Die Verwendung von Bildstilen in der Kamera halte ich aus
aktuellem Anlass für eine interessante Diskussion. Nicht
jeder hat Zeit und Lust alle seine Bilder nachzubearbeiten,
auch wenn es nur kleine Korrekturen sind. Vielleicht machen
wir mal dazu einen eigenen Thread auf und tragen mal die
Pro’s und Con’s zusammen…
Grundsätzlich sehe ich es so: Man stellt soviel wie möglich ein, damit man hinterher möglichst wenig an den RAWs rumstellen muss. Und der Canon Bildstil “Landschaft” hat es mir bei Weitwinkel ermöglicht, meine Raws quasi unbearbeitet zu übernehmen ... es nervt mich schon etwas, dass Aperture das nicht bringt. Ich benutze nun auch schon 8 Jahre Apple und mag Apple gern, aber das ist einfach mies. Was soll denn daran bitte gut sein, alle Kameravoreinstellungen zu ignorieren?
Bei den “Raw Feinabstimmungen” kriege ich die RAWs auch nicht so hin, wie sie in der Vorschau aussehen oder aus der Kamera kommen ... ich muss jedes mal auch bei den Farben drehen, um mich dem “out of the box” Ergebniss anzunähern.
Es gibt jetzt 3 Möglichkeiten:
1. Ich finde einen Preset, der die Bilder “richtig” und nicht “neutral” importiert.
2. Ich installiere wieder Canon “digital photo professional”, das das alles super hingekriegt hat.
3. Ich fotografiere JPG (Das ist nicht ganz so erst gemeint).
Wenn mir also einer mit dem Preset helfen könnte, wäre ich sehr dankbar.
Da frage ich doch mal ganz ketzerisch: Wozu fotografierst du mit RAW, wenn du danach nichts rumstellen möchtest.
Wenn du der Meinung bist, das die Presets der Kamera mehr können als ein RAW Konverter, dann verwende doch einfach JPEG.
Das Bild wird nicht besser weil du es in RAW fotografierst. Wenn du die Möglichkeiten des Formates garnicht nutzt, dann ist JPEG wirklich die bessere Wahl.
Du kannst doch nicht ernsthaft einen Kamerapreset als Alternative zur Bildbearbeitung ansehen oder?
Soviel Arbeit ist es doch mit Aperture eigentlich nicht. Du musst doch nur bei einem Bild der importierten Serie die gleichen Einstellungen vornehmen, wie es der Kamerapreset auch macht.
Also Kontrast, Sättigung erhöhen, Schärfen etc.
Dann einmal Shift + Apfel + C drücken. Dann Apfel + A drücken. Dann Shift + Apfel + V drücken.
Und schon haben alle deine Bilder die entsprechende Voreinstellung übernommen.
Wenn du der Meinung bist, das die Presets der Kamera mehr können als ein
RAW Konverter, dann verwende doch einfach JPEG.
Genau eben nicht.. nur weil man die Bilder nicht nachbearbeiten möchte heißt es nicht,
dass man zum Beispiel weniger Farben (8Bit vs. 12Bit) in Kauf nehmen möchte, oder?
Oder man möchte eben nicht die Kompressionsartefakte in Kauf nehmen.. Es gibt schon
einige Gründe mehr als nur die verbesserten Bearbeitungsmöglichkeiten, warum man
Raw schiessen sollte.
Und warum sollte man nicht die Einstellungen von der Kamera übernehmen, wenn das
Bild perfekt geschossen ist. Warum soll ich dann noch am PC weiterbearbeiten? Sollte
es die Software einem nicht so einfach wie möglich machen?
soweit so gut. Das ist mir schon klar. Ich habe es bewusst etwas übertrieben.
Aber es ist doch nun wirklich egal, ob ich den Preset in der Kamera anwende oder eben später im RAW Konverter.
Und da bevorzuge ich letzteres und benutze die Anzeige der Kamera als möglichst neutrale Wiedergabe.
Und Du wirst mir doch sicherlich zustimmen, dass die relativ primitiven Bildstile der Kamera, auch mit einem RAW Konverter zu erreichen sind.
Man kann sich ja den Preset auch im RAW Konverter anlegen.
Gruss René
PS: Vordefinierte Bildstile sind für mich so wie Geschmacksverstärker in Lebensmitteln!!!! Das geht manchmal schon in Richting Popart und hat mit neutralen Farben nichts zu tun.
Aber es ist doch nun wirklich egal, ob ich den Preset in
der Kamera anwende oder eben später im RAW Konverter.
Ja wenn ich denn Presets im RAW Konverter hätte. Aber nicht jeder
möchte sich extra Settings anlegen oder hat die Fähigkeiten, diese
Settings einzurichten. Die Kamerahersteller haben sicherlich ein wenig
mehr als einen Nachmittag in die Optimierung der Bildstile investiert.
Also warum nicht von deren Wissen und Können profitieren.
Und Du wirst mir doch sicherlich zustimmen, dass die relativ
primitiven Bildstile der Kamera, auch mit einem RAW Konverter zu
erreichen sind.
Ich finde nicht, dass es primitive Bildstile sind. Ich denke schon das
sie zu recht akzeptablen Ergebnissen führen. Wie alle Voreinstellungen
haben sie natürlich den Nachteil nicht das Optimum herauszuholen.
Aber das kann ja jeder für sich selbst entscheiden.
deine Meinung entspricht voll und ganz nicht meiner Erfahrung und auch nicht dem Rat,
den ich Leuten geben würde. Wenn ich eine Kamera kaufe, dann kaufe ich nicht nur Optik
und einen Bildsensor, sondern auch einen DIGIC II oder III etc.
Dieser zweite Chip, der dazu da ist um ein JPEG zu machen oder das RAW entsprechend
zu interpretieren, macht ziemlich viel aus. Gerade ab der EOS 5D und auch der 40D wirken
sich Bildparameter ziemlich drastisch aus! Probiere mal an Deiner EOS 40D den Bildstil
“Landscape” für U/W-Weitwinkel und Dir fallen die Augen raus....
..vorausgesetzt Du nimmst mal kurz den BreezeBrowser oder Canon Software zum Betrachten.
Ein RESET der RAW-Parameter ist meiner Meinung kontraproduktiv und kostet den Fotografen
viel Zeit und Nerven. Das Selbe bemängele ich schon lange auch bei CS3 und anderen Konvertern.
Ich denke also nicht, dass dies wirklich eine Lösung sein kann. Vor allem nicht für Fotografen, die
auf dem Niveau eines Live-Wettbewerb arbeiten und auch gerne mal an solchen teilnehmen.
dann behaupte ich der Rat den du den Leuten gibst ist falsch (zumindest wenn sie RAW fotografieren).
Mir fallen sicherlich die Augen raus. Weil das Blau plötzlich wie Lila aussieht.
Ich mag diese unnatürlichen, aufgeputschten Farbinterpretationen überhaupt nicht. Bei einer vernünftigen Stereoanlage braucht man auch keinen Bass Boost einschalten
Ausserdem kann der Raw Konverter ja nur versuchen die Algorithmen des Presets der Kamera nachzuempfinden, denn die Rohdaten sind ja ohne diese Korrekturen.
Also kann wahrscheinlich nur das Canon Photo Professional exakt die Presets umsetzen.
Der DIGIC II oder III ändert nicht ein einziges Bit an den RAW Bilddaten. Es werden lediglich einige Information mitgespeichert (Weissabgleich, Kontrast+1 etc)
Der kamerainterne Prozessor spielt eher bei JPEG bzw. bei der Geschwindigkeit eine Rolle bzw. sorgt dafür die RAW Bilder auf dem kamerainternen Monitor (mit Preset) anzeigen zu können.
Aber er macht keine besseren RAW Bilder. Das ist schlichtweg falsch.
Das ganze wiederspricht doch auch dem Sinn des elektronischen Negativs.
So die Diskussion ist ja nun schon ziemlich hitzig..
Auf der einen Seite haben wir die Fotografen vom Typ “Purist”, die gern jedes
einzelne RAW-Bild am PC bearbeiten und optimal “entwickeln” wollen und auf
der anderen Seite haben wir Fotografen “Easy-Going”, die gern den Kamera
internen Kamera-Settings vertrauen, um schnell die gewünschten Ergebnisse
zu erhalten.
Hier mal die Pro’s und Con’s zusammengefasst:
Pro’s für Kamera Presets:
- schnelle Ergebnisse ohne Nachbearbeitung --> Produktivitätssteigerung
- Nutzung der Expertise der Experten bei den Kameraherstellern
Con’s für Kamera Presets:
- wenige Einstellungen (Presets) für viele verschiedene Bildsituationen
- keine Unterstützung in den meisten Bildbetrachtern
- möglicherweise verfälschte Farben
Pro’s für “pure” RAW:
- optimale Kontrolle der Bildparameter
Con’s für “pure” RAW:
- hoher Bearbeitungsaufwand
- viel Know-How notwendig für optimale Bildoptimierung
So ich hoffe ich hab jetzt nichts übersehen. Aber ich würde gern noch ein
paar mehr Meinungen hören.
Du sagst, dass es ein CON sei, dass man weniger einstellungen habe, wenn man die Bildstile verwendet. Aber dem ist ja nicht so, man hat hinterher im RAW konverter immernoch genaudie gleichen Möglichkeiten. Somit haben auch die, welche die Bildstile verwenden, die optimale Kontrolle der Bildparameter.
Ich hab nicht ganz verstanden welche Problematik in dem Thread beschrieben wurde.
Es wurde diskutiert inwiefern die Kontrast-, Sharpening-, Sättings- und Tonwerte mit
dem jeweiligen Picture Style zusammenhängen und welche weiteren Parameter in den
Picture Styles verändert werden. Dabei wurde herausgefunden, das die vier erst
genannten Parameter für jeden Picture Style konfigurierbar, aber nicht ausschlag-
gebend für die jeweilge Tonalität des Bildes sind. Die anderen Parameter, die verändert
werden sind für den Fotografen nicht sichtbar. Meinst du das evtl. das du nicht siehst
was verändert worden ist?
Auf der anderen Seite bleibt es ja dir trotz der Picture Styles überlassen noch weitere
Bearbeitungen bzw. Korrekturen vorzunehmen.
mal ne blöde Frage, von einem, der keine Ahnung hat:
Es gibt doch ohnehin die Option (zumindest bei Sony), gleichzeitig RAW und JPG aufzunehmen. Dann hab ich doch ein Bild mit den Kamera-Presets (jpg) und eins ohne (raw). Wenn mir dann im nachhhinein das jpg nicht passt, kann ich doch immer noch das raw-file herannehmen und nachbearbeiten. Nutzt ihr das (oder gibt´s das bei anderen Modellen nicht), oder schießt ihr immer nur raw-Bilder?
(Und wenn ja, warum nicht? )
Sorry, passt nicht ganz - interessiert mich aber in diesem Zusammenhang.
das ist erst einmal richtig, zeigt aber auch gleich das Dilemma. Wie du schon gesagt hast,
kann man natürlich RAW + JPEG gleichzeitig aufnehmen lassen. Nun schaut man sich das
JPEG an und findet es super, aber man bemerkt, dass da doch noch die ein oder zwei
kleinen Schönheitskorrekturen notwendig sind (sei es Backscatter entfernen, oder selektiv
noch mal ein paar Farben bearbeiten). Das kann man dann natürlich mit dem JPEG machen,
aber ich zumindestens würde dafür gern das RAW nehmen, da ich da ersten noch keine
Kompression drin habe und zweitens auch einen höheren Farbumfang. Also lade ich das
RAW Bild in den Konverter meiner Wahl und bin nun erst mal enttäuscht, dass die Farben
gar nicht so aussehen, wie ich sie im JPEG gesehen habe. Und nun beginnt für mich die
Arbeit, das Bild erst einmal auf das Niveau zu bringen, welche mir die Picture Styles schon
eingerichtet hatten, um noch meine Bearbeitungen vorzunehmen. Das kann schon ein wenig
nervig sein, wenn man nicht sehr geübt ist und auch wenn man es ist .
Nichts für mich. Ich brauch die volle Kontrolle. Der Fotograf macht das Bild und nicht die Kamera.
Diese Aussage hat mich nicht in Ruhe gelassen. Sag mal findest du auch das Fotografen (analog)
auch die Kontrolle aus der Hand gegeben haben, wenn sie den Velvia Film benutzt haben? Ich
glaube die meisten wissen auch nicht, welche chemische Zusammensetzung diese Art von Film
hat und trotzdem wurden jede Menge gute Bilder damit gemacht.
Mit den Presets verliert man doch keine Kontrolle. Es ist lediglich eine weitere Hilfe, um
zu besseren Ergebnissen zu kommen, oder?