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geschrieben von Andi Voeltz am 27.06.2006

Fototauchen im Samaranger See


Kaltwassertauchen und Unterwasserfotografie


Ausblick beim schönem Wetter in das Mieminger
Plateau - wird es die hohen Erwartungen erfüllen?
Kaltwassertauchen und Unterwasserfotografie passen normalerweise so gut zusammen wie Birnen, Bohnen und Speck; doch einige mögen es. So begebe ich mich auf Anraten meiner Tauchpartner in das Mieminger Plateau in Österreich. Dort soll es neben fürstlichem Essen auch einzigartige Sichtweiten in einem Bergsee geben. Das Tauchen am Fernsteinsee und im daneben gelegenen Samaranger See ist streng limitiert. Nur eine Handvoll exzellent tarierter Hotelgäste darf täglich darin schweben.

Das beeindruckt mich nicht, denn nicht zum ersten Mal würde ich erleben, das Limitierung dabei helfen soll, Qualitätsmängel zu überspielen. Meine fotografierenden Freunde sind zuversichtlich, dass sich meine Bedenken auflösen werden und erklären, dass der Samaranger See erst kürzlich von einem asiatischen Tauchsportmagazin unter die Top Tauchspots der Welt gewählt wurde. Von außen sieht er recht unscheinbar aus, mit wenigen hundert Metern Durchmesser, traue ich es mir zu, den See innerhalb von 15 Minuten zu umwandern; doch die dichte Bewaldung auf der anderen Uferseite könnte dieses Vorhaben erschweren.


Kalt und Klar


Die Treppen markieren den Einstieg
Kies sorgt für sauberes Wasser
Mit Kamera und Halbtrocki schneide ich eine Linie in das 4 Grad kalte, aber dafür glasklare Wasser. Bereits auf der Oberfläche hinterlässt jede meiner Bewegungen einen Fingerabdruck. Alles scheint hier durch die Kälte konserviert zu werden; sogar die flachen Wellen, die sich radial um mich herum einen Weg bahnen. Die Kälte brennt für wenige Minuten auf meinen Lippen, bis sie taub werden. Der See hat mich aufgenommen.

Ich gleite hinab in eine surreale Welt mit irrwitzigen Lichtspielen und lasse die grünen Treppen hinter mir. Auf der anderen Seite ragte zuvor ein geheimnisvoller Ast aus der Oberfläche, diesen will ich erkunden. Mein Vorhaben erweist sich als eine fotografische Goldader. Durch die Baumwipfel am Ufer des Sees fallen vereinzelt Lichtstrahlen in das Wasser und verwandeln die, von Schleimalgen überzogenen, Äste in einen Zauberwald. Die anfängliche Kälte scheint plötzlich wie weg gefegt. Sie ist der Neugier gewichen.


Ergreifende Naturschauspiele


Der gigantische Baum ist bereits
von Weitem zu sehen
Ergriffen von diesem Naturschauspiel wende ich mich nach links ab und traue meinen Augen kaum. Aus knapp 30 Metern Entfernung sehe ich, wie eine ausgewachsene Tanne verkehrt herum über dem Grund schwebt. Ihre Nadeln und Rinde sind noch intakt und saugen sich stetig mit Wasser auf. Eines Tages wird auch dieser Nadelriese deswegen zu seinen Kameraden auf den Grund gleiten. Beim Herantauchen mache ich rechts neben der Tanne ein Kreuz aus und sehe wie meine Freunde mit ihren Kameras heranschweben.

In diesem See liegen abgeknickte Baumstämme kreuz und quer. Es ist ein Mikadospiel der Natur, welches bereits mehrere Dekaden andauert. Die Taucher darüber wirken wie Astronauten in einer fremden Welt. Als mir der Finger langsam am Auslöser festzufrieren droht, wage ich einen letzen Schuss in der Abendsonne. Die dahin schwindende Sonne treibt mich aus dem Wasser, doch ich plane bereits meine Rückkehr zu diesem Top Spot.








Reiseinfos zum Samaranger See


Die Lichtspiele am Samaranger See
laden zum Verweilen mit der Kamera ein

Anreise

Über die Autobahn A12 in Richtung Innsbruck - beim Knoten Innsbruck links halten. Richtung Arlberg, Abfahrt Mötz, von dort aus Richtung Fernpass/Reutte Umfahrungsstrasse Nassereith durch die Tunnel ca. 3 km bis zum Ziel. Das Hotel liegt in einer Kurve.

Tauchbasis und Hotel

Hotel Schloss Fernsteinsee
A-6465 Nassereith, Österreich
Tel: 0043/5265 5210
Fax: 0043/5265 52174
Zimmer mit HP ab 60 EUR
www.schloss-fernsteinsee.at

Veranstaltungen in 2006

Fotoworkshop mit den tauchen-Fotografen
Eckhard Krumpholz und Andi Voeltz
vom 17. bis 22. September 2006
Email:
Tel. 0171/4034526



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Erschienen in: Reportagen | Reise | UW-Fotografie


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