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geschrieben von Detlef Randerath am 15.02.2007

U/W-Videoschule #2 :: Grundlagen der Camcorder-Technologien

Kleine Camcorderkunde - Grundlagen der Camcorder-Technologien
Kleine Camcorderkunde - Grundlagen der Camcorder-Technologien von Detlef Randerath


Begriffserklärung
Bevor wir in das Thema einsteigen, möchte ich kurz einige Begriffe erklären, damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Einige Begriffe könnten besonders von Fotografen falsch verstanden werden. In diesem Artikel besprechen wir die Camcorder-Technologie, also diejenigen Kameras, mit denen wir Film & Ton auf einem Medium gleichzeitig aufzeichnen können. Neben der Aufnahme-Funktion bieten heute alle Camcorder die Funktion der Wiedergabe des aufgezeichneten Films an. Das kann über den eingebauten Display (Monitor) erfolgen, oder über integrierte Ausgänge zum Beispiel auch auf Fernsehgeräten.
Gehäuse schützen unsere Camcorder vor Feuchtigkeit und erlauben es uns, in den Tiefen der Meere Filmaufnahmen zu machen. Dabei bieten die Gehäuse uns die Möglichkeit mehr oder weniger viele Funktionen unseres Camcorders zu benutzen. Die Steuerung von Camcordern in Unterwassergehäusen erfolgt in der Regel, über die LANC-Schnittstelle. Über diesen Anschluss wird ein externes Steuerpanel an einem Unterwassergehäuse angebracht, mit dem der Taucher möglichst viele Funktionen des Camcorders steuern kann.
Viele Camcorder verfügen heute schon über eine Infrarot-Schnittstelle, die auch von externen (außen am Unterwassergehäuse montierten) Steuermodulen benutzt werden kann um den Camcorder zu steuern.
Man nehme einen Camcorder...
Klar, wenn man einen Film aufzeichnen möchte, braucht man einen Camcorder. Geht man heute in einen Elektronikdiscount und schaut sich die Fülle, der am Markt erhältlichen Camcorder an, verliert man schnell die Übersicht. Anscheinend haben die Hersteller für jeden Zweck und jede Anwendervorliebe eine eigene Camcorderserie hergestellt. Dabei war das Thema noch vor wenigen Jahren viel einfacher. Früher gab es Camcorder in den Formaten VHS, VHSC, Hi8, Digital 8 und MiniDV um einmal die wichtigsten zu nennen.
VHS, SuperVHS und VHSC verloren, wegen der recht großen Formate der Aufnahmekassetten schnell an Bedeutung, weil die dazugehörigen Camcorder sehr groß waren.

Mini DV - Festplatte Sony gelang es mit Hi8 ein eigenes digitales Videoformat zu etablieren, allerdings konnte auch dieses Format nicht den Markt durchdringen. Über die Jahre hinweg entwickelte sich MiniDV zum Standard für digitale Camcorder. So finden wir auch noch heute bei jedem Hersteller, aktuelle Modelle, die auf den kleinen MiniDV-Kassetten ihre Filme digital aufzeichnen.

Da die digitale Revolution aber auch vor den modernen Camcordern nicht halt macht, ist es nicht verwunderlich, das neben den etablierten MiniDV-Kassetten, auch MiniDVD (8cm Durchmesser) Festplatten und sogar SD-Speicherkarten als Speichermedien zum Einsatz kommen. Der letzte Schrei in dieser Entwicklung stellen die sogenannten Hybrid-Camcorder dar, die neben einer eingebauten Festplatte auch SD-Speicherkarten zum Speichern von Filmdaten nutzen können. Jeder Camcorder-Typ bietet eigene Vorteile, die im Rahmen einer gezielten Anwendung sicher sehr nützlich sind. Wir werfen im Folgenden einen Blick auf die Vor- und Nachteile, die sich durch unsere Anwendung beim Unterwasserfilmen entstehen.

DVD - Hybrid Das ist jetzt genau die Stelle, an der dein Camcorder ins Spiel kommt. Wer bereits einen Camcorder besitzt, sollte hier einmal vergleichen, ob es lohnt diesen Camcorder zu benutzen, oder ob man sich doch nach einem neuen Camcorder umschauen sollte.

Schauen wir einmal auf unseren Wunschzettel für den optimalen Camcorder für Unterwasserfilme. Natürlich darf der Camcorder nicht zu groß und zu schwer sein, damit wir ihn gut mit in den Urlaub nehmen können. Die Größe des Camcorders entscheidet auch über die Größe des verwendeten Gehäuses und das müssen wir ja dann auch transportieren. Die Akkus müssen zum einen den Camcorder lange mit Strom versorgen können und auf der anderen Seite günstig in der Anschaffung sein (wir brauchen ja viele davon) und schnell wieder aufladbar sein. Wichtig für gute Aufnahmen ist ein erstklassiges Objektiv und ein möglichst großer Aufnahmechip. An dieser Stelle müssen wir uns dann auch entscheiden ob wir unsere Filme in DV (digital Video) oder in HDV (High Definition Video) aufnehmen möchten. Viele von uns besitzen in der Regel schon einen Camcorder im MiniDV-Format der für die ersten Gehversuche herhalten soll. Das ist eine gute Idee, braucht man doch in diesem Fall erst einmal „nur“ ein Gehäuse für diesen Camcorder anzuschaffen. Auf das Thema Gehäuse kommen wir in einem der nächsten Artikel, schauen wir uns die Formatunterschiede von DV und HDV genauer an. Nicht zu vergessen sind die Anschlüsse für externes Zubehör wie Leuchten und die für uns interessanten externen Mikrofone.

PAL vs. HDTV Die meisten MiniDV-Camcorder arbeiten im PAL-Format, das für unsere Fernseher ausgelegt ist und 720 x 576 Pixel groß ist und ein Seitenverhältnis von 4:3 bietet. Die Grafik oben zeigt das PAL-Format mit dem gelben Rand in der linken oberen Ecke. Einige modernere Camcorder bieten optional das PAL-plus Format an, das 1024 x 576 Pixel groß ist und uns schon einen Eindruck vom 16:9 Format vermittelt. Hier endet aber auch das Formatvermögen der PAL-Camcorder. Die HDV-Camcorder bieten (neben einigen Herstellerspezifischen Eigenformaten) das HDTV-Format 720p mit 1280x720 Pixel (16:9) und das große HDTV-1080i Format mit 1920 x 1080 Pixel Auflösung.

Betrachtet man die Grafik oben, fällt schnell auf, wie klein die Bildauflösung der PAL-Camcorder tatsächlich ist. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Durch die geringere Auflösung, entstehen beim Filmen natürlich weniger Daten als zum Beispiel beim HDTV-1080i Format. Geringere Datenmengen kann man entsprechend schneller schneiden und Verarbeiten - auch auf älteren PC´s (und Mac´s natürlich) - allerdings wirken diese Filme zum Beispiel bei der Widergabe auf großen 16:9 Fernsehern eher flau und unscharf. Auf normalen PAL-Fernsehern (4:3 Seitenverhältnis) wirken auch diese Filme scharf, farbenfroh und kontrastreich. DV-Camcorder sind also nicht benachteiligt! Wer in diesem Format anfangen möchte, Unterwasser zu filmen, hat auch einige Vorteile auf seiner Seite. Die Camcorder in dieser Systemklasse sind wesentlich günstiger in der Anschaffung als neue HDV-Camcorder. Wie schon erwähnt, können auch ältere PC´s und Mac´s für die Filmnachbearbeitung benutzt werden und die vergleichsweise geringen Datenmengen finden auch auf mittelgroßen Festplatten genügend Platz.
CCD vs. CMOS
Die CCD-Sensoren (Charge-coupled Device / ladungsgekoppeltes Bauteil) wurden ende der 60er Jahre von Willard Boyle und George Smith in den legendären Bell Laboratories zur Datenspeicherung entworfen. CCD-Sensoren ersetzen den „Film“ in digitalen Kameras und Camcordern und ermöglichen durch seine Verarbeitungsweise den direkten Zugriff auf die gespeicherten Daten. Ein CCD-Sensor besteht aus einer Matrix lichtempfindlichen Zellen, die Pixel genannt werden. Bei der Aufnahme überträgt das einfallende Licht, durch den inneren photoelektrischen Effekt, seine Energie auf die Elektroden des angeschlossenen Halbleiters.
Nach der Belichtung werden die Ladungen, Zelle für Zelle (Pixel für Pixel) verschoben und ausgelesen. In den meisten Camcordern werden sogenannte „Bayer-Sensoren“ genutzt bei denen die Zellen des Sensors mit Farbfiltern versehen sind. Eine Zelle enthält dann jeweils vier Sensoren von denen einer „rot“ einer „blau“ und zwei „grün“ eingestellt sind.

Sensor Ein Active Pixel Sensor (APS, deutsch: aktiver Pixelsensor) ist ein Halbleiterdetektor und wird zur Lichtmessung eingesetzt. Diese in der CMOS-Technologie gefertigten Sensoren werden auch CMOS-Sensor genannt. Einer der großen Vorteile der CMOS-Sensoren gegenüber herkömmlicher CCD-Sensoren liegt in der Möglichkeit weitere Funktionen in den Sensorchip zu integrieren. So können zum Beispiel Belichtungskontrollen, eine Kontrastkorrektur oder die Analog-Digital-Umwandlung gleich in den Sensor integriert werden. CMOS-Sensoren weisen im Gegensatz zu anderen Sensoren einen geringeren Stromverbrauch auf, können günstiger produziert werden, ermöglichen das Auslesen mehrerer Pixel gleichzeitig, weisen kaum Blooming-Effekte auf und können sogar als „nicht-rechteckige-Pixel“ zu sogenannten „Bienenwaben-Sensoren“ zusammengefügt werden, was wiederum zum Beispiel in der Raumfahrt für 3D-Abbildungen genutzt wird. CMOS-Sensoren sind im Gegensatz zu den CCD-Sensoren günstiger und flexibler im Einsatz und bieten mehr Anwendungsmöglichkeiten. Die meisten der modernen HDV-Camcorder weisen mittlerweile CMOS-Sensoren auf. Letztendlich ist die Kaufentscheidung aber nicht am Sensor festzumachen, sondern am Gesamtpaket des Camcorders. Auch DV Camcorder mir 3-CCD-Sensoren eignen sich hervorragend für Unterwasseraufnahmen. Es ist für unsere Anwendung des Camcorders wichtiger, dass sich wirklich der ganze Camcorder für uns gut eignet, als das eine bestimmte Technologie zum Einsatz kommt.
Das PAL-Format
Die Geschichte des Fernsehens begann schwarz/weiß. Bei den ersten Fernsehübertragungen wurde ein Bildsignal gesendet, das keine Farbinformationen sondern nur Helligkeitsinformationen gesendet, die von den Fernsehapparaten in Graustufenbilder umgewandelt wurden.

Das Von Walter Bruch 1963 zum Patent angemeldete Phase Alternating Line-Verfahren (PAL) wurde ursprünglich als Alternative zum NTSC-Verfahren entwickelt. Bruch wollte mit einem neuen Verfahren die häufigen Farbfehler des NTSC-Verfahrens aufheben, was ihm auch gelang. Das PAL-Farbfernsehsystem benutzt ein Bildformat von 625 Zeilen pro Bild (4:3 Format) und hat eine feste Übertragungsrate von 25 Bildern pro Sekunde. Diese Bilder werden allerdings nur als Halbbilder übertragen. Das funktioniert so, dass zuerst ein Bild mit allen ungeraden und dann ein Bild mit allen geraden Bildzeilen übertragen, was eine Halbbildfrequenz von 50Hz ergibt. Diese Technik benutzt das sogenannte Zeilensprungverfahren. Dadurch erhält man ein Filmerarmes Fernsehbild, das sich im Gegensatz zum NTSC-Verfahren durch seine geringe Datenmenge auszeichnet.

Für uns Europäer ist das PAL-Fernsehen das Standradsystem seit je her. In Amerika ist das anders. Dort werden noch heute alle Kinofilme mit 24 Bildern pro Sekunde gedreht. Konvertiert man nun einen US-Kinofilm in das PAL-System läuft der Film durch das eine fehlende Bild in der Sekunde ca. 4,17% schneller als normal. Das fällt dem Zuschauer im Bild allerdings nicht sonderlich auf. Schwieriger wird es da beim Ton, den durch das Konvertieren auftretende „PAL Speed-up) werden Töne teilweise um einen Halbton angehoben. Kennt man nun zum Beispiel eine Filmmusik gut von einer anderen Quelle (Radio/CD) fällt diese Veränderung zu weilen auch ungeübten Zuschauern auf.

Wenn wir einen bereits vorhandenen Camcorder für unsere Unterwasserfilme verwenden möchten, werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit im PAL-Format arbeiten. Das ist gut zu wissen, müssen wir uns doch so auch darauf einstellen, das unsere Schnittsoftware dieses Format vernünftig unterstützt und die von uns erstellten Video-DVD´s auch im PAL-Format arbeiten müssen. Das PAL-System ist übrigens das weltweit führende Fernsehformat. NTSC wird in Nord- und teilen von Südamerika sowie in wenigen Asiatischen Staaten verwendet.
MiniDV, DVD, Festplatte & Co.
Eine Gretchenfrage stellt sich uns dennoch und hier scheiden sich oft die Geister. Die Hersteller haben festgestellt, dass je nach Anwendung der Camcorder auch unterschiedliche Speichermedien Sinn machen.

Wir alle kennen die herkömmlichen MiniDV-Kassetten, die mit 60 Minuten Laufzeit (90 Minuten im Longplay-Modus) schon ab 2,50 € zu haben sind. Diese Kassetten können platzsparend aufbewahrt werden und man sagt den digitalen Signalen auf diesen Bändern eine Haltbarkeit von zehn bis zwanzig Jahren nach. Einzelne Szenen muss man erst auf dem Band suchen und anschließend auf den Computer übertragen um die Szenen verarbeiten zu können. MiniDV-Kassetten kann man rund um den Globus von verschiedenen Herstellern gleich am Urlaubsort zu günstigen Preisen kaufen.

Für die Langzeitspeicherung eignen sich MiniDVD-Medien in der Regel besser, aus diesem Grund sind auch einige Camcorder am Markt erhältlich die ihre Aufnahmen auf einem 8cm DVD-Rohling im MPEG-Format speichern. Je nach Hersteller und verwendeter Auflösung und Qualität des Films können zwischen 30 Minuten und 110 Minuten Film auf 8cm Duallayer DVD´s gespeichert werden. Alle Szenen werden gleich bei der Aufnahme indexiert und können gezielt aufgerufen werden. Die DVD kann gleich nach der Aufnahme in einem handelsüblichen DVD-Player wiedergegeben werden. Dieses Speichermedium bietet die Möglichkeit zur schnelle Weiterverarbeitung und weist mit zehn bis fünfzig Jahren Lebensdauer auch eine hohe Datensicherheit auf. Die Preise für die DVD-Rohlinge liegen je nach Qualität zwischen 0,50 Euro und 5,00 Euro für hochwertige Duallayer Rohlinge. Bei der Verwendung von Duallayer-Rohlingen erreicht man die Aufnahmezeiten von Camcordern mit MiniDV-Kassetten bei einer vergleichsweise hochwertigeren Aufzeichnung. Ein weiterer Vorteil der 8cm DVD-Rohlinge bestehgt darin, dass sie leicht transportiert und eingelagert werden können und mittlerweile auch schon in vielen Urlaubsorten zu moderaten Preisen angeboten werden.

MiniDV Tape - Festplatte Gleich nach den DVD-Camcordern brachten die Hersteller Geräte mit eingebauten Festplatten auf den Markt. Hier entfällt der Wechsel des Aufnahmemediums gänzlich. Alle Filmaufnahmen werden bei diesen Camcordern auf eine mehr oder weniger große interne Festplatte gespeichert. Je nach Gerätetyp sind die Festplatten bis zu 30 Gigabyte groß und bieten Aufnahmezeiten von bis zu 20 Stunden Film. Wer nicht unbedingt bei jedem Tauchgang filmt, dem reicht ein 30GB Festplatte wahrscheinlich für den ganzen Urlaub. Wer mehr filmt, wird wohl oder übel noch ein Laptop mit in den Urlaub nehmen müssen, um die Filme vom Camcorder auf eine andere Festplatte zu kopieren um so wieder freien Platz im Camcorder zu schaffen. Bei diesen Camcordern ist es ein großer Vorteil, das man gleich loslegen kann mit den Aufnahmen, vorausgesetzt, es ist noch etwas Platz frei auf der Festplatte. Wer ein Laptop dabei hat, kann die kopierten Filme gleich auf DVD kopieren und so dauerhaft sichern. Wer möchte, nimmt noch eine externe 250 GB Festplatte mit und kopiert alle Filme auf diese Platte. Später kann man dann zuhause auf dieser Projektfestplatte mit dem Schnitt des Films fortfahren, ohne weiteres Kopieren der Filme. Der Einzige Nachteil ist die im Vergleich zu anderen Medien teure Speicherung der Daten auf (anderen) Festplatten. Damit der Camcorder genutzt werden kann, muss der neue Film, gleich wieder aufs Laptop/Computer oder am besten gleich auf eine DVD kopiert werden. Das dauert seine Zeit und verursacht im Vergleich zu Kassette/MiniDVD mehr Arbeit und natürlich auch wieder Kosten. Wer aber wie schon erwähnt nicht mehr als 20 Stunden Film aufnimmt, braucht nur den Camcorder mit in den Urlaub zu nehmen und ist vollkommen unabhängig von externen Speichermedien.

MiniDV DVD - Hybrid System Ganz neu sind die Hybrid-Camcorder die neben einer Festplatte noch sogenannte Festspeicher in Form von Speicherchips unterstützen. Panasonic bietet zum Beispiel zurzeit digitale Camcorder mit 30GB Festplatten und SD/SDHC Memory Card Speicher an. Andere Hersteller werden da nicht lange auf sich warten lassen. Was uns hier dann noch zu unserem Glück fehlt, sind kostengünstige SD-Speicherkarten mit großen Speicherkapazitäten. Zurzeit bieten diese Speicherkarten aber gerade mal 4GB-Speicherplatz, was für längere und/oder hochauflösende Filme noch zu klein ist, um effektiv genutzt werden zu können. Man kann aber davon ausgehen, dass die Hersteller auch dieses Problem schnell in den Griff bekommen. Wer mit der Anschaffung eines Festplatten-Camcorders liebäugelt, sollte sich auf jeden Fall einmal die zurzeit verfügbaren Hybrid-Camcorder ansehen.
Objektiv und Filtergewinde
In den seltensten Fällen wird die Anschaffung eines Camcorders vom verwendeten Objektiv abhängig gemacht. Leider sind Wechselobjektive im Consumer-Bereich (und in dem bewegen wir uns ja) nicht verfügbar. Da die Lichtstärke der Camcorder sich aus der Kombination von Objektiv und Sensor ergibt, achten wir eher auf diese Informationen. Hohe Zoom-Faktoren interessieren uns ebenfalls nur am Rande. Durch den Zoom fangen viele Aufnahmen Unterwasser schnell an zu „rauschen“ was wir auch in der Nachbearbeitung nicht korrigieren können. Deshalb sollten wir diese Funktion aus unserem Anforderungskatalog entfernen. Auch manuelle Blendringe sind für uns uninteressant, können wir diese Funktion doch im Unterwassergehäuse nicht nutzen. Viel wichtiger ist für uns die Information, dass der Camcorder auch bei 0 (Null) Lux noch Aufnahmen machen kann. Nicht das wir bei solch extremer Dunkelheit noch Filmen wollen, aber wenn bei 0-Lux noch Aufnahmen möglich sind, werden auch die dunklen Stellen in unserem Film noch über genügend „Zeichnung“ verfügen, und nicht schnell in totalem Schwarz „absaufen“. Wichtig ist für uns auch die Weißabgleichfunktion und das diese per Knopfdruck, LANC oder Infrarot genutzt werden kann. Hier sollten wir also im Hinterkopf behalten, dass unser Gehäuse diese Funktionen, wenn eben möglich unterstützen sollte. Die Möglichkeit einen Weißabgleich „im Wasser“ durchzuführen birgt einige Vorteile. Das Objektiv des Camcorders sollte ein Filtergewinde besitzen, so dass wir neben Farb- und Korrekturfiltern auch Weitwinkelvorsätze nutzen können. In der Regel besitzen alle Camcorder genormte Filtergewinde für diese Anwendungen. Den berühmten Rotfilter können einige Gehäuse auch als sogenannten „Schwenkfilter“ während des Tauchgangs vor das Objektiv schwenken.
Anschlüsse und Schnittstellen
Anschlüsse und Schnittstellen sind sehr wichtig für uns. LANC und/oder Infrarot sind Pflicht.
LANC-Schnittstellen sind bei SONY und Canon bei fast allen Camcordern enthalten, dennoch sollte man beim Kauf darauf achten, das dieses Feature enthalten ist. Einige andere Hersteller bieten Infrarotschnittstellen an, über die viele Funktionen auch Unterwasser über die Steuerung am Gehäuse genutzt werden können. Es sollten die Standardfunktionen Ein/Aus, Start/Stopp, Weißabgleich, Backlight, Zoom, Foto verfügbar sein. Manche Gehäusehersteller passen die Steuerung (LANC oder Infrarot) auch auf Kundenwunsch speziell an um die gewünschten Funktionen verfügbar zu machen. Andere Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer etc. sind für uns nur beim Überwassereinsatz interessant, weil diese Features nicht Unterwasser zum Einsatz kommen.

USB Neben den Schnittstellen für die Steuerung des Camcorders sind für uns noch die Schnittstellen zur Übertragung der Filmdaten aus dem Camcorder an den Computer interessant. In der Regel (99% aller Fälle) müssen die Filmaufnahmen auch mit dem Camcorder auf den Computer übertragen werden. Dazu gibt es zurzeit zwei geeignete Systeme. Die von Apple im Jahr 1995 vorgestellte FireWire-Schnittstelle (in der PC-Welt auch unter bekannt unter der Bezeichnung IEEE1394) ist ein aktives Bussystem an dem bis zu 64 Geräte gleichzeitig betrieben werden können. FireWire bietet Übertragungsgeschwindigkeiten von 100, 200 oder 400 Mbit/s zwischen den einzelnen Geräten an. Zwar erlaubt die Spezifikation das „hot plug“ und „hot unplug“ also das Geräte während des Betriebs angeschlossen und entfernt werden können, aber genau dieses Feature bereitet zuweilen in der PC-Welt arge Probleme, wodurch oft Geräte beschädigt werden.
Heute verfügen leider noch nicht immer alle neuen PC´s über einen FireWire-Schnittstelle, allerdings lassen sich diese mittels zusätzlicher Steckkarten schnell und kostengünstig nachrüsten. Für den Einsatz von Laptops stehen entsprechende PCMCIA-FireWire Steckkarten zur Verfügung.

Firewire Alternativ zur FireWire-Schnittstelle bietet sich die USB-Schnittstelle an (Universal Serial Bus). Auch hier handelt es sich um ein aktives Bussystem das den schnellen Datenaustausch zwischen den angeschlossenen Geräten erlaubt. Bei diesem System können bis zu 127 Geräte über HUB´s miteinander verbunden werden. Das USB-System erreicht bei USB 2.0 Übertragungsraten von 480 Mbit/s, was schneller ist als FireWire, allerdings müssen dabei alle an der Kommunikation angeschlossenen Geräte USB 2.0 kompatibel sein. Auch USB verfügt über das „hot plug“ und „hot unplug“ allerdings ist dieses System sehr viel weniger anfällig gegen Störungen beim Anschließen und Entfernen von Geräten.
Im Gegensatz zu FireWire gehört USB schon lange zur Grundausstattung aller PC-Systeme dazu. Seit langem werden neue PC-Computer mit der schnelle USB 2.0 Schnittstelle ausgerüstet. Damit es beim Datenaustausch zwischen unserem Camcorder und dem Verwendeten Computer auch klappt, kommt es darauf an, dass beide Systeme über die gleiche Schnittstelle verfügen. Nur wenn die gleiche Schnittstelle vorhanden ist, können Daten ausgetauscht werden.

Tipp: Schließen Sie ihren Camcorder immer nur dann an ihren Computer an, wenn „alle Geräte“ ausgeschaltet sind. Besonders FireWire-Schnittstellen am PC neigen zu Beschädigungen während des Anschließens von Geräten. Das gleiche gilt beim Entfernen von Geräten – erst alles ausschalten und dann die Verbindungen trennen. Sicher ist sicher!
DV oder HDV
Wer bereits einen DV-Camcorder besitzt, sollte mit diesem Gerät erst einmal starten und sehen wie weit Talent und Hobbybudget die Filmprojekte gedeihen lassen. Dieses Hobby ist zwar stark Ausrüstungsabhängig, aber ohne ein gewisses filmisches Talent werden wir keine wirklich sehenswerten Aufnahmen zustande bringen. Mit Digital-Video steht eine ausgereifte Technologie zur Verfügung, die es uns erlaubt, auch mit einem kleinen Budget und einem relativ überschaubaren Zeitaufwand in der Nachbearbeitung tolle Filme zu produzieren.
HDV verlangt uns nicht nur ein wesentlich größeres Budget für die Ausrüstung, sondern auch mehr Zeitaufwand in der Nachbearbeitung ab. Wer wie gesagt schon einen Camcorder besitzt, sollte überlegen mit diesem zu starten. Wer gleich mit Highdefinition starten möchte, dem stehen heute geeignete Camcorder und Gehäuse zur Verfügung um „fernsehtaugliche“ Filme zu produzieren. Jetzt müssen nur noch die Fische mitspielen!
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