[english]


geschrieben von Karin Brussaard am 29.04.2008

Panasonic DMC-TZ3

Panasonic DMC-TZ3 review
Die ideale Kombination über und unter Wasser
Übersetzung von Frank Malotke
Robbe am Deich
Es ist ein sonniger Samstag, einer meiner Tauchbuddies kommt gerade aus dem Wasser und erzählt mir, dass eine Robbe auf dem Deich liegen soll. Ich bin sicher, dass er mich wie üblich wieder einmal auf den Arm nehmen will, aber nachdem er darauf beharrt, will ich mich persönlich davon überzeugen und mache mich mit der Kamera auf zum Deich. Ich bin mir sicher, dass ich mich lächerlich mache, aber wenn er doch Recht hat und da tatsächlich eine Robbe liegt? Die Chance möchte ich mir nicht entgehen lassen ... zum Glück habe ich an diesem Wochenende eine Panasonic Lumix DMC-TZ3 zur Verfügung. Oftmals gehen die Leute nicht nur zum Tauchen, wenn sie in die Ferien fahren oder am Wochenende unterwegs sind, sondern verbinden das mit anderen Aktivitäten. Dann ist es sehr bequem, eine Kamera für beide Zwecke zur Hand zu haben. Unter Wasser benötigt man eine Kamera, die nicht allzu groß ist und leicht mitgenommen werden kann. Das Weitwinkelobjektiv ist dabei von Vorteil, weil man den Aufnahmeabstand kurz halten kann, somit weniger Wasser zwischen Objekt und Kamera hat. Das bedeutet gleichzeitig weniger Schwebeteilchen und bessere Farben. Bei anderen Aktivitäten kommt dann möglicherweise der beachtliche Zoombereich gelegen.
Panasonic TZ3
Die Panasonic Lumix TZ3 mit 7.2 Megapixeln ist eine so genannte Reisezoom-Kamera. Sie besitzt einen 10-fachen optischen Zoom und ein 28mm-Weitwinkel. Oft sind die Kameras mit einem so großem Zoombereich entsprechend voluminös, Panasonic hat es allerdings geschafft, die Abmessungen recht klein zu halten. Schon deshalb ist es eine perfekte Begleiterin für unter Wasser. Positiv beim Weitwinkel ist die Tatsache, dass man bei all dem vorhandenen Übergepäck nicht auch noch eine separate Vorsatzlinse mitschleppen muss.
DMW-MCTZ3 Unterwassergehäuse
Das Unterwassergehäuse, das DMW-MCTZ3 besteht aus Polycarbonat und ist dicht bis zu einer Tiefe von 40m. Fast alle Kamerafunktionen können auch unter Wasser bedient werden. Die Kamera lässt sich bequem ins Gehäuse 'verpacken' und genau so mühelos wieder entnehmen. Auch unter Druck ist alles leichtgängig zu bedienen. Das Gehäuse eignet sich auch für die DMC-TZ2, so dass ein Wechsel von der TZ2 zur TZ3 einfach möglich ist, und wie gesagt, die TZ3 bietet einen Zoombereich von 28-280 mm (bezogen aufs Kleinbild)

High-Angle Modus

Leider ist das Objektiv nicht besonders lichtstark (f/3.3-f/4.9) was die Qualität allerdings nicht beeinflusst. Das Leica DC Vario Elmar liefert absolut scharfe Ergebnisse. Der 3-Zoll LCD-Monitor auf der Rückseite verfügt über 230.000 Pixel. Eine Zusatzfunktion ist der so genannte High-Angle-Modus, der es erlaubt, die Bildgestaltung auf dem Monitor auch aus einem ungünstigen Blickwinkel heraus vorzunehmen. Das ist besonders hilfreich, wenn die zickige Krabbe, die man ablichten will, nicht an der Stelle bleiben will, die man ihr eigentlich zugedacht hatte.

Akku

Die Kamera wird mit einem Lithium-Ionen-Akku ausgeliefert. Nach einer Stunde unter Wasser war dieser allerdings leer, so dass er vor dem nächsten Tauchgang erst wieder aufgeladen werden müsste. Wenn man also mehr als einen Tauchgang am Tag macht, muss während der Oberflächenpause das Gehäuse geöffnet und die Kamera entnommen werden. Gerade auf einem Tauchboot nicht gerade das Angenehmste, was vor allen Dingen Fehler herausfordert.
Spielchen
Langsam nähere ich mich auf dem Deich der Stelle, wo die Robbe liegen soll. Mein Buddy folgt mir mit schussbereiter Kamera. Wahrscheinlich will er mein überraschtes Gesicht festhalten, wenn ich bemerke, dass ich hereingelegt wurde oder liegt da wirklich etwas ? Ich nähere mich und plötzlich entdecke ich etwas, das mich anblickt. Ich bin wirklich überrascht, wende mich meinem Buddy zu, der mich ansieht als wolle er sagen: "Siehst du, ich hab´s doch gesagt!" Langsam, auf Knien rutschend, nähern wir uns der Robbe, dieses schöne Tier wollen wir nicht erschrecken. Es ist wie ein Spiel.

Vollbild

Bei jedem Schritt den wir näher kommen, macht die Robbe Anstalten zu fliehen. Dann nehmen wir unsere Köpfe herunter und sie bleibt doch liegen. Ich bin froh, die Panasonic TZ3 an diesem Wochenende dabei zu haben. Der starke Zoom ermöglicht mir vollformatige Nahaufnahmen der kleinen Robbe. Dieses Spiel wiederholt sich eine Minute später, bis wir bis auf etwa 3m herankommen. In der Zwischenzeit sind andere Taucher hinzugekommen und liegen neben uns auf dem Boden. Für Beobachter der Szene muss es merkwürdig aussehen, eine Gruppe von Tauchern in ihren Anzügen die auf dem Deich auf dem Boden liegt.
Robbe gefangen
Nach einer Weile lassen wir die Robbe in Frieden. Wir bereiten den Grill vor und unterhalten uns über das einmalige Erlebnis. Plötzlich kommt ein Auto angefahren, es ist Jaap van der Hiele, Freiwilliger bei E.H.B.Z. (Eerste Hulp Bij Zeehonden - Erste Hilfe-Einrichtung für verletzte Seetiere) der aus seinem Fahrzeug springt und die Robbe fängt bevor wir uns versehen. Es stellt sich heraus, dass die Robbe 5 Wochen alt und stark unterernährt ist. Robben haben ein Geburtsgewicht von 7-9 kg. Nach 4 Wochen verlassen sie ihre Mutter, bis dahin hat sich ihr Gewicht auf 30-35 kg erhöht. Diese hier wiegt 10, vielleicht 12 Kilogramm. Van der Hiele gibt der Robbe sofort Flüssignahrung und beginnt mit Stolz, von seiner Arbeit zu erzählen. Irgendjemand hatte die Robbe von einem Boot aus entdeckt und den Fund gemeldet. Üblicherweise ruhen sich die Robben auf Sandbänken aus. Wir haben es jedoch übersehen, dass die junge Robbe unterernährt war. Allerdings kommen rund 75% aller neugeborenen Robben wegen Futtermangels nicht durch. Unsere Robbe hier wird nun in die Seehundstation Pieterburen gebracht und gepflegt bis sie etwa 3 Monate alt ist. Danach bringt man sie dann zurück in die Oosterschelde.
Begrenzte Einstellmöglichkeiten
Eine praktische Funktion der Kamera ist der Bildstabilsator, der unverwackelte Bilder bei langen Belichtungszeiten erlaubt. Man muss diese Funktion aber rechtzeitig aktivieren, leider ist das nicht mehr möglich, wenn die kamera erst einmal im Unterwassergehäuse ist. Darüber hinaus hat die Kamera begrenzte Einstellmöglichkeiten, wie die Vorgabe von Belichtungszeit oder Blende. Für Fotografen die fortgeschrittenere Einstellungen verlangen ist sie weniger geeignet, dafür ist sie für diejenigen, die Wert auf Bequemlichkeit legen ideal. Es gibt genügend Motivprogramme aus denen man auswählen kann.
Seeskorpion
Jedes Bild, das ich während des Tests gemacht habe, ist im "Simple Modus" entstanden. Die ausgewogene Belichtung in diesem Modus finde ich bemerkenswert. Zusammen mit dem Gehäuse wird ein Diffusor geliefert, der den Blitz unter Wasser streut und die Schwebeteilchen im Bild reduziert, ein großer Vorteil. Nachteilig ist allerdings, dass bei Verwendung des internen Blitzes, die untere linke Ecke des Bildes abgeschattet wird, wie man bei dem Bild des Seeskorpions erkennen kann. Dieses Problem tritt aber bei fast jeder Kompakten auf.
Fazit
Alles in Allem bin ich mit der Lumix DMC-TZ3 und dem Gehäuse DMW-MCTZ3 sehr zufrieden. Das größte Plus ist der große Zoombereich von 28-280mm, der die Kamera perfekt für Aufnahmen über und unter Wasser macht. An dem Testwochenende entdeckten wir zufällig eine junge Robbe am Deich. Es dauerte nur Sekunden, um die Kamera aus dem Gehäuse zu holen und dank Superzoom und Bildstabilisator war ich in der Lage, das im Bild festzuhalten. Die Kamera produziert gestochen scharfe Bilder, sowohl unter Wasser als auch an Land und ist einfach zu bedienen. Nachteilig ist das geringe Durchhaltevermögen des Akkus, ein Zweit-Akku ist auf jeden Fall ratsam.

pro & contra


++ Riesiger Zoombereich - ideal für Schnappschüsse auf Reisen
++ Bildstabilisator
++ Großes LCD-Display
++ gestochen scharfe Bilder
++ Leichte Bedienung


-- Akku nach einer Stunde Tauchzeit leer
-- Abschattung durch Diffusor
-- Stabilisator kann im Gehäuse nicht (mehr) aktiviert werden


Übersetzung von Frank Malotke


Erschienen in: Reportagen | Testberichte


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