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geschrieben von Detlef Randerath am 26.11.2007

U/W-Videoschule #16 :: Tipps & Tricks im Umgang mit der Unterwasserfilmausrüstung

In diesem Artikel geht es um die Pflege und die richtige Handhabung eurer Ausrüstung. Dazu geben wir euch Tipps & Tricks im Umgang mit der Unterwasserfilmausrüstung.
Von Detlef Randerath
Das richtige Modell finden
Nur eine gut gepflegte Filmausrüstung ermöglicht uns konstant gute Filmaufnahmen. Besonderes Augenmerk sollten wir auch dem Transport unserer Ausrüstung widmen. Zugegeben, bei der Anreise an unseren (Urlaubs-) Drehort haben wir uns noch viel Mühe gegeben und alle Komponenten noch liebevoll ausgepolstert in Taschen und Koffern untergebracht. Doch schon beim Auspacken passieren die größten Schnitzer.

Damit unsere Ausrüstung nichts passiert, sollten wir schon im Hotelzimmer ein bis zwei Minuten in die Vorbereitung investieren, dann kann uns auch nicht ein unachtsam abgelegtes Kameraakku von der Ablage auf den Fliesenboden stürzen! Moderne Akkus sind sehr empfindlich – eine Beschädigung ist hier vorprogrammiert.

Damit unsere Ausrüstung einen sicheren Platz findet, räumen wir dafür eine Ablage zum Beispiel ein Schreibtisch oder eine zweite Ablage komplett frei. Hier installieren wir dann zuerst die mitgebrachten Doppelstecker zum Laden der Akkus und stellen dann unsere Geräte mit gebührendem Abstand zur Tischkante ab. Auf diesem Tisch oder der Ablage, legen wir „nur“ Filmausrüstung ab. Logisch das man hier keine Getränkegläser oder andere Flüssigkeiten abstellt!

Tipp zum Thema Tischkante:
Ich lege meine Ausrüstung immer in der Tischmitte ab, so ist gewährleistet, das man auch nicht unachtsam etwas herunter stoßen kann. Bislang ist mir so noch nie etwas vom Tisch gefallen. Achtsamkeit macht sich also in Punkto Sicherheit bezahlt!
Der richtige Transport am Drehort

Bild a)

Bild b)

Bild c)
Am Drehort angekommen stellt sich die Frage, wie transportiert man ein fertig montiertes UW-Filmgehäuse am besten. Zugegeben ich habe auch lange große, mehr oder weniger gepolsterte Taschen verwendet. Hand- und Badetücher halfen mit dabei die empfindliche Ausrüstung zu polstern. So richtig glücklich war ich nie damit. Das lag schon daran, schnell mal mit einem anderen (harten) Gegenstand gegen die Tasche gestoßen werden kann und Beschädigungen schnell passieren. Auch die Ablagesicherheit hat mich immer gestört. Eine einfache Stofftasche rutscht auf dem glatten Deck eines Ausflugsbootes schnell schutzlos hin und her. Seit einiger Zeit verwende ich Falt-Einkaufskisten für den Transport der Gehäuse am Drehort. Zum Auspolstern verwende ich immer noch Hand- und Badetücher, allerdings heute in Verbindung mit leeren Kunststofftrinkflaschen um „Löcher“ zu stopfen und ohne dabei zusätzliches Gewicht aufzunehmen. Ein paar Streifen Gummi die ich mit Sekundenkleber unter die Kiste geklebt habe, geben ihr festen halt auch auf rutschigen Schiffsdecks, der umlaufende hohe Rand schützt gegen Stöße und Schläge von oben.

Bild a) Nur die Kiste muss man zusammengefaltet (in der Tauchtasche) mit an den Urlaubsort nehmen, Hand- oder Badetücher finden wir im Hotel vor und 2L Trinkflaschen aus Kunststoff sammeln sich automatisch beim Tauchen an. Das sind die Zutaten für eine Top-Transportbox für das Gehäusesystem.

Bild b) Ein doppelt gefaltetes Handtuch wird zwischen zwei leere Wasserflaschen gelegt, das ist die untere Stoßdämmung für unser Gehäuse. 2Liter Flaschen sind groß genug um diese in der Box liegend einzuklemmen.

Bild c) Über die ersten beiden Wasserflaschen legen wir noch ein Handtuch aus zum Schutz der Front- und Rückscheiben unseres Gehäuses, dann setzen wir das Gehäuse (hier Top-Dawg II) ein und klemmen es (sanft) zwischen zwei weitere Wasserflaschen ein.Jetzt ist das System Stoßsicher verpackt. Weitere Kleinteile finden hier zusätzlich einen sicheren Transportschutz.

Hier noch ein Tipp für die richtige Ablage von Equipment auf schwankenden Ausflugsbooten. Was auf dem Boden liegt kann nicht herunterfallen. Wer keine Faltkiste dabei hat, legt eine rutschfeste Matte aus und macht durch ein schön leuchtendes Abdecktuch auf das empfindliche Equipment aufmerksam. Auf Booten sollte man seine Ausrüstung immer im Auge habe. Boote mit speziellen Foto-/Videotischen sind natürlich sehr zu empfehlen.
Die Bootscrew für das richte Anreichen der Ausrüstung einweisen
Einer der gefährlichsten Momente bei einem Videotauchgang ist der Ein- und Ausstieg. Es liegt in der Natur der Sache, dass wir „vor“ unserer Filmausrüstung ins Wasser gehen, umso wichtiger ist da das richtige Anreichen der Ausrüstung. Damit die Bootscrew keine Fehler machen kann, sollte man diese entsprechend einweisen. Hier trifft man immer auf interessierte und freundliche Helfer. Es liegt auch im Interesse des Skippers und dessen Crew, dass die Tauchgäste zufrieden sind und so lassen sich die Crewmitglieder gerne in die richtige Handhabung für das Anreichen einweisen.

Ich gehe dabei so vor, dass ich mir schon bei der Ausfahrt „meinen“ Helfer ausgucke und diesen dann richtig in das fertig konfigurierte Gehäuse einweise. Dabei zeige ich ihm wo er anfassen soll/kann und wo nicht, so kann mir keiner unwissentlich einen Beleuchtungsarm abbrechen beim Anheben des Systems. Auch das Anreichen aus dem Wasser sollte man kurz ansprechen. Ich bereite mein System an einem festen Platz vor, wo es dann in der „Kiste“ auf seinen Einsatz wartet. So kann ich mich in Ruhe auf meine Tauchausrüstung konzentrieren und kann sicher sein, dass mein System richtig angereicht wird. Nach dem Tauchgang nimmt mein Helfer das System wieder entgegen und legt an wieder zurück in die Kiste. Das hat bis jetzt immer gut funktioniert.

Tipp zum Thema Akkus:
Akkus immer voll aufgeladen lagern. Das empfehlen sogar die Hersteller und diese Methode hat für uns den Vorteil, dass wir immer einsatzbereit sind.
Das Spiralkabel die Versicherung für die Filmausrüstung
Etwas überraschend finde ich die Ansagen filmender Taucher kurz vor dem Tauchgang wenn man schon fertig aufgrödelt am #### des Schiffes steht und dann hört „Och jetzt habe ich gar kein Spiralkabel dabei, um das Gehäuse zu sichern“. Ohne die Sicherung durch ein Spiralkabel ist ein UW-Filmsystem so gut wie verloren. Viel zu schnell hat man eine Situation in der man unter Wasser beide Hände benötigt und dann muss man sein geliebtes System zwangsläufig loslassen. Ich habe immer gleich 2-5 Spiralkabel in meiner Kiste dabei, und damit helfe ich den Kollegen natürlich auch gerne aus. Nicht selten hab ich auch ein zusätzliches Spiralkabel am Jacket – sicher ist sicher.

Tipp zum Thema Systemsicherung:
Selbst wenn ich genug Spiralkabel dabei habe, achte ich darauf, das meine Gehäuse Auftrieb haben. So kommen sie (wenn auch erst nach einiger Zeit) an der Wasseroberfläche an wenn man sie loslassen muss. Da ist die Chance das System wiederzufinden wesentlich größer als auf dem Meeresgrund.
Süßwasser contra Salzwasser
Nach dem Tauchgang kommt das Deko-Bier. Aber vor der kühlen Erfrischung des Tauchers steht das Spülen der Filmausrüstung mit Süßwasser. Je nachdem wo man taucht und filmt, kann es schon wichtig sein das System nach jedem Tauchgang zumindest für eine Zeitlang in eine Wanne mit Süßwasser zu legen und dort zu spülen. Wenn es im Tauchgebiet richtig heiß ist, kann Salzwasser schnell verdunsten und hinterlässt im Handumdrehen dann feinste Salzkursten (Kristale), diese können besonders die Dichtungsringe beschädigen und damit die gesamte Gehäusesicherheit in Frage stellen.

Gutes Spülen ist deshalb sehr wichtig, leider bietet nicht jedes Tauchboot eine Wanne zum Spülen der Filmausrüstung an, aber im Notfall tut es halt auch der Eimer für die Masken, da ist auch Süßwasser drin und selbst wenn das Gehäuse nicht in den Eimer rein passt, mit einem großen Becher kann ich das Gehäuse dann trotzdem über dem Eimer gut ausspülen. Die 2-5 Minuten Arbeit beim Spülen lohnen sich in jedem Fall.
Richtiges Trocknen der Ausrüstung
Es dürfte jedem klar sein, dass man sein UW-Gehäuse (egal aus welchem Material es gebaut ist) nicht in die Sonne zum trocknen legt. Meine Systeme landen wie schon oben beschrieben in einer Faltbox, die mit reichlich Badetüchern (aus dem Hotel) ausgelegt ist und die an einem sicheren Ort im Schatten aufgestellt wurde. Damit niemand gegen die Kiste rennt, lege ich noch ein hübsch leuchtendes Badetuch über die Kiste. So kann das System an Bord erstmal im Schatten trocknen. Im Hotel wird das Gehäuse dann (ohne Camcorder) noch mal ausführlich unter der Dusche gespült und mit Tüchern getrocknet.

Dann folgt die Pflege der Dichtungen. Auch diese Spüle ich in klarem Wasser und trockne diese mit fusselfreien Tüchern bevor ich sie neue einfette und entspannt (zusammengelegt) in einem verschließbaren Klarsichtbeuten bis zum nächsten Einsatz einlagere. Ja ganz recht – ich nehme die Dichtungen „alle“ raus aus dem Gehäuse. So bleiben sie elastisch und verlieren so nicht durch die ständige Spannung im Gehäuse ihre Dichtfunktion. Außerdem würde ich bei diesem Pflegeprogramm eventuelle Beschädigungen leicht erkennen. Ein Dichtring bekommt bei mir keine zweite Chance. Gibt es eine Beschädigung kommt gleich ein neuer Dichtring zum Einsatz und er alte wird zerschnitten, damit man nicht auf dumme (undichte) Gedanken kommt.

Vorsicht übrigens mit der Klimaanlage im Hotelzimmer. Wenn bei heißen Außentemperaturen getaucht wurde und das Gehäuse trotz Schattentrocknung aufgeheizt ist, sollte es nicht gleich ins sehr kühle Hotelzimmer gebracht werden. Solche Temperaturschocks mögen die modernen Hochleistungsgehäuse gar nicht!
Erste Hilfe bei Wassereinbruch
Der Alptraum eines jeden Filmers ist ein Wassereinbruch im Gehäuse. Es kommt dabei schon etwas auf das Gehäuse an und wie schnell (früh) man den Einbruch tatsächlich wahrnimmt. Bei einigen Kunststoffgehäusen bieten großflächige Fenster im Gehäuse die Möglichkeit früh sehen zu können wo es ein Leck gibt. Geschlossene Metal- oder Verbundstoffgehäuse bieten in der Regel keine Einblickmöglichkeit. Hier weisen oft sogenannte „Leckwarner“ mit optischen und akustischen Signalen auf einen Wassereinbruch hin. Bei den erstgenannten Systemen kann man dann unter Umständen durch geschicktes Drehen des Gehäuses das bereits im Gehäuse befindliche Wasser vom Camcorder „wegdrehen“ so das eine Chance besteht, diesen noch zu retten. Bei den geschlossenen Systemen hilft da nur der Blick durch die Frontscheibe (wenn es denn eine gibt) oder durch den Dome. Oft ist es aber so, dass bedingt durch den Wasserdruck ein feiner Sprühstrahl das Wasser im Gehäuse verteilt und der Camcorder der erste ist, der dran glauben muss. Meistens bemerken die Filmer den Wassereinbruch erst dadurch, dass der Camcorder plötzlich „weg“ ist. Einer der gefährlichsten Momente bei einem Wassereinbruch ist das Anreichen ans Schiff. Deshalb sollte man das auch mit dem Personal auf dem Schiff bei der Einweisung zum Anreichen auch besprechen. Es gab schon Fälle wo der Kameramann sein System durch geschicktes Drehen des Gehäuses retten konnte, und der Camcorder dann beim Anreichen an den Guide geflutet wurde, da dieser natürlich nicht wissen konnte was los war.

Was tut man wenn das Gehäuse geflutet wurde? Bei einer „Schnapsglas“ Flutung tritt nur ganz geringfügig Wasser in das Gehäuse ein. Geschicktes Drehen des Gehäuses hält das Wasser vom Camcorder fern, im besten Fall bleibt der sogar ganz trocken, dann haben wir Glück gehabt. Ist der Camcorder schon mit geflutet worden, ist der Schade schon sehr groß. Egal welcher Datenträger im Camcorder zum Einsatz kommt, es ist fraglich ob die Aufnahmen noch genutzt werden können. Bei Kurzschlüssen versterben Festplatten recht schnell, auch DVD's gehen kaputt weil der Datenstrom nicht finalisiert werden kann und die Daten auf der DVD dadurch nicht nutzbar sind. MiniDV Bänder sind sehr feuchtigkeitsempfindlich und selbst wenn man das Band trocken kann, werden die kristallisierten Salzkristalle den Bildkopf des abspielenden Camcorders/Players beschädigen wenn nicht sogar zerstören. Speicherkarten sind nach einer richtigen Flutung in der Regel nicht mehr Funktionsfähig. Steht der Camcorder erst einmal halb im Wasser ist nicht mehr viel zu retten. Salzwasser zerstört die empfindliche Elektronik im Camcorder sofort, so das der Camcorder nur noch Schrottwert hat.
Kann man das Gehäuse noch retten?
Um es kurz zu machen – ja – allerdings muss man besonders bei den elektronischen Gehäusen bei denen sich die Elektronik mehr oder minder ungeschützt direkt im Gehäuse befindet mit teils erheblichen Kosten rechnen. Bei den etwas älteren mechanischen Gehäuse kommt man meistens mit einem blauen Auge davon, da hier in der Regel keine elektronischen Komponenten betroffen sind und die Gehäuse durchweg aus Seewasserfesten Materialen bestehen. Bei einem modernen elektronischen Gehäuse sind bei einer Flutung alle Elektronik- und Kabelkomponenten zerstört und müssen vollständig getauscht werden. Sehr schmerzhaft wird eine Gehäuseflutung, wenn man eine Videorückwand verwendet hat. Hierzu muss man sagen, dass es kaum möglich ist diese Rückwände vollständig zu schützen, da sich hier durch die zusätzliche Stromversorgung durch Akkus immer eine Schwachstelle ergibt, die durch das eindringende Seewasser die Elektronik und den Screen der Rückwand unwiederbringlich zerstört.

Ich möchte an dieser Stelle aber die dringende Empfehlung aussprechen, nicht selber an einem gefluteten Gehäuse rumzubasteln, sondern dieses unverzüglich zum Hersteller zurück zu schicken um sich einen Kostenvoranschlag für die Instandsetzung erstellen zu lassen. Auch (und gerade wenn) ein Schadensfall eintritt, sollte man als erstes den Hersteller kontaktieren, nur so erhält man die größtmöglichen Chancen das System wieder betriebstauglich instand setzen zu lassen.
Die richtige Pflege für den Camcorder
Der Camcorder ist das Herzstück unserer Ausrüstung, deshalb transportieren wir ihn in einem separaten Koffer (z.B. Pelicase 1300/1400 oder ähnliche) das stellt sicher, dass unserem Camcorder auch in den Tropen, in Wüsten oder in eisigen Regionen nichts zustößt. Alternativ kann man auch Kamerataschen verwenden. Allerdings bieten diese nur eingeschränkt Schutz vor Stößen und Temperaturen. Bei längeren Aufenthalten bieten Kamerataschen aber einen nur sehr eingeschränkten Schutz gegenüber hohen Temperaturen und/oder hoher Luftfeuchtigkeit. Nach wenigen Tagen ist diese durch jeden Taschenritz bis zum Camcorder vorgedrungen und stört die empfindliche Elektronik. Da wo mit hoher Luftfeuchtigkeit zu rechnen ist, sollten wir ausreichend Trockenmittel dabei haben. Diese erhalten wir schon für geringe Kosten bei Internetauktionshäusern oder im Fachhandel (auch im Internet) so dass wir Taschen und Koffer immer ausreichend bestücken können.

Staub- und Feuchtigkeitsschutzhüllen bieten einen guten Schutz vor feinem Staub, Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit. Natürlich sind das alles zusätzliche Komponenten, die unser Gepäck belasten. Aber was nutzt es, wenn es uns auf den Camcorder regnet und dieser deshalb ausfällt. Wer nicht noch mehr Geld für solche Ausrüstungsgegenstände ausgeben möchte kann natürlich auch aus reißfesten Transparenten Folien eine Schutzhülle gegen Regen basteln. Es lohnt sich aber, die am Markt befindlichen Systeme miteinander zu vergleichen, denn die Kosten für solche Schutzhüllen sind im Vergleich zum Nutzen gering. Bei Pflegemitteln sollten wir immer vorsichtig sein und uns unbedingt an die Pflegeanweisungen in den Handbüchern halten. Schon so mancher Camcorderdisplay wurde schnell stumpf und unansehnlich, weil er mit einem falschen Reinigungsmittel behandelt wurde. Machen sie keine Experimente mit ihrem Camcorder, dann wird er auch lange störungsfrei funktionieren.
Speichermedien wie Tapes und DVD's richtig lagern

Diese Boxen sind für den extremen Einsatz entwickelt und bieten optimalen Schutz vor Umwelteinflüssen mit einer einzigen Ausnahme. Magnetische Strahlen. Wer empfindliche Camcorder und Zubehör schützen möchte packt diese am besten in Peli-Case's.
Hand aufs Herz, wer hat schon einmal einen dieser kleinen Beipackzettel, die sich in den Schutzhüllen der MiniDV-Tapes befinden vollständig durchgelesen? Aha! Wusste ich's doch! Wer sich jetzt ertappt fühlt sollte das mal schnell nachholen! Dort finden wir Hinweise zu allen Untaten, die wir unseren Tapes nicht antun sollten. Zum Beispiel, sollten wir es vermeiden, die Tapes hohen Temperaturen oder hoher Feuchtigkeit auszusetzen, was ebenfalls für starke (oder auch schwache) magnetische Felder gilt. Wir stapeln unseren Filmtapes also nicht gleich neben den Lautsprechern der Stereoanlage, den Kontrollmonitoren oder den PC-Lautsprechern – ja – darin befinden sich Magneten, die unsere Aufnahmen in Windeseile im Nirwana verschwinden lassen können. Das ein Auto keine geeignete Lagerstätte für solche Tapes ist dürfte jedem klar sein, auch nicht während einer Reise weil es gerade nicht anders geht. Auch hier verwende ich ein wasserdichtes Peli-Case und achte immer darauf, dass dieser Koffer schattig und kühl gelagert ist. Tapes sind empfindlicher als wir uns das vorstellen können. Das macht diese aber nicht automatisch schlecht. Ich besitze noch heute MiniDV-Tapes, die vor 11 Jahren bespielt wurden und die noch heute ohne sichtbare Spuren ihren Inhalt zeigen.

DVD's sind da aus einem anderen Material geschnitzt – oder besser gesagt gepresst. Diese optischen Datenträger sind nicht gegenüber Magnetfeldern empfindlich was ein großer Vorteil ist, dafür haben sie aber andere Schwachstellen. Hohe Temperaturen wie sie zum Beispiel in einem Auto schnell entstehen können, können DVD's (und auch CD's) schnell unbrauchbar machen. Dazu kommt die immer noch sehr hohe Empfindlichkeit gegenüber dem Verkratzen der Unterseite. Befinden sich erst einmal tiefe Kratzer auf der Unterseite, wird der Zugriff auf die gespeicherten Daten zum Lottospiel. Da wir uns nicht auf unser Glück verlassen wollen, sorgen wir dafür, dass die verwendeten DVD's nach dem Gebrauch am besten in CD-Taschen oder einem Koffer verschwinden. Taschen sind gegenüber Koffern leichter zu transportieren und bieten im Gegensatz zu den Originalhüllen einen sehr guten Schutz vor Sonneneinstrahlung und gerade das ist wichtig für diese Medien.
Was ist mit Speicherchips wie Memorystick und Co.?
Diese Medien sollten wir wie rohe Eier behandeln, auch wenn diese einen wesentlich robusteren Eindruck machen als Tapes und DVD's sie sind im Grunde anfälliger. Hier bestehen Empfindlichkeiten gegenüber Magnetfeldern, Hitze und Feuchtigkeit, Stürzen und Beschädigungen der empfindlichen Kontakte durch unsachgemäße Behandlung oder Schmutz. Aber auch für diese Medien bietet die Industrie eine Vielzahl praktischer Taschen und Boxen an, in denen diese kleinen Speichermedien gut geschützt auf Reisen gehen können. Mittlerweile bieten die Händler im Internet schon Boxen für die Aufbewahrung ganzer Medienarsenale für wenige Euros an. Hier sollten wir in jedem Fall rechtzeitig investieren, denn schon für ein paar Euro erhalten wir Schutzboxen für unsere so geleibten vier und acht Gigabyte Speichermedien die nicht selten einige hunderte Euros wert sind.

Tipp zur gepflegten Ausrüstung:
Nur eine gut gepflegte Ausrüstung funktioniert dann wenn man sie benötigt! Wer seine Videoausrüstung (und alle Gegenstände die im weiteren Sinn damit verbunden sind) ordentlich pflegt, kann sicher sein, dass diese auch funktionsfähig ist, wenn er ins Wasser steigt.
Vorschau Artikel #17
In unserem nächsten Artikel geht es um das Thema „Der PC als Schnittsystem für unsere Filmprojekte“. Wir schauen uns an, wie man aus einem PC ein Schnittsystem macht, welche Hard- & Software man benötigt und wie unsere Filme in den PC gelangen.


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