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geschrieben von am 02.03.2006

Hugyfot HFN-D70 Testbericht

Während meiner Australien-Reise im vergangenen Jahr kaufte ich mir meine erste digitale SLR, die Nikon D70s. Zunächst nur für den Überwassereinsatz. Während der Zeit lernte ich die Vorzüge der digitalen Fotografie kennen und schätzen. Der Wunsch die neue Technik mit all ihren Vorzügen nun auch endlich in wunderschönen Korallenriffen auszuüben wurde immer stärker. Da ich bereits im Besitz eines Hugyfot-Atlas Gehäuses für eine analoge SLR war, ergab sich als logische Konsequenz auf ein digitales Gehäuse desselben Herstellers zu wechseln. Somit konnte ich sämtliche Ports und Objektive weiter verwenden. Mit meiner Entscheidung bin ich sehr zufrieden. Insbesondere die größere Anzahl von Bildern, die während eines Tauchgangs gemacht werden können empfinde ich als großen Vorteil.



Inhalt
  1. Die Kamera
  2. Das Gehäuse
  3. Die Ports
  4. Das Blitzlicht
  5. Fotografieren
  6. Fazit
A) Die Kamera
Die Nikon D70s ist eine gute Kamera für die Unterwasserfotografie. Der Akku schafft problemlos einen vollen Tauchtag mit bis zu 5 Tauchgängen und über 500 Bildern. Das Gehäuse braucht daher den gesamten Tag über nicht geöffnet zu werden, was besonders für Tagestouren ein großer Vorteil ist. Der Monitor der D70s besitzt eine angenehme Größe, und gestattet sogar die Betrachtung von Bilddetails. Die 6.1 Mio. Pixel sind völlig ausreichend für die meisten Gelegenheiten. Die Auflösung ist auch für den Druck in Zeitschriften bis A4 geeignet. Lediglich für Doppelseiten ist eine höhere Auflösung nötig. Daher halte ich es für Besitzer einer D70s auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt durchaus noch für sinnvoll, sich ein Unterwassergehäuse für diese Kamera zuzulegen. Der Kauf einer Kamera mit höherer Auflösung, wie z.B. die neue Nikon D 200 bringt natürlich bessere Ergebnisse. Der Umstieg macht für Profis sicherlich Sinn, ist aber für Urlaubsfotografie nicht zu rechtfertigen. Für beste Bildqualität sollte zunächst im RAW-Modus der D70s fotografiert und dann in TIFF-Dateien umgewandelt werden. Eine 4 GB Speicherkarte ist dann jedoch ratsam, da auf 1GB Speicherplatz nur ca. 90 RAW-Bilder passen. Für Urlaubsfotos ist der JPG-Modus völlig ausreichend und weit weniger aufwendig in der Nachbearbeitung. Dann reicht auch eine kleinere Speicherkarte aus.
B) Das Gehäuse
Das Hugyfot-Gehäuse zur Nikon D70s und D70 ist kompakt und solide konstruiert. Gefertigt wurde es aus gefrästem Aluminium, das eloxiert wurde. Daher das nur geringe Gewicht von 1,9 kg. Sämtliche Funktionen der Kamera, außer dem AF/M –Schalter, sind durch mechanische Knöpfe und Hebel bedienbar. Wie immer bei Hugy-Produkten ist das Gehäuse formschön in die Hand konstruiert und auch im Einhandbetrieb bedienbar. Der Auslösehebel lässt sich äußerst fein dosieren, um gut mit dem Autofokus arbeiten zu können. Der Einbau der Kamera erfordert etwas Übung, verläuft dann aber zügig und ohne Probleme. Sowohl die Schalter der Kamera als auch die am Gehäuse müssen dazu unbedingt in der On-Position sein. Die Speicherkarte lässt sich erfreulich leicht wechseln. Leider muss die Kamera ausgebaut werden, um den Akku zu entnehmen. Ein kleines Loch in der Bodenplatte des Gehäuses würde hier Abhilfe schaffen. (Die Batteriefächer bei Gehäusen neuerer Generationen sind aufklappbar). Der Blick durch das Sucherfenster des Gehäuses ist ein wenig eingeschränkt. Allerdings gewöhnt man sich sehr schnell daran. Das Gehäuse ist nur durch einen O-Ring abgedichtet. Doppelte O-Ringe, wie sie schon bei deutlich preiswerteren Gehäusen Verwendung finden, wären sicherlich ein lohnenswerter Gewinn an Sicherheit. Der von mir verwendete Haupt- O-Ring machte den Eindruck, als wäre er einige mm zu lang und war daher kompliziert einzusetzen. Gut gefällt mir der Verschluss durch zwei Imbuß-Schrauben. Das hält ganz sicher und geht keinesfalls versehentlich unter Wasser auf. Empfehlenswert ist ein optischer und akustischer Leckwarner, der gegen einen kleinen Aufpreis erhältlich ist.
Hugyfot HFN-D70: Rückansicht
Hugyfot HFN-D70: Rückansicht
Hugyfot HFN-D70: Innenansicht Vorderseite
Hugyfot HFN-D70: Innenansicht Vorderseite
Hugyfot HFN-D70: Innenansicht Rückseite
Hugyfot HFN-D70: Innenansicht Rückseite

C) Die Ports
Sämtliche Ports der Hugyfot-Serie sind kompatibel. Das heißt, wer alte Ports besitzt, die ursprünglich für ein Gehäuse einer analogen Nikon-SLR angeschafft wurden, kann diese uneingeschränkt weiter nutzen. Das war ein Grund für mich, mir wieder ein Hugy-Gehäuse anzuschaffen. Makro-Ports und Objektive, wie z.B. das 105 mm und das 50 mm, lassen sich ohne Probleme weiter verwenden. Für das 18-70 mm Zoom-Objektiv aus dem D70s Kit gibt es mittlerweile ebenfalls einen passenden Port, einschließlich eines Zoom-Ringes.
D) Das Blitzlicht
Das von mir verwendetete Nikon SB-105 UW-Blitzgerät gehört ebenfalls zu meinem ehemaligen analogen Kamerasystem. Leider funktioniert das Blitzlicht mit der Nikon D70s nur im manuellen Modus. TTL – Blitzsteuerung ist nicht möglich. Da aber mit einer digitalen Kamera die Möglichkeit besteht, die Bilder im Sucher direkt zu beurteilen und dann entsprechend das Bild über Blende, Belichtungszeit und Blitzoutput zu korrigieren, sind die Ergebnisse überraschend gut. Wer dennoch nicht auf TTL verzichten will, der sollte ein SB-800 Blitzgerät und ein dazu passendes UW-Gehäuse erwerben.
E) Fotografieren
Mit den Bildern meines neuen digitalen Blitz- und Kamerasystems bin ich im Grunde sehr zufrieden. Das 17-80 mm Objektiv ist ein sehr schönes, lichtstarkes Objektiv, das gute Bilder liefert. Trotz digitalem Vergrößerungsfaktor bleibt das 105er meine bevorzugte Brennweite. Befürchtete Verzerrungen oder starke Abnahme der Tiefenschärfe blieben glücklicherweise aus. Dafür besteht jetzt die Möglichkeit wirklich winzige Objekte abzulichten, was wirklich Spaß macht. Der manuelle Blitzmodus am SB 105 liefert nicht nur unerwartet gute Ergebnisse, sondern bietet sogar einige Vorteile gegenüber dem TTL-Modus. Wo bei TTL häufig Überbelichtungen entstehen, kann im manuellen Modus viel feiner die Lichtdosis reguliert werden.
Der Weitwinkelmodus des 18-70 mm Objektives reicht durchaus noch aus, um einen kleinen Delfin in voller Größe auf das Bild zu bekommen.
Der Weitwinkelmodus des 18-70 mm Objektives reicht durchaus noch aus, um einen kleinen Delfin in voller Größe auf das Bild zu bekommen.
Manuelles Blitzen mit dem SB-105 ermöglicht eine exakte Dosierung des einfallenden Lichtes. TTL-Blitzen führt insbesondere bei Anemonenfischen häufig zu einer Überbelichtung im Bereich der hellen Streifen.
Manuelles Blitzen mit dem SB-105 ermöglicht eine exakte Dosierung des einfallenden Lichtes. TTL-Blitzen führt insbesondere bei Anemonenfischen häufig zu einer Überbelichtung im Bereich der hellen Streifen.
Die winzige Glossodoris-Nacktschnecke ist nicht länger als 1 cm. Mit dem 105 mm Makro-Objektiv in Kombination mit einer digitalen SLR lässt sie sich fast Format füllend ablichten.
Die winzige Glossodoris-Nacktschnecke ist nicht länger als 1 cm. Mit dem 105 mm Makro-Objektiv in Kombination mit einer digitalen SLR lässt sie sich fast Format füllend ablichten.

F) Fazit
Ich bin mit dem Kauf meines neuen Kamerasystems sehr zufrieden. Die digitale Fotografie ermöglicht eine wesentlich vielfältigere Bildgestaltung und dazu die direkte Kontrolle der Ergebnisse. Dazu kommt die erhöhte Zahl der Bilder. Das Hugyfot-Gehäuse ist wirklich gut konzipiert und das fotografieren macht daher sehr viel Spaß. Ich hoffe nach meiner ersten Testreise an das Rote Meer nun noch viele weitere tolle Reisen mit meiner neuen Kamera machen zu dürfen.
[Nikon D70 Datenblatt]
[Hugyfot HFN-D70 Datenblatt]



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Erschienen in: Testberichte | UW-Fotografie


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