Hallo,
die Frage nach dem richtigen Objektiv ist sicherlich eine Frage, die sich viele Ein-/Umsteiger in die UW-DSRL-Welt stellen. Trotz Recherche hier im Forum und über Google bleiben bei mir trotzdem noch einige Fragen unbeantwortet.
Meine Ausgangsbasis die die folgende:
Canon EOS 350D mit Ikelite UW-Gehäuse.
Flat Port für Canon EF-S 60mm Macro und Dome Port für Canon EF-S 17-85mm.
Meine Frage ist nun, welches Objektiv macht für die UW-Fotowelt Sinn?
Naheliegend ist die Nutzung des Kitobjektivs mit dem Dome Port (da beides bereits vorhanden). Wie sind da so eure Erfahrungen? Ist dies eine gute Einsteiger-Kombi? Oder ist eine andere Objektiv-Port-Kombi sinnvoller?
Wie sieht es aus mit dem Canon Macro EF-S 60mm? Was sind die Vorteile einer Festbrennweite bei der UW-Fotografie, außer dass diese Objektive i.d.R. bis in den Randbereich eine hohe Auflösung haben und ja sehr kontrastreich sein sollen?
Tauche regelmäßig in Ägypten, da kann einem von der kleinen Nacktschnecke bis zum Hai natürlich alles vor die Linse schwimmen. Habt ihr in solchen Fällen ein Objektiv drauf, dass den gesamten Bereich abdecken kann oder plant ihr speziell die Tauchgänge für Macro-Bilder und für Großfisch-Bilder?
Macro-Aufnahmen ist sicherlich ein Bereich, der mir viel Spaß machen wird. Fände es dann nur sehr schade, wenn ich mit dem Objektiv mögliche Haie oder Delfine etc. nicht fotografieren könnte.
Wie ist das bei Tauchgängen in Deutschland, wo Großfisch ja nicht ganz so wahrscheinlich ist? Taucht ihr da nur mit lichtstarken Macro-Linsen?
Kann ggf. jemand konkret seine Erfahrungen mit dem genannten Canon EF-S 60mm Macro Objektiv posten?
Wäre nett, wenn hier einige Leute mit entsprechender Erfahrung mal aus ihrer Sicht meine Fragen beleuchten könnten.
“das” richtige Objektiv für U/W gibt es leider nicht. Man sollte sich schon entscheiden, was für eine
Art von Fotografie man bei einem TG machen möchte.
Für Makro (speziell Canon) empfiehlt sich die Kombination:
EF-S 60mm
EF 100mm USM Macro
Beide Objektive sind dank USM für U/W im Bereich der Makrofotografie sehr gut geeignet. Ausserdem
sind beide Objektive innenfokussierend, sodass man hier keine Portprobleme kriegt. Das 60er ist sehr
gut für Porträts von etwas “Größeren” und für Makro von unscheuen Tieren. Das 100er ist sehr speziell
und erfordert eine gewisse Erfahrung im Handling. Für kleine, scheue Tiere ein absolutes Muss.
Im WW-Bereich gibt es mehrere Möglichkeiten
Tokina 10-17mm FE-Zoom
Canon EF 17-40mm L
Sigma 12-24mm
und noch zig andere!
Das Tokina ist sehr universell und bietet den größtmöglichen Bildwinkel (ungefähr 176° an Canons).
Das Canon ist von der Bildqualität spitze und auch im Preis in Ordnung - dafür dass es ein L ist.
Bei einer Crop-Kamera (wie bei deiner 350D) ist der Bildwinkel aber schon wesentlich kleiner - dennoch
immer noch nutzbar.
Wenn du das Tokina und die beiden Canon Makros hast, bist du für U/W sehr gut gerüstet. Dann machen
nur noch Ergänzungen in speziellen Fällen (Macromate, Konverter, etc.) sinn. Bei einem WW oder FE brauchst
du aber zwingend einen Domeport (gewölbte Scheibe), damit der Bildwinkel nicht verkleinert wird und
man keine schwarzen Ecken erhält. Ein Spagat mit einem großen Zoom ist immer ein Kompromiss zu Ungunsten
der Bildqualität - man hat nichts Halbes und nichts Ganzes!
Das EF-S 60mm ist für diesen Preis eines der besten Objektive für den U/W-Gebrauch. Sehr gute Abbildleistung, USM
und der Preis stimmt. Kann ich nur empfehlen! Ist bei mir allerdings nur noch zweite Wahl ... das 100er macht mehr
Spass!
Achso ... ich tauche in Deutschland fast immer mit dem Tokina ...
kann man auch bei wenig Sicht gute Ergebnisse erzielen! Makro ganz
selten in Seen, wo wirklich was interessantes zu sehen sein kann
Hallo Adrian,
besten Dank für die schnelle und ausführliche Antwort(en).
Nochmal zu den Macro-Objektiven:
Heißt dass (so in etwa), das sich das 60mm z.B. für Feuerfische, Steinfische etc. gut eignet (halt die “größeren” Sachen) und das 100mm für Nacktschnecken und alles, was noch kleiner ist?
Welchen Abstand braucht man denn so für ein ordentliches Macro mit den Objektiven (ja ja, ich weiß: je näher, je besser)
Hallo Adrian,
besten Dank für die schnelle und ausführliche Antwort(en).
dafür ist das Forum ja da!
Harald-DO - 04 August 2008 08:28 PM
Nochmal zu den Macro-Objektiven
Heißt dass (so in etwa), das sich das 60mm z.B. für Feuerfische, Steinfische etc. gut eignet (halt die “größeren” Sachen) und das 100mm für Nacktschnecken und alles, was noch kleiner ist?
Welchen Abstand braucht man denn so für ein ordentliches Macro mit den Objektiven (ja ja, ich weiß: je näher, je besser)
Ja. Das 60er eignet sich für solche Sachen hervorragend. Obwohl gerade bei diesen Tieren ein wenig mehr Abstand nicht schaden kann .. ich habe
es mal bei einem Nachttauchgang mit nem Feuerfisch erlebt. Der kam sehr zügig sehr nah, als ich ihn ablichten wollte. Aus Erfahrung, da ich
es schonmal bei einem Taucher auf einer Safari erlebt habe, weiss ich, dass das extrem schmerzhaft sein kann bzw. definitiv wird! Die Größe stimmt
allerdings! Solche Fischgrößen meinte ich!
Du kannst auch Nacktschnecken sehr gut mit dem 60er ablichten ... manchmal habe ich dabei allerdings Angst, das Vieh zu zermatschen, weil
der Abstand bei 1:1 doch sehr gering ist. Das 100er ist da schon wesentlich komfortabler, aber auch schwieriger. Nemos sind ein gutes Beispiel.
Meistens sehr scheu ... mit dem 100er haste da keine Probleme mehr. Das 100er ist aus meiner Sicht auch mehr für Experimente geeignet.
Der Abstand hängt von dem Maßstab ab, den du erreichen möchtest. Bei dem 100er sind das glaube ich 31cm. Bei einem Abstand von 31cm hast
du also einen Abbildungsmasstab von 1:1. Das ist schon sehr gut. U/W bzw. hinter einem Flatport muss man allerdings beachten, dass sich der
Mindestabstand vergrößert ... ich meine um 1,5 oder war es 1,33 ... das weiss ich so aus dem Stehgreif leider nicht genau. Mit dem 100er kannst
du dann sehr schön mit dem Macromate arbeiten und einen Abbildungsmaßstab von 3:1 (ohne große Qualitätseinbussen) erreichen. Das ist dann schon extrem.
Das geht mit dem 60er nicht (habe es ausprobiert), weil der Mindestabstand definitiv zu klein ist.
Nach deinen Beschreibungen scheint das 60mm wohl erst mal das Objektiv meiner Wahl zu werden.
Vernünftige Abbildungen von Fischen im Größenbereich von Feuerfischen und kleiner ist eh erst mal mein erstes Ziel.
aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das 50er bzw. 60er sehr viel einfacher zu handhaben ist als das 100er.
Letzteres habe ich schon einige Male verflucht Vor allem wenn man wirklich 1:1 Makro damit machen will sucht man das
Objekt bisweilen ein wenig
Hey Christian,
deine Erfahrung mit dem 100er hatte ich auch so zwischen den Zeilen von Adrians Beiträgen gelesen.
Werde mich erst mal auf das 60er konzentrieren und sehen, dass ich dieses Objektiv günstig bekomme. Glaube, dass ich für den Anfang damit besser bedient bin.
Hallo Harald,
man kann auch mit dem 60er Macro Großfische fotografieren!
Nämlich dann, wenn sie sich etwas weiter im Hintergrund aufhalten.
Dann nützt dir ein WW oder Fisheye wenig, da sie auf diesen Bildern dann noch kleiner bzw. winzig sind.
Ich habe mich da selber teilweise schon in den A…. beißen können, dass ich mein WW drauf hatte und z.B. ein Hammerhai sich schön von der Steilwand fern hielt und draußen im Blauwasser zu sehen war… by the way, hinschwimmen brachte dann auch nichts, da der Hai diesen Abstand immer wieder vergrößerte
Ich stelle dir mal einige Bilder rein, die ich mit dem 60er in meinem letzten Urlaub “geschossen” habe. Bin mit dem Teil sehr zufrieden!!!
Hallo Harald,
man kann auch mit dem 60er Macro Großfische fotografieren!
Nämlich dann, wenn sie sich etwas weiter im Hintergrund aufhalten.
Dann nützt dir ein WW oder Fisheye wenig, da sie auf diesen Bildern dann noch kleiner bzw. winzig sind.
Hi,
das ist so nicht richtig und kann ich auch nicht stehen lassen.
1. Das 60mm Makro wird auf eine so große Entfernung u/w überhaupt keinen
richtigen Fokus finden, denn für das Objektiv verschwindet alles im Blau, d.h.
es ist kein Kontrast zum Fokussieren vorhanden! In Folge dessen, wird
die Kamera (zumindest bei Canon und einer gewissen Einstellung) gar nicht
auslösen, sondern nur hin und her fokussieren ...
2. Der Hai hat weder Farbe (weil er vieel zu weit weg ist, um vom Blitz noch
den kleinsten Hauch abzubekommen) noch Konturen, wenn man ihn überhaupt erkennt.
Bei so einer extremen Entfernung sind Milliarden von Schwebeteilchen auf dem
Weg dahin ...
...In Folge dessen, wird die Kamera (zumindest bei Canon und einer gewissen Einstellung) gar nicht
auslösen, sondern nur hin und her fokussieren ...
Der Autofokus ist bei meiner Kamera vom Auslöser gekoppelt und liegt auf der *-Taste
Das gleiche würde aber auch mit einem WW passieren, da der Fisch dort noch viel kleiner/diffuser erscheint.
Adrian Schöne - 07 August 2008 08:51 AM
2. Der Hai hat weder Farbe (weil er vieel zu weit weg ist, um vom Blitz noch
den kleinsten Hauch abzubekommen) noch Konturen, wenn man ihn überhaupt erkennt.
Bei so einer extremen Entfernung sind Milliarden von Schwebeteilchen auf dem
Weg dahin ...
bei solchen Bildern lasse ich ihn aus den o.g. Gründen eh weg…
Es ging mir darum, dass wenn Großfische (keine Walhaie ) etwas weiter weg sind [EDIT: >10m], sind sie mit dem 60er formatfüllender als mit einem WW oder FE.
Alle drei Bilder wurden mit dem EF-S 60mm Makro fotografiert. Einmal eine Schnecke, einmal ein handtaschengrosser Anglerfisch und einmal ein Hai. Aufnahmeabstände vom Port: Schnecke ca. 10cm, Angler circa 30-45cm und beim Hai circa 1-1,5m.
Hoffe das veranschaulicht es etwas .
Gruss, Serge
Edit: Der Blitz ist übrigens auch beim Hai an. bis 1,5 meter ist das schon drinne.
Hallo zusammen,
besten Dank für die Antworten und vor allem auch für die Beispielbilder.
Anhand solcher Bilder kann man sich sehr gut ein Bild davon machen, ob das Objektiv das ist, was man wirklich benötigt.
Und jetzt bin ich mir sicher: Das Ding brauch ich auch
eine INON Macrolinse ist ein Diopter. unde ein Dioper erzeugt Vergrößerung in dem er die minimale Aufnahmedistanz verringert. Diese ist beim 60mm schon recht gering und somit bist du da schon ziemlich nah am Port ... geht ... aber nur bei Sachen die wirklich gar nicht weg können
Blitzen wird dann schwierig, da der Port im weg ist.