Hallo,
auf Anregung von Lars liefere ich noch einen Drehbericht, bzw. ein paar Ankedoten zum Film nach.
Gedreht wurde von Mitte Mai bis Mitte Juni, hauptsächlich in Florida. Dazu kamen noch zwei Drehtage in North Carolina, wo wie die Sandtigerhaie fimten, die sich am Wrack eies Küstenwachenschiffes namens “Sparr"aufhalten. Dieses Wrack war wirklich eine Senstation: Es war in eine dicke Wolke aus Millionen von Fischen eingehüllt, und dazwischen dreizehn Sandtigerhaie. Die Sicht war exzellent, man konnte das ganze Wrack in voller Pracht sehen. Dabei kann man an manchen Tagen an derselben Stelle die Hand vor Augen kaum sehen. Es ist ein bisschen mühselig, in North Carolina zu tauchen, weil die guten Tauchplätze alle mindestens eineinhalb Bootsstunden von der Küste entfernt liegen und das Wetter alles andere als zuverlässig ist. Aber wer unter ähnlichen Bedingungen wie wir dort tauchen darf, der wird einmalige Tauchgänge erleben.
Ein paar Worte zur Technik. Wir hatten ein bisschen Pech mit der Optik des Sealux-Gehäuses für die V1. Die Firma Sealux hatte uns für wenig Geöld das Gehäuse mit Fisheye-Optik geliehen, weil wir ursprünglich das neue Gehäuse für die EX1 benutzen wollten. Das wurde aber zum Drehbeginn nicht fertig, daher bot Sealux uns an, als Ersatz das Gehäuse für die V1 sehr günstig zu mieten. Kurz vor der Abreise teilte man uns mit, dass das Fisheye-Objektiv defekt sei, weil es Vignettierungen zeigte. Wir haben die Vignettierung geprüft und festgestellt, dass wir zur Not damit leben können. Man musste in der Post-Produktion lediglich das Bild um 2 Prozent aufblasen, und die Vignettierung war verschwunden. Beim Dreh stellte sich aber heraus, dass die Vignettierung nicht der einzige Fehler der Optik war. Bei Zooms wurden zudem die Bildränder unscharf, bei vollem Zoom sogar so stark, dass es aussah, als hätten wir einen Colaflaschenboden ins Gehäuse geschraubt.
Da so schnell kein Ersatz für das Objektiv zu haben war, entschlossen wir uns kurzerhand, in den USA ein Gehäuse zu kaufen.
Wir hatten die Wahl zwischen einem Gates und einem Amphibico. Ich bin allerdings kein großer Freund von Gates-Gehäusen - zu groß, zu schwer, und auch das Konzept der rein mechnaischen Bedienung überzeugt mich nicht. Das Argument der Gates-Leute gegen eine elektronische Steuerung per LANC ist ja, dass sich Elektronik und Wasser nicht gut vertragen. Aber der Trick bei einem Unterwasser-Gehäuse ist ja, dass das Innere immer trocken ist.
Also kauften wie ein Amphibico Endeavor. Das Gehäuse ist perfekt austariert, der HD-Monitor auf der Gehäuserückwand macht das Drehen einfach (zumindest, wenn die Umgebung nicht allzu hell ist), die Bedienung ist äußerst einfach, die 94°-Weitwinkel-Optik ist sehr hochwertig. Einizger Nachteil (und komplett unverständlich dazu): Man kann den ND-Filter nicht zuschalten. Eine Macke aller großen Amphibico-Gehäuse, wenn ich mich nicht täusche.
Der Monitor in der Gehäuserückwand wird mit zwei aufladbaren AA-Batterien gespeist. Als wir Zackenbarsche auf der “Spiegel Gove” filmten, gaben die Batterien den Geist auf (Batterien mit 2700 mAh sollten eigentlich etwa drei Stunden halten, aber unsere Batterien waren nagelneu, und nach dem ersten Laden halten die eben nur etwa eine Stunde.) Also wurde quasi blind weitergefilmt: Die Kamera wurde einfach nur in die grobe Richtung der Fische gehalten. Später stellte sich heraus: Besser wären die Bilder auch mit Monitor nicht geworden. Das Motiv war immer schön in der Bildmitte, 94°-Optik sei Dank.
Ein paar Worte noch zum Tauchen in Florida: Unserer Erfahrung nach lohnt sich das Tauchen rund um Miami nur begrenzt. Den ganzen Bereich zwischen Key Biscayne und Palm Beach kann man getrost auslassen, zumnidest wenn es um die natürlichen Riffe geht. Allerdings haben die sehr schöne (und viele) künstliche Riffe. Wer also vor Fort Lauderdale tauchen will, der sollte den Veranstalter bitten, keine natürlichen Riffe anzusteuern. Die sind nämlich schlicht langweilig. Wir wussten bei drei Tauchgängen schon jeweils nach 20 Minuten nicht mehr, was wir dort unten machen sollten.
Viele Grüße
Ulf Marquardt