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geschrieben von Detlef Randerath am 04.04.2007

Testbericht: Top Dawg II universelles Unterwassergehäuse für Videokameras

Testbericht Top Dawg Videogehäuse

Einleitung
Das Top Dawg II Unterwassergehäuse stammt aus den USA wo es von der Firma Light & Motion mit Sitz in Monterey Kalifornien hergestellt wird. Ganz unbekannt ist uns das Gehäuse nicht, einige unter uns kennen es bereits unter dem Namen „Stingray“ unter dem es in den USA vertrieben wird. Das Top Dawg Gehäuse wird in Deutschland, Österreich und der Schweiz von der Firma Hydronalin e.K. mit Sitz in Berlin vertrieben. Hier wird auch der sehr weit reichende Service direkt geleistet.
Gehäuse und Technik
Das Gehäuse ist aus massivem Aluminium gefräst und Rohrförmig ausgelegt, wobei gleich mehrere Profilfräsungen dem Gehäuse ausreichend Stabilität verleihen. Sehr gut ist die Camcordermontage gelöst. Die lange Montageschiene bietet durch ihre vielen Bohrungen schnell den passenden Sitz für eine Vielzahl von Camcordern. Die Montageschiene läuft im Gehäuse in einem Profil und arretiert sobald der Schlitten die vordere Feder berührt. Der Camcorder bekommt so einen sicheren Sitz. Das Top Dawg Gehäuse kann man als echtes „Universalgehäuse“ bezeichnen, denn es kann mit mehr als einhundert verschiedenen Camcordern genutzt werden. Wir werden also bei der Anschaffung des Top Dawg nicht gleich gezwungen, uns einen neuen Camcorder anzuschaffen. Auf der Website von Hydronalin kann man im Internet unter http://www.topdawgvideo.de eine ausführliche Liste downloaden, die alle zurzeit unterstützten Camcorder auflistet.
Schnörkellos und funktionell – genau richtig für Taucher
Schnörkellos und funktionell – genau richtig für Taucher
Der integrierte, oben angebrachte Doppelgriff sorgt durch seine beiden ergonomischen Handgriffe für ein leichtes Handling und lässt das Gehäuse „gut in der Hand liegen“. Die vier Steuertasten sind jeweils in Zweiergruppen links und rechts seitlich am Gehäusekörper angeordnet und können bequem mit Finger und/oder Daumen erreicht werden. Hier liegt eine Besonderheit des Top Dawg Gehäuses versteckt. Die Bedientasten liegen nur in einer Führung außen am Gehäuse auf und kommunizieren jeweils mit einer kleinen Elektronikplatine im inneren des Gehäuses via Magnetschalter. Es gibt also keine Bohrungen für die Tasten, durch die Wasser eindringen könnte. Zudem lassen sich die beiden kleinen Platinen im inneren leicht demontieren, weil diese auch nur „lose“ in einer Führungsschiene laufen. Eine wirklich geniale Idee, die zum einen ein hohes Maß an Sicherheit bietet und zum anderen leichten Zugriff auf die verwendeten Elektronikplatinen zulässt. Das Top Dawg II Gehäuse ist mit seiner Steuerelektronik für LANC-kompatible Camcorder von Sony und Canon ausgelegt.

Die flache Frontscheibe aus Acryl sitzt in einer massiven Aluminiumeinfassung, die fest am Gehäusekörper befestigt ist. An der Gehäusefront befindet sich auch die Taste zum Einschalten des Camcorders. Die abnehmbare Gehäuserückwand verfügt über ein Sichtfenster, mit dem der Einblick in den Sucher des Camcorders möglich ist. Wer es professionell haben möchte, gönnt seinem Top Dawg gleich dass optional erhältliche Monitor-Back. Diese Rückwand wird einfach anstelle der normalen Gehäuse-Rückwand verwendet und bietet einen batteriebetriebenen 2,5 Zoll Farbbildschirm zur direkten Kontrolle der Videoaufnahmen. Das Top Dawg II Gehäuse wird zusätzlich mit einer vollständigen Beleuchtungsanlage - auf die wir gleich zu sprechen kommen - und einem Peli Reise-Schutzkoffer ausgeliefert und hebt sich durch diese „Vollausstattung“ merklich von den Angeboten anderer Hersteller ab.
Handling und Pflege

Bedienfreundliche Anordnung der Schalter
Der Umgang mit dem Top Dawg gestaltet sich einfach und unkompliziert und bietet auch Einsteigern die Möglichkeit, schnell zu guten Filmergebnissen zu kommen. Die leicht zu bedienenden Funktionstasten für die Funktionen (Umschalten Foto/Video, Start-/Stop, Zoom, manuell/autofocus, sowie Focus Lock) können beiderseits bedient werden, ohne die laufende Aufnahme zu verwackeln, was für uns beim Unterwasserfilmen ja ganz besonders wichtig ist.
Führungssystem im Gehäusedeckel und der Montageplatte
Führungssystem im Gehäusedeckel und der Montageplatte
Dank des benutzerfreundlichen Schnellverschlusses und der im Kameraschlitten enthaltenen Führung für den rückwärtigen Gehäusedeckel, ist das Öffnen und Schließen des Gehäuses sehr einfach. Der Gehäusedeckel verfügt zudem gleich über zwei O-Ringe, die mit ihrer doppelten Auslegung natürlich für mehr Sicherheit bei der Dichtigkeit des Gehäuses sorgen. Abgesehen von der obligatorischen „peniblen“ O-Ringpflege, die uns Unterwasserfilmern ja schnell in Fleisch und Blut übergeht, verlangt uns das Top Dawg Gehäuse nicht viel Mühe ab. Die verarbeiteten Materialien sind allesamt seewasserfest. Gutes Nachspülen in Süßwasser und eine ausgiebige Lufttrocknung bei Zimmertemperatur sorgen für ein langes Gehäuseleben. Zu empfehlen ist hier die optional erhältliche Frontport- Schutzkappe, die dafür sorgt, dass der Frontscheibe nichts passieren kann. Das Top Dawg II wird mit einem Pflege-Kit für die Dichtungen am Gehäuse und einem zusätzlichen Pflege-Kit für die Dichtungen an der Beleuchtungsanlage ausgeliefert. Jeweils bestehend aus Ersatz-O-Ringen und Siliconfett. Dank des geräumigen und gut angepassten Peli-Reisekoffers findet alles einen sicheren Platz für die Reise. Besser kann man sich kaum vorbereiten. Insgesamt bringt der Reisekoffer mit allen Top Dawg II Komponenten dann 9,8 Kg auf die Waage.
Das Beleuchtungssystem
Wie schon angesprochen, wird das Top Dawg II zusammen mit dem Mini Classic-Scheinwerfersystem aus dem Hause Light & Motion ausgeliefert. Die beiden Strahler sind jeweils mit einem 20 Watt 7,2 V Halogenstrahler ausgestattet. Der von uns selbst bestimmte 120 Grad umfassende Wirkungswinkel der Strahler ist leider durch den Hersteller angegeben, wobei man sich dafür wirklich nicht schämen muss. Die beiden Strahler bieten einen angenehm weichen Lichtkegel, der sich sehr gut übergangslos überlappen lässt. Mit einer Brennzeit von 50 bis 90 Minuten bietet das Beleuchtungssystem eine sehr gute Ausleuchtung der direkten Umgebung. Besonders im Nah- und Makrobereich erweisen sich die Leuchten als sehr effektiv. Montiert werden die Leuchten auf zwei mitgelieferten Flexiarmen, die jeweils links und rechts direkt über den Handgriffen angebracht werden. Die leichte Verstellbarkeit erlaubt auch ein schnelles nach justieren unter Wasser. Jede Lampe verfügt über ihren eigenen Akku, der unter dem Top Dawg II in einer Führungsschiene sicheren Halt findet und dabei hilft, das Gehäuse zu tarieren. Das mitgelieferte Ladegerät benötigt ca. 4.5 Stunden, um einen ganz leeren Akku wieder aufzuladen. Für beide Akkus werden so knapp neun Stunden benötigt, sicher ein Grund dafür, warum dieses Ladegerät vom Hersteller auch als „Overnight Charger“ bezeichnet wird. Das Schnellladegerät benötigt ca. 75 Minuten für einen Akku. Leider kann immer nur ein Akku aufgeladen werden, wodurch die Ladezeit für beide Akkus sich dann bei 2,5 Stunden einpendelt. Man kann also in einer ausgedehnten Oberflächen-Mittagspause beide Akkus wieder vollständig aufladen. Die verwendeten Akkus sind laut Hersteller zudem auch frei von Memory-Effekten. Das Beleuchtungssystem zeichnet sich durch seine Kompaktheit und sein Leistungspotential aus. Für Nah- und Makroaufnahmen ist das Licht sogar ausgezeichnet, größere Bereiche werden wegen der insgesamt 40 Watt Lichtleistung nicht voll ausgeleuchtet, aber das wäre für dieses Lichtsystem auch etwas zuviel verlangt.
Unterwasser
Je nach verwendetem Camcorder und Batterie ist das Top Dawg II Gehäuse neutral tariert bzw. entwickelt ganz leichten Auftrieb. Die Sicherung des Gehäuses erfolgt durch die Anbringung einer kleinen Sicherungsschlaufe an einem der beiden Handgriffe. In Verbindung mit einem Spiralkabel ist das Gehäuse so optimal am Taucher gesichert. Durch die Röhrenform nimmt das Gehäuse gleich eine angenehme Lage im Wasser ein und ist durch die beiden zentralen Handgriffe gut zu kontrollieren. Die beiden Leuchtenarme fallen unter Wasser gar nicht ins Gewicht. Hier haben die Entwickler durch die Anordnung von Griffen und Leuchtenhalterung ein wirklich gut zu hand habendes Gehäuse geschaffen.
Leicht zu handhaben Top Dawg II
Leicht zu handhaben Top Dawg II
Durch die Montage der Leuchtenakkus an der Unterseite des Gehäuses verlagert sich der Schwerpunkt weiter nach unten, wodurch das Gehäuse eine ruhige Lage im Wasser erhält. Insgesamt macht das Gehäuse einen sehr ausgeglichenen Eindruck. Gehäusegröße und die beiden Flexiarme für die Beleuchtung passen sehr gut zusammen und wirken dabei nicht so bullig oder weit ausholend, wie andere Gehäuse. Wer über den Sucher seines Camcorders filmt, wird das Fenster an der Rückwand des Gehäuses relativ nahe an seine Tauchmaske führen müssen, um alles im Blick zu behalten. Durch das Fenster in der Rückwand kann je nach Sonnenstand und Blickwinkel allerdings Streulicht ins Gehäuse einfallen, was unter Umständen zu Reflektionen an der Frontscheibe führt. Ohne Streulicht funktioniert das Filmen mit der optional erhältlichen Monitorrückwand. Der 2,5 Zoll große TFT-Monitor bietet eine gute Übersicht. Dank des Blendschutzes entfallen störende Reflektionen auf dem Display. Gespeist wird der Monitor über vier Mignon 1,5 V Batterien, die Betriebszeit liegt zwischen 50 und 70 Minuten. Verwendet man hochwertige Mignon Akkus, können die Laufzeiten in warmen Wasser auch einmal länger ausfallen. Die in der Rückwand bereits eingebaute LED-Anzeige dient bei anderen Gehäusen der Marke Stingray für den Leckwarner, den das Top Dawg II Gehäuse leider nicht in der Grundausstattung bietet. Nach Angaben des Distributors in Berlin, ist eine Nachrüstung aber möglich.
Aufnahmen
Alles im Blick
Alles im Blick
Das Top Dawg II ist für Anfänger/Einsteiger und Profis gleichermaßen geeignet. Das Handling ist ausgesprochen einfach und die Bedienelemente bieten den direkten Zugriff auf eine Vielzahl von Camcorderfunktionen. Bei meinem Test habe ich das Gehäuse mit der SONY HC7E getestet. Es gab bei keinem der gemachten Tauchgänge irgendwelche Störungen oder Ausfälle. Selbst das Umgreifen an den Handgriffen viel relativ leise aus, berücksichtigt man, das hier schnell Geräusche durch das Umgreifen entstehen, die der Camcorder gerne aufzeichnet.










Verarbeitung
Die Verarbeitung aller Bauteile ist durchgehend erstklassig. Ich habe den Top Dawg II selber soweit wie möglich demontiert und mich von der sauberen Verarbeitung und der einwandfreien Funktion der Teile untereinander überzeugt. Anders als bei einigen anderen Herstellern wird das Gehäuse nicht durch Spanverschlüsse gesichert, sondern durch einen Drehverschluss und auch die doppelten O-Ringe an der Rückwand erhöhen die Dichtigkeit des Systems. Durch die gewählten Werkstoffe macht das Gehäuse einen sehr robusten und trotzdem leichten Eindruck. Wer sein Top Dawg II vor großen/wichtigen Filmprojekten (oder vor dem Urlaub) so richtig einsatzbereit machen möchte, kann das auch durch die Firma Hydronalin in Berlin machen lassen. Der Checkup-Service bietet eine Art „Inspektion“ für das Gehäuse, bei dem die wichtigsten Funktionen geprüft werden. So vorbereitet kann das nächste Filmprojekt kommen.
Zusammenfassung
Das Top Dawg II Gehäuse ist eines der besten kompakten Unterwassergehäuse, die es zurzeit auf dem Markt gibt. Verarbeitung und Funktion sind erstklassig und lassen keinerlei Wünsche offen. Das Preisleistungsverhältnis ist ausgehend vom geringen Grundpreis von derzeit 899,- Euro sehr gut. Die Ausstattung des hier beschriebenen Komplettsystems ist inklusive Beleuchtungsanlage und Schutzkoffer für knappe 1825,- Euro ein echter Preistipp. Bei manch anderem Hersteller erhält man für dieses Geld gerade einmal das nackte Gehäuse. Da lohnt sich die Überlegung, gleich 599,- Euro mehr für die Videorückwand auszugeben und das System so richtig zu vervollständigen. Das Komplettsystem beinhaltet nicht nur alle Komponenten, die wir zum Filmen unter Wasser benötigen, es macht auch den Transport einfach und bequem, was für uns weitgereisten Taucher ja sehr wichtig ist. Ich kann Einsteigern und Profis gleichermaßen das Top Dawg II Gehäuse mit bestem Gewissen empfehlen.


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Erschienen in: Testberichte | UW-Videografie


Kommentare

Hallo Detlef, kann man vor die Sony HC7E in dem Top Dawg II noch ein Weitwinkelvorsatz schrauben? Ist dort genügend Platz? Danke für eine Antwort. Christian

geschrieben von am 18.04.2007 Germany

Hallo Christian, ja das kann man! Ich benutze den Kenkoo Weitwinkelvorsatz im Top Dawg II und das passt prima. Man hat sogar noch genügen Platz für große Akkus am Camcorder.

geschrieben von Detlef Randerath am 19.04.2007 Germany

Hallo Detlef,
Montierst du den Rotfilter an den Kenkoo Weitwinkelvorsatz ,im Gehäuse???
Dann ist es ja nicht mehr möglich ,Macroaufnahmen
mit der Lichtanlage zu machen.
Es sollte doch eine Möglichkeit geben den Rotfilter
aussen zu montieren?
Ich finde auch das ein Tragegriff montiert sein sollte , bei 10 Kg gewicht!
Arbeitest du mit dem LCD Monitor?
Danke für eine Antwort.Guido

Hallo Guido,
ja mein Rotfilter steht "vor" dem Weitwinkelvorsatz im Gehäuse.
Bei Makroaufnahmen verwende ich "nur" die Lichtanlage und keinen Rotfilter, da sonst zuviel Rot in meinen Film kommt.
Wenn ich schon so nahe am Filmobjekt bin reicht die Lichtanlage vollkommen aus um alles natürlich auszuleuchten - bei Makro also keinen Korrekturfilter benutzen. Das Gehäuse verfügt über zwei sehr bequeme Handgriffe die unter- wie über Wasser einen bequemen Transport ermöglichen, zudem kann man hier auch eine Sicherungschlaufe anbringen.
Ja ich arbeite am Top Dawg II mit LCD Monitor, bei der HC7 ist der Sucher nicht nach oben schwenkbar, sonst würde es sicher auch mit der normalen Rückwand gehen. Mein Tipp ist allerdings "wenn es einen Monitor gibt - benutze diesen auch" du hast deinen Film einfach besser unter kontrolle!

geschrieben von am 20.05.2007 Switzerland

Hallo Detlef,
Danke für deine Antwort.
Ich hab Interesse am Top Dawg II mit Monitor und der HC7.
Frage mich aber ob der Kompromiss mit dem Universal Gehäuse nicht
zu gross ist. Bis jetzt hatte ich ein Sealux Gehäuse mit Domport
und einer Sony TRV 900 in Gebrauch.
Wie gut ist den die Qualität der Weiwinkelaufnahmen mit Rotfilter???
Kann auf Domport und Super-Weiwinkel verzichtet werden ?
Es ist sicher ein Nachteil wenn der Rotfilter direkt auf das
Weiwinkel geschraubt wird,
ich muss mich vor dem TG entscheiden Weitwinkel oder Macro!
Wie gut ist der Monitor?
Bist du zufrieden mit Top Dawg II und der HC7?

Gruess Guido

geschrieben von am 21.05.2007 Switzerland

Lieber Guido,

das sind ja ganz schön viele Fragen, die glaube ich für die Kommentar-Funktion etwas lang werden. Was hälst Du davon diese Dinge im Forum zu diskutieren. Der entsprechende Beitrag ist ja dort schon verknüpft.

Du musst lediglich zwei Minuten darauf verwenden Dich anzumelden. Das ist aber völlig kostenlos.

geschrieben von Andreas Voeltz am 24.06.2007 Germany

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