[english]


geschrieben von René Kortschack am 12.04.2006

Schönes Asien: Reisebericht Sipalay

Jedes Jahr wieder stehen viele Menschen vor der Qual der Wahl, einen für sie geeigneten Urlaubsplatz zu finden. Dabei spielen die unterschiedlichsten Kriterien eine Rolle. Oftmals ist es nicht einfach etwas Ideales zu finden, zumal auch geschlechtsspezifisch unterschiedliche Anforderungen eine Rolle spielen.



Bei mir und meiner Partnerin sind dies meist folgende Kriterien:
  • Schöne Gegend abseits des Massentourismus
  • Schöner Strand
  • Türkisblaues Wasser
  • Erschwinglich
  • Kein Bettenbunker sondern familiäre Atmosphäre
  • Leckeres Essen
  • Gute Bar
  • Gut geführte Tauchbasis
  • Hübsche Tauchplätze für Weitwinkel und/oder Makrofotografie
  • Nette Menschen (kann man sich natürlich nur wünschen)
Viele Urlaubsorte auf den Philippinen erfüllen diese Anforderungen zum Teil oder vollständig. Die offene Freundlichkeit der Filipinos trägt dazu bei, dass man sich hier sofort wohl fühlt. Man findet hier eine enorme landschaftliche Vielfalt und wunderschöne Tauchreviere, die kaum Wünsche offen lassen.

Die Preise bewegen sich, wie vielerorts im asiatischen Raum, auf einem sehr niedrigen Niveau. Der Preis für einen Tauchgang beträgt, je nach Urlaubsort, zwischen 12 und 30 € und auch die Nebenkosten sind sehr gering. Die Philippinen kann man fast das ganze Jahr über bereisen. Es herrscht ein tropisches Klima mit zwei Jahreszeiten: Juli bis Oktober Regenzeit, November bis Juni Trockenzeit. Die Durschnittstemperatur liegt von Dezember bis Mai bei 21-31 Grad und von März bis Mai bei 25-40 Grad. Die Wassertemperatur schwankt zwischen 26 und 29 °C. Die schönste Reisezeit ist von November bis Mai.

Die nachfolgenden Berichte erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sollen lediglich von meinen persönlichen Erfahrungen auf den Philippinen berichten und die von mir bereisten Urlaubsorte kurz vorstellen.

Den Anfang macht mein momentanes Lieblingsziel auf den Philippinen – Sipalay.
A) Sipalay – Geheimtip auf den Philippinen

Die Lage
Sipalay ist eine kleine Stadt und befindet sich auf der Westseite der Insel Negros. Die für Taucher interessanten Ressorts befinden sich ca. 6km entfernt, an einem wunderschönen weißen Sandstrand, der besonders die Sonnenanbeter (Frauen) sehr ansprechen dürfte. Touristisch gesehen ist die Gegend um Sipalay noch jungfräulich. Es gibt hier „nur“ Strand und kaum Menschen. Der wesentlich bekanntere Ort auf Negros, Dumagete liegt auf der anderen Seite der Insel.

Unterkunft
Es gibt meines Wissens nach nur zwei Resorts. Das Easy Diving Beach Resort und das Artistic Diving Beach Resort. Ich entschied mich für das Easy Diving Beach Resort und fühlte mich aufgrund der familiären Atmosphäre dort sehr wohl. Es besteht aus kleinen aber feinen Bungalows mit Air Condition, welche direkt in den an den Strand angrenzenden Hang hineingebaut sind. Neben dem Tauchen kann man am Strand in den Hängematten rumdösen oder etwas Billard spielen oder auch mal mit dem Kajak eine naheliegende Bucht erkunden. Das Essen im Ressort ist eines der Besten auf den ganzen Philippinen. Der Schweizer Besitzer Christian ließ Köche aus seiner Heimat der Schweiz anfliegen, um sein Personal zu schulen. Das hat sich definitiv bezahlt gemacht! Man kann jeden Abend eines von zwei Menüs wählen oder a la carte bestellen.

Anreise
Es gibt zwei Möglichkeiten der Anreise. Zum einen ist es möglich von Cebu aus mit einer Schnellfähre nach Dumagete zu fahren, um von dort mit einem Taxi nach Sipalay zu kommen. Die Taxifahrt dauert ca. 4 Stunden und ist besonders zum Ende hin wegen der schlechten Straßen recht abenteuerlich. Es macht aber durchaus Sinn, im Rahmen einer Rundreise, über Dumagete anzureisen. Wenn man z.B. vorher in Bohol war ist dies der einfachste Weg. Wer direkt von Deutschland anreist, sollte sich für die Variante über Bacolod entscheiden. Hier fliegt man zuerst von Deutschland nach Manila und von dort weiter mit einem Inlandsflug nach Bacolod. Vom Flughafen sind es dann noch mal 3,5 Stunden mit dem Taxi. Dies ist auf jeden Fall die bequemere Art anzureisen. Für Taucher und vor allen Dingen Unterwasserfotografen sei noch erwähnt, dass auf den Inlandflügen meist nur 20kg Fluggepäck erlaubt sind. Die Fluggesellschaften erheben natürlich Gebühren für das Übergepäck, jedoch sind die Preise dafür sehr moderat.

Silapaly: Insel
Silapaly: Insel
Silapaly: Blick auf den Strand
Silapaly: Blick auf den Strand
Silapaly: Easy Diving Beach Resort Tauchbasis
Silapaly: Easy Diving Beach Resort Tauchbasis

B) Das Tauchen in Sipalay
Das Tauchen in Sipalay war enorm abwechslungsreich. Es boten sich alle für die Philippinen typischen Tauchplätze. Es gab wunderschöne Korallengärten, aber auch Steilwände und Wracks. Auch für Makroliebhaber boten sich genug interessante Motive. Die Riffe um Cagayan Island wurden von der UNESCO als Schutzgebiet und Weltkulturerbe erklärt und gehören zu den Top Ten Tauchplätzen der Welt.
Der entscheidende Vorteil gegenüber anderen Tauchplätzen auf den Philippinen war aber, dass man nie ein anderes Tauchboot zu Gesicht bekam.

Das Tauchen mit Easy Diving war auch in sofern bemerkenswert, dass man tauchen konnte solange man wollte. Es gab diesbezüglich keinerlei Reglementierungen. Eine individuelle Tauchgangsplanung, abgestimmt auf die fotografischen Interessen, war kein Problem. Am Abend zuvor, wurde gefragt, wo man am nächsten Tag tauchen möchte. Dabei gelang es der Tauchbasis fast immer alle Wünsche zu erfüllen. Die Ausfahrten mit den Booten erfolgten über den ganzen Tag verteilt. Somit hatte man die Möglichkeit auch mal auszuschlafen, ohne etwas zu verpassen. Die Tauchbasis bietet auch Nitrox an, was sich bei den Wracktauchgängen, sowie bei vielen anderen Tauchgängen durchaus anbietet. Seit neustem bietet der Besitzer Christian auch Tauchsafaris nach Cagayan Island an.


Top Tauchplätze:

Wrack MS Panay
Ein in einer wunderschönen Bucht gelegenes Wrack eines amerikanischen Kriegsschiffes, dass 1942 von einem japanischen Bomber versenkt wurde. Das Wrack steht auf dem Kiel und ist sehr gut erhalten.
Tiefe: 35-45m

Wrack MS Jojo
Wrack eines zweimastigen Frachters der 1980 in der gleichen Bucht gesunken ist. Ein Betauchen des Laderaums war möglich und es gab reichlich Fisch am Wrack. Für Fotografen besonders interessant, ist der schön bewachsene Mast. Während des Ab- und Aufstiegs wird man von einem Schwarm Fledermausfische begleitet.
Tiefe: 25-35m

Ma Asin
Eines der schönsten Korallenriffe um Sipalay mit Tischkorallen, Peitschenkorallen, Weichkorallen usw.
Tiefe 5-25m

Mad Max
Der Name ist Programm. Es handelt sich um den Pier einer ehemaligen Fabrik. Diese wurde einfach der Natur überlassen und die Philippiner hoffen wahrscheinlich, das sich das irgendwann von selbst recycled. Ich hätte nie gedacht, dass es Unterwasser so ein interessanter Tauchgang wird. Ein Muss für Makrofotografen - Nacktschnecken und anderes Kleingetier in allen Variationen.
Tiefe 5-20m

Sipalay: Garnele auf einer Anemone
Sipalay: Garnele auf einer Anemone
Silapaly: Rotfeuerfisch am Wrack
Silapaly: Rotfeuerfisch am Wrack
Sipalay: Nacktschnecke
Sipalay: Nacktschnecke

C) Abseits des Tauchens
Neben dem Tauchen bietet Sipalay eine landschaftlich attraktive Umgebung. Es werden Ausflüge in die Umgebung angeboten, auch in Kombination mit Kajak etc. Ebenfalls interessant soll der Besuch des Marktes in Sipalay sein. Dazu muss man allerdings früh aufstehen, deshalb kann ich keine persönlichen Erfahrungen dazu liefern. Das Easy Diving Beach Resort bietet auch einige sportliche Aktivitäten an, so z.B. Billard, Wassersport u.s.w. Das Nachtleben beschränkt sich in Sipalay auf die Bar des jeweiligen Ressorts. Es gibt nichts anderes, jedoch ist es sehr relaxed, am Abend mit einem kühlen Drink am Strand zu sitzen und keinen allzu großen Trubel um sich zu haben.

Silapaly: Sonnenuntergang
Silapaly: Sonnenuntergang
Sipalay: Easy Diver Beach Resort
Sipalay: Easy Diver Beach Resort
Silapaly: Easy Diving Beach Resort
Silapaly: Easy Diving Beach Resort

D) Fazit
Sipalay ist im Moment noch ein kleiner Geheimtip auf den Philippinen. Es herrscht hier absolute Ruhe und man kann sich in einer traumhaft schönen Umgebung erholen. Das Tauchen ist abwechslungsreich und man trifft nie auf andere Boote. Gerade deswegen ist Sipalay für die Unterwasserfotografie so interessant. Man hat sogar die Möglichkeit, ein Boot samt Kapitän für seine eigenen Tauchausflüge zu chartern. Eine gute Möglichkeit, wenn man sich mal ausschließlich auf die Fotografie konzentrieren will.
Der Abschied von Sipalay fiel mir schwer und ich schaue dort mit Sicherheit mal wieder vorbei.

Weiterführende Infos:
http://www.sipalay.com


Ähnliche Artikel
Erschienen in: Reportagen | Reise | UW-Fotografie


Name


Email:


Ort:


Link:


Kommentar:

Sollen persönliche Angaben gespeichert werden?

Bei weiteren Kommentaren benachrichtigen?

Bitte geben sie das unten gezeigte Wort ein: