Seit rund drei Monaten besitze ich nun eine Minolta Dimage 7Hi, und in dieser Zeit habe ich die Kamera ziemlich schätzen gelernt. Zusammen mit einem externen Blitzgerät ist die mehrmals die Woche im Einsatz und macht dabei in der Regel sehr gute Bilder (ein bisschen hängt's doch immer noch vom Fotografen ab ;-)
. Hier meine Bewertungen nach einzelnen Kategorien.
-Gehäuse/Design/Verarbeitung
Dank des gummierten Handgriffs liegt die Minolta sehr gut in der Hand. Das schwarze Gehäuse macht einen robusten Eindruck und ist - denke ich zumindest - was Kratzer angeht, dem silbernen Gehäuse der kleinen Schwester Dimage 7i überlegen. Außerdem sieht schwarz in meinen Augen besser aus. Denn auf Grund ihrer Größe und des Aufbaus ähnelt die Dimage einer Spiegelreflexkamera, obwohl sie eine Sucherkamera ist.
-Optik
Die alte Fotografen-Weisheit, wonach die Optik das Bild macht, gilt natürlich auch hier. Verglichen mit kleineren Sucherkamera bietet die Dimage ein Zoom-Objektiv, das den meisten anderen Geräten in der Größe überlegen ist. Wenn man die Brennweite ins KB-Format umrechnet, kommt man auf 28-200 mm. Damit lässt sich prima arbeiten, der Wunsch nach anderen Brennweiten kommt selten auf. Mit 28 mm hat man einen akzeptablen Weitwinkel. Der Telebereich ist mit 200 auch gut abgedeckt, zumal mal ja später Dank der 5 Mio. Pixel noch einiges aus den Bildern rausholen kann. Das schöne an der Kamera ist - und damit wären wir wieder bei den Ähnlichkeiten zu SLR-Kameras - die Möglichkeit, die Brennweite manuell durch Drehen am Objektiv einzustellen. Wer mit anderen Digis gearbeitet hat, die nur über ein motobetriebenes Zoom verfügen, weiß so etwas zu schätzen: Man ist sehr schnell und zielsicher bei seiner gewünschten Brennweite. Der Fokus-Ring am Objektiv reagiert auch bei Auto-Betrieb auf manuelle Eingriffe. Das Objektiv verfügt über eine befriedigende Lichtempfindlichkeit von 2,8 - 3,5.
-Bedienung
Sorry, aber ich muss mich wiederholen: Auch die Bedienung ist sehr SLR-artig. Beim Auslöser findet man ein Einstellrad, das auch Nikon-, Canon- oder Minolta-Kameras besitzen. Es ist frei programmierbar, beispielsweise auf eine Veränderung von Belichtungszeit und Blende. Auf der Rückwand neben dem kontrastreichen und etwas vertieften Display ist ein Vier-Wege-Cursor. Mit ihm lässt sich einfach durch die Menüs navigieren oder geschossene Bilder ansehen. Eine "Quickview"-Taste zeigt mit einem Druck auch im Aufnahmemodus die letzten Aufnahmen. Sehr praktisch!
Apropos Display: Auch bei Sonneneinstrahlung ist es immer noch gut erkennebar. Zudem gibt es noch einen kleinen digitalen Sucher, der um 90° schwenkbar ist und sich so für bspw. Makroaufnahmen eignet. An der linken Seite sind zwei weitere Drehknöpfe mit seltener gebrachten Funktionen (bspw. Weißabgleich, ISO-Einstellung, P-, A-, und S-Modus).
-Fotografieren
Wer kurz im Menü die wichtigsten Einstellungen vorgenommen hat, kann gleich loslegen. Der Autofokus ist relativ schnell und bei klaren Lichtverhältnissen und kontrastreichen Motiven auch zuverlässig. Wird's dunkeler, empfiehlt es sich, den Fokus-Punkt manuell zu prüfen. Die ist gut gelungen: Man muss bei gedrücktem Auslöser eine Taste drücken und schon wird das Bild im Display vergrößert. Eine der schönsten Funktionen - bei mir auch mitausschlaggebend - ist die Stärke bei Reihenaufnahmen. Selbst bei sehr hoher Auflösung macht das Ding sechs bis sieben Aufnahmen hintereinander binnen drei Sekunden. Wer mehr möchte, muss mit der Auflösung runtergehen. Somit sind schöne Reihenaufnahmen zu machen. Dank der verschiedenen Programme kann man entweder eine Arbeitsblende oder eine gewünschte Belichtung vorgeben oder beides komplett manuell einstellen. So sind Langzeitbelichten ebenso kein Problem wie Sportaufnahmen bei gutem Licht.
Die Farben werden meist sehr natürlich wiedergegeben. Zudem ist es möglich, in verschiedenen Farbräumen zu arbeiten.
-Chip/Akkus
Der mitgelieferte 16-MB-Chip ist ein Witz, da gleich voll. 128 MB sind als Minimum empfehlenswert, ebenso CF-Karten mit höherer Geschwindigkeit. So kann die Kamera gerade bei Reihenaufnahmen schneller abspeichern. Ein Vorteil der Minolta ist der Betrieb mit handelsüblichen 1,5-Volt-Akkus. Denn wer für andere Kameras schon mal Li-Ionen-Akkus gekauft hat, weiß wie teuer diese sind. Ein guter Satz Akkus (mit rund 2000 mAh) kostst zwischen 10 und 20 Euro. Somit kann man sich einige Sätze zulegen, die
1) mit dem mitgelieferten Ladegerät sehr schnell geladen werden können und
2) bei längeren Einsätzen auch gebraucht werden.
-Zubehör
Gibt es einiges. Auch meiner Sicht ist jedoch das Wichtigste ein externer Blitz. Zwar reicht der eingebaute Blitz für die klassischen Schnappschüsse, doch sobald die Lichtverhältnisse schlechter werden oder einfach nur viel am Stück geblitzt wird, sieht man mit dem "kleinen Blitz" arm aus.
Minolta bietet zwei verschiedene Programm-Blitz an, die perfekt mit der Kamera zusammenarbeiten. Habe mich für das teurere Modell (Minolta 5600 HS/D) entschieden. Ein sehr schneller Blitz mit hoher Leitzahl. Dank des in alle Richtungen drehbarenm Reflektorkopfes auch ideal zum indirekten Blitzen.
-Was könnte man besser machen?
Wenn, dann sind es nur Details, die man Minolta ins Lastenheft schreiben sollte. Beispielsweise arbeitet der Autofokus der Dimage nicht mit dem IR-Feld des Programmblitzes zusammen. Dies sei technisch nicht möglich, heißt es von Minolta. Schade!
Strom mag die Minolta sehr gern. Zwar habe ich immer genügend Akkus dabei, doch vielleicht könnte man da beim nächsten Modell was machen.
5-Megapixel-Bilder sind nicht gerade klein. Und ein 128-Chip ist sehr schnell voll. Beim Runterladen nervt daher die langsame USB 1.1-Verbindung. Firewire könnte hier Abhilfe schaffen.
-Fazit:
Die Dimage 7Hi ist eine tolle Kamera für ambitionierte Hobby-Fotografen, die Wert auf eine spiegelreflex-ähnliche Bedienung, eine hohe Auflösung und schnelle Reihenaufnahmen legen. Die Möglichkeit, einen externen Blitz einfach mittels TTL-Technik aufzustecken, lässt einen auch fotografisch schwierige Situationen meistern.