[english]


geschrieben von Andi Voeltz am 26.02.2008

Warum beißt ihr Euch selber in den Tod?

- Brief von Markus -

Der Wiener Rechtsanwalt und Taucher Markus Groh erlag nach einem Biss in die Wade durch einen Bullenhai entweder seinen Verletzungen oder starb nach ersten Mutmaßungen durch eine mit dem Aufstieg verbundene Lungenembolie. Der genaue Hergang wird von zum Teil selbsternannten Experten kommentiert und untersucht. Eigentlich ist das aber irrelevant, denn der Zugriff durch den Hai ist bereits heute der Grund, warum ich dies hier schreiben muss. Die Presse hat sich entschieden. Unser Beileid gilt den Hinterbliebenen und allen Betroffenen.

Auch ohne Markus persönlich gekannt zu haben, denke ich dass wir eines gemeinsam hatten. Wir waren bereit eventuell dafür zu sterben ein Tier in freier Wildbahn zu erleben, welches unsere Kinder bald nicht mehr auf diesem Planeten finden werden. Ich bin mir nicht sicher ob Markus sich des Risikos voll bewusst war, in das er sich begab, doch darüber werden auch noch viele nach mir spekulieren. Überhaupt wird noch darüber spekuliert werden, ob es Markus, der Hai oder die Umstände waren, warum es zu all dem gekommen ist.

Markus hat sicherlich auch nicht geahnt, dass sein Name, zusammen mit den selten gewordenen Haien, die er nur bewundern wollte, einmal in einem Satz fallen würde. Das Erlebnis hat sein Leben gekostet und den Ruf der Artgenossen des Verursachers, dem Hai, wieder einmal ruiniert. Die Arbeit eines Pioniers, dem Ersten dem man nach fünf unfallfreien Jahren wirklich glaubte, Haie und Menschen in friedlicher Co-Existenz nebeneinander schutzlos im Wasser auszusetzen ist jetzt durch einen einzigen Vorfall ruiniert.

Über mehr als 40 durchgeführte Expeditionen und 400 unversehrt zurück gekehrte Taucher im Jahr berichtet nun keiner mehr. Es brauchte nur Einen, um all dies zu Nichte zu machen. Es brauchte auch nur wenige um die Türme zu sprengen.

Wie lange wird es dauern bis sich alle davon erholen?
..und haben wir noch genug Zeit dafür?

Lieber Markus, falls Du meine Tasten auf der Tastatur gerade noch von den Wolken hinab lenken solltest, mache mich und alle Anderen glauben, dass dies die Art von Journalismus ist, die die Leute lesen wollen und lass meine Kollegen endlich auch erwähnen, wie oft es vorher gut gegangen ist und das es nur wenige braucht, um zu vernichten.

Doch diese Art von Nachrichten verkauft sich leider schlecht.

Ich weine eine Träne um Euch und Eure Opfer,…
Warum musste einer von Euch alle zu Tode beißen?
Markus war Euer größter Fan.

Ich mochte ihn, ohne ihn persönlich gekannt zu haben.



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Erschienen in: WhoIsWho | Leute | Umwelt


Kommentare

Jeder, der an so einer Expedition teilnimmt, ist selbst für sich verantwortlich.
Ich war zweimal beim Tigerhaitauchen und einmal beim Sardinen Run in Südafrika.

Angeblich hatte ich einmal eine relativ gefährliche Situation, der Guide ist hinter
mir eingesprungen, ich habe den Tiger nicht gesehen.

Dann habe ich unter Wasser eine weitere Situation erlebt, wo der Fotograf völlig
gepennt hat. Er ist abgesackt und mehrere Tiger sind auf Ihn zugeschwommen.
Der Guide ist auch dort eingesprungen, um den Taucher zu schützen.

Mir ist die Gefahr bewußt, es ist und bleibt ein Restrisiko,
es ist halt ein faszinierendes Abenteuer.

geschrieben von am 26.02.2008 Germany

@Andi

Ich glaube nicht, dass durch diesen Vorfall auch nur ein Hai mehr abgeschlachtet wird als bisher ... allerdings auch nicht einer weniger.
Denn der Grund dafür, dass die Haie so bedroht sind, liegt (leider) nicht darin, dass sie gejagt werden, weil sie Schwimmer, Surfer, Taucher bedrohen, verletzen oder manchmal eben auch töten. Wenn dem so wäre, dann bräuchte man sich um den Bestand keine Sorgen zu machen, denn diese Zahl (gejagter Haie) wäre verschwindend klein - eben weil es diese Vorfälle ja auch nicht so häufig gibt.
Bei der systematischen Ausrottung der Haie stehen für mich ganz andere Interessen im Vordergrund und der "Fisch-Mafia" ist es sicherlich vollkommen einerlei, ob irgendwo auf der Welt wer auch immer vom Hai gebissen wurde oder nicht - Hauptsache mit der "Ware" Hai lässt sich Geld verdienen .. natürlich nach dem Motto: "...nur ein getöteter Hai ist ein guter Hai .."
Was die Notwendigkeit u. den Sinn der Haifütterungen angeht, möchte ich mich, da mir die entsprechende Erfahrung mit derartigen "Expeditionen" fehlt, der Stimme enthalten, auch wenn ich eine Meinung dazu habe.
Jeder, der aber an so etwas teilnimmt, weiß (oder sollte es zumindest) worauf er sich einlässt.

geschrieben von Frank Malotke am 26.02.2008 Great Britain (UK)

Ich hatte zwar noch nie eine Haibegegnung, aber es ist ein großer Traum von mir diese schöne Wesen beobachten und fotografieren zu dürfen. Klar bin ich mir der Gefahr bewußt und dennoch ziehen die Haie mich magisch an!! Wenn ich in Afrika auf Safari gehe dann weiß ich auch daß ein Elefant mich angreifen kann, oder daß ein Löwe mich gerne anfallen würde. Aber trotz allem will ich diese schönen Lebewesen sehen und dabei bleib ich im Auto sitzen und beobachte die Tiere aus sicherer Entfernung.
Und wer mit Haien taucht ist sich dieser Gefahr bewußt, daß er nicht in sicherer Entfernung die Tiere beobachtet sondern daß er mitten im Haigetümmel sitzt.
Wir wissen all diese Gefahren und wissen auf was wir uns einlassen. Wir informieren uns im Vorfeld zu genüge. Doch die ganzen Unwissenden, von denen ich im Bekanntenkreis genügend hab, denken immer nur an die reisende Bestie wenn sie nur den Namen Hai hören. Mir ist es leid sie jedes mal eines anderen zu belehren!!

Für die Famile des Verunglückten herzliches Beileid.

Ich kann gut mit der Familie mit fühlen, denn es ist immer ein herber Verlust, wenn jemand so plötzlich aus dem Leben gerissen wird. Aber dennoch muß man sich vor Augen halten, daß wir die Haie aufsuchen um sie sehen und nicht anders herum.

Mfg
Stefan Gartner

geschrieben von am 26.02.2008 Germany

guten morgen,

ich glaube, ganz so pragmatisch wie brinki darf man das als mensch nicht sehen.

sicher, jeder der sich mit haien einlässt sollte sich der gefahr in die er sich begibt, bewusst sein. leider kann man das nicht messen und der expeditions-veranstalter möchte auch geld verdienen. die modalitäten, wer wann bei einer solchen expedition ins wasser steigen darf sind mir nicht bekannt. aber vielleicht sollte es hier in der auswahl der taucher, die dann wirklich ins wasser dürfen, eine gezielte auswahl geben, bei denen zweifelsfrei zu erkennen ist, ob er die nötigen voraussetzungen - grundlegendes wissen um das typische verhalten von haien, umsicht und sicherheit beim tauchen, vollste konzentration, u.v.a.m. - für ein solches unterfangen mitbringt. die tauchverbände dieser welt bilden doch verschiedenste taucherqualifikationen aus, warum nicht auch ein brevet für's haitauchen?

das würde sicher nicht dafür sorgen, dass keine unfälle mit tauchern und haien mehr passieren. aber vielleicht bei den begeisterten tauchern dieser welt das bewusstsein schärfen, dass sie sich möglicherweise in eine noch größerere lebensgefahr begeben, als durch das tauchen allein.

dr. erich ritter hat einen guten begriff geprägt: angstzination hai.
das trifft es hervorragend, denn wenn man zum ersten mal mit haien taucht - und seien sie noch so klein - ist man von diesen tieren fasziniert. ich ebenso. von ihrer eleganz durchs wasser zu gleiten, von der harmonie ihrer bewegungen. aber erst dann, wenn der hai richtig groß ist, erst dann kommt die angst hinzu. dann ist es aber meistens schon zu spät.

und obwohl ich erst eine begegnung mit einem longimanus am elphinstone hatte - die kleinen blacktips auf den malediven mal nicht mitgezählt - und ich unbedingt tiger- und weisshaie vor die kamera bekommen möchte weiss ich nicht, ob ich das, besonders bei den weissen, ohne käfig machen würde. mein adrenalinpegel ist mir schon wichtig und das erlebnis an sich auch, verbunden mit dem wunsch, fantastische fotos von diesen tieren zu machen. aber ist das der angst und der trauer meiner familie im falle des falles übergeordnet? ich denke nein.
aber das muss jeder mit sich selbst ausmachen.

ich kenne den verunglückten auch nicht, aber dennoch fühle ich mit seinen hinterbliebenen.

greetz
der rob

geschrieben von uw-knipser am 26.02.2008 Europe

@Rob
Du unterschreibst vor dem Tauchgang in Umkomaas sowie auf den Bahamas eine Erklärung, die Haftungsansprüche an den Veranstalter im Todesfall ausschließt.

Spätestens dann sollte klar sein, dass es nicht ungefährlich ist.

Anschließend beim ausführlichen Briefing erkennt man auch mit eher mäßigen Englischkenntnissen
die eventuellen Gefahren bei einem Fehlverhalten von Mensch oder Tier.

Pragmatisch?

Bevor ich Mitleid oder Beileid ausspreche muss ich mich hinterfragen, ob es auch ehrlich ist.
Es ist ein bedauerlicher Unfall, eine persönliche Beziehung kann ich hierzu nicht aufbauen.


Gruss, Matthias

geschrieben von am 26.02.2008 Germany

@ matthias

eine ebensolche "verzichtserklärung" unterschreibst du auf jeder tauchbasis der welt, bevor du überhaupt ins wasser darfst, also wo ist hier der besondere hinweis auf eine besondere und aussergewöhnlichere gefahr?

auch ein briefing, selbst noch so ausführlich, scheint mir ungeeignet zu sein, diese besondere tauchsituation seitens der teilnehmer in vollem umfang zu erfassen. du schilderst in deinem ersten beitrag selbst, dass dort beinahe zwei haiunfälle passiert wären. demnach scheinen verzichtserklärung und briefing nicht ausreichend zu sein, auf diese besondere gefahr des haitauchens hinzuweisen.

nun, ob du mitleid oder nur mitgefühl für die hinterbliebenen aufbauen kannst oder nicht, ist allein deine sache. ich möchte das auch weder bewerten, noch eingehender kommentieren.

allerdings habe ich den wunsch und die hoffnung, dass dir und deiner familie die erfahrung, plötzlich einen geliebten menschen durch einen unfall oder wie auch immer zu verlieren, erspart bleiben möge.

denn egal wie und wodurch der verlust dieses menschen ensteht, der schmerz, die trauer und der verlust bleibt für die hinterbliebenen gleich.

greetz
der rob

geschrieben von uw-knipser am 26.02.2008 Europe

Ich persönlich bevorzuge ein ausführliches Briefing vom Veranstalter vor Ort im Bezug auf das Tauchen mit Haien. Die Definitionen von Dr. Erich Ritter, ein Brevet für das Haitauchen oder Verhaltensregeln von Haischutzorganisationen, haben mir persönlich nie beim Umgang mit den Tieren geholfen.

Als ich vor zwei Jahren die Haiexpedition an Bord der Shearwater bei Jim Abernethy mitgemacht habe, wurde mir in den drei Stunden Briefing sehr bewusst gemacht, was ich da tue und wie ich mich verhalten soll, um Unfälle mit den Tieren zu vermeiden. Man kann solch ein Briefing nicht mit einem normalen Tauchgang im Roten Meer vergleichen. Die Crew war stets sehr hilfsbereich und hatte immer ein wachsames Auge auf uns.

geschrieben von Sylvie Pfeiffer am 26.02.2008 Germany

hi.

mich persönlich hat es wie einen schlag getroffen - fast alle meine kunden und auch freunde. markus habe ich persönlich nicht gekannt und ich möchte aber auch hier mein beileid an die familie aussprechen.

ich werde vielleicht in den nächsten tagen gelegenheit haben - die wahre story von einem der tauchgäste live zu erfahren. das was bisher aus den medien kam - war eigentlich großteils nur vermutung und sorgte eigentlich für große verwirrung - von jeder seite kamen andere versionen des Unfalls.

Zumindest eine Sache geht mir nicht aus dem Sinn. Man sprach offiziell von wenigen Minuten bis der Hubschrauber da war. Ich habe gehört - es war fast eine Stunde bis der Hubschrauber da war.

letztes jahr sind in ägypten auch einige taucher gestorben - zum teil auch aus österreich - nur da fehlte der "HAI" um eine große Story daraus zu machen.

lg
manfred

geschrieben von am 27.02.2008 Austria

@Stefan

Ich kann Dir nur zustimmen. Ich hab beides gemacht, sowohl Südafrika Tigerhai tauchen bei Umkomas als auch Jim Abernathys Expedition.

In keinem dieser Fälle fühlte ich mich unsicher oder schlecht gebrieft. Sowohl Walter aus Umkomas, als auch Jim briefen ausführlich. Sie weisen mehrfach jeden Tag auf die Notwendigkeit der Achtsamkeit und die Gefährlichkeit der Tiere hin.

Meine Erfahrung zeigt, dass meist nicht der Veranstalter solcher Tauchgänge der Fehlerbehafte ist, sondern der Taucher selbst. Heutzutage ist der normale Mensch geneigt alles Gesagte und Ermahnte zu vergessen oder erst gar nicht wahrzu nehmen, denn es kann ja eigentlich nichts passieren oder na ja mir selbst kann nichts passieren.

Man wird an allen Ecken bevormundet oder einem eingetrichtert, man wäre ja abgesichert an allen Ecken. Man neigt zur Ignoranz und Oberflächlichkeit.

So konnte man regelmässig beobachten, dass einige Taucher, die im Briefing ausführlich erwähnten Sicherheistregeln nicht einhielten. Die Leute sind zu Beginn meist sehr zurückhaltend und nach einer gewissen Zeit sieht man, ach ja, die Tiere sind ja ganz harmlos, man vergisst alles zuvor gebriefte. Man hält den Mindestabstand zum Köder nicht ein. Man entfernt sich von der Gruppe, man taucht zu tief usw... Ich durfte beobachten als ein Tiger einer etwas allzu forschen Fotografin den Blitz abgenommen hat. Grund dafür, Sie näherte sich dem Köder und guckte nur noch durch den Sucher und hatte kein Auge mehr für ihre Umgebung.

Es gäbe tausend Beispiele aus dem Alltag, bei dem Selbstverschulden die Ursache ist, nur will man deshalb alles verbieten oder gar dem Betreiber oder dem Hai die Schuld geben???

Mögen die Leute den Mount Everest hoch kraxeln und diejenigen, denen das zu gefährlich ist, halt lieber ne gemütliche Wandertour im bayerischen Wald machen.

Grüsse

Michael

geschrieben von am 27.02.2008 Germany

Auch Dr. Ernst Ritter wurde von einem Hai gebissen und ich denke er kennt sich sehr gut mit Haien aus.

Es sind und bleiben wilde Tiere.

Es wird immer zu einem gewissen Grad ein Lotteriespiel bleiben. Ich denke, das ist jedem der so etwas macht, auch eigentlich klar. Aber wir Menschen sind eben Verdränger.

Es ist Unsinn zu glauben, mit einem perfekten Briefing und sorgfältigem eigenen Verhalten das Risiko auszuschließen. Allenfalls kann man es minimieren.

@Michael

Die Fehler pauschal auf die Taucher zu schieben halte ich aus oben genannten Gründen für nicht richtig.

Mein aufrichtiges Beileid gilt allen Hinterbliebenen.

Gruss

René

geschrieben von René Kortschack am 28.02.2008 Switzerland

@ Rene

ich kann auch Dir zustimmen, aber es Pauschal dem Fehler des Tauchers zu zu schreiben war nicht meine Absicht.

Man macht das gleiche aber indem man wie in den meisten derzeit laufenden Diskussionen es dem Veranstalter oder dem Hai zu schreibt.

Man sollte nie die Objektivität vergessen und auch in Betracht ziehen das man nicht immer ganz unschuldig ist, bzw. das auch in allen Fällen auch der Betroffene selbst seinen Teil dazu beigetragen haben könnte..

In dem konkreten Fall währe alles Vermutung, da wir bzw. ich nichts näheres weiss, nicht an Board war und somit gerade den Medien trauen kann. Was das heisst sollte jeder wissen.

geschrieben von am 28.02.2008 Germany

ein schlimmer unfall, der betroffene und seine angehörigen haben mein mitempfinden.
den brief von andi voeltz finde ich allerdings leider am thema vorbei und allzu pathetisch. man sollte die kirche im dorf lassen, auch wenn einem als taucher und haibewunderer bestimmte stereotypen der medien zuwider sind. auch vergleiche wie der mit dem anschlag auf das wtc sind solche stereotypen und verbieten sich m.e. in diesem zusammenhang.
es wurde schon von einem meiner vorschreiber hier darauf aufmerksam gemacht, daß es keineswegs die furcht vor den haien ist, die sie zum ziel millionenfacher abschlachtung werden lässt. es ist reine profitgier, unrechtbewußstein in den abnehmerländern für haiflossen und für die kunden der langleinenfischerei bei uns. aufklärung über die "wahre natur" der haie ist sicher schön, aber es geht dabei doch oft wieder um das geschäft mit den tieren, dieses mal mit den lebenden. allzuoft wird dabei der hai zum harmlosen gesellen verklärt und vergessen, daß jedes tier dieser größe und wehrhaftigkeit dem menschen großen schaden zufügen kann, ungeachtet seiner intention dabei.
nach vielen veilen begegnungen mit grauen riffhaien und anderen kleineren arten, begegnete mir mein erster tigerhai völlig unerwartet an einem ort, wo er eigentlich gar nicht sein sollte. diese kurze begegnung erweckte in mir einen tiefen respekt vor der schieren größe und urgewalt des tieres. ich kann es nicht genauer beschreiben, aber ich denke, daß der hai sich seiner überlegenheit sehr wohl bewußt war.
ich glaube, daß eine gewisse anzahl von unfällen bei der begegnung von menschen und tieren einfach erwartet werden muß. aber es ist sicher nicht so, wie andi es schreibt, daß der taucher "bereit war, eventuell dafür zu sterben, ein tier in freier wildbahn zu erleben". wer soll denn so verwegen sein?
es gibt für mich keine schöneren tiere als haie und ich genieße jede begegnung mit ihnen. aber wenn ich mir die anzeigen in den tauchmagazinen anschaue, dann kommt mir das aufeinandertreffen von menschen und großhaien inzwischen wie ein standardisierter prozeß vor, garantie inklusive. und dann krieg ich bauchschmerzen, nicht nur, wenn so etwas schlimmes passiert wie jetzt.

geschrieben von märkel am 03.03.2008 Germany

Für alle Betroffenen tut es mir ausdrücklich leid. Ein deratiger Unfall ist tragisch wie selten.

Um so schlimmer, dass die Medienberichterstattung das Thema zum Leidwesen der Angehörigen wie auch der Spezies Hai derartig ausschlachten. Was zählt, ist nicht der auf Fakten basierende Tatsachenbericht, sondern die Maximierung der Auflagen...
Das Bittere an der Sache: Das ohnehin angeschlagene Image erleidet zusätzlichen Schaden.
Zudem werden oftmals in den reißerischen Artikeln wieder mal die Urängste des Menschen heraufbeschworen...und, wie wir alle wissen, sind diese alles andere als rational und begründbar, aber ebenso beständig wie schwer abzubauen.
Das Ganze in Kombination mit Ignoranz und Unwissenheit ergibt für die Spezies Hai eine alles andere als gesunde Mischung - bleibt nur zu hoffen, dass sich Organisation wie Sharkproject u.ä. weiterhin massiv und erfolgreicher denn je für das Thema Haischutz einsetzen... ob es fruchtet?
Ich fürchte nein!

Was mir noch am Herzen liegt:
Klar, ich weiß, dass ich mich als Taucher, der sich für die Tiere interessiert und diese auch entsprechend gerne in freier Wildbahn beobachtet, in Gefahr begebe.
Ich halte mir aber nicht jedes Mal vor Augen, dass ich verletzt oder gar getötet werden kann, noch nehme ich das Risiko "gelassen" in Kauf - nein, so wenig hänge ich doch nicht an meinem Leben..
Auch sehe ich das Thema Haitauchen nicht als Abenteuer, das finde ich persönlich doch eher irrelevant, nein, mich begeistern die Tiere, ihre Anmut, ihre Eleganz und eben vielleicht auch ein Quentchen das Geheimnis, das sie umgibt und auf der anderen Seite auch wieder so viele Vorurteile aufwirft.

Abschließend bleibt anzumerken: Wie immer werden sowohl die Medien als auch der vermeintlich "mitfühlende" Leser ("wie schrecklich, der arme Mann", "Entsetzlich, die armen Angehörigen"..!) das Opfer und dessen Angehörige schnell vergessen, der Hai als monströser Menschenkiller wird aber ebendiesen weiterhin in schlechter Erinnerung bleiben - wie traurig...

geschrieben von Siggy am 05.03.2008 Germany

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