aus aktuellem Anlass möchte ich Euch mit Euch das Thema ”Anfassen verboten?” diskutieren.
Generell würde ich dem zustimmen, wenn ich in der freien Natur tauche. Allerdings gibt es auch
viele Momente in denen das Meereslebewesen eine Interaktion mit Tauchern sucht.
Hier nur einige Beispiele, aus meinem Taucherleben:
- Die Schildkröte, die einen Dome antippt
- Der Delphin, der um mich herum saust, wenn ich scootere
- Der Oktopus, der versucht meine Kamera zu stehlen
- Eine Seelöwin, die Streicheleinheiten sucht
Wie steht ihr dazu? Macht es für Euch einen Unterschied, ob es wildlebende Tiere
sind, oder welche die in Gefangenschaft / Wildgehegen gehalten werden? Was ist
wenn dabei Futter im Spiel ist? Ich weiss es ist ein kontroverses Thema und gerade
Fotografen stehen hier immer wieder in Verruf es herauszufordern.
Alle Meinungen sind willkommen und sollten respektiert werden.
Hallo Andi,
das ist ja wirklich ein “streitbares Thema”.
Bisher konnte ich es vermeiden UW etwas anderes anzufassen als abgestorbene Korallen, falls die Strömung mal derart an mir zottelte, dass es nun gar nicht anders ging.
Meine persönliche Meinung zum Thema UW-Foto und Anfassen:
Bereitgelegte, zurechtgelegte Nacktschnecken, mit Köder aus dem Loch gelockte oder mit Hilfsmitteln aus dem Loch gertiebene Muränen und Fotos von angefütterten Haien mit Rudeltauchern finde ich nicht gut.
Schon oft musste ich auf das Foto verzichten, wenn eine hübsche Nacktschnecke ins Riff blickte, die Muräne partout das Maul nicht aufreisen wollte oder der Whitetip einfach nur die Heckflosse zeigte. Alles andere ist Aquariumfotografie. Aber bitte - das ist meine Meinung. Diese vermittle ich aber immer auch an meine Tauchschüler vom Schnuppertaucher bis zum TL, auch dem, der einen DUP-Kurs macht.
Es gibt eine Ausnahme:
um Menschen zu helfen, darf eine Interktion mit den Tieren stattfinden.
Selbst (als dafür sehr gescholtener Staff Instructor) unterstütze ich eine solche Interaktion mit Delfinen. Infos dazu unter: http://www.tauch-ab.de/Dustin
In diesem Fall geht mir das Wohlergehen eines kleinen Jungen, dem dieses “Anfassen” sehr helfen wird über das “Nicht-Anfassen”. Für “nur” gute Fotos verzichte ich sehr gern darauf.
Was das Anfüttern anbelangt, so betrachte ich gern das Beispiel Elphinstone. Vor Jahren waren morgens einige Longimani am Südplateau, wurden vom ersten Boot auch gern mal angefüttert. Gegen Mittag verzogen sich diese meist zum Nordplateau.
Nunmehr wird nahezu 24 Stunden/Tag am Südplateau gefüttert, mit allem, was der Kahn hergibt. Die Longimani verziehen sich nicht mehr - ihre Lebensgewohnheiten scheinen sich geändert zu haben. Dem Tauchtourismus tut das gut, denn eine ganztägige Haigarantie an einem küstennahen Riff bringt Geld in die Kassen der Veranstalter. Ich verzichte gern auf das Rudeltauchen mit Haigarantie und freue mich über einen freischwimmenden Blacktip, den ich leider nur von hinten hätte fotografieren können…
Das Tauchen ohne Handschuhe ist ein erster Schritt, der getan wurde - ich warte nur auf den Moment, in dem ein 10-Tauchgangs-erfahrener Fotograf einen Steinfisch in Pose setzt. Die Meldung darüber bringt wenigstens wieder Belebung in dieses Thema.
@Andi: wenn eine Schildi Dir den Dome poliert - dann kam sie, sah und siegte. Wenn ein zweiter Taucher die Schildi in Deinen Dome treibt, dann darfst Du hoffentlich polieren
Eine TL in Thailand (Koh Lanta) sagte mir folgendes: “Wenn ein Tier gestreichelt werden will, wird es vom Taucher nicht wegwollen. Wenn ein Tier vom Menschen weg will, schwimmt es weg.” Sie gab mir einige Beispiele, wie zum Beispiel ein Manta, der einen Taucher nicht an die Oberfläche zurücklassen wollte, weil dieser Luftblasen der Taucher auf seinen Flügeln spüren wollte.
Zufälligerweise am nächsten Tag sahen wir einen Walhai an der Oberfläche von Ko Ha (?), begleitet von mehreren Rudeln Tauchern, der an der Oberfläche trieb. Jeder wollte den Walhai streicheln, dem Walhai war dies zu viel und tauchte zügig wieder in große Tiefen ab.
Mein Fazit: Solange der Fisch Möglichkeiten hat, zu entkommen, ist es für mich ok.
Was das Füttern belangt ... das beste Beispiel dürfte vor kurzem der österreichische Rechtsanwalt sein, der leider diese Art der Haibegegnung nicht überlebt hat. Hier greift der Mensch bewußt in die Natur ein. Sollte allerdings das Füttern zum Arterhalt notwendig sein, so ist dies für mich eine andere Sache ...
Leider wird in den wenigsten (Anfänger-)Tauchkursen nicht beigebracht, daß ein “genußvolles” Schweben und Nichtbewegen große Tiere anlockt - auch Fische haben wie wir Menschen einen Hang zur Neugier. Das Problem ist, daß die Lungenautomaten der Taucher unter Wasser Lärm verursachen, den die Fische fürchten und dann abhauen. Wenn jetzt eine Gruppe Taucher in 50 Meter Entfernung einen Hai sieht, weiß man sicherlich, was die Gruppe machen wird, um näher an den Hai heranzukommen. Leider ist der Hai schneller ... ;-( Wüßten alle Taucher, wie man sich Großfischen zu verhalten hat, so würden wesentlich weniger Fischfütterungen vorhanden sein.
ich für meinen Teil halte meine Finger bei mir. Falls so ein Fall wie Andi es am Anfang beschrieben hat eintritt, sehe eigentlich kein Problem darin, das Tier auch einmal zu berühren. Zu Füttern sage klipp und klar Nein. Erstens kann ich als nicht Zoologe nicht mit Bestimmtheit sagen, ist dies richtig oder falsch deshalb lieber nicht. Wenn mir natürlich ein Affe eine Banane aus meiner Tasche klaut, kann ich natürlich nichts dafür. Aber grundsätzlich sind wir zu Gast unter Wasser. Das sollten wir uns immer vor Augen halten.
ich persönlich kann es auch nicht ab, wenn mich jemand ungebeten angrabbelt, also lasse ich das auch bei anderen.
Wichtiger ist aber m.E., dass (Meeres)tiere dadurch ggf. auch krank werden können und das muss ja nicht sein.
Wenn ich dafür auf ein Foto verzichten muss - fein. Ob jemand denn Fische etc. angrabbeln muss, muss jeder selber wissen, aber völlig unmöglich finde ich jedenfalls Fotos in Tauchzeitschriften, die einen solchen Vorgang abbilden.
Das hat im wesentlichen 2 Gründe:
1. Es fordert zum Nachmachen auf, und das kann schädliche Folgen haben, sowohl für Mensch (der unwissenderweise ein giftiges Tier angrabbelt) als auch für Tier. Daher hat es in einer seriösen Tauchzeitschrift nichts zu suchen.
2. Es vermittelt den Eindruck, die Regeln der Tauchverbände sind willkürlich (was ja teilweise auch zutreffen mag, denn bei 40,5m stirbt man wohl nicht sofort, habe ich zumindest gehört ).
Aber wenn ich mich nicht an die Regel “Nicht anfassen” halten muss, weil das ja auch alle in den Zeitschriften machen, dann kann ich ja auch gerade als Anfänger auf 100m runter und wer braucht schon einen Nitroxkurs oder sonst was.
Letztlich sollte man wie überall gesunden Menschenverstand walten lassen und Kontakt - wo nicht unbedingt erforderlich - vermeiden. Wenn das Tier selbst Kontakt sucht, dann kann man es ja sanft zur Seite schieben, ich glaube aber, dass das zumindest teilweise schon ein andressiertes Verhalten ist. Der andere Teil ist sicher Neugier vor dem komischen ungeschickten Trottel da unter Wasser )
Von anfüttern halte ich ebenfalls nichts. Es ist doch gerade die Spannung beim Tauchgang, eben vorher nicht zu wissen, was man sieht. Alles andere ist wie angeln im überbesetzten Forellenteich, wo ich vorher schon weiß, dass ich nach einer Stunde mit 5 Stück nach Hause gehe.
Just my 2 cents,
M.
P.S. @ Andi: Ich persönlich finde z.B. Dein erstes Beispielfoto ein gutes Beispiel dafür, wie unnatürlich eine solche Situation wirkt. Ich finde Bilder viel besser, die die Tiere in ihrer “natürlichen” Umgebung zeigen.
Noch schlimmer finde ich eigentlich nur Bilder, wo sich irgend ein Hansel am Besten komplett ins Riff drückt, um ja den berühmten Taucher als bildgestalterisches Element mit im Bild zu haben (siehe z.B. Fotokontest diese Woche). Das muss doch echt nicht…
Unterschreibe das Post von Marc zu 100%.
Für mich, auch wenn ich noch nicht so viele TG´s hinter mir hab gibt es nichts blöderes, als wenn unbedingt alles angefasst werden muss was irgendwie in meine Reichweite zu bringen ist.
Ich für meinen Teil spiele viel lieber den Beobachter der faszinierenden Unterwasserwelt. Am liebsten würde ich mir einen Campingsessel irgendwo hin stellen mich drauf setzen und das Treiben beobachten. Der dürfte natürlich nichts beschädigen
OK,.. das geht ja in eine ziemlich eindeutige Richtung hier.
Wie sieht es denn mit Aquarien bzw. U/W-Freigehegen und Füttern aus?
Sollen die dort lebenden Tiere auf Kosten des Umweltschutz verhungern?
Sollte man Aquarien und Freigehege boykottieren, um ein Exempel zu statuieren?
Grundsätzlich denke ich: Nix anfassen und der Natur ihre Ruhe lassen.
ABER:
Ich habe z.B. absolut kein Problem mit der Anfütterung von Haien oder Rochen im Freiwasser. Hier erleiden die Tiere keinerlei Schaden – im Gegensatz zum Napoleon, der von den gekochten Eiern zu hohe Kolesterinwerte bekommt und stirbt. Im Gegenteil – hier werden die Haie ganz klar zum touristischen Geldwert und somit schützenswert. Ich bin für seriös durchgeführte Fütterung von Haien. Natürlich ist es reizvoller, haibilder in freier Wildbahn zu machen. Würde trotzdem mal gern eine Fütterung mitmachen.
Ich habe auch kein Problem mit tauchen in “Aquarien”, solange diese eine ausreichende Größe und Pflege gegenüber den Tieren aufweisen und mit in Gefangenschaft geborenen Tieren besetzt werden – viele dieser “verschriehenen” Aquarien setzen nämlich auch Jungtiere aus um natürliche Poulationen zu stärken. Andi und ich waren erst kürzlich auf Curacao in einem Aquarium und haben dort 2 Tauchgänge gemacht – uns hat es eigentlich gut gefallen. Die Tiere hatten ein riesiges natürliches Lagunenbecken.
Es gibt auch Tiere, die man in der Natur anfassen kann: Man kann z.B. schon mal die Hand in eine Putzerstation halten und warten bis die Garnelen die Hautfetzen vom Fingernagel geknabbert haben – Garnelen machen da keinen Unterschied. Oder männliche Schildkröten: Manchmal werden diese sehr neugierig und stosen mit dem Schnabel an die maske, bzw legen ihre Flossen auf die Schulter des Tauchers ... in diesen Situationen streichel ich auch mal eine Schildkröte ... aber eben nur, wenn sie zu mir kommt und somit den Kontakt sucht. Und auch wenn das manche jetzt nicht glauben: manchmal tun Schildkröten so etwas. Was ich nicht mag, ist das versetzen von Tieren für Fotos, das berühren von Korallen und das berühren von Tieren, die das in dem Moment einfach nicht gern haben … bei Tieren in der Wildniss muss man immer etwas differenzieren.
Anfüttern, egal in welcher Weise, ist ein Eingriff in die Natur und für mich moralisch absolut nicht vertretbar.
Aquarien und Freigehege können gut dafür dienen vielen Menschen das Meeresleben näher zu bringen und haben daher durchaus einen Sinn. Taucher jedoch haben ganz andere Möglichkeiten und damit ist für mich das Tauchen in Freigehegen als kommerzielle Veranstaltung nicht vertretbar. Ob man eine besondere Gelegenheit durch Beziehung nutzt, sollte jeder für sich selber ausmachen.
Z.B. habe ich mehr als 20 Jahre lang es nicht geschafft unter Wasser mit Delfinen zu tauchen. Dann hatte ich das Angebot durch Vitamin B in einem Delphinarium zu tauchen und es war wirklich sehr, sehr reizvoll, jedoch habe ich es nicht angenommen. Die Erlebnisse, die ich später mit “wilden” Spinnern und Tümmlern hatte, hätte es auch nicht ansatzweise erreicht.
Fotos von abgefütterten Tieren, Tieren in Gefangenschaft oder von Nacktschnecken im “Studio” (siehe National Geographic) haben für mich keinen Wert, sondern schmälern eher die Aufnahmen, die unter natürlichen Bedingungen gemacht worden sind.
@Andi
@Serge
Bei euch als Tauchlehrer und Administratoren und damit als Vorbilder, bin ich noch nicht ganz dahinter gekommen, ob eure letzen Berichte als Vorbildfunktion oder als schlechtes Beispiel dienen sollen. Seht ihr darin wirklich die Zukunft und den Reiz des Tauchens?
@Serge
“Ich habe z.B. absolut kein Problem mit der Anfütterung von Haien oder Rochen im Freiwasser. Hier erleiden die Tiere keinerlei Schaden...” Ich habe auf den Malediven schon abgefütterte Rochen gesehen, deren äußerer Rand durch anfassen wundgescheuert/entzündet war.
Beim Anfassen in der natürlichen Umgebung sind wir einer Meinung. Es gibt Gelegenheiten bei denen man langsam seine 3 Finger hinhalten kann und das Tier kommt von alleine. Hektisch auf das Tier zuzuschwimmen bring eh nichts.
@Andi
@Serge
Bei euch als Tauchlehrer und Administratoren und damit als Vorbilder, bin ich noch nicht ganz dahinter gekommen, ob eure letzen Berichte als Vorbildfunktion oder als schlechtes Beispiel dienen sollen. Seht ihr darin wirklich die Zukunft und den Reiz des Tauchens?
Hallo Michael, ich habe schon geahnt dass wir mit dem Beitrag
nicht nur Lob ernten werden und dieser Einwand kommen wird.
Ich denke jeder muss das mit sich selbst ausmachen. Deswegen
habe ich auch kein schlechtes Gewissen, wenn ich über so etwas
Bericht erstatte, mit dem Ziel andere Taucher für einen Besuch
eines Unterwasser-Freigehes zu begeistern.
Ich habe drei wesentliche Gründe:
1. Der natürliche Lebensraum aller Meeresbewohner wird seit
dem ich ein Kind bin ausgebeutet und kleiner. Ein Überleben
verschiedener Arten ist oft nur in Tierparks und Freigehegen
möglich. Diese können es den Tieren nur gut gehen lassen,
wenn Geldmittel fliessen. Einem kleinen Bestand dort akzeptable
Lebensbedingungen zu bieten halte ich für wichtig. Eines Tages
könnten es die letzten Exemplare ihrer Art sein.
2. Der Weg auf dem die Tiere domestiziert wurden ist oft falsch
und grausam, aber wir befinden uns schon lange in einer Zeit
wo wir die bereits angerichteten Fehler bewältigen müssen. Ich
möchte dazu beitragen, dass die Tiere in solchen Institutionen
nicht verhungern und die Aquarien ihren Aufklärungsbeitrag in
der Bevölkerung erfüllen können.
Persönliche Ausnahme: Dennoch fühle ich mich nicht wohl, wenn
ich Orcas und andere pelagische Tiere, wie Walhaie, Weiße Haie,
Manta Rochen etc. in Gefangenschaft sehe.
3. Der Wunsch in Freiheit mit Delphinen zu tauchen und etwas
für die Weltmeere zu tun entstand als Kind beim Besuch eines
Delphinariums. Mein erster Kontakt - wie bei vielen Anderen - war
also genau in einer dieser Institutionen, die jedoch sicherlich eine
Grauzone darstellen. Da gebe ich Michael recht.
Ich finde aber gerade auch, dass ein Besuch in Gefangenschaft
lebender Tiere bei vielen Menschen einen Denkprozess anstösst, in
dem sie sich bewußt werden, was wir mit der Natur gerade anstellen.
Fersehen, Internet und Print können dieses emotionale Ereignis nur
begrenzt bei den Lesern und Zuschauern auslösen.
Es ist und bleibt ein Dilemma. Die Frage ist wohl eher ob man
in alle dem eine aktive oder ein passive Rolle spielen möchte.
1. Aquarien sind für “Fußgänger”, insbesondere Kinder, wichtig.
2. Sind Aquarien unwirtschaftlich, erreichen sie nicht genügend Menschen und sollten evtl. geschlossen werden, falls sich kein Sponsor findet. Ein Mindeststandard darf nicht unterschritten werden.
3. Für Taucher sind U/W-Freigehege ein RÜCKSCHRITT! Die Taucher sind in den meisten Fällen durchaus schon sehr sensibilisiert, was den Umgang mit der Natur angeht, so dass sie auf Erlebnisse aus der Konserve durchaus verzichten können. Tiere in Gefangenschaft zu halten, um wenigen Tauchern ein Erlebnis zu ermöglichen, ist nicht akzeptabel. Das Verhältnis der Anzahl der Tiere zu der Anzahl der erreichten Personen stimmt nicht. Die Zielgruppe, sensibilisierte Taucher, ist falsch. Das Verhalten bei diesen Tauchgängen wie anfüttern, anfassen und auf den Boden knien ist falsch und vermittelt ein falsches Verhalten in der Natur. Nur weil die Tiere in Gefangenschaft nichts anderes kennen und die Besucher mit Futter verbunden werden, ist die Annahme, die finden das toll, denn sie kommen ja freiwillig, sehr naiv.
4. Welche der Tiere, die du bei den Ausflügen gesehen hast, stehen jetzt oder in naher Zukunft schon unter Artenschutz? Um z.B. die Lederschildkröte zu retten sollten große Freigehege für Taucher mit vielen Lederschildkröten angelegt werden? Legen die in Gefangenschaft eigentlich überhaupt Eier? Nun ja, welche vom Markt freizukaufen und/oder durch Spenden zu helfen ist bestimmt nicht so erfolgreich. Vorsicht, könnte Ironie sein.
Andi Voeltz - 06 June 2008 05:29 PM
Es ist und bleibt ein Dilemma. Die Frage ist wohl eher ob man
in alle dem eine aktive oder ein passive Rolle spielen möchte.
Willst du mir damit wirklich diese Aktion als aktive Rolle für den Umweltschutz verkaufen?
Andi Voeltz - 06 June 2008 05:29 PM
…ich habe schon geahnt dass wir mit dem Beitrag
nicht nur Lob ernten werden.
Äh, wo ist das Lob? Vielleicht sehe ich das ja viel zu eng. Diving is fun.
Ihr habt im Urlaub schöne Erlebnisse, sei es euch wirklich gegönnt.
Mit Berichten wie „Curaçao Habitat“ - „Erkundung eines extrem gesunden Hausriffes“ inkl. der schönen Fotos macht es Spaß die Webseite zu besuchen und ihr verschönert mir den Tag.
Berichte wie „CDF’2008: Pleiten, Pech und Pannen“ passen, da sie nichts mit tauchen zu tun haben, eher auf eine private Homepage, sind aber dennoch witzig.
Berichte und Fotos von Tieren in Gefangenschaft haben nichts mit tauchen in der Natur zu tun und werden daher von mir überhaupt nicht gerne gesehen. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.
Darüber eine Diskussion anzuregen, prima, gerne.
Das ganze als Beitrag zum Tier- bzw. Umweltschutz darzustellen verschlägt mir die Sprache.
Fazit:
Mehr schöne Riffe, mehr Wracks, mehr Landschaft, mehr Info, weniger Konserve.
kein Probleme und ich respektiere Deine interessante und facettenreiche Meinung.
Im Gegensatz zu Dir bin ich mir allerdings nicht so sicher, wo es mit der Zukunft des
Tauchens und den Weltmeeren hingeht. Nur noch in der Konserve tauchen zu können,
ist ein meiner Meinung nach durchaus ein realistisches Zunkunftsszenario. Bei einigen
Tauchgruppen und Gästen aus meiner Vergangenheit als DiveGuide, wäre ich übrigens
froh gewesen, diese in eine Konserve zu schicken, anstatt ihnen die Chance zu geben
durch meine Lieblingsriffe zu brettern!
Wir wollen auf DIGIDEEP hier nichts als Umweltschutz verkaufen und auch keine
verkappten Bio-Beiträge machen. Allerdings währe es als bekennender Hai-Taucher,
mit Fütterungen von mir verlogen, mich in eine völlig andere Ecke zu stellen.
Meine besten Bilder sind sicherlich in der freien Natur entstanden, dennoch habe
ich schon zwei bis dreimal in Freigehegen (Eilat, Curacao) und Aquarien (Aquadom)
getaucht, um eine Story und Bilder darüber zu machen. Ich würde so etwas auch
jederzeit wieder tun, auch wenn ich schon Tauchgänge in Delphinarien abgelehnt
habe. Das Kriterium für mich dabei war immer, dass an diesen besagten Stationen
etwas Neues oder ein neuer Ansatz war. In diesen Fällen mache ich mir gerne ein
eigenes Bild von der Situation vor Ort, anstatt es pauschal abzulehnen.
Fakt bleibt, es gibt diese Dinge, und wir sollten uns damit auseinander setzen.
Das Feedback darüber was Euch daran gefällt und was nicht, schätzen wir sehr,
um DIGIDEEP inhaltlich auf Kurs halten zu können. Bitte weiter so…
gerade gestern mit dem andy gefachsimpelt und auch über dieses thema kurz gesprochen. nun möchte ich auch meine ansichten dazu hier darlegen.
der o-ton dürfte wohl klar sein. anfassen verboten! sollte jeder taucher als eines der wichtigsten verhaltensregeln uw verinnerlichen. es wurde hier schon gesagt - ich lass mich auch nicht von jedem dahergelaufenen angrabbeln und würde mich ggfl. auch dagegen zur wehr setzen. also warum müssen taucher schildkröten, dugongs und alles andere, was sie nur irgendwie in die finger bekommen, anfassen? ich versteh das nun wirklich nicht ...
allerdings ist es wirklich immer wieder erstaunlich, auch das wurde hier schon erwähnt, dass in einschlägigen zeitschriften immer wieder fotos abgedruckt werden, auf denen taucher tiere anfassen. komischerweise findet sich dann zwei seiten weiter die top-flop-liste, auf der das angrabschen marinen lebens als absolutes no-go deklariert wird. komische doppelmoral....
ABER: als bwl-er und hobby-jurist pflege ich auf alle fragen wie folgt zu antworten:
es kommt darauf an ...
und genau hier liegt der hase im pfeffer.
ein tier uw zu berühren um es sich vom leib zu halten - ok. aber können wir immer genau einschätzen, wann das notwendig ist?
ein tier nur aus neugier berühren, um zu wissen, wie es sich anfasst oder um später sagen zu können, ich habe schon einmal einen walhai berührt, bzw. eine seekuh gestreichelt - für mich absolutes no-go!
aber noch viel schlimmer finde ich, dass es uw-fotografen gibt, die nacktschnecken “umsetzen”, pflanzen herausreissen - der besseren sicht wegen oder ganze gorgonien mit der hand abbrechen, bzw. sich voll reinlegen, nur um die optimale kameraposition zu bekommen ... habe ich selbst erlebt. und das waren mitglieder einer “national"-mannschaft, die am üben waren .....
da schämt man sich richtig, wenn man mit ner semiprofessionellen kameraausrüstung in’s wasser geht.
mein motto lautet: finger weg, es sei denn es ist zur gefahrenabwehr unbedingt notwendig.
lieber verzichte ich auf ein foto, als möglicherweise eine kettenreaktion auszulösen, deren folge ich nicht abschätzen kann.
schade ist nur, dass es viele unter uns gibt, die wegen eines guten fotos, uw verbrannte erde hinterlassen würden - für den ruhm.
welch armseeligkeit dieser verirrten geister ....
in diesem sinne - einen schönen tauchsommer euch und mir viele gute TG’e auf bali.
bericht demnächst....
Auch ich habe eine Meinung dazu und es ist gar nicht nötig, großartig auszuholen:
Sowohl anfüttern wie auch anfassen sind für mich absolute “no go´s”
Entweder ich habe das Glück einer Unterwasserbegegnung oder ich habe es eben nicht,
allerdings habe ich auch die Gelassenheit, es so zu sehen, und nicht die Notwendigkeit,
irgendeine ‘Trophäe’ mitbringen zu müssen. Für mich sind das alles nur Erinnerungen und
ich freue mich, wenn ich sie mit jemandem (besonders Familie u. Freunde) teilen kann -
wesentlich wichtiger sind mir aber die Erlebnisse, die sich auf meiner ‘internen Festplatte’
unlöschbar eingebrannt haben, egal ob anderweitig dokumentiert oder nicht.
Hinsichtlich ‘Tiere in Gefangenschaft’ habe ich eher zwiespältige Gefühle ... so lange es artgerecht
(was immer das heißen mag) zugeht, sorgt es immerhin dafür, dass sich Menschen, die sonst niemals
die Gelegenheit dazu hätten, für diese Tiere interessieren. Es hat eben nicht jeder die Möglichkeit
einer ‘wildlife-Begegnung’ andererseits wäre das für mich niemals ein vollwertiger Ersatz.
Ob es dann unbedingt ein Walhai in Atlanta sein muss, ich maße es mir nicht an, das zu entscheiden.
Auf der anderen Seite, wie anders gelingt es, Menschen vom Hai zu faszinieren, wenn nicht im Aquarium ?
Fernsehen, Tierschutzaktionen und im weitesten Sinne natürlich auch das Aquarium, das alles spricht doch
ohnehin nur diejenigen an, die sich zumindest ein gewisses Restinteresse bewahrt haben - alle anderen
schalten ab, sehen weg oder besuchen sicherlich kein Aquarium ...
Rob und Frank haben es in meinem Sinne auf den Punkt gebracht.
Interaktion mit der Unterwasserwelt die vom Taucher ausgehen -> NEIN
Dazu gehören für mich auch alle Arten von Fütterungen!
Wenn ein Tier mit mir interagieren will, gehe ich mit der notwendigen Zurückhaltung darauf ein.
Taucher schaden den Riffen schon genug. Man sehe sich nur die Veränderungen im Roten Meer an.
Von daher ist die Zukunft des tauchens in intakten Riffen alles andere als gesichert.
Der Mensch wird die Erde nicht zerstören, lediglich seinen eigenen Lebensraum…
und wenn dies geschehen ist wird sich der Planet (relativ) schnell von diesem lästigen Parasiten erholen.
Da ich derzeit keine Zeit habe, lange Beiträge zu schreiben, nur soviel:
Ich vertrete die gleichen Ansichten wie Michael Henke, Frank Malotke und Chistian Fries. Dort ist alles gesagt und ich schließe mich dem uneingeschränkt an.
LG
Ike-Dolphin