Man gönnt sich ja sonst nichts …
Im dreißigsten Jahr der gemeinsamen Taucherlebnisse und für die sechzigste Tauchreise darf es schon einmal etwas Besonderes sein. So dachten wir uns und haben uns endlich die Reise nach Wakatobi geleistet und diese mit einem Aufenthalt auf der „Insel der Götter“ kombiniert.
Und um es gleich vorweg zu nehmen: Es war wirklich etwas Besonderes!
Der Flug
Als Fluglinie hatten wir uns wie schon öfter wieder die Malaysia Airlines ausgesucht. Der Service und der Komfort gehört mit zum Besten, was man als Reisender in der Economy-Class erwarten kann. Und die Malaysia Airlines haben ein besonders großes Herz für die gepäcklastigen Taucher! 15 kg zusätzliches Tauchfreigepäck sind schon ein Wort.
Aber Vorsicht: Diese Grenze sollte man nicht leichtsinnig übertreiben. Drückt das Bodenpersonal bei der Abfertigung in Frankfurt noch großzügig ein Auge zu, wenn es doch „ein paar Kilo mehr“ sind, hat der freundliche Mensch am Check-In bei der Rückreise hierfür entweder weniger Verständnis oder noch strengere Vorschriften…
Rund 12 ½ Stunden Flugzeit führen nach Kuala Lumpur. Es ist empfehlenswert, sich diese lange Flugzeit dadurch ein wenig angenehmer zu gestalten, dass man sich die Sitzplätze seiner Wahl vorher reservieren lässt, was problemlos funktioniert.
Im Flughafen Kuala Lumpur bleiben etwa drei Stunden Zeit. Genug für einen Kaffee und einen kleinen Rundgang durch diese quirlige Verkehrsdrehscheibe.
Der Weiterflug nach Denpasar dauert noch einmal drei Stunden und dann ist es so weit: Wir sind auf der Insel der Götter ...
Pondok Sari Beach Resort – Diving Center Werner Lau
Ein freundlicher und gesprächiger Fahrer fährt uns mit seinem Minibus quer durch die Insel in den Nordwesten nach Pemuteran ins Pondok Sari Beach Resort.
Es bleibt Zeit genug, erste Eindrücke von dieser eindrucksvollen Landschaft zu gewinnen und zwischendurch eine Teepause oder einen Fotostop einzulegen. So dauert diese Fahrt auch etwas mehr als drei Stunden.
Und dann empfängt uns das Pondok Sari Beach Resort.
Ein großer, tropischer Garten mit hohem Baumbestand „versteckt“ die Doppelbungalows, die mit Klimaanlage, Moskitonetz, geschmackvollen Möbeln und einer kleinen Terrasse komfortabel ausgestattet sind. Das Bad und WC liegt offen in einem diskreten, privaten Gärtchen.
Ein bezauberndes Kleinod stellt der Swimmingpool dar, der eingerahmt wird von einem Teich mit Lotusblumen und beschattet von Fächerpalmen und Bougainvillaea-Büschen.
Das offene Restaurant bietet nicht nur preiswerte sondern auch geschmackvolle internationale und landestypische Gerichte an, die man sich nach persönlichem Gusto mehr oder weniger scharf zubereiten lassen kann.
Am dunkelsandigen Strand finden wir ein paar Schritte vom Hausriff entfernt die Tauchbasis. Eines der Diving Centers von Werner Lau, mit der von dort gewohnten guten Ausstattung und Organisation und dem qualifizierten Personal, für das Werner Lau schon immer „ein Händchen“ hatte.
Es wird hier Hausrifftauchen angeboten und täglich zwei Ausfahrten zu den nahe gelegenen Riffen.
Für die sicherheitsbewussten Vieltaucher stehen auf Wunsch kostenlose Nitrox-Füllungen zur Verfügung.
Wir haben wegen des Wellengangs und der dadurch bedingten schlechteren Sicht nicht am Hausriff getaucht, die Ausfahrten zu den vorgelagerten Riffen in 10 bis 20 Minuten Entfernung waren aber durchaus erlebnisreich:
Eher Plätze für die Fans des marinen Kleingetiers beziehungsweise für die Makrofotografen. Gesunde Stein- und Weichkorallen, Großfische haben wir nicht zu Gesicht bekommen.
Wer einige artenreiche indopazifische Tauchplätze auf den Philippinen und in Indonesien schon kennt, wird hier allerdings keine neuen Höhepunkte seiner Taucherlebnisse erfahren.
Eindrucksvoller waren die Tauchgänge vor der Insel Menjangan, die zum einzigen Nationalpark Balis gehört. Klare Sicht, gesunde Korallenlandschaft, mächtige Vasenschwämme und viele „Juwelen“ der Unterwasserwelt: Schildkröten, viele Arten von Korallenfischen, Partnergarnelen, Fangschreckenkrebse, Nacktschnecken, Strudelwürmer, vielfältige Seescheiden. Kurzum: Hier haben das Tauchen und die UW-Fotografie Spaß gemacht!
Die etwa 45 Minuten dauernden Ausfahrten nach Menjangan werden nach Bedarf mehrfach in der Woche organisiert, als Eintrittsgebühr für den Nationalpark werden über die Basis 2 € kassiert.
Ebenfalls zum Gebiet des Nationalparks gehört die Secret Bay. Eine kleine, nur etwa 10-12 Meter tiefe Bucht, die es aber wirklich in sich hat: Seepferdchen, Schnepfenmesserfische, Flügelrossfische, Streifen-Korallenwelse, Schaukelfische, Kardinalfische und fette Rotfeuerfische warten auf den aufmerksamen Taucher. Das ist natürlich einen Ausflug wert!
Man fährt – allerdings zeitlich immer abhängig von der Tide – in Kleinbussen zur Secret Bay, taucht von Land aus und zahlt auch hier eine Eintrittsgebühr für den Nationalpark von 3,50 €
Unser abschließendes Urteil – geprägt natürlich von unseren persönlichen Tauch- und Reiseerfahrungen:
Pondok Sari – Eine wirklich empfehlenswerte, schöne Anlage zum Wohlfühlen; im übrigen auch gut geeignet für Urlauber, die nicht nur tauchen wollen.
Die Tauchplätze – Guter Durchschnitt im Vergleich zu anderen indopazifischen Plätzen. Highlights sind die Tauchplätze im Nationalpark um Menjangan und in der Secret Bay, die vor allem den Makrofotografen das Herz schon höher schlagen lassen.
… Fortsetzung folgt ...
Mit freundlichem Flossenschlag
Manfred




