Hallo,
um mal wieder zu der eigentlichen Frage von Andi zurück zu kommen, werde ich mal meine Erfahrungen mit dem Reefrider mitteilen. Vergleiche zu anderen Gehäusen kann ich jedoch nicht machen.
Dafür fehlen mir die Verbindungen / Kontakte und vor allem das nötige “Kleingeld”.
Das Gehäuse habe ich nun seit ca. 1,5 Jahren und war ca. 5 mal damit tauchen (Bali - warmes Gewässer - ohne Handschuhe). Ich nutze eine SONY HDR-HC7, welche über Lanc gesteuert wird.
Diese Steuerung funktioniert zuverlässig und gut über die 8 Tasten.
In erster Linie habe ich mich wegen der modularen Bauweise und dem relativ niedrigen Einstiegspreis für dieses Gehäuse entschieden. Man kann später Stück für Stück erweitern.
Optisch finde ich das Gehäuse recht ansprechend, es ist relativ leicht, läßt sich einfach zerlegen und wieder zusammen bauen und ist gut im Handgepäck während des Fluges zu transportieren.
Auf regelmäßige Kontrollen beim Zoll muß man sich aber einstellen. Ich habe keine ausgelassen und es wurden auch nie verbotene Bauteile oder Pülverchen am Gehäuse entdeckt.
Beim Flug unbedingt darauf achten, daß das Gehäuse nicht zugeschraubt ist bzw. die Dichtung nicht am Abschlußdeckel komplett anliegt. Es herrschen unterschiedlich Drücke und Ihr bekommt unter Umständen
das Gehäuse nach dem Flug nicht mehr auf. Ich gebe zu, daß mir dieser Fehler passierte und den Deckel nur schwer wieder lösen konnte. Aber somit wurde der Beweis erbracht, daß das Gehäuse dicht ist.
Das erste einbauen der Kamera war etwas umständlich, da der notwendige Adapter beim Kauf nicht dabei war. Ich mußte deshalb ein neues Loch in die Trägerplatte bohren. Der fehlende Adapter wurde aber später kostenfrei nachgeliefert (also beim Kauf angeben, welche Kamera man nutzt). Das zusammenstecken der Kamera + Steuerung + Monitor ist etwas fummelig, aber für jeden normalen Taucher zu händeln. Das Gehäuse ist eben ziemlich klein (ist ja auch von Vorteil beim Handling) somit nicht viel Platz im Inneren, so daß man darauf achten muß wie man die Kabel/Drähte legt. Das Gehäuse mit Kamera hatte Auftrieb, so daß ich 500g Blei mit doppelseitigen Klebeband unter die Trägerplatte klebte. Nun hat es nur noch minimalen Auftrieb. Die nächste Optimierung war nach den ersten Tauchgängen fällig.
Schnell habe ich erkannt, daß man um einen internen Monitor nicht herum kommt. Per Sucher erwischt man bestimmt nicht das Motiv, welches man wollte und mit dem Spiegel
hatte ich auch so meine Probleme (seitenverkehrte Ansicht). Also liebe Taucher, plant das Geld für den Monitor (249€) gleich mit ein und spart Euch das Experiment mit dem Spiegelvisier (59€).
Wer noch nicht sehr ruhig und gleichmäßig taucht, sollte auch einen Stabilisierungsflügel in Erwägung ziehen. Diesen werde ich mir als nächstes aus einer Aluplatte basteln, da ich auch eine Halterungsmöglichkeit für 2 Strahler benötige. Denn da man nicht nur in flachen Gewässern mit viel Licht taucht, sind die meisten Filmergebnisse ernüchternd. Es fehlen einfach die Farben. Ist ja auch logisch. Das hat ja jeder gelernt. Wer genug Geld hat kann sich dieses
Zubehör bei Reefrider auch fertig kaufen.
Wenn man Probleme hat, ich selbst war schon 2 mal betroffen, kann man sich an die Firma wenden, welche sich dann auch bemüht zu helfen. Bei mir war es die eingeschränkte manuelle Focussierung (Problem konnte nach Einsendung bei Reefrider nicht reproduziert und somit auch nicht beseitigt werden. Da ich die Funktion unter Wasser nicht nutze ist dies nicht dramatisch) und ein defekter Monitor, welcher sofort getauscht wurde.
Der “Ton” war dort manchmal nicht sonderlich freundlich (analog den Beiträgen hier im Forum) aber entscheidend ist das Ergebnis. Eventuell hat man ja dort in de Zwischenzeit auch erkannt, daß man mit Kundenfreundlichkeit
sehr viel zu einem positiven Image beitragen kann. Nicht nur das Produkt ist für den Umsatz ausschlaggebend. (Reefrider möge mir diesen Hinweis verzeihen) .
So, für meinen ersten Beitrag reicht es erst einmal. Eventuell hilft es jemanden bei seiner Entscheidungsfindung.
Gruß Jens