand und den GV-150. Ich habe mich für letzteres entschieden und bin begeistert! Der Sucher ist deutlich länger als die sonst üblichen 45 Grad Sucher, doch es erlaubt eine gute Gestaltung der Bilder. Ausserdem ist der Sucher drehbar, so das auch Aufnahmen im Hochformat leicht zu bewerkstelligen sind. Desweiteren kann man das Sucherokular um +/- 3 Dioptrien einstellen. Zum Transport kann man das GV-150 entweder abmontieren oder nach unten drehen so dass man es Platzsparender verstauen kann.

Meiner Meinung nach, sollte man beim Sucher definitiv nicht sparen! Ich hatte mal die Möglichkeit eine D60 im Ikelite zu testen, welches keinen Winkelsucher hatte. Für mich persönlich war im Bezug auf die Bildbeurteilung die reinste Katastrophe.

Blitzbuchsen

Es gibt wahlweise S6 oder die Nikonos 5 Blitzbuchsen. Ich hatte mich für eine S6 Buchse entschieden und bediene meine zwei Subtronic Novas per Synchronkabel. Das Nachrüsten von einer weiteren Buchse ist kein Problem, da das zweite Loch vorhanden und mit einem Blindstopfen versehen ist.

In der Praxis unter Wasser

Mein Setup habe ich auf einer Rotes Meer Safari (Brother’s-Daedalus-Elphinstone) nun testen und kennenlernen können. Der Weg für mich ist noch ein langer, doch ich freue mich auf die Herausforderung in das System hineinzuwachsen. Fotografiert wurde überwiegend mit dem Canon EF 14 mm F2.8 L II USM sowie drei Tauchgänge mit dem Canon 100mm L IS USM macro. Zwei Subtronic Nova Blitze mit integriertem TTL die über einen Synchronkabel verbunden sind, sollen die gewünschte „Erleuchtung“ bringen.

Wie Eingangs beschrieben, bin ich Einsteiger auf einem DSLR System. Eines ist mir definitv klar geworden: Das Tauchen mit einer DSLR ist eine ganz andere Welt! Deswegen sind meine Ansprüche derzeit noch ganz andere als die eines versierten, alten UW-Foto Hasen. Dies sollte man beim lesen dieses Erfahrungsbericht bitte bedenken und mir verzeihen.

Die Bedienbarkeit der Tasten ist einwandfrei und geht leicht von der Hand. Das Gehäuse hat mit dem Dome 180F sowie mit dem PS Port Auftrieb, welcher durch schwere Blitze zunichte gemacht wird. Die Neoprenhüllen auf meinen Novas sind gut für die ersten 10m doch auf 30m ist kein Auftrieb mehr spürbar.

Da ich aber mein Hauptaugenmerk auf das Zurechtkommen mit der Kamera und den Blitzen gerichtet hatte, habe ich diese Tatsache vernachlässigt. Es sollten schließlich „brauchbare“ Bilder entstehen

Der GV-150 Sucher ist für mich die absolute Spitze! Zwar ist dieser am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, bei der man zumeist zu hoch "zielt". Dennoch mag ich den Sucher nicht mehr hergeben. Er bietet ein sehr grosses (150% größeres Bild gegenüber des Kamerasuchers), klares Bild und auch die Kameradaten sind gut ablesbar. Da der Sucher nach oben zeigt, hat man einen ungehinderten Blick auf das Display.

Fazit

Das hat mir nicht so gut gefallen,...

Den Wechsel von der Kompakten auf DSLR habe ich bislang keine Minute bereut (bis auf den Tauchgang an Elphinstone mit starker Strömung; aber dafür kann die Kamera nichts). Das Preis/Leistungsverhältnis der Komponenten ist gut. Herr Ostertag und sein Team haben mir, als Neuling, mit Rat und Tat zur Seite gestanden- so stelle ich mir guten Kundenservice vor! Das CC5II, mit dem GV-150 als i-Tüpfelchen, ist ein top Gehäuse für die 5D Mark II und ich würde es definitiv noch mal kaufen.

Bezugsquelle

SEALUX Unterwassertechnik OHG
Porschestr. 4
87437 Kempten, Germany

Tel: 0831/79427
Fax: 0831/71865
www.sealux.de



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