Sanyo Xacti HD1A & MB-SUB Light-Station
Inhalt
Da High Definition (HD) die alten und schwach auflösenden Geräte immer mehr verdrängt, kam nur eine solche Kamera in Frage. Jedoch stellte ich einige grundsätzliche Anforderungen an die Kamera. Sie sollte leicht sein, weder auf Band noch auf CD schreiben, bezahlbar und vor allem mit Gehäuse ausrüstbar sein. So blieb zu meiner Zeit nur die Xacti HD1A von Sanyo, über die jedoch keinerlei UW-Testberichte verfügbar waren. Aus diesem Grund stelle ich hier meinen kurzen Test sowie ein paar kurze Democlips in Originalgröße zur Verfügung.
Sehr kompakt und mit superleichten 210 Gramm hat die kleine HD1A schon einiges zu bieten. Wenn auch nicht FullHD mit 1080i, beeindruckt sie doch mit einer sehr hohen Video-Auflösung von 1280 x 720px (720p) bei 30 Bildern/sek. im 16:9 Format sowie einer max. Fotoauflösung von 3680 x 2760px. Keine andere Kamera vermag eine solch hohe Video- und Fotoauflösung in einem Gehäuse zu vereinen. Und die Bedienung ist denkbar einfach: Links Foto, rechts Video. Der 10-fache optische Zoom bedarf keiner digitalen Unterstützung, diese kann man getrost deaktivieren. Um die großen Brennweiten überhaupt nutzen zu können, wurde ein Verwacklungsfilter eingebaut, der aber bei max. Zoom etwas überfordert ist. Viel interessanter ist für Taucher jedoch der Makrobereich, der bis auf 1cm herunter reicht. Die Tiefenschärfe ist selbst in diesem Extrembereich sehr gut, im Vergleich zur zuvor genutzten Nikon Coolpix 5000 sogar deutlich besser.
Die Automatikfunktionen der Kamera arbeiten so zuverlässig und gut, dass man kaum manuellen
Eingriffe vornehmen muss. Auch der Auto-Weißabgleich ist hervorragend und auch schwierigen
Situationen gewachsen, ebenfalls deutlich besser als bei der Coolpix 5000.
Schön ist, dass manuelle Eingriffe über das Menü durch einen Druck auf die Menütaste direkt
wieder greifbar sind, die letzte Veränderung bleibt im Vordergrund.
Fotos wie auch Videos zeigen natürliche und kräftige Farben, ohne übertrieben zu wirken.
Die LowLight Qualität der Kamera ist nicht besonders gut, wird von mir aber auch selten genutzt. Auch könnte der Autofocus etwas schneller und präziser arbeiten, man darf nicht zu schnell zoomen oder schwenken. Vermisst habe ich ein Filtergewinde, weshalb ich mir den 49mm Adapter von Sanyo (Bild) aus den USA bestellt habe. Somit ist der Gebrauch eines hochwertigen Polfilters (z.B. B+W nach Käsemann) möglich, den ich gerade im Urlaub bevorzugt einsetze. Die Akkulaufzeit könnte etwas besser sein, hierzu später mehr.
Als besonders vorteilhaft empfinde ich die Speicherung auf SD-Karte. Auf eine 4 GB-Karte
können ca. 55 Minuten HD-Film aufgezeichnet werden. Die stark komprimierten Daten liegen
im MP4-Format vor und benötigen ca. 1,2 MB/sek. Als sinnvoll erweist sich im Urlaub die
Mitnahme eines kleinen SUB-Notebooks oder zumindest eines X-Drives, um die Daten zu
archivieren. Auf dem Notebook lassen sich die MP4-Clips auch gleich auswerten.
Von vielen wurde bemängelt, dass man die Originaldateien nicht vernünftig bearbeiten
kann. Über einen kleinen Umweg ist dies aber sehr einfach zu bewerkstelligen. Ich konvertiere
zunächst die MP4-Dateien mit dem kleinen Programm MP4toAVI, wobei Audio auf PCM eingestellt
wird. Diese Konvertierung geht sehr schnell und als Ergebnis liegt eine AVI-Datei vor,
die qualitativ gleichwertig und ebenso stark komprimiert ist. Diese lassen sich nun z.B.
mit Adobe Premiere professionell bearbeiten und schneiden. Die fertig geschnittenen
Sequenzen werden nun im WMV9-Format exportiert und haben im Ergebnis nach wie vor
1280x720px bei 30 frames/sec. Überraschend ist, dass keine Qualitätsverluste auftreten
und die Dateigröße nochmals um 1/5 reduziert wird. 55 Minuten benötigen jetzt nur noch
ca. 3,4 GB.
HDTV:
Um auch im Wohnzimmer in den Genuss von eigenen HD-Filmen zu kommen, setze ich den Netzwerkplayer Showcenter 200 ein, für den es leider bisher noch kein Vista-Update gibt. Unter Vista aber mit Windows Media Player zu nutzen. Alle auf dem PC vorhandenen Multimedia-Dateien können bis 1080i auf dem großen TV gezeigt werden, der Vorteil von HD-Material ist deutlich zu sehen und hoffentlich bald auch in Deutschland Standard.
Ebenso kompakt wie die Kamera ist das Gehäuse EHS-510H von Epoque mit einer max.
Tauchtiefe von 45m.
Alle Kamerafunktionen sind bedienbar, sogar die Blitztaste, die allerdings absolut überflüssig ist. Neben die Kamera passt soeben noch ein kleines Tütchen Silikat-Granulat und mein Wassermelder (Bild), der sehr sensiblen auf Feuchtigkeit anspricht und mittels extrem heller LED (4300 MDC) vor Feuchtigkeit warnt. 6 VA-Schnallen sind um das Gehäuse verteilt und etwas fummelig zu öffnen, nichts für die Fingernägel von Frauen
Die Verarbeitung des Gehäuses ist sehr gut, der Abtrieb mit Kamera gering und optimal
austariert, ohne aufzuschwimmen. Mit einem Preis von ca. 280 Euro nicht nur robust und
kompakt, sondern auch billig.
Wer einen externen Blitz verwenden möchte, findet einen Steckanschluss für ein Lichtleiterkabel, wobei die Verwendung eines Blitzes nur die Fotofunktion unterstützt und nicht ratsam ist. Wer will schon UW-Videos ohne Kunstlicht drehen, wenn mit einer vernünftigen Lichtanlage beides möglich ist!
Für meine Halterung habe ich am Stativgewinde ein VA-Bügel (Bild) fest montiert, der die Kamera mittels einer Rändelschraube auf der Akkuplatte hält. Die obere Halterung ergibt sich aus den Bildern.
Ich habe mich für die Lichtanlage Light Station von MB-SUB entschieden, da diese sehr
leistungsstark und klein in den Abmessungen ist. Die Doppeltankanlage liefert 2 x 16,8
Volt mit 4,8 Ah und speist beide Halogenbrenner mit je 50 Watt HLX im Überspannungsbetrieb,
was einer Lichtausbeute von 2 x 90 Watt entspricht (Brenndauer 50 Min. bei max. Leistung).
Der Abstrahlwinkel ist groß, was im Filmbetrieb von großem Vorteil ist. Für den Makrobereich
lassen sich beide Brenner unabhängig voneinander auf 70% oder 40% dimmen, was die Brenndauer
enorm verlängert.Die Farbtemperatur ist optimal, mit Auto-Weißabgleich sehr neutral und natürlich. Als Akku sind die neuen Lithium-Mangan-Zellen im Einsatz, die entscheidende Vorteile bieten. Absolut kein Memory-Effekt mehr, bessere Lagerfähigkeit, höhere Leistung auch bei Kälte und fast keine Selbstentladung. Das Gewicht der Beleuchtungsanlage beträgt knapp 3,5 kg, der Abtrieb unter Wasser 950g. Die Ladebuchse befindet sich direkt hinter der blauen Schraube, sehr einfach und schnell zu bedienen.
Der Preis ist mit ca. 900 Euro recht hoch, jedoch angemessen. Man sollte nicht den Fehler
machen, eine Lichtanlage mit nur einem Lampenkopf zu wählen, der dadurch entstehende
Schatten hat mich schon bei der Nikon mit einem externen Blitz extrem gestört.
Zusätzliche Funktionen: 4-stufige Kapazitätsanzeige und SOS-Signalgeber
Rotfilter:
Da jede Beleuchtungsanlage ihre Grenzen findet, verwende ich stattdessen für größere Distanzen einen Rotfilter von UrPro. Im Bereich von 8-20m liefert er erstaunliche Ergebnisse, ein absolutes Muss für jeden UW-Fotografen/Filmer. Vergleichsaufnahmen haben dies eindrucksvoll bestätigt.
Um alle Komponenten zu einer Einheit zusammen zu fassen, verwende ich einen eloxierten
Alustab 20x6mm aus dem Baumarkt, den ich heiß gebogen habe. Die gepolsterten Seiten
(Griffpolster einer Sporttasche) bieten einen guten Halt, der Bügel wird mit einem
Gegenlager (Bild) an der Grundplatte der Tankanlage verschraubt. Die Verschraubungen
sind aus Edelstahl.
Als Filterhalter (Bild) verwende ich an der Kamera und auf dem Bügel einen Halter von Cokin. Den beim Filterhalter mitgelieferten Verschlussdeckel habe ich rund ausgeschnitten und eine zugescnhittene Filterscheibe von UrPro aufgeklebt. Diese sind als normale Einschraubfilter wie auch als Kunststoffscheibe erhältlich und leider sehr teuer. Aus der Kunststoffscheibe habe ich jedoch 2 Filter kleben könen. Dieser Filter lässt sich schnell einschieben und findet bei Nichtgebrauch Platz in der Halterung auf dem Bügel. Das lästige Einschrauben in das 55mm-Gewinde entfällt.
Das Gehäuse mit Filter kann mittels zweier Rändelschrauben schnell entnommen werden
und bei Strömungstauchgängen ohne Lichtanlage verwendet werden, was von grossem Vorteil
ist. Gerade bei Strömungstauchgängen könnte es ja vorkommen, dass man sich hinterher
schwarz ärgert, weil die Kamera nicht dabei war. Großfischbegegnungen kann man eh nicht
ausleuchten. Zunächst hatte ich die Lampenköpfe auf stabile Flexarme montiert, was
sich in der Praxis aber als überflüssig erwies. Die Lampen haben einen so breiten
Abstrahlwinkel, dass ich diese nun auf kurze Verlängerungen der oberen Schiene
montiert habe. Grundsätzlich hätte ich die Schiene auch verlängern können, dann
hätte der Bügel im Rucksack aber keinen Platz gefunden. Da die Gesamtanlage ca. 1,3kg
Auftrieb benötigt, verwende ich zwei 0,4l Sigg-Aluflaschen (Bild) in Neoprenhülle
sowie einen Auftriebskörper zwischen den Tanks (hier nicht abgebildet).
Alle Bauteile einschl. Ladegeräte, Ersatzteile etc.(ohne Sigg-Flaschen) finden im hochwertigen Fotorucksack Nature Trekker AW II von Lowepro Platz (Bild), der noch so eben die Handgepäckmaße erfüllt, wenn auch mit Notebook ca. 9-10 kg schwer. Der Zusammenbau der ganzen Anlage ist schnell und einfach zu erledigen.
Die gesamte Videoanlage ist sehr kompakt und unter Wasser nur ca. 100 Gramm schwer, einfach
zu bedienen und verhältnismäßig strömungsgünstig. Ein geringes Gewicht sollte man anstreben,
damit man bei vorgehaltener Kamera nicht nach vorne herunter kippt und gegen paddeln muss,
was sich störend auf den Film auswirkt.
Die Bedienung der Kamera lässt keine Wünsche offen, wenn auch einige Funktionsdurchführungen
für meine Begriffe überflüssig sind. Das Filmen macht so viel Spaß, dass man hierüber die sehr
guten Fotoqualitäten vergisst und eigentlich zu wenige Fotos macht.
UW stört mich nur die zu kurze Akkulaufzeit, die leider nicht für 2 Tauchgänge ausreicht,
sodass das Gehäuse zwischen den TG geöffnet werden muss. Wenn dann noch der Verwacklungsfilter
und der Autofocus etwas besser arbeiten würden, wäre ich rundum zufrieden.
Alles in allem bin ich von den ersten Ergebnissen positiv überrascht, die hohe Auflösung
zeigt deutlich schärfere Bilder in guter Qualität bei akzeptablem Preis. Schade nur, dass
ich keine längeren Demos zeigen kann, der Download wäre zu groß. Mit der Bitte um Verständnis.
Beispielfilme










