[deutsch]


posted by Detlef Randerath on 2006/02/09

Silverfish Testbericht von Detlef Randerath





Inhalt
  1. Gehäuse & Technik
  2. Handling & Pflege
  3. Unterwasser
  4. Aufnahmen
  5. Verarbeitung
  6. Zusammenfassung
A) Gehäuse & Technik
Das Gehäuse des Silverfish besteht aus 1.5571er Edelstahl und wird laut Hersteller in Form gezogen. Bei sachgemäßer Pflege kann auch Meerwasser dem Gehäuse nichts anhaben. Das Frontglas ist 12mm stark und thermisch vorgespannt. Dank des integrierten LANC-Anschlusses können viele Funktionen über die acht Magnettaster am Gehäuse bedient werden. Damit ist es sogar möglich, Fotos zu machen und auf einem Memorystick zu speichern. Der komfortable 2,5 Zoll Farbdisplay an der Gehäuserückseite ist sehr gut positioniert und dank Blendschutz auch gut einzusehen. Versorgt wird die Technik im Gehäuse über vier Mignon AA Batterien. Auch der integrierte Leckalarm wird über diese Batterien versorgt und alarmiert den Taucher über ein optisches LED-Signal am Monitor im Falle eines Wassereinbruchs. Das Gehäuse wird serienmäßig mit einem sehr griffigen Doppelgriff ausgeliefert, der unter das Gehäuse montiert ist. Da die Griffe aber noch hinter dem Gehäuse liegen, ist die Gewichtsverteilung etwas problematisch. Mit 4,5 kg ist der Silverfish noch gut zu transportieren und fällt auch im Fluggepäck nicht allzu sehr auf. Bei kleineren Kameras im Palm-Format erzeugt der Silverfish ca. 1 kg Auftrieb. Man kann also gerne die großen Akkus benutzen.
Silverfish: Bildschirm und Bedienelemente
Silverfish: Bildschirm und Bedienelemente
Silverfish: Kameraschlitten
Silverfish: Kameraschlitten
Silverfish: Ansicht von unten
Silverfish: Ansicht von unten

B) Handling & Pflege
Die vier Schnappverschlüsse, die den hinteren Teil und die Montageschiene der Kamera halten, bieten einen festen Sitz und eine sehr gute Dichtigkeit. Die Montage der Kamera ist dank des großzügig dimensionierten Lochblechs kein Problem. Wer eine Palm-Format Kamera benutzt sollte darauf achten, diese wirklich ganz weit vorne vor die Scheibe zu montieren. Bei diesen Kameras sitzt das Objektiv nicht in der Gehäusemitte sondern weit oben, wobei es vorkommen kann, das die Kamera den Gehäuserahmen „sieht“! Das Gehäuse dichtet über einen O-Ring mit einem 5mm Querschnitt ab, der an zwei Seiten durch das Aufsetzen des Deckels geklemmt wird. Im Wasser fühlt sich der Silverfish sehr gut an. Wenn man große Akkus benutzt kommt man mit dem Auftrieb gut zurecht. Wer ein großes Beleuchtungssystem verwendet, kann die Tarierung schnell neutralisieren, so dass die Handhabung wirklich zum Kinderspiel wird. Alle Komponenten an diesem Gehäuse sind stabil und massiv produziert und können auch einen Knuff vertragen. Die Stoßgummis schützen alle wichtigen Teile und die großen Griffe erlauben eine leichte Bedienung der Knöpfe und bieten gleichzeitigen Stoßschutz für dieselben.
C) Unterwasser
Dank der kompakten Abmessungen ist der Silverfish ein sehr angenehmer Begleiter. Das Gehäuse kann gut mit einem Spiralkabel gesichert werden und verhält sich dank des stromlinienförmigen Designs beim Tauchen sehr ruhig. Der Blendschutz bietet einen klaren Einblick auf den Kontrollmonitor durch den man seine Aufnahmen gut im Griff hat. Das eingebaute UW-Mikrofon nimmt erwartungsgemäß alles auf was es zu hören gibt. Bei Kameras mit einem lauten Betriebsgeräusch kann das aber auch nachteilig sein. Die von uns verwendete Sony DCR-HC40E summte dermaßen laut im Gehäuse, dass der Originalton in unserem Film nicht mehr verwendet werden konnte. Sehr gut ist die Handhabung beim Filmen, man kommt nahe genug an Objekte heran, auch ohne dass der Taucher zu nahe kommt. Bei Haiaufnahmen hat man zudem ein gutes Gefühl, denn durch den langen Gehäuserumpf vergrößert sich der Abstand vom Taucher zum Objekt zusätzlich.

Unterwasser

Unterwasser

Unterwasser

D) Aufnahmen
Wie bereits erwähnt müssen Kameras mit oben liegendem Objektiv ganz nahe an die Frontscheibe montiert werden, damit die Gehäuserundung nicht ins Bild kommt. Die flache Frontscheibe verursacht natürlich eine leichte Verzeichnung der Aufnahme, diese könnte allerdings nur über einen Domport mit entsprechender Optik ausgeglichen werden. Neuere Kameramodell wie zum Beispiel die HC1000 werden zentraler montiert und haben diese Probleme nicht. Dafür könnte aber die helle Gehäuseinnenseite problematisch werden. Fällt viel Licht durch die Frontscheibe kommt es zu Lichtreflexen im Gehäuse und die Optik kann dadurch gestört werden. Mit einem dünnen streifen schwarzem Pappkarton kann man das Problem aber leicht abstellen und einfallendes Streulicht neutralisieren. Dank der LANC-Steuerung kann der Taucher auch mit Handschuhen alles mit seiner Kamera machen was er möchte.
[Video]
E) Verarbeitung
Alle Komponenten des Silverfish sind aus hochwertigen Materialien gefertigt. Kinderkrankheiten hat der Hersteller rigoros abgestellt und so zum Beispiel rostende Verschlüsse schnell, unbürokratisch und kostenlos bei den bestehenden Kunden ausgetauscht. Man sieht diesem Gehäuse an, dass hier viel Entwicklungsarbeit und Know-how eingeflossen ist. Bis auf das Materialproblem mit den Verschlüssen, ist die Verarbeitung perfekt und gibt keinen Anlass zur Klage.
F) Zusammenfassung
Der Silverfish ist ein Gehäuse, dass sich sehr viele filmende Taucher als Begleiter wünschen. Der Preis ist für die Verarbeitung und die gebotene Funktionalität vollkommen gerechtfertigt. Etwas kniffelig ist das Hantieren mit den Mignon-AA Batterien für die Stromversorgung. Entweder man packt gleich eine Vorratspackung Batterien ein, oder steigt auf Akkus um. Das Wechseln ist aber wegen der Positionierung etwas fummelig. Der Hersteller zeigte, dass er auf Verbesserungsvorschläge eingehen kann. So wurden auf der Boot in diesem Jahr ein Universalgriff mit Lampenhalterung sowie ein Rotfiltersystem vorgestellt. Wenn das Gehäuse nun noch einen schwarzen Samtbezug innen bekommt und das Mikrofon eine bessere Abschirmung für Geräusche von innen erhält, steht der Kinoreifen Aufnahme nichts mehr im Weg. Das der Silverfish eine echte Investition ist, steht außer Frage, aber es gibt nur wenige Gehäuse in diesem Preis/Leistungssegment, die es mit dem Silverfish aufnehmen können. Der Anwender kann eine Vielzahl von Kameras nutzen ohne sich über einen Gehäusewechsel Gedanken machen zu müssen. Das Konzept ist perfekt!
[Datenblatt]



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Erschienen in: Testberichte | UW-Videografie


comments

hallo,
randbemerkung: silverfish wurde von RWE Mechatronics als silverfish one bereits 2004 vorgestellt, damals mit edelstahl bezeichnung 1.4571 und Hochdruckpressung

posted by tom on 2006/02/23 Germany

was ist 1.5571 für ein stahl? ich nehme an, dass das 1.4571 sein soll. am besten geeigent wäre eigentlich 1.4529 oder 1.4539, weil hier Chlorid nicht stört.

posted by uli on 2006/02/27 Europe

Für das Problem mit der Camcorder-Montage eignet sich dickeres Moosgummi hervorragend, ist wesentlich besser als die mitgelieferte Gummiunterlage. Auch kann man dünneres Moosgummi (selbstklebend) verwenden um die Innenwand des Gehäuses zu verkleiden, ist besser als ein Pappkarton. Weiterer Vorteil von dem Moosgummi an der Innenwand ist die Geräuschdämmung von einem eventuell lauten Bandlaufwerk. Wird das Mikro mit dem Klinkenanschluss am Camcorder verbunden, sind eher weniger Laufwerksgeräusche zu hören, da stören dann manchmal mehr die Geräusche der Bedientasten, aber die lassen sich ja gut bei der Nachbearbeitung wegschneiden.

Ein 16:9 Monitor am Silverfish wäre noch wünschenswert und vielleicht noch die Löcher zur Flügelbefestigung wieder an der Oberseite des Gehäuses anbringen. Ansonsten Tip Top Gehäuse, geb ich nicht mehr her.

Ciao Denny

posted by .(JavaScript must be enabled to view this email address) on 2006/02/28 Great Britain (UK)

Einen Tip hab ich noch:

damit man beim Akku oder Kassettenwechsel nicht immer erst den Camcorder von der Lochplatte schrauben muss, kann man sich eine Stativ-Schnellwechselplatte mit Halterung besorgen. Die Halterung wird fest mit der Lochplatte verschraubt. Je nach Camcorder ist man so immernoch flexibel in der Montage, aber man hat den Camcorder mit einem Klick von der Lochplatte demontiert. Akku und Kassettenwechsel geht so wesentlich schneller und man muss nicht immer auch die passende Position an der Lochplatte neu suchen. Ist ein absolut guter Tip, der euch viel Zeit spart und vor dem herunterfallen des Camcorders bewahrt.

Ciao Denny

posted by .(JavaScript must be enabled to view this email address) on 2006/02/28 Great Britain (UK)

Ich habe mir gerade die Panasonic-Version zukommen lassen. Hatte vorher nachgefragt, ob ein WW mit 75 mm Durchmesser mit reinpaßt. Kein Problem, hieß es.
Es gibt aber doch ein Riesen-Problem.
Der Multifunktionsstecker, der das Videosignal überträgt, steht 2 cm nach rechts ab. Beim Einsetzen und Herausnehmen zwängt man dann jedesmal Kabel und Stecker hindurch. Da fragt man sich, wann das Kabel bricht. Noch problematischer ist, dass durch diesen abstehenden Stecker die Kamera (GS500) nicht mittig plaziert werden kann.
Ein Viertel des aufgenommenen Bildes besteht aus der Gehäuse-Innenseite. Na toll.
Ich schicke also das Teil wieder zurück, es ist für die Panasonic NV-GS 500 schlichtweg nicht geeignet.

posted by .(JavaScript must be enabled to view this email address) on 2007/07/21 Germany

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