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posted by Greg W. on 2009/01/01

Praxistest: Light & Motion Sunray LED 1000 Videolicht

Praxistest: Light & Motion Sunray LED 1000 Videolicht

Unter dem Namen Sunray 1000 stellt die Firma Light & Motion ein innovatives LED-basiertes Lichtsystem für anspruchsvolle Videoaufnahmen in HD unter Wasser her, das mir das Deutsche Management im September 2008 netterweise zwei Wochen zum ausführlichen Test unter Praxisbedingungen am Roten Meer zur Verfügung gestellt hat. Ob die Zeit reif für eine Investition in ein LED-Lichtsystem ist und wie das Produkt sich im Vergleich zu meiner bisherigen Halogen-Lichtanlage der Firma GUN LUX geschlagen hat, berichte ich (Gregor Wolff) im Folgenden.

Was ist in der Box ?
Das Sunray 1000 Unterwasser-Videolichtsystem besteht aus einem Ladegerät, zwei NiMH Akkupacks, dazu zwei Akkutanks und nicht zu vergessen zwei stabilen Alu-Lampenköpfen, die mit jeweils neun LEDs bestückt sind. Laut Herstellerangaben liefert jeder Lampenkopf 1000 Lumen, was mit Halogen- oder HID-Systemen der obersten Leistungsklasse konkurriert. Erwähnt werden muss allerdings auch, dass der Energieverbrauch bei HID- und Halogensystemen wesentlich höher ist und eine LED-Lichtanlage theoretisch längere Brenndauer oder kleinere/leichtere Akkus bei äquivalenter Leistung ermöglicht.
Redundanz und Modularität
Lobenswert sind auch die Nass-Stecker an beiden Akkutanks, welche sogar in Salzwasser beim Tauchgang gezogen und gesteckt werden können ohne das System dabei zu beschädigen; nicht unbedingt notwendig aber ein Signal für Sicherheit. Es geht einher mit der durchgezogenen Modularität und Redundanz aller Komponenten. Die Wahrscheinlichkeit, dass man bei einer Beschädigung oder mit technischem Defekt bei Fernreisen völlig im Dunkeln sitzt, wird dadurch minimiert, ja fast ausgeschlossen. Die einzige potentielle Achillesferse wäre ein Ausfall des proprietären Ladegeräts für die Akkus des Systems. Ganz vorsichtige Zeitgenossen, können hier durch den Kauf eines zweiten Ladegerätes für knapp 150 Euro vorbeugen. Die Redundanz ist also vorbildlich gelöst, jedoch können zwei einzeln bedienbare Akkutanks teilweise auch den Bedienkomfort einschränken (wenn man nicht gerade ein Bluefin Gehäuse besitzt), worauf ich später noch ausführlicher eingehen werde.
Aktualität und Ausgereiftheit

Für meinen Test im September 2008 gehe ich davon aus ein ausgereiftes Produkt getestet zu haben, da das System bereits auf der Boot Messe im Januar zum Verkauf angeboten wurde. Im Mai 2008 legte Light & Motion mit der großen Schwester der Sunray 2000 (eine Armada von 18 LEDs je Lampenkopf) noch einmal nach, welche ich aber hier nicht weiter behandeln möchte. Seit der Markteinführung zu diesem Testbericht der Sunray 1000 sind neun Monate vergangen, um ggf. erste Startschwierigkeiten auszubessern aber auch genug Zeit für potentielle Wettbewerber um nachzuziehen.

Trauriger Weise bietet derzeit niemand Light & Motion die Stirn, um vielleicht den Preis für den Konsumenten zu drücken. Statt dessen bieten andere Hersteller neue, verbesserte Versionen ihrer bestehenden HID- oder HLX-Lösungen an und das Wettbewerbsumfeld für Videolicht mit Hochleistungs-LEDs ist weiterhin sehr spärlich. Die einzigen LED-Produkte in der Tauchbranche gibt es aktuell meist nur als Notlicht, Handlampe (mit Spotstrahler) oder lediglich auf Niveau eines Pilotlicht für Fotografie, was für U/W-Videoaufnahmen leider nicht ausreichend ist. Das ist sehr tragisch zumal in der Grundlagenforschung bei den LEDs fast monatlich Fortschritte gemacht werden. Der Weg zur praktischen Anwendung scheint länger als gedacht und der Hersteller der Sunray 1000 gibt unter der Hand sogar zu verstehen das Reflektor und Kühlkörper für die beiden Modelle über ein Jahr Entwicklungszeit benötigt hätten.

Farbtemperatur und Ausleuchtungswinkel

Reflektor und Kühlkörper sorgen für die bereits erwähnten 1000 Lumen je Lampenkopf laut Hersteller. Nicht nur diese enorme Lichtausbeute ist für ein LED-System ungewöhnlich hoch, auch die Farbtemperatur von 6500 Kelvin (nahezu Tageslicht) ist für Filmer vorteilhaft und für LEDs ungewohnt positiv.

Im tatsächlichen Einsatz liefern die beiden Lichtköpfe ein subjektiv sehr helles, weißes Licht, dass mein ansonsten verwendetes Halogensystem im wahrsten Sinne des Wortes in den Schatten stellt. Positiv ist auch, dass das Licht ohne Weißpunkt oder Schwarzpunkt gleichmäßig verteilt wird, zum Rand hin gleichmäßig abfällt und der Lichtkegel größer als bei den meisten anderen Systemen ist, mithin einfach mehr ausgeleuchtet wird. Im praktischen Einsatz lassen sich mit den beiden Leuchten selbst mit einem Weitwinkel vor der Kamera Szenen im Bereich von 1-3 Metern Abstand gut und vollständig ausleuchten; was will man mehr.

Wer hier noch denkt, dass LEDs prinzipiell nur wenig und bläulich
blasses Licht geben, der wird in der Praxis eines Besseren belehrt.

Die Lichtfarbe kommt dem Filmer entgegen. Ich habe während des Testzeitraums fast ausschließlich mit einem Orangefilter gefilmt, der in Kombination mit Halogenlicht leicht zu einer Überfärbung von Rot führt. Lässt man den Filter hingegen weg, fehlt Rot in den Teilen, die vom Tageslicht erreicht werden, aber nicht vom Kunstlicht. Das Problem gibt es mit dem Sunray 1000 fast nicht mehr: Die Kombination von Orangefilter, Tageslicht und Sunray 1000 LED-Licht ergibt ein in einem weiten Bereich homogenes Farbergebnis, dass ich im Ergebnis in der Nachbearbeitung im Schnittsystem weniger korrigieren musste als in der Vergangenheit.

Wem das noch nicht reicht, der hat noch die Option des Light & Motion's Farbtemperature Management System (CTMS), welches ermöglicht externe Filter zu montieren um die Farbtemperatur auf individuelle Bedürfnisse anzupassen – mir schien das nicht einmal notwendig.

Betriebsdauer und Ladeprozedur

Nach Herstellerangaben reichen die Akkus für 90 Minuten, was praktisch dazu führen sollte, dass selbst bei einer Safari ein Nachladen tagsüber unnötig wird. Jeder der beiden NiMH Akkus wird mit dem beigefügten Schnelllader (110 – 240 V) in zwei Stunden wieder geladen, so dass bequem ein Akku vor dem Abendessen und der zweite über Nacht geladen wird – wenn die Akkus überhaupt leer waren. Da NiMH Akkus Nachladen gut vertragen, muss das System auch nicht vor jedem Laden umständlich „leer gebrannt“ werden, um unerwünschte Memory-Effekte zu reduzieren. Das ist insgesamt wettbewerbsfähig.

Dimmstufen und Fernsteuerung

Im Nahbereich und bei Höhlen- oder Nachtaufnahmen lässt sich das System in drei Stufen ausreichend dimmen. Bei drohendem Leerakku schalten die Brenner ebenso eine Stufe zurück wie bei Überhitzung der LEDs, die außerhalb des Wassers ein reales Risiko darstellen würde. Ein Tiefentladeschutz ergänzt das Ganze, alles in allem also eine komplette und professionelle Elektronik.

Ein besonderes Feature ist die Infrarot-Fernsteuerung, die zusammen mit Light & Motion – Gehäusen Kamera und Licht gemeinsam schaltet – leider aber auch nur dann. Da die LEDs verzögerungsfrei ein- und ausschalten und anders als z.B. HID keinen Schaden davon nehmen, macht allein dieses Leistungsmerkmal das Set schon für jeden Besitzer eines Light & Motion Bluefin Gehäuses mehr als interessant.

Montage an Fremdgehäusen
Ich hatte das Lampenset mit einem Ikelite-Gehäuse verwendet: Dabei werden die Akkutanks mit einer speziellen Bodenplatte, dem sogenannten G.A.S. Adapter, für die Akkus und beweglichen Armen geliefert und sollte bei jedem Gehäuse ohne große Probleme verwendbar sein. Ich hatte es jedenfalls schnell und einfach an meinem Gehäuse montieren können. Einziger Wermutstropfen: Besitzer von Fremdgehäusen müssen die Kosten für den G.A.S Adapter auf sich nehmen.
Mein Fazit zur Sunray 1000 von Light & Motion


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Weitere Meldungen von Herstellern, die hier genannt wurden
Erschienen in: Testberichte | UW-Videografie


comments

Danke, Greg, für Deinen Testbericht, diese Art der Beleuchtung wird für mein nächstes UW-Licht immer wahrscheinlicher.

Gruß

MPF

posted by .(JavaScript must be enabled to view this email address) on 2009/01/03 Germany

Danke Greg! Wird es auf vimeo auch noch Aufnahmen mit LED Licht zu sehen geben?

posted by Alex.Be. on 2009/01/08 Austria

Danke Greg - deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen mit der etwas größeren Sunray 2000,
aber ich hätte niemals so einen professionellen Report schreiben können.
Und jetzt bin ich auch auf echte Bilder gespannt...

posted by .(JavaScript must be enabled to view this email address) on 2009/01/09 Germany

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