Der zweite Teil unserer Reise sollte uns – endlich – zu unserem langersehnten Tauchziel Wakatobi führen:
Wakatobi Dive Resort
Bereits am Flughafen in Denpasar beginnt der absolut erstklassige Service des Wakatobi Dive Resorts. Einchecken, Gepäck, Passkontrolle – kein Problem; der Repräsentant des Resorts auf Bali hat sich schon darum gekümmert. Die Wartezeit für den Charterflug nach Wakatobi wird in einer Lounge mit Getränken und kleinen Snacks überbrückt, wir brauchen uns um absolut nichts zu kümmern.
Tauchergepäck? Kameraausrüstung? Gewichtsprobleme? Keine Diskussion. Wir wurden vor Antritt der Reise gefragt, wie viel Gepäck wir denn wohl mitbringen werden – und das wurde ohne „Murren“ auch transportiert.
Auf dem Flugstreifen auf der Insel Tomia stehen Kleinbusse bereit, die uns in kurzer Fahrt zum Landesteg des Bootes bringen, das uns in wenigen Minuten den restlichen Weg nach Onemobaa, dem Standort des Resorts auf der Nachbarinsel, befördert.
Ehe wir es uns versehen, sind wir nach einem Willkommens-Drink in unserem Bungalow. Das Gepäck ist schon da.
Der komfortabel eingerichtete Bungalow verfügt über Klimaanlage und Deckenventilator und wem das noch nicht reicht, der kann auch noch einen zusätzlichen Standventilator zuschalten.
Das geräumige Badezimmer ist mit heißer Süßwasserdusche, Duschgel, Haarschampoo und ausreichend Handtüchern sehr gut ausgestattet. Zu unserer Überraschung finden wir im Wohnraum eine kleine Bibliothek mit Bestimmungs-literatur – das hatten wir bisher noch nirgends erlebt!
Als besonderen Service für die Fotografen gibt es einen eigenen klimatisierten Kameraraum mit viel Platz und mit ausreichend Lademöglichkeiten (220 V).
Die Küche verwöhnt in einem großen Speisesaal morgens, mittags und abends mit einer in Buffetform dargebotenen Auswahl von ausgezeichneten internationalen und einheimischen Gerichten. Hier kommt auch der Gourmet zu seinem Recht!
Groß wäre die Gefahr, am Ende des Urlaubs schon wieder ein paar Pfunde zugelegt zu haben, wäre da nicht noch der Kalorien zehrende Tauchbetrieb ...
Tauchbetrieb
Es stehen große und bequeme Tauchboote zur Verfügung, auf die sich jeweils etwa 10 bis 12 Taucher verteilen. Zwei Tauchguides an Bord betreuen also jeweils eine Gruppe von etwa fünf bis sechs Tauchern. Die Qualifikation der Taucher wird bei einem Checktauchgang diskret überprüft.
So werden drei Tauchgänge pro Tag angeboten.
Die Ausrüstung ist schon an Bord, ein Becher Wasser wartet schon, wenn man das Boot betritt. Und nach dem Tauchen gibt es ein frisches Handtuch und immer Wasser, Tee, Kaffee und Kekse oder Sandwiches.
Um den Tagesplan einhalten zu können, wird die Tauchzeit auf 70 – 75 Minuten begrenzt. Und auch hier können sich die Vieltaucher mit Nitrox versorgen, allerdings gegen entsprechenden Aufpreis.
Umweltschonendes Tauchen wird in Wakatobi groß geschrieben. Auch gut ausgebildete und erfahrene Taucher – vor allem wenn sie auch noch Fotografen sind – haben in der Strömung gelegentlich das Problem, sich den „Objekten ihrer Begierde“ so zu nähern, dass sie keinen Schaden am Riff anrichten. Zur Service-Philosophie des Wakatobi-Teams gehört es, in diesen Situationen dem Taucher einen hilfreichen Arm anzubieten oder ihn einfach an der Flasche ruhig und sicher festzuhalten bis jeder das Zwergseepferdchen gesehen hat oder das Bild im Kasten ist. Ein Beispiel, das Schule machen sollte!
Das Hausriff von Wakatobi gilt als besonderer Leckerbissen. Wir waren allerdings von den Bootsausfahrten so gut ausgelastet und auch so mit positiven Erlebnissen erfüllt, dass wir darauf verzichtet haben, am Hausriff zu tauchen.
Taucherlebnisse
Eine unglaubliche Artenvielfalt erwartet auch den verwöhnten Taucher an den über 30 Tauchplätzen, die von den Booten angefahren werden. Ausführliche Briefings beschreiben den Tauchplatz und die zu erwartenden Tierbegegnungen; für die Fotografen noch die Gelegenheit, doch eben schnell noch das Weitwinkel gegen das Makro zu tauschen (… und sich dann zu ärgern, wenn doch der Hai vorbei schwimmt ...) oder umgekehrt.
Die Riffe sind intakt, die Steilwände faszinierend und die Korallenlandschaft atemberaubend.
Wir hatten bei unseren Tauchgängen wenig Begegnungen mit Großfischen. Gelegentlich hielten sich Schwarzspitzenhaie in einer Tiefe auf, die wir wegen unserer Entscheidung für Nitrox nur annähernd aufsuchen konnten.
Aber die vielen Begegnungen mit dem „Kleinzeug“, vielem davon, was wir bisher noch nie gesehen haben, stellen mehr als einen gleichwertigen Ersatz dar:
Drachenköpfe, Geistermuränen, Zwerg-Seepferdchen, Flügelrossfische, Seegras-Geisterpfeifenfische, Schaukelfische, Anglerfische…
Allein die Aufzählung der exotischen Fischbegegnungen nimmt kein Ende.
Daneben natürlich die vielen Arten von Partnergarnelen, Spinnenkrabben, Fangschreckenkrebsen, Nacktschnecken, Seescheiden und Sepien, von den eindrucksvollen Gorgonienfächern und mächtigen Schwämmen ganz zu schweigen. Und regelmäßig schwimmt einem auch einmal eine Schildkröte oder eine Seeschlange über den Weg.
Hier kann der biologisch interessierte Taucher seiner Leidenschaft frönen und auch die Fotografen – vor allem die Makro-Fans – kommen hier voll auf ihre Kosten.
Alles in allem also ein Tauchertraum, der hier perfekt in Erfüllung geht.
Auch hier unser abschließendes persönliches Urteil:
Wakatobi Dive Resort – Hier ist gut aufgehoben, wer einmal einen wirklich rundum perfekten Tauchurlaub erleben will, wer dabei auch einmal besonders gute Unterkunft, gutes Essen genießen mag, wer die perfekte Organisation und den freundlichen Service im Tauchbetrieb schätzt.
Zugegeben, der Spaß ist nicht ganz billig. Aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Und wie wir schon eingangs mit einem Augenzwinkern gesagt haben: Man gönnt sich ja sonst nichts…
Mit freundlichem Flossenschlag
Manfred




