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posted by Serge Abourjeily on 2008/09/16

Makro Machines: Zweiter Teil – die Optik



Makro-Optik – viel Glas, viel Spass
Der Vielfalt der Objektivwahl sind bei der Makrofotografie fast keine Grenzen gesetzt: Makro Festbrennweiten, Makro-Zooms, Telekonverter, Diopter und Nassdiopter sind beliebte Werzeuge der Makroliebhaber um die gewünschte Vergrößerung mit der gewünschten Arbeitsdistanz zu erreichen – alle mit ihren spezifischen Eigenschaften.

Objektive
Festbrennweiten sind Zooms in Sachen Autofokus, Lichtstärke und Abbildungsqualität grundsätzlich überlegen, bieten aber weniger Flexibilität. Nikons 70-180 Micro deckt z.B. fast den gesamten Makro-Bereich mit einem Objektiv ab und ist somit äußerst flexibel, aber hat mit 4,5-5,6 keine tolle Lichtstärke. Der Hauptnachteil ist jedoch die Vergrößerung: Bietet das Objektiv bei 180mm noch 1:1,133 (also fast das gewohnte 1:1), so gibt es auf 70mm nur noch enttäuschende 1:3,21. Flexibilität hat also ihren Preis.

Im Allgemeinen lässt sich also sagen, dass die Makrofotografie von Festbrennweiten beherrscht wird – und im Speziellen sind dies die 60mm und 100mm (bei Nikon 105) Objektive – es gibt zwar auch längere Gläser (z.B. das Canon EF180mm oder das 150mm Sigma), diese sind aber wie die Makro-Zooms eher Exoten und für allem für Anfänger schwer zu beherrschen.

Das 60er und das 100er bieten beide eine Vergrößerung bis 1:1 – aber mit verschiedener Arbeitsdistanz. Ein 60er bringt die selbe Vergrößerung aus weniger Distanz. Darum hat das 60er die Vorteile, dass die Farben knackiger rüberkommen, weil weniger Wasser zwischen Motiv und Kamera sind und dass das Fotografieren besonders für Anfänger leichter wird – und auch bei schlechter Sicht ist ein 60er vorzuziehen. Zudem lassen sich damit auch noch ordentliche Fischportraits machen – man kann also auch mal etwas größeres fotografieren.

Die Vorteile eines 100mm sind, dassman scheue Tiere aus mehr Entfernung fotografieren und somit deren Fluchtdistanz überwinden kann. Zudem läßt sich ein 100mm mit Telekonvertern oder Dioptern schnell zu einer "Supermakro-Kanone" aufrüsten, ohne gleich in ein superteures 180mm inverstieren zu müssen – geschweige denn dieses auch noch in den Urlaub mitzuschleppen.
Grundsätzlich kann man sagen, dass das 60mm gut für Anfänger und Fotografen, die mehr Vielseitigkeit suchen geeignet ist – und bei schlechter Sicht. Das 100mm ist dafür etwas schwerer zu benutzen, aber das reinere Makro-Objektiv für scheue Tiere und die ideale Startrampe für die Supermakro-Kombination mit Teles und Dioptern.

Teles und Diopter
Telekonverter und Diopter verbessern beide die Makroleistung eines Objektives – aber auf verschiedene Weise. Ein Telekonverter wird per Objektivbajonett zwischen Kamera und Objektiv gesetzt und verlängert die Brennweite des Objektivs. Der minimale Fokusabstand bleibt dabei gleich. Das Ergebnis ist also mehr Vergrößerung bei gleichem Abstand oder gleiche Abbildung bei mehr Abstand. Telekonverter gibt es in den Vergrößerungsstufen x1,5, x2 und x3. Diese lassen sich Theoretisch auch hintereinanderschalten.

Telekonvertern haben praktisch keinen Einfluß auf die Bildqualität, schlucken aber etwas Licht – man braucht also bei gleichem Abstand und gleicher Blende etwas mehr Licht – oder eben eine etwas offenere Blende. Die schönste Art Teles einzusetzen, ist extrem scheue Tiere mit hoher Arbeitsdistanz zu fotografieren – Röhrenaale, scheue Gobies, Putzerstationen etc. lassen sich erstklassig ablichten. Mit etwas ruhiger Atmung und langsamem Anpirschen, lassen sich ungeahnt nahe Aufnahmen von Tieren realisieren, die bei einem 60mm oder 100mm einfach undenkbar waren.


Diopter vergrößern den Abbildungsmaßstab, indem sie die minimale Fokusdistanz verringern – man kann also näher ran, und damit größer abbilden. Hierbei geht kein Licht verloren, aber die Bildqualität leidet etwas und die Tiefenschärfe wird sehr gering. Vorzuziehen sind Acromate (aus 2 Glasteilen bestehende) Diopter, da diese eine bessere Bildqualität und einen schöneren Unschärfebereich liefern. Diopter gibt es als herkömmliche Diopter und als Naßdiopter, die außen auf den Port geschraubt werden. Diese bieten die Möglichkeit, dass man sie unter Wasser auf- und abstecken kann – ein imenser Vorteil, erhöht es doch die Vielseitigkeit der Optik ungemein.
Richtig interessant wird es dann ab der Kombination 100mm mit Telekonverter plus Diopter. Das ist dann echtes Supermakro, bei dem man schon ziemlich ruhig halten muss, um unverwackelt durch den Sucher zu sehen – aber es lohnt.


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comments

Hi Serge,
Deine "Macro Machines" finde ich persönlich sehr gut. Aber Du bist ja als Macro-Spezialist bekannt smile

Ich habe es in Ägypten mit dem Konverter und der MacroMate probiert. Ich denke mit ein bißchen Übung bekommt man das hin.

Gruß Stefan

posted by Stefan Gartner on 2008/09/16 Germany

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