Die Zeit der neuen Codecs scheint gekommen. Viele Besucher fragen sich
sicherlich, ob man zu einem AVCHD Camcorder aufzeichnen sollte oder nicht.
Ich möchte hier möglichst viele Vor- und Nachteile von AVCHD zusammen
tragen. Die Diskussion, ob man Band oder Chip verwenden sollte, bitte ich
dabei heraus zu lassen, da es dazu bereits eine gute Diskussion gibt.
Ich möchte weniger die Vor- oder Nachteile beider Formate beurteilen, denn vielmehr die Auswirkungen auf die Nachbearbeitung:
Mein vorrangiges Entscheidungskriterium bei der Kamerawahl war nämlich diese Frage.
Ich habe gelernt, AVCHD benötigt eine wesentlich leistungsfähigere Hardware/Software Kombination bei Schnitt und Processing als HDV
Bisher gab es HDV nur im Bandsektor. JVC hat dieses Format bei der Festplattenaufzeichnung eingeführt (JVC Everio GZ-HD30/40)
Letztlich gab das bei mir die Kaufentscheidung, da ich nicht gleich auch in ein neues PC System investieren mußte, sondern mit meiner “Standard-Hardware” (DELL Dimension 520E) von vor 2 Jahren auskomme.
Also nachdem ich nun einige Monate eine SR11 (AVCHD) und
auch eine HC9 (HDV) besitze, kann ich mir ein kleines Urteil
zu den Erfahrungen erlauben.
Sony VEGAS, Adobe Premiere Pro sollen lt. Auskünften
einiger Bekannter bei einem aktuellen Rechner AVCHD
Schnitt in Realtime zulassen.
Meine Erfahrung beschränkt sich jedoch auf Edius Neo von
der Firma Canopus auf einer Feststation mit 4GB Ram und
einem Quadcore. Edius lässt es auch zu die AVCHD Clips
direkt in die Timeline zu ziehen aber beim Abspielen gibt
es komische Effekte (wobbern) beim Ton.
Daher nehme ich lieber vorher das Material und ziehe
es in den AVCHD-Konverter von Canopus, den man sich
kostenlos als Add-On auf der Website runterladen kann.
Die schlechte Nachricht:
1 Minute Film Konvertieren braucht ca. 3 Minuten Rechenzeit.
Die gute Nachricht:
Auf einem QuadCore kann man diese Prozedur
für vier Clips gleichzeitig durchlaufen lassen.
Dabei ging die Geschwindigkeit nicht in die Knie.
Ich nehme an das jeder Prozessorkern einen Job
bekommt und man je nach Dual oder Quad dann
eben 1-4 Tasks gleichzeitig laufen lassen kann.
FAZIT: Ein Schub in der Geschwindigkeit beim
Aufspielen auf den Schnittrechner hat man nur beim
Kopieren der Daten (5-15 Sekunden), aber durch
den Aufwand beim Wandeln nimmt es sich nicht viel
im Vergleich zur Tape-Überspielung von HDV-Band.
Der Vorteil einer AVCHD-Cam liegt also (aktuell) eher
in der Clip-Übersicht des Camcorders. So hat man
stets als Thumbnail schön im Blick, was man gefilmt
hat und was man evtl. noch filmen muss. Bei einem
HDV-Band ist das erst nach dem Überspielen und
der Szenentrennung einigermaßen möglich.
auch ich habe mich zwangsweise damit auseinandersetzen müssen.
1.) Mit Final Cut Express habe ich auf meinem Mac Book Pro keine Probleme
die Clips in RealTime zu gucken, seit Apple das Update auf den Markt gebracht hat.
2.) Mit Windows sieht es schon wieder schlechter aus - wie ich finde. Ich habe das ganze
auf einem älteren PC gemacht - das ging gar nicht. Für 3 Minuten Clip wurden 50 Minuten
benötigt. Der PC ist allerdings nun schon in Rente.
3.) Das neue System (aktueller Quad-Core, 4GB RAM, RAID0 Festplatten, 1GB GraKa) läuft
mit einem 64-Bit Betriebssystem und sollte eigentlich schön flüssig laufen. Hatte bis dato keine
Zeit es auszutesten. Ich werde berichten, allerdings sollten beim Rendern auf jeden Fall alle
Cores angesprochen werden. Wenn dem nicht so ist, scheint Edius Neo nicht 64-bittig zu sein.
4.) Ich habe spasseshalber auf einem Server auf Arbeit das ganze mal ausprobiert und das war
einfach nur ####. Das System hatte 2x Quad-Core@2,66Ghz, 32 GB RAM und 2x RAID6. Das war
mal ein flüssiges Arbeiten
Der Vorteil einer AVCHD-Cam liegt also (aktuell) eher
in der Clip-Übersicht des Camcorders. So hat man
stets als Thumbnail schön im Blick, was man gefilmt
hat und was man evtl. noch filmen muss. Bei einem
HDV-Band ist das erst nach dem Überspielen und
der Szenentrennung einigermaßen möglich.
Genau diesen Vorteil bietet nun auch JVC mit der Neuheit, HDV (MPEG2) auf Festplatte aufzuzeichnen.
Die Einzelclips sind damit auch bei HDV Aufnahme in der Übersicht auf der Cam sichtbar.
Allerdings mit der Einschränkung, dass dies aufgrund der mechanischen Ansteuerung dieser Funktion unter Wasser nicht geht.
...Der Vorteil einer AVCHD-Cam liegt also (aktuell) eher in der Clip-Übersicht des Camcorders. So hat man stets als Thumbnail schön im Blick, was man gefilmt hat und was man evtl. noch filmen muss. Bei einem HDV-Band ist das erst nach dem Überspielen und der Szenentrennung einigermaßen möglich…
Da man in der Camera ja sowieso nicht “nachbearbeiten” kann, ist das für mich kein Vorteil.
Ob man die Clips auf dem Mini Bildschirm der Camera wirklich gut beurteilen begutachten kann, ist fraglich.
Der einzige Vorteil für mich wäre irgendwann auf “Bandlaufwerke” und den damit verbundenen “Nachteilen” (mechanisch bewegte Teile, Verschleiss, Geräusche) verzichten zu können (sorry - ich weiss das das nicht hierher gehört).
Insgesamt scheint es ja so zu sein, dass HDV eher zu den “Dinosuairern” der Codecs gerechnte wird (mittlerweile).
Alle Welt spricht fast nur noch von H.264 Codecs, weil sie mehr einem “Standard” entsprächen, als andere vorher.
Das mag ja im jährlichen Hype-Gedonner tatsächlich so sein, erinnern wir uns allerdings, wie lange BETMAX im professionellen Bereich noch Stand der Technik war - nach seiner Totsagung im Consumerbereich - dann dürfte auch HDV noch einen langen “Lebensabend” vor sich haben.
Ein aus meiner Sicht allerdings zunehmend entscheidenderer Nachteil ist die max. Auflösung von 1440x1080 25i. Das paßt native nicht mehr so ganz in die aufkommenden Darstellungsgeräte in FUll HD mit immer schnelleren Prozessoren, die auch 25p (50p) augenfreundlich darstellen können.
Und noch eine Bemerkung, auch wenn die eher wieder in die Diskussion Tape <-> HDD fällt: Ein Band kann ich mit großer Wahrscheinlichkeit auch in 30 Jahren noch problemlos lesen (Lesegerät voarusgesetzt), was bei einer Festplatte eher nicht der Fall sein dürfte. Und Formate sind nunmal auch mit der Mediumfrage (fast) untrennbar verbunden.
Ich sehe momentan keine Vorteile bei AVCHD. HDV ist in meinen Augen immer noch auf gleicher Höhe (was die neue Sony FX1000 ja ebenfalls zeigt) - mit dem Vorteil der wesentlich leichteren Weiterverarbeitung.
Bezüglich der Auflösung gibt es klare Aussagen und Tests, dass für´s menschliche Auge kein Unterschied besteht. Zudem lässt sich das anamorphe Bild recht leicht und unkompliziert hochskalieren.
Die Zukunft wird zeigen, ob sich ACVHD überhaupt behaupten können wird - ich denke eher nicht. Die Komprimierung ist einfach zu heftig…
Auch wenn der Trend momentan eher gegenläufig scheint und in Richtung kleinere Prozessoren, schlechtere Komprimierung, billigere Teile geht -
mittel- bis langfristig werden sich andere Codecs (wie XDCAM oder DVCProHD mit bis zu 100 Mbit/s und 50p) aus dem Profisektor durchsetzen, da die Speichermedien sich immer weiter entwickeln. Und wenn Speichergröße und -schreibgeschwindigkeit noch weiter so zunehmen und bezahlbarer werden (man stelle sich beispielsweise eine bezahlbare 64 GB SDHC-Karte vor), können auch die kleineren Cams die besseren Codecs verarbeiten.
Spannend auf jeden Fall - aber solange es da keinen einheitlichen Fahrplan gibt (sow wie zu guten alten SD-PAL Zeiten), bin ich mit meiner HDV-Cam bestens gerüstet!
Also die anamorphe Auflösung ist tatsächlich kein Problem.
Und auch was die Codecs angeht bin ich mittlerweile recht entspannt.
Rechner werden einfach immer schneller un damit relativiert sich der Nachteil von AVCHD jeden Monat ein bisschen mehr.
Was für das oberste Consumersegment (Camcorder) viel wichtiger erachte, sind erheblich verbesserte Sensoren!
Da mangelt es noch an allen Ecken und Kanten. Speziell beim Dynamikumfang.
Noch krasser finde ich, dass die neuen Modelle nun alle mit noch KLEINEREN Chips aufwarten!
Klar, der Kunde will eine immer kompaktere, kleinere Kamera - ohne dabei zu checken, dass die Bildqualität darunter leidet. Dabei wird ein Großteil der Hobby-Videos doch sicher auch Indoor gedreht (Hochzeiten, Familienfeiern, etc.)... gerade da sind Lowlight-Qualitäten gefragt.
Und kleinere Chips, sowie kleinere Optiken sind leider ein deutlicher Widerspruch zur Lowlight-Fähigkeit.