Pulau Weh: Reisebericht aus Indonesien

Tsunami, Bürgerkrieg, strenger Islam und schwierige Anreise: Das sind die Faktoren, die Pulau Weh über Jahre hinweg vor dem Massen-Tauchtourismus bewahrt haben. Die kleine Insel im Norden Sumatras, bietet zwar wenig Luxus, darum aber auch erstklassiges Tauchen an noch nicht übertauchten Plätzen. Anbei ein kleiner Reisebericht über die Insel, die mir in den letzten 6 Monaten ans Herz gewachsen ist.
Die Highlights sind:
Battee Tokong
Wohl mit der schönste Tauchplatz auf Pulau Weh besticht durch seine Vielfältigkeit. Ob nun Seafan-Wälder, Rifffische oder Haie man kann den Platz auf sehr unterschiedliche und immer neue Art betauchen.
Wohl am auffälligsten ist hier die Muränen Population am Haupt-Pinnacle – über 10 Arten und mehr als 50 Muränen pro Tauchgang sind keine Ausnahme.
Am Sharkplateau (einer ca. 28m tiefen Riffverlängerund) finden sich Schulen von Barrakudas und Jacks, sowie Schwarzspitzen Riffhaie und Gelegentlich Weißspitzenriffhaie und Adlerrochen.
Am tiefen Ende der Westseite beginnen auf circa 25 Meter Tiefe die Seafans, die sich bis weit über 50m hinaus als eindrucksvoller "Oranger Wald" ausgebreitet haben.
Canyon


Pantee Peunateung steht für "Strand der Reisterrassen". Das kommt daher, dass der Tauchplatz aus einer Riffzunge besteht, die von der Küste senkrecht ins Meer hinausreicht und Terassenförmig abfällt. Das sorgt erstens für viel Strömung und zweitens für viel Korallen und Fisch. Besonders erwähnenswert ist das Plateau zwischen 25-30 Metern, wo man Barrakudas (verschiedene Schulen), Jacks (eine sehr große Schule) und ab und an Napoleons sehen kann. Eine Weitere Attraktion ist die "Tiefe Wand" ... am Ende der Terrassen (35-40 Meter) fällt eine Wand bis auf circa 55-65 Meter ab: Hier ist zum einen ein wunderbarer Korallenwachstum zu beobachten und zum anderen meistens richtig gute Sicht. Problem ist dann meistens der Dekostop bei starker Strömung auf dem Riffdach – also Vorsicht und nicht zu lange bleiben!

Sophie Rickmers ist ein deutsches Handelsschiff aus der Rickmers Werft in Hamburg, welches zum Ausbruch des zweiten Weltkriegs vom Kapitän vor der Insel versenkt wurde, um das Schiff nicht in die Hände der niederländischen Besatzung fallen zu lassen. Es ist heute sehr schön bewachsen und neben Fledermausfischen, Schnappern, Skorpionfischen, Schnecken etc. trifft man auch recht regelmäßig einige sehr große Goliath Grouper an. Das Schiff ist über 130 Meter lang, das #### liegt auf 72 Metern und der Bug auf 57 Metern. Der Tauchgang beginnt am kollabierten Steuerhaus auf circa 40 Metern. Es ist also ein Dekompressionstauchgang. Getaucht wird nach einer kanadischen Navy-Tabelle: Grundzeit 18 Minuten (verkürzt von den 20 Minuten der Navy), Maximaltiefe 51 Meter. Der Guide geht mit Doppeltank und redundanten Atemreglern und ab 12 Metern gibt es am Seil Stageflaschen für den Dekostop. Ein sensationeller Tauchgang, den Lumba Lumba ab Rescue Diver und 100+ Tauchgängen anbietet. Jeder muss vorher einen Deep-Check Tauchgang absolvieren, wo auf 45 Metern Reaktion, Narkose und Atemvolumen gecheckt werden.

Gapang Beach, das Lumba Lumba Hausriff, liegt direkt vor der Basis und kann jederzeit betaucht werden: Mit Guide, als Buddy Team oder – bei entsprechender Erfahrung – auch alleine. Gapang Beach ist eine kleine Bucht und das Riff geht bis auf ca. 5 Meter Tiefe und fällt dann langsam, als Slope, bis auf circa 20 Meter ab. Es gibt einen kleinen Jetty, mehrere Korallenfelder, Bommies, Sandflächen und 2 kleine künstliche Riffe. Für Critterjäger, Makrofans und vor allem Fotografen ist das Hausriff ein echtes Paradies: Unzählige Röhrenaale, Schlangenaale, Muränen, Feuerfische, Skorpionfische, Octopoden, Sepia, Waspfish, Mantis, Catfish, Schnecken Kofferfische, Gobies und vielerlei andere Rifffische fallen dem Hausrifftaucher sofort ins Auge und auch Taucher, die ohne Guide ins Wasser gehen, kommen stehts mit einem Grinsen zur Basis zurück. Beim genauen Hinsehen kann man auch Baby Frogfish, Ghostpipefisch, Pegasus, Long Arm Octopus, Mimic Octopus, Bobtail Squid, Seepferdchen, Pipehorse, Flying Gurnard und andrere Raritäten entdecken.
Das Essen
So. Den unangenehmeren teil hab ich mir bis zum Schluss aufgehoben Hallo Serge,
vielen Dank für den interessanten Reisebericht. Glaube nicht das ich jemals so eine Reise unternehmen kann, aber das Träumen macht mit so einem Bericht mehr Spass.
Gruß Bernd
Hey Serge,
hat ja leider in diesem Jahr nicht mit einer Fotosafari (Digideep) geklappt. Hatte mich schon auf dich und die anderen gefreut....
Ich fahre in wenige Wochen nach Sahaung (Sulawesi). Dein Bericht ist sehr gut zu lesen und deine Fotos sind ja sowieso über jeden Zweifel erhaben.
Wenn man nun konkret Geschmack an dem von dir beschriebenen Reiseziel gefunden hat, an wen sollte man sich wegen Buchung und Organisation wenden?
Alles Gute aus den hessischen Wäldern
Christoph Goebel
Hi Christoph!
Hoffe alles klar bei dir!! Wünsche dir auf jeden Fall viel Spass in Sulawesi ... war im April auch kurz dort.
Wegen Pulau Weh: Entweder einfach nen Flugbuchen und hinfliegen (Zimmer bei LumbaLumba per Email über LumbaLumba.com reservieren) oder man kann das ganze auch als komplettpaket über Aquaventure-Tauchreisen buchen ... da sind dann Flüge und Transfers und alles dabei.
Also nochmals viel Spass im Urlaub Herr Forstmeister
serge
Ja, alles klar - was soll auch schon in meinem Alter noch passieren???
Über Aquaventure haben wir schon mehrfach gebucht und halten den Vermittler (Maik Solf) für schlichtweg genial. Meine Frage hatte aber einen anderen Hintergrund: wolltest Du nicht dort selbst etwas organisieren? Da wäre ich dann mal vorbei gekommen.
Also , Waidmannsheil in allen Lebenslagen
Christoph





