Die zunehmende Verfügbarkeit von immer leistungsfähigeren LEDs und der zunehmende Einsatz von LEDs in professionellen Tauchlampen haben mich veranlasst, mich mit dem Thema „Umbau einer Tauchlampe“ näher zu befassen.
Die Thematik ist nicht ganz einfach, weil man sich im Tauchlampenbau wegen der benötigten Helligkeit im high-end-Bereich für LEDs bewegt. Stomversorgung, Reflektor und Wäremabführung sind da keinen trivialen Themen mehr. Parallel zu dem dann wirklich aufwendigen Bau einer Videobeleuchtung, die es mit den Profisystemen aufnehmen können soll, habe ich eine einfach, aber sehr überzeugende Handlampe umgebaut. Ziel war, eine sehr leichte, robuste Ersatzlampe oder Nachttauchgangslampe zu erhalten, und der Umbau sollte sich in beherrschbaren Grenzen halten.
Nach längerer Recherche bin ich auf ein fertiges LED Modul, basierend auf einer Cree P2 LED gestoßen, welches Tageslicht bei ca. 300 Lumen liefert. Damit sollte fast die Lichtausbeute einer 20 W Halogentauchlampe möglich sein. Das Modul enthält den notwendigen Kühlkörper, Elektronik (Konstantstromquelle) und Reflektor und ist sehr klein – es muss „lediglich“ noch verbaut werden. Die Elektronik liefert auch noch drei Dimmstufen, ein SOS Signal und ein Stroboskopsignal mit, allesamt beim Tauchen sehr nützliche features.
Ausgangbasis war meine kleine Schulz-Handlampe, die mit ein zu acht 1,2 V Akkus bestückt werden kann und im Original mit 10 W 6 V Halogen bei Überspannung betrieben wird – das Licht der kleinen Lampe ist mit 20 W anderer Lampen durchaus vergleichbar. Klein, leicht, Vollmetall, das wollte ich von nun an als LED.
Die Keramikfassung für den Halogenbrenner lässt sich nach kompletter Demontage der Lampe (alle Schrauben intern) entfernen, mit etwas Vorsicht bleiben die durch den Akkukorpus geführten Drähte dabei ganz. Wenn sie direkt unter der gelösten Keramikfassung abgetrennt werden bleiben sie gerade lang genug, um dann wieder am LED Modul befestigt zu werden. Ist der Keramikkörper entfernt, ist dann auch genug Platz für das LED Modul vorhanden – sonst nicht.
Die Klammern, die den Reflektor hielten werden wieder, nun ohne Keramikfassung, aufgeschraubt, wobei ein paar Abstandshalter oder Unterlegscheibchen unter die Schrauben müssen. Vom LED-Modul, das plug-and-play für eine Taschenlampe geeignet ist, wird die Feder entfernt. Die von der Keramikfassung entfernten Drähte werden direkt an das Modul gelötet. Das ist ein wenig fummelig, weil die Drähte nun sehr kurz sind und weil wenig Platz vorhanden ist, aber durchaus von jedem zu schaffen, der einen Widerstand an einen Draht löten kann.
Das Ganze sieht man gut auf dem anliegenden Bild.
Das Modul wird von den Klammern des vormaligen Halogenreflektors in Position gehalten, rastet aber natürlich nicht stabil ein. Das Modul deshalb ein wenig herausziehen, die Lampe schließen, das Lampenglas schiebt das Modul beim Zuschrauben in die ideale Position. Nun wieder vorsichtig öffnen und das Lampenmodul nun in dieser Position an seinem Fuß mit etwas Polymerkleber (temperaturresistent bis 120 Grad, gibt es in jedem Baumarkt) an dieser Position fixieren. Damit werden auch gleich die Lötstellen und Drähte fixiert und gegeneinander isoliert.
Da das Lampenmodul Spannungen zwischen 4 und 9 V klaglos verarbeitet, habe ich einen Akku durch ein Blindstück (runde Alustange aus dem Baumarkt) ersetzt, so dass nun 7 x 1,2 V = 8,4 V anliegen.
Fertig.
Das Ergebnis spricht für sich. Auch wenn ich die spezifizierten 300 Lumen für etwas übertrieben halte, so ist der Brenner wirklich hell.
Zum Vergleich sehen wir die kleine LED Lampe neben einer Kowalski 20 W Überspannung, die über jeden Zweifel erhaben sein dürfte, und mir bei Nachttauchgängen bei halber Dimmstufe voll ausreicht.
Deutlich sehen wir das Tageslicht (!) der LED, gegen das die Kowalski bei 50% wie gelbes Kerzenlicht aussieht und selbst bei 100% noch gelb dagegen wirkt. Da das Tageslicht Wasser besser durchdringt als Halogen, dürfte der positive Effekt im Wasser noch deutlicher ausfallen.
Die LED liefert einen harten, hellen Hotspot, der subjektiv heller als die Kowalski bei 100% ist – die anliegende Abbildung läßt das nicht deutlich genug erkennen, da beide Hotspots überstrahlen. Gut zu sehen, dass außerdem die Corona der LED die Umgebung ebenfalls mit mehr Licht als die Kowalski beleuchtet, sie ist schärfer und heller. Bei 100% wirft die Kowalski allerdingt eine zwar wesentlich diffusere aber auch breitere Corona und dürfte damit die Umgebung insgesamt noch etwas besser erhellen. Im Hotspot, innerhalb der Corona und in der Lichtfarbe allerdings ist die kleine LED überlegen.
Die kleine Lampe schaffte mit der 10W Halogenbirne eine knappe Stunde, die LED brennt über vier Stunden! Die Kowalski, die sogar deutlich größer und schwerer ist, hat gegen diese Laufzeiten keine Chance.
Befürchtete thermische Probleme bleiben aus: Auch nach ca. 30 Minuten beträgt die Temperatur direkt am Kühlkörper nur gut 40 Grad, und ich kann die Lampe auch im Trockenen problemlos im Dauerbetrieb betreiben.
Wenn man nun noch bedenkt, dass der Halogenbrenner der Kowalski dank Überspannung nach ca. 50 Stunden erledigt ist, während die LED ein Taucherleben lang halten wird, so hat sich der Umbau gelohnt. Einen Sturz wird sie auch klaglos vertragen.
Der Aufwand ist dank des vorgefertigten Modul schnell und einfach – solche Module mit derart hochwertigen LEDs wie der Cree P2 gab es vor kurzem schlicht noch nicht. Die Schulz-Lampe gibt es immer einmal wieder gebraucht bei ebay, das Cree-Modul findet man im Internet, noch sieben Akkus dazu und man hat eine Handlampe, die bei dieser Größe, Gewicht und Leistung bei den professionellen Tauchlampenherstellern im Moment schwer zu finden ist. Schon gar nicht zu diesem Preis, der noch unter dem Preis der einfachsten Halogenlampen liegt.
Wir sind gespannt, was erst herauszuholen ist, wenn es mir gelingt, eine Ostar LED auf ähnliche Weise zu verbauen – diese liefert über 1000 Lumen..
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