Portfolio #1: Unterwasserfotograf Rob van de Louw
Traumreisen, Tauchabenteuer und teure Ausrüstung, dass sind die klassischen Dinge, die man vielleicht über erfolgreiche Unterwassefotografen denken mag. Kürzlich wurde genau diese Frage mit dem Thema "Wie kommt man in die Medien ???" von unserem Mitglied MMo im Forum gestellt. Sie zählt seither zu unseren beliebtesten und längsten Diskussionen auf DIGIDEEP. Die perfekte Antwort wurde wohl bisher immer noch nicht gefunden, denn woran bewertet man einen guten und erfolgreichen Unterwasserfotografen? Das wissen wir auch nicht genau, aber es hat uns dazu bewogen ganz unterschiedliche Erfolgsstories und Persönlichkeiten auf DIGIDEEP mit Portfolios vorzustellen, damit ihr Euch selber einen Eindruck verschaffen könnt. Diese Woche machen wir den Anfang mit einem erfolgreichen Mitglied aus der Gemeinde: Rob Van de Louw, der gerade in diesem Monat sein erstes Cover-Photo in der holländischen duiken platzieren konnte und noch einige andere fotografische Leckerbissen zu bieten hat. Ob er sich er eher als Newcomer oder Allrounder versteht, hat er uns im Online-Interview verraten.
DIGIDEEP: Lieber Rob, bitte Stelle Dich kurz vor (Alter, Wohnort, Familienstand, Beruf) ...
Rob van de Louw: Mein Name ist Rob van de Louw. Ich bin 45 Jahre alt und wohne in Gronau an der höllandische Grenze. Ich bin seit 10 Jahre verheiratet und habe 2 Töchter (8 und 9 Jahre alt), die beide sehr viel Spaß am Schnorcheln haben. Ich bin von Beruf Tierarzt und habe zusammen mit meiner Frau, die auch Tierärtztin ist, eine Kleintierpraxis in Gronau und eine in Holland.
DIGIDEEP: In welchem Alter hast Du mit dem Tauchen begonnen?
Rob van de Louw: Ich habe den Tauchschein, zusammen mit meine Frau, im Januar 2000 auf den Malediven gemacht und habe dann schon ein Jahr später mit Unterwasservideo mit einer Sony DCR-PC100 im Sealux Gehäuse angefangen.
DIGIDEEP: Würdest Du Dich inzwischen als Profi in Sachen Unterwasserfotografie bezeichnen oder eher als ambitionierten Amateuer der Spaß am Publizieren und der Wettbewerbsfotografie?
Rob van de Louw: Also als Profi würde ich mich auf keinen Fall bezeichnen, eher als einen ambitionierten Unterwasserfotografen der Spaß am Publizieren hat.
DIGIDEEP: Publizierst Du lieber oder reizt Dich der Nervenkitzel bei Fotowettbewerben mehr, bzw. die manchmal sehr lukrativen Preise?
Rob van de Louw: Ich publiziere lieber meine Reiseberichte, weil da doch etwas mehr Kreativität gefragt ist. Bild und Text müssen zusammenpassen.
DIGIDEEP: Welches war Deine allererste Unterwasserkamera und was war auf Deinen ersten U/W-Fotos zu sehen?
Rob van de Louw: Meine allererste Unterwasserkamera war eine Sea&Sea MMIIEx. Mit ihr habe ich auf Walkers Cay auf den Bahamas Bullenhaie beim Schnorchlen fotografiert. Weil mir die Qualität der Aufnahmen nicht gefallen hat, habe ich mir danach eine Nikon F4 SLR Kamera gekauft.
DIGIDEEP: Welche Ausrüstung benutzt Du heute und bist Du der Meinung, das eine gute Ausrüstung auch Pflicht für gute Bildergebnisse ist?
Rob van de Louw: Seit letztem Jahr habe ich eine Nikon D200 DSLR in einem Sealux D200 Gehäuse, womit ich sehr zufrieden bin. Als Blitze benutze ich 2x Inon Z240 und 2x Sea&Sea YS-120 Duo. Für gute Bildergebnisse ist zum größten Teil der Fotograf hinter der Kamera verantwortlich. Ein guter Fotograf wird auch mit Kompaktkameras noch befriedigende Bilder machen, umgekehrt wird jemand der keine Ahnung vom Fotografieren hat auch mit der besten Ausrüstung keine Top- Bilder machen. Eine gute Ausrüstung macht die Sache halt etwas einfacher, man hat keine Auslöseverzögerung, und mit einem schnellen und präzisen Autofokus kann man dann gerade noch das Bild schaffen, was mit einer günstigeren Kamera vielleicht nicht möglich ist. Auch die Qualität von Gehäuse mit Ports ist wichtig. Ich habe mir das Sealux Gehäuse gekauft, weil die Leute von Sealux sehr flexibel sind und es wird in Deutschland hergestellt, sodass es immer schnell repariert werden wird, sollte es einmal defekt sein. Und zu guter letzt stimmte das Preis/Leistunfsverhältnis.
DIGIDEEP: Was fotografierst Du am Liebsten unter Wasser und warum?
Rob van de Louw: Vor einiger Zeit habe ich am liebsten Grossfische fotografiert, wie zum Beispiel Haie und Mantas, aber im letztem Jahr war ich in Lembeh (Indonesien) und habe da die Makrowelt für mich entdeckt. Der Kontrast konnte nicht größer sein. Mein letztes Bild (vor Lembeh) war ein Tigerhai auf den Bahamas und mein nächstes Bild ein Pygmeenseepferdchen.
DIGIDEEP: Hast Du fotografische und taucherische Vorbilder und Idole?
Rob van de Louw: Also Idole habe ich nicht, aber Alex Mustard ist doch ein Vorbild für mich, weil er gerne experimentiert und deswegen nicht die Standardbilder macht.
DIGIDEEP: Hast Du jemals einen U/W-Fotokurs gemacht, wenn ja – wie hat dieser Deine eigenen Bildergebnisse Deiner Meinung nach beeinflusst?
Rob van de Louw: Ja, als ich meine Nikon F4 gekauft habe, habe ich einen Privatkurs bei Herbert Frei gemacht. Das hat mir sehr viel gebracht. Herbert ist nicht nur ein sehr angenehmer Zeitgenosse, ich denke, dass auch niemand mehr Ahnung über die Technik vom Fotografieren hat. Auch jetzt habe ich noch immer Kontakt zu Herbert. Ich denke man sollte zuerst die Technik der Kamera gut beherrschen, damit man sich unterwasser nur noch mit der Bildgestaltung beschäftigen muss.
DIGIDEEP: Welchen Tipp würdest Du einem Neueinsteiger geben?
Rob van de Louw: Also große Tipps für Einsteiger habe ich nicht, ausser, dass man die Technik von Blende und Zeit beherrschen sollte und sich erst Gedanken über das Bild machen sollte, bevor man abdrückt. Ich komme noch aus dem analogen Zeitalter, hatte also nur 36 Bilder pro Tauchgang zur Verfügung.
DIGIDEEP: Wenn Du plötzlich nur noch einen Tauchgang für den Rest
Deines Lebens machen würdest, welchen Tauchplatz würdest Du dafür wählen?
Rob van de Louw: Sehr schwierige Frage, da möchte ich eigentlich nicht daran denken. Für mich kommen ein paar Plätze in Frage:
1. Tigerbay, weil das Tauchen mit 10 oder mehr Tigerhaien doch einen schönen Nervenkitzel gibt.
2. Mantapoint im Süd-Ari, weil es fast nicht schöneres gibt als einen Manta, der wie ein Ufo über dir hängen bleibt.
DIGIDEEP: Was war für Dich persönlich der größte Erfolg der letzten Jahre?
Rob van de Louw: Also von großen Erfolgen würde ich nicht sprechen, aber ich habe jetzt mein erstes Titelbild in der holländischen Zeitschrift "Duiken", worauf ich doch ein bisschen stolz bin.
DIGIDEEP: Was sind Deine nächsten Projekte/Ziele von denen wir wissen sollten?
Rob van de Louw: Also für dieses und kommendes Jahr fahre ich nochmals nach Lembeh, zu den Brothers in Ägypten und nach Sharm el Sheik. Ich werde auch noch ein letztes mal eine Tigerhaisafari machen.
Das Interview führte: Andreas Voeltz für DIGIDEEP per Email
Glückwunsch an Rob, das Portfolio hat´s auch verdient, präsentiert zu werden. Von winzig, rot und harmlos bis zu groß, weiß und potentiell hungrig ist ja auch wirklich alles dabei ...

















