[deutsch]


posted by Adrian Schöne on 2007/02/19

Photoshop-Workshop in Eigenregie gefällig?

video_2_brain_workshop

Inhalt
  1. Einführung
  2. Inhalt des Workshops
  3. Technisches Konzept, Gestaltung
  4. Bezug zur Unterwasserfotografie
  5. Kritisches Resümee
A) Einführung
Digitale Bildbearbeitung ist in aller Munde und das Softwareangebot übermäßig groß. Es gibt neben dem wohl bekanntesten Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop viele weitere Angebote. Nennenswert ist z.B. das Open-Source Projekt "The Gimp", welches völlig kostenfrei ist und viele sinnvolle Funktionen der Bildbearbeitung bereits beherrscht. Ich möchte nun mehr auf Adobe Photoshop bzw. mehr auf den Video-Workshop zu Adobe Photoshop von Video2Brain eingehen. Video2Brain hat insgesamt fünf verschiedene Video-Workshops für Adobe Photoshop im Angebot, die alle Nutzergruppen ansprechen, egal ob Anfänger oder Profi. Ich habe mich aufgrund meiner Vorkenntnisse und Interessensgebiete für den Video2Brain Workshop „Adobe Photoshop CS2 für Fotografen – Retusche, Montage, RAW-Workflow“ entschieden.
B) Inhalt
Der 8-stündige Workshop beginnt mit einer wichtigen Grundlage für jeden ambitionierten Fotografen. Die Bildverwaltung und Archivierung ist aufgrund der Masse der Daten sehr wichtig und gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Mit Adobe Bridge ist man bestens für diese Aufgaben vorbereitet. Zunächst wird man mit der Oberfläche von Adobe Bridge vertraut gemacht und erhält für sämtliche Buttons eine Erklärung. Nach der detaillierten Erklärung des groben Aufbaus kriegt man den angestrebten Workflow des Programms erklärt. Neben sinnvollen Tipps im Handling von Adobe Bridge erhält man auch angebrachte Hinweise, die unabhängig von Adobe Bridge sind und manchmal etwas Licht ins Dunkle bringen. Es wird z.B. etwas genauer auf die XMP- und EXIF-Daten eingegangen und welche Vorteile die Nutzung dieser Technologien mit sich bringen. Nach Abschluss dieses Abschnitts gelangt man in das nächste Hauptthema – Camera RAW. Hier erhält man eine Einführung in die Möglichkeiten, die mit Adobe Bridge und Adobe Photoshop im Bezug auf RAW-Bilder implementiert sind. Es wird ein gesamter RAW-Workflow detailliert beschrieben und vorgeführt. Auch hier wird neben photoshopspezifisches Wissen allgemeine Theorie angesprochen, die dem Einen oder Anderen evtl. helfen kann. Besonders interessant in diesem Abschnitt ist die richtige Erklärung und Nutzung eines Histogramms. Hier werden Hinweise und praktische Übungen zum Thema angeboten, die das Wissen rund um Histogramme festigen. Der nächste Themenabschnitt beginnt mit der klassischen Retusche. Hier geht es um Bereichsreparaturen, Rote-Augen-Minderung und Zähne weißen. Sollte man mit dem klassischen Photoshop vertraut sein, wird dieser Abschnitt nicht sonderlich interessant sein, denn es werden die altbekannten Werkzeuge genutzt. Ein großer Unterpunkt der Retusche ist die Porträt-Retusche, wo man seine Fertigkeiten bei der Porträt-Retusche ausbauen kann. Interessant wird es wieder im Abschnitt Masken. Hier wird das Arbeiten mit Ebenenmasken sehr ausführlich thematisiert und man erhält einen Einblick in Kanalberechnungen und Maskierungen. Dieser Abschnitt ist besonders für die Unterwasserfotografie interessant. Dazu später mehr. Nun kommt der Teil des Workshops, der mich zum Kauf animiert hat. Die Kreativküche von Photoshop. Hier werden alle Register gezogen und man erhält zahlreiche Tricks und Tipps im Handling von Photoshop, die teilweise einen sehr starken Bezug zur Unterwasserfotografie haben. Hier geht es um Techniken, wie z.B. Unscharf maskieren, Tiefenschärfe abmildern, Scharfzeichner, Störungen reduzieren, Blendenkorrektur und dem berüchtigten Kopierstempel. Dieser Abschnitt gehörte für mich persönlich zum Highlight des Workshops und hat mir für viele künstlerische Freiheiten das Werkzeug an die Hand gegeben. Doch damit nicht genug Theorie, denn anschließend ging es um Tonwert- und Farbkorrekturen, die in der Unterwasserfotografie auch sehr sinnvoll sein können. Mit den aus dem Camera RAW Abschnitt gewonnenen Kenntnissen über Histogramme wird man nun in die richtige Analyse eines Histogramms eingeführt. Mit diesem Wissen ist es ein leichtes das Zusammenspiel von Farbton, Farbsättigung, Tiefen und Lichtern zu erkennen und mit diesen Faktoren zu arbeiten und das Bild zu verbessern. Zum Abschluss des Workshops werden Methoden aufgezeigt um wiederkehrende Arbeitsabläufe, wie z.B. ein Foto mit einem Copyright zu versehen, schnell zu erledigen.
C) Technisches Konzept, Gestaltung
Man legt die DVD seinen PC ein und das Menu des Workshops wird automatisch geladen. Im Hauptmenu kann man nun einen Themenabschnitt auswählen, der wiederum Unterpunkte enthält. Das Menu ist intuitiv gestaltet und kann ohne große Vorkenntnisse in der Nutzung eines PCs bewältigt werden. Nach jedem Themenabschnitt hat man die Möglichkeit einen Multiple-Choice Test zu machen, wo man sein erworbenes Wissen testen kann. Falls kein Interesse an diesem Test besteht, kann man diesen selbstverständlich überspringen. Ein weiterer Vorteil des Workshops ist, dass man alle gezeigten Übungen direkt nachmachen kann, da sämtliche Fotos, die verwendet wurden im richtigen Format auf der DVD beiliegen. Insgesamt ist die DVD von der technischen Seite her, sehr gut konzeptionisiert und erleichtert dem Benutzer den Workshop ungemein.
D) Bezug zur Unterwasserfotografie
Wie ich bereits beim Inhalt angesprochen habe, sind Teile des Workshops sehr gut auf die Bildbearbeitung von Unterwasserfotografien übertragbar. Die klassische Anwendung der Bereichsreparatur wird jedem Benutzer bekannt sein. Mit diesem Werkzeug kann man sehr schnell vorhandene Schwebeteilchen entfernen und sogar Teile des Bildes rekonstruieren. Das nächste recht simple, aber effektive Werkzeug ist die selektive Farbtonkorrektur. Mit Hilfe dieses Werkzeugs kann man einen Blau- oder Grünstich nachträglich realistisch retuschieren. Die nötigen Tipps zur Nutzung erhält man selbstverständlich während des Workshops. Das Verändern des Farbtons bzw. der Farbsättigung kann genutzt werden um nachträglich die Farbgebung deutlich zu verstärken/abzuschwächen um z.B. das Hauptmotiv vom Hintergrund abzuheben. Dies kann z.B. bei Blauwasseraufnahmen gut genutzt werden, denn oft hat man das Problem, dass das Blauwasser sehr flau dargestellt wird. Auch mit den Tiefen und Lichtern kann man zu dunkle oder zu helle Fotos „retten“ und seiner kreativen Ader völlig freien Lauf lassen. Rund um die Unterwasserfotografie kann man mit diesem Workshop und eigener Kreativität viele nützliche Tipps und Tricks mitnehmen und seine eigenen Workflows zur Bildbearbeitung entwickeln.
E) Kritisches Resümee
Der Workshop hat mir gezeigt, was mit der digitalen Bildbearbeitung möglich ist. Teilweise war ich zugleich erstaunt und erschrocken, denn beginnt man erst das Handwerkszeug zu verstehen, sind der Bildmanipulation keine Grenzen gesetzt. Nicht nur für Unterwasserfotografen ist dieser Videoworkshop ein gelungener Einstieg in die effektive Nutzung von Photoshop, sondern auch für den Freizeitfotografen, der gerne seinen Fotos nachträglich das gewisse „Etwas“ verpassen möchte. Es gibt allerdings auch einige negative Aspekte. Teilweise ist der Workshop etwas praxisfern und wird manchmal langweilig. Ausserdem hätte man für meinen Geschmack mehr Übungen in die DVD integrieren sollen, um das Gelernte sofort in die Tat umzusetzen, denn nicht jeder Fotograf hat gleich die passenden Fotos für die jeweilige Problemstellung zur Hand. Preislich ist das Video mit 29,00 € bei Amazon erschwinglich und steht in einer guten Relation zur Leistung. Ich kann den Workshop sehr gut weiterempfehlen, möchte aber nochmals darauf hinweisen, dass man trotz des Workshops viele Stunden investieren muss, um mit Photoshop produktiv arbeiten zu können.


Erschienen in: Rezensionen | Testberichte


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