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posted by Detlef Randerath on 2007/04/03

U/W-Videoschule #5 :: Sicheres Abtauchen

Sicheres Abtauchen
Sicheres Abtauchen mit dem Videosystem Damit unsere Ausrüstung genauso gut behütet und sicher wieder aus dem Wasser rauskommt, wie wir es uns wünschen, gilt es einiges vorzubereiten und zu beachten, damit nichts "baden geht"! Wir geben Tipps und zeigen wie das funktioniert. von Detlef Randerath
Einleitung
Grob überschlagen ist die Videoausrüstung, die wir mit auf unseren ersten Videotauchgang nehmen möchten, zwischen 1500,- und 5000,- Euro wert. Kein Pappenstiel möchte man meinen und deshalb sollte gerade der erste Tauchgang entsprechend vorbereitet werden. Bis wir die ersten "richtigen" Aufnahmen machen werden, sind einige Sicherheitstests durchzuführen. Warum das alles? Die Erfahrung zeigt, das die meisten Fehler (und Unglücke) gleich zu Beginn der Filmkarriere (erster und zweiter Tauchgang) oder durch zuviel Routine passieren. Das wollen wir mit diesem Artikel vermeiden.
Versichern oder nicht?
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der kann eine Reise- und Transportversicherung für seine Ausrüstung abschließen. Dann ist die Ausrüstung zumindest gegen Beschädigungen und Diebstahl während der Reise versichert. Gegen eine Flutung beim Unterwassereinsatz kann man seine Ausrüstung aber nicht versichern, das ist den meisten Versicherungen zu gefährlich, da das Flutungsproblem in der Regel erst durch den Anwender entsteht.

Grundsätzlich möchte ich den Abschluss von Versicherungen empfehlen. Wir werden immer mit der Videoausrüstung unterwegs sein und da warten bekanntlich genug Gefahren auf unsere Ausrüstung. Reisegepäckversicherungen gehen in der Regel nur bis zu einem gewissen "Grenzbetrag", der eine teure Videoausrüstung nicht wirklich berücksichtigt. Deshalb würde nur ein geringer Bruchteil bei Beschädigung oder Diebstahl ersetzt werden.

Tipp:
Bevor es mit den Vorbereitungen losgeht, suchen wir uns einen ruhigen (schattigen) und kühlen Ort, wo wir ungestört und in Ruhe die notwendigen Vorbereitungen treffen können. Im Urlaub finden wir uns also im Hotelzimmer und Zuhause in der guten Stube wieder. Direkte Sonneneinstrahlung (Terrasse, etc), Dunst (Küche) sowie Wind und Staub (Außenbereich, Strand, Terrasse) sind die Störenfriede Nr. 1 und schaden unserem Vorhaben mehr, als das sie nutzen. Aus diesem Grund ziehen wir uns in einen ruhigen Raum zurück.

Wir lassen uns auch nicht unterbrechen – wenn alles gut läuft sind wir in knapp fünfzehn Minuten mit den notwendigen Vorbereitungen fertig. Also kein Grund zur Hast!
Die richtige Reihenfolge:
Damit wir die Vorbereitung für unseren Videotauchgang richtig durchführen können, hier eine kurze Übersicht über die Reihenfolge der Arbeiten/Aufgaben.
  1. Frische/leere Aufnahmemedien besorgen – oder Festplatte im Camcorder löschen
  2. Arbeitsplatz vorbereiten (Tisch, fusselfreies Tuch, Objektivtuch, Luftpinsel etc.)
  3. Alle Akkus aufladen (Camcorder, Beleuchtungsanlage, Akkus für Kontrollmonitor etc.)
  4. Beleuchtungsanlage zusammenbauen und am Gehäuse montieren & testen
  5. Gehäusedeckel und O-Ringe vorbereiten
  6. Camcorder vorbereiten – Akkus – Aufnahmemedium – Filter/Vorsatz
  7. Gehäusefenster außen reinigen – Gehäusefenster innen reinigen
  8. Camcorder montieren und ins Gehäuse einsetzen / Kabelanschlüsse verbinden
  9. Gehäusedeckel aufsetzen und Gehäuse schließen
  10. Funktionstest (trocken)
Ooh Oh – die O-Ringe
Die O-Ringe sind das meist unterschätzte und am häufigsten übersehene Teil an Unterwassergehäusen. Die richtige Pflege der O-Ringe ist der größte Sicherheitsfaktor für unser Videosystem. Die Hauptaufgabe der O-Ringe liegt darin, den Zwischenraum zwischen dem Gehäusedeckel und dem Gehäusekörper vollständig auszufüllen. Die meisten modernen Gehäuse sind so gebaut, dass die verwendeten O-Ringe gleich gegen mehrere Gehäusekanten schließen. Dabei verformen sich die O-Ringe um den Zwischenraum zwischen Gehäuse und Deckel optimal auszufüllen und das Eindringen von Wasser zu unterbinden. Durch die Verschlusskraft der Gehäuseverschlüsse werden die Teile entsprechend aneinander gedrückt.

O-Ring Pflege
Hierbei darf auch nicht zuviel Druck auf den O-Ring ausgeübt werden, da dieser sonst beschädigt werden kann. Es reicht eine winzige Beschädigung aus, um ein Gehäuse zu fluten, deshalb sollte man die O-Ringe vor jedem Tauchgang prüfen.
Bei der Pflege der O-Ringe ist besondere Sorgfalt geboten. Nur ganz wenig Silikonfett und viel Fingerspitzengefühl sorgen für saubere und gut gefettete O-Ringe. Hier gilt die Devise "weniger ist mehr".

Für die Pflege der O-Ringe benötigt man Silikonfett, das bei den meisten O-Ringen gleich im Lieferumfang mit enthalten ist. Wir wechseln niemals das mitgelieferte Fett gegen ein anderes aus! Die meisten Hersteller empfehlen unterschiedliche Fette zur Pflege, daran sollten wir uns immer halten. Damit ein O-Ring seinen Job gut tun kann, benötigt er einen hauchdünnen Fettfilm auf seiner Oberfläche. Dieser Fettfilm sollte wirklich nur als feiner Glanz auf dem O-Ring zusehen sein. Auf keinen Fall darf der Ring im Fett "stehen" – weniger ist mehr!!!

Wir nehmen ein wenig Pflegefett zwischen den Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger und lassen dann den O-Ring sanft durch unsere Finger gleiten. Dabei fühlen wir gleich ob der O-Ring in Ordnung ist. Wir lassen den O-Ring auf diese Weise einige Male vollständig durch unsere Finger gleiten und fetten ihn gleichzeitig ein. Sollten wir irgendetwas fühlen das sich uneben anfühlt, müssen wir kontrollieren was es ist. Schmutz und Haare sind sehr gefährlich und haben schon vielen Camcordern und Kameras das digitale "Leben" gekostet. Wir entfernen diese Verunreinigungen mit einem nicht fusselnden Tuch – dann beginnt die Kontrolle von vorne. Bis wir sicher sind, dass der O-Ring sauber und eingefettet ist.

An dieser Stelle noch mal den Hinweis auf den sparsamen Umgang mit dem Fett!

O-Ring Pflege
O-Ringe sollte man nach dem Gebrauch reinigen und separat in einem verschließbaren Beutel aufbewahren.
Tipp: Aufbewahrung von O-Ringen
Damit die O-Ringe ein möglichst langes Leben vor sich haben, entfernen wir die Ringe vom Gehäuse/Deckel und bewahren diese in luftdichten Kunststoffbeuteln (Topitz oder andere) dunkel und kühl auf. Würden die O-Ringe ständig am Gehäuse/Deckel montiert sein, würden sie ihre "Spannkraft" verlieren und spröde werden.

Bevor wir die O-Ringe montieren, kontrollieren wir mit peinlicher Genauigkeit die Nut, in die der O-Ring eingesetzt werden soll. Auch hier entfernen wir vorhandenen Schmutz mit einem fusselfreien Tuch. Erst wenn alles sauber ist, montieren wir die Teile zusammen.
Checkliste
Der sicherste Weg führt über eine Checkliste, die aber je nach verwendetem Gehäuse und Camcorder unterschiedlich aussehen kann. Auf diese Liste kommen - wie bereits besprochen - die O-Ringe und die Nut am Gehäuse. Dann prüfen wir, ob die Montageplatte fest sitzt und ob die Kabelverbindungen korrekt angeschlossen wurden. Bei unserem ersten Tauchgang verzichten wir auf den Camcorder, deshalb sind die Kabelverbindungen da nicht so wichtig.

O-Ring Pflege
Damit es keine bösen Überraschungen gibt, sollte man sich an die Pflegemittelvorgaben vom Hersteller halten.
Verfügt unser Gehäuse über einen Kontrollmonitor in der Rückwand, dann prüfen wir die Batterien und den richtigen Sitz. Ein- und Ausschalten probieren wir vor dem Schließen des Gehäuses. Erst wenn dieser "Trockentest" bestanden ist, ist der Gehäusedeckel fertig für die Montage. Bevor wir aber das Gehäuse schließen, geben wir noch einen Silikat-Gel Beutel in unser Gehäuse. Damit dieser nicht frei durch das Gehäuse poltert, befestigen wir diesen mit einem Gummi an der Montageplatte des Camcorders. Niemals sollte man einen Silikat-Beutel am Camcorder befestigen. Häufig befinden sich kleine Kügelchen in diesen Beuteln, die bei kleinsten Lageveränderungen durch den Beutel rollen. Würde der Beutel den Camcorder berühren, so würde sich das Roll- und Raschelgeräusch auf den Camcorder übertragen und dieser würde das so entstehende Störgeräusch mit aufzeichnen. In einem solchen Fall, kann man dann den O-Ton auf unserem Film vergessen.
Türen schließen
Silica Beutel
Silicagel-Beutel wirken dem Beschlagen der Frontscheibe im Videogehäuse entgegen. Allerdings müssen diese entsprechend dimensioniert sein, um ihre Wirkung entfalten zu können. Hier im Bild ein 30g Beutel.
Nun können wir das Gehäuse schließen. Jetzt ist besondere Sorgfalt gefragt. Wir sind nicht in Eile, ganz behutsam setzen wir die Rückwand ein und verschließen das Gehäuse. Dabei wird keinerlei Kraft angewendet. Passt jetzt etwas nicht, wird die Rückwand wieder abgenommen und der Sitz der O-Ringe und die Nut im Gehäuse überprüft. Moderne Unterwassergehäuse bieten für das Schließen zusätzliche Führungen für die Rückwand oder den Gehäusedeckel. Das ermöglicht ein problemloses und passgenaues Schließen. Jetzt ist das Gehäuse fertig für den ersten Dichtigkeitstest.



 
Die Wanne ist voll... (Der Wetcheck)
Es muss nicht gleich der Tauchsee sein, um zu prüfen, ob das Gehäuse richtig schließt. Eimer sind meistens zu klein und Regentonnen nicht verfügbar, da bietet sich die Badewanne an. Es sollte schon soviel Wasser eingefüllt werden, das ca. zehn Zentimeter Wasser über dem Gehäuse steht, sobald dieses in der Wanne abgelegt wurde.

Zunächst tauchen wir das (neue) Gehäuse erstmal nur für einige Sekunden unter und nehmen es dann wieder raus. Dann prüfen wir mit einem Blick durch die Frontscheibe, ob alles dicht ist. Manche Gehäuse haben aber nur sehr kleine Frontscheiben oder gar nur einen Dom, dann müssen wir das Gehäuse jetzt zuerst abtrocknen und dann vorsichtig (auf unserem Arbeitstisch von vorhin) öffnen. Befindet sich nun Wasser im Gehäuse, versuchen wir herauszufinden, woher dieses gekommen ist. Wieder prüfen wir O-Ring und Nut. In manchen Fällen kann man durch das kurze Untertauchen auch sehen, an welcher Stelle das Wasser ins Gehäuse gelaufen ist. Es empfiehlt sich in einem solchen Fall die gesamte Prozedur zu wiederholen und einen weiteren Test durchzuführen. Tritt wieder Wasser ein, müssen wir unseren Händler bzw. den Hersteller kontaktieren – von einer Nutzung mit Camcorder kann man in einem solchen Fall nur dringend abraten.

Normalerweise ist aber nach dem ersten Wet-Check alles dicht und trocken geblieben. Zeigt der Blick durch die Frontscheibe keinen Wassereinbruch, dann taucht das Gehäuse jetzt mal für 30 Sekunden ab und dann für 5 Minuten. Bleibt alles trocken sind wir auf dem richtigen Weg. Sollten Probleme auftreten, nehmen Sie sich die Zeit das Problem mit ihrem Händler zu klären – es steht immerhin ihr Camcorder auf dem Spiel!
Der Wetcheck ist Pflicht!
Es dauert kaum ein bis zwei Minuten um zu prüfen, ob das Gehäuse dicht ist oder nicht. Wir gewöhnen uns also an, "immer" einen Wetcheck vorzunehmen, bei dem wir das System kurz untertauchen und prüfen, ob es dicht ist. Dabei schauen wir durch die Front (oder falls vorhanden) die Seitenscheibe. Je mehr Zeit wir uns hierfür nehmen, desto sicherer wird alles!

Hinweis:
Ein Leckwarner macht sich "immer" bezahlt. Selbst wenn dieser einhundert Euro extra kostet! Die Leckwarner schlagen sofort Alarm und man hat gute Chancen, heil aus der Sache herauszukommen.
Der Pooltest
Soweit sollte es aber erst gar nicht kommen und wenn wir das Gehäuse gut vorbereitet haben, dann sollte es jetzt auch im Pool einen ganzen Tauchgang dicht überstehen!
Kabelbinder
Sollten immer dabei sein – Kabelbinder. Die kleinen Helfer entwickeln ein enormes "Aufräum"-Potential, wenn es darum geht, lose Kabel zu fixieren oder Silicagel-Beutel zu halten.
Die ersten Tiefenmeter im Wasser sind die gefährlichsten. Hier kann der Wasserdruck dem Gehäuse noch nicht richtig beim Abdichten helfen, deshalb sollte man nach der Badewanne einen Test im Pool machen. Dabei positioniert man seinen Buddy zunächst mit genügend Handtüchern am Beckenrand und geht dann mit dem Gehäuse (immer noch ohne Camcorder) auf Tauchstation. Dabei beobachten wir wieder durch die Frontscheibe, ob alles dicht bleibt. Sollte Wasser eindringen, schnell auftauchen und dem Buddy das Gehäuse reichen, damit dieser es schnell öffnen kann, um die Stelle des Wassereinbruchs zu lokalisieren.

Auch wenn es uns unter den Nägeln brennt, wir nehmen den Camcorder frühestens nach dem ersten erfolgreichen Pooltauchgang mit ins Wasser.

Tipp:
Auf die richtige Reihenfolge kommt es an. Zuerst bauen wir das Gehäuse zusammen (wenn es nicht bereits vormontiert ist), dann wird der Gehäusedeckel vorbereitet und zum Schluss dann der Camcorder.
Den Camcorder vorbereiten
Auch beim Camcorder hilft eine kurze Checkliste, die wichtigsten Funktionen des Camcorders sicher zu stellen, damit alles richtig funktioniert.

Als erstes widmen wir uns dem Akku. Nur vollständig aufgeladene und funktionstüchtige Akkus sollten zum Einsatz kommen. Anderenfalls laufen wir Gefahr, dass uns zwischendurch der "Saft" ausgeht und unsere Aufnahmen vorzeitig beendet werden. Nur vollständig aufgeladene Akkus kommen zum Einsatz. Nachdem wir nun Strom haben, werden wir einen Blick auf unser Speichermedium. Je nach Camcordertyp legen wir nun entweder eine neue (ich nehme jedes Mal ein neues Tape) Mini-DV Kassette oder eine leere (am besten auch brandneue) Mini-DVD ein. Dabei prüfen wir kurz, ob Tape und DVD in Ordnung sind. Hat die DVD nur den kleinsten Kratzer "taucht" sie nichts und wird auf keinen Fall eingesetzt und später umgetauscht! Bei Festplatten-Camcordern löschen wir jetzt alle alten Inhalte auf der Festplatte, um soviel Platz wie eben möglich für unsere neuen Aufnahmen zu schaffen.

Die Programmeinstellungen des Camcorders sollten jetzt auf "neutrale Aufnahmen" eingestellt werden. In der Regel gibt es so ein Programm nicht, aber wir schalten jetzt alle Übergangs- und Gestaltungseffekte ab, um sicher zu stellen, dass der Camcorder "normal" aufzeichnet.

Vorsätze und Filter werden im nächsten Schritt vorbereitet. Zu aller erst reinigen wir das Objektiv des Camcorders. Dazu verwenden wir entweder einen Luftpinsel oder ein Objektivtuch. Niemals irgendeinen Lappen – Kratzer auf dem Objektiv sind nicht mehr rückgängig zu machen. Wenn das Objektiv sauber ist, reinigen wir ebenfalls die verwendeten Filter oder Vorsätze. Je genauer und penibler wir jetzt arbeiten, desto störungsfreier sind unsere Aufnahmen nachher! Wenn alles fertig ist, setzen wir den Objektivdeckel vorne auf, um zu gewährleisten, dass beim nächsten Arbeitsgang kein Stäubchen eingeschleppt werden kann.

Werkzeug
Damit alles richtig befestigt werden kann, sollte man sich die richtigen Werkzeuge bereitlegen. Eine Mini-Werkzeugtasche sollte dann auch im Urlaub mit dabei sein.
Die Befestigung auf der Montageplatte ist ein wichtiger Punkt. Wir versuchen dabei die Optik des Camcorders so nahe wie möglich an die Frontscheibe des Gehäuses zu bringen. Je geringer der Abstand, desto geringer ist die Gefahr von Reflektionen.

Tipp:
Wenn der Makro- oder Weitwinkelvorsatz vorne nicht schwarz ist, nehmen wir einen dünnen Allesschreiber (Marke nicht abwaschbar) und bemalen den sichtbaren Rand des Vorsatzes/Filters schwarz, damit dieser sich nicht in der Frontscheibe des Gehäuses spiegeln kann. Dabei sind wir sehr sehr vorsichtig – wasserfester Allesschreiber "auf" dem Filter oder Vorsatz ist unverzeihlich und kann nicht mehr entfernt werden.

Nachdem der Camcorder auf der Montageplatte seinen Platz bezogen hat, widmen wir uns nun dem Gehäuse. Zuerst reinigen wir die Außenscheibe. Wenn diese einwandfrei sauber ist, können wir die Innenseite gut reinigen. Dazu legen wir ein Tuch als Kontrastmedium vor uns aus. Beim Blick durch das Gehäuse auf das (dunkle) Tuch sehen wir dann sehr deutlich wo sich Verunreinigungen befinden. Auch hier benutzen wir ein Objektivtuch innen. Den Luftpinsel lassen wir hier weg, der würde den Staub nur im Gehäuse verteilen.

Jetzt kann der Montageschlitten samt Camcorder ins Gehäuse eingesetzt werden. Dabei sind wir auch schön vorsichtig und versuchen die Optik jetzt nicht mehr zu berühren.

Jetzt werden die Kabel angeschlossen. LAN-C und Kabel für die Videorückwand werden sorgfältig in die dafür vorgesehenen Buchsen eingesteckt und der Verlauf der Kabel um den Camcorder herum wird geprüft. Dabei vermeiden wir es die Kabel zu knicken!

Der Objektivdeckel wird jetzt abgenommen, bevor wir den Montageschlitten in seine Position bringen. So vorbereitet können wir uns nun dem Gehäusedeckel widmen - den wir wie oben beschrieben vorbereitet haben - bevor wir uns dem Camcorder widmen.
Wenn´s zu ist – zu lassen!
Nachdem wir das Gehäuse geschlossen haben, prüfen wir sofort alle Funktionen. Camcorder einschalten – Kontrollmonitor – Bedienelemente. Start/Stop, Zoom, AF-Lock, Foto & Filmfunktion etc, je nachdem was unser Gehäuse so alles anbietet. Wenn alles funktioniert, schalten wir das System gleich wieder aus. Funktioniert etwas nicht, prüfen wir sofort woran es liegt. Wir fahren nicht mit einem nicht 100% funktionierenden Gehäuse ans Wasser!

Egal was jetzt kommt, wenn alle Funktionen einwandfrei funktionieren, wird das Gehäuse nicht mehr geöffnet. Ausnahmen sind nur für den Wechsel von Akku und Speichermedium anzuraten.

Tipp:
Was auf dem Boden liegt, kann nicht runterfallen. Würde unser Gehäuse, so wie es jetzt vorbereitet ist, vom Tisch stürzen, müssten wir mit schweren Beschädigungen an Gehäuse und Camcorder rechnen. Also legen wir das ganze auf einem großen (bunten und auffälligen) Badetuch fernab von Laufwegen auf den Boden!
Der Einstieg
Am Tauchplatz angekommen machen wir uns für den Tauchgang fertig. Erst wenn unsere Tauchausrüstung in Ruhe angelegt und ein Buddycheck durchgeführt wurde, widmen wir uns wieder unserer Videoausrüstung. Da es beim Tauchen schon mal vor kommt, dass man zwei freie Hände benötigt, befestigen wir unser Videosystem mittels eines Spiralkabels an einem D-Ring an unserem Jacket. Ich nehme nur die teuren und mit Kunststoff überzogenen Stahlkabel-Spiralkabel. Schließlich soll das Gehäuse sicher an mir hängen bleiben, auch wenn ich es einmal in einer Notsituation sofort loslassen muss. Aber zuerst muss ich selber mal ins Wasser, bevor ich das Spiralkabel einhänge.

Dabei stellt sich die Frage, soll das Videosystem negativ oder positiv tariert sein? Ich habe meine Gehäuse "noch nie" vollständig negativ tariert. Ein minimaler Auftrieb erleichtert mir das Handling und könnte im Notfall dafür sorgen, das mein Gehäuse (wenn auch gaaaaaanz langsam) zur Oberfläche aufsteigt. Das ist in jedem Fall besser, als wenn mein Videosystem in den Tiefen der Meere verschwindet!

Jetzt gehe ich ins Wasser. Entweder ich benutze den Steg am See oder ich springe vom Tauchschiff und hänge mich an die Einstiegsleiter an. Dann lasse ich mir von meinem Buddy mein Videosystem anreichen. Was folgt ist ein Wetcheck – ganz richtig!

Ich nehme mir Zeit, während die Tauchgruppe sich um mich formiert – prüfe ob alles in Ordnung ist und dann wartet mein Buddy auch schon neben mir.

Tipp:
Ich habe zum Glück einen Buddy, der das Filmen genauso liebt wie ich und der immer ein Auge auf mich und das System hat. Jeder sollte sich so einen Buddy suchen, das macht einiges einfacher und sicherer, denn beim Filmen habe ich kein Auge mehr frei, um meinen Buddy zu beobachten – ich muss mich darauf verlassen können, das er da ist!

Hinweis: Entweder es geht oder es geht nicht!
Wenn wir im Urlaub mit einer Gruppe Taucher auf einem Tauchboot unterwegs sind, unterliegen wir natürlich gewissen Gruppenzwängen. Auch wenn die anderen Taucher kulant akzeptieren, das wir bei Ein- und Ausstieg etwas mehr Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, lange warten wird niemand auf uns. Wenn wir also in einer Gruppe tauchen und diese bereits im Wasser darauf wartet abzutauchen, muss bei uns alles funktionieren. Gibt es Probleme mit dem Videosystem haben wir nur zwei Möglichkeiten. Den Tauchgang abbrechen und gleich prüfen wo das Problem liegt oder das Videosystem zurück an Board reichen und mit der Gruppe den Tauchgang durchführen.
Während des Tauchgangs
Abstand halten heißt da die Devise! Ich geh an Fische und Riffe schon nah ran (alles frei tariert) aber ich vermeide den Kontakt. Weder halte ich mich irgendwo am Riff fest, noch stoße ich mit dem System irgendwo an. Unterwassergehäuse sind dafür gemacht, dicht zu sein, nicht um Stöße auszuhalten. Ein Stoß direkt auf die Frontscheibe hat schon so manches System geflutet. Bei Wracktauchgängen gilt dazu noch die Regel, dass man darauf achtet nirgendwo hängen zu bleiben. In manchen Wracks kann ein langes "Beleuchtungskabel" schnell mal irgendwo hängen bleiben. Wenn wir ein Beleuchtungssystem verwenden, sollten wir "immer" darauf achten, dass die Kabel nicht runter baumeln. Ein oder zwei kleine Kabelbinder fixieren alle Kabel sicher.

Ich habe eben schon meinen Buddy gelobt, ganz besonders aufmerksam ist der, wenn er merkt, dass ich ihm die Kamera übergeben werde (ich muss ja auch mal ins Bild). Das geht dann so vonstatten, dass ich an ihn heranschwimme und das Zeichen für die Übergabe gebe. Darauf löst er das Spiralkabel und hängt dieses in sein Jacket ein, während ich das Kamerasystem noch festhalte. Sicher ist sicher. Übernehme ich dann die Kamera wieder, geht das Prozedere von vorne los!
Der sichere Ausstieg!
Ich lasse meinem Buddy immer den Vortritt. Nicht aus besonderer Höflichkeit, aber es macht viel Sinn, wenn er an Bord geht und seine Tauchausrüstung ablegt, um mir dann das System an der Leiter oder am Steg abzunehmen. Da weiss ich, dass er mir das System nicht ins Gesicht oder auf den Steg fallen lässt. Erst wenn er das Gehäuse sicher in den Händen hat, löse ich das Spiralkabel von meinem Jacket. Während ich dann in Ruhe die Leiter empor steige, bin ich sicher, dass mein Gehäusesystem auf dem Kameratisch des Schiffs oder gleich im Kofferraum meines Wagens abgelegt wird – in jedem Fall ist das System dann sicher.

Zugegeben, wenn man diesen Artikel liest, dann kommen einem manche Prozeduren umfangreich und zeitaufwendig vor, doch das ist es nicht. Mit etwas Übung benötige ich ca. 15 Minuten für die beschriebene Vorbereitung und bislang blieben alle Gehäuse auf Anhieb dicht und trocken –Toi Toi Toi!
VORSCHAU ARTIKEL #6
Das Filmen unter Wasser ist eine gute Bewährungsprobe für das viel zitierte "Buddysystem". Daher ist es wichtig den "richtigen" Buddy dabei zu haben. Dabei muss ich unser Buddy garnicht langweilen, ganz im Gegenteil. Wir machen aus unserem "Beschützer" einen professionellen Beleuchter der uns hilft, noch bessere Filmaufnahmen zu machen. Dabei gibt es einiges zu Beachten; im nächsten Artikel "So wird der Buddy zum Beleuchter" geben wir Tipps fürs einleuchtende Filmaufnahmen.


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