Ich hatte letztes Wochenende Gelegenheit, die S10 in einem neuen Light and Motion Gehäuse mit in den grünen See zu nehmen.
Das Gehäuse ist angenehm klein, prima verarbeitet, es hatte einen guten Monitor auf der Rückwand und ist wahrscheinlich auch gut tariert - ich sage wahrscheinlich, weil ein Sunray LED Lichtsystem dran war. Das hatte ich schon einmal ausführlich getestet und es ist klasse, aber hat für meinen Geschmack etwas zu viel Abtrieb. So war das Gesamtsystem aus Gehäuse, Cam und Lights, das ich hier in der Hand hatte, mit Auftriebskörpern an den Lampenarmen bestückt, und an der Feinabstimmung kann man sicher noch etwas machen.
Super hat mir aber die Cam in dem Gehäuse gefallen. Das Gehäuse hat Knöpfe an beiden Griffen, und bindet diese über Infrarot und durchführungslos an das Innere des Gehäuses an. Von dort wird die S10 selbst wiederum über Infrarot gesteuert. Dabei lassen sich wirklich alle Funktionen der Cam von außen ansteuern. Selbst das Menü wird voll erreicht und kann voll durchsteuert werden. Weißabgleich selbstverständlich, aber selbst die Cam-Parameter lassen sich so im Gehäuse verändern. Canon wird in vielen Test für die Menüs und die Usability gelobt, und das gilt für die S10 natürlich auch. Diese volle Ansteuerbarkeit hat mich überzeugt, sie ist besser als alles, was ich von LANC oder remote-Steuerungen bei Sony gesehen habe und übertrifft selbst die Ansteuerbarkeit meines manuellen Canon-Gehäuses.
Der Ein-Ausschalter ist manuell durch das Gehäuse geführt, klar, geht nicht anders und das ist ok.
Der “Custom"-Schalter, den die S10 mit anderen neuen Canons (z.B. der HV40) teilt und der zusammen mit einem Rändelrad arbeitet (man kann da z.B. die manuelle Belichtung drauf legen und dann am Rändelrad justieren), ist auch manuell durchgeführt. So ein individueller shortcut für eine Funktion ist für uns Taucher auch ein Highlight. Die manuelle Durchführung des Rändelrads an dem Light und Motion Gehäuse war in meinem Test nicht perfekt gelungen, aber das sollte bis zu “Serie” wohl noch besser werden. Ich finde auch, dass die elektronischen Ansteuerknöpfe an den Griffen etwas leichter gehen könnten, aber was soll’s, das ist schon weit im Bereich Geschmackssache. Bei meinem Ikelite Gehäuse gehen sie super leicht, und oft genug filme ich dann versehentlich den Sand, über den ich schwimme. Auch nicht toll.
Was soll ich sagen, ob die S10 die beste AVCHD Consumer-Cam ist, haben Leute schon tausend mal getetet, die davon mehr verstehen als ich. Die manuellen Einstellmöglichkeiten machen sie auf jeden Fall für Taucher super interessant.
Ein Light and Motion ist sowieso upper class, und die Infrarotsteuerung ist besser als alles andere was ich bisher an Steuerungen sah. Ich denke, dass diese Kombination Sony/Lanc/LuM schlägt.
Wermutstropfen: Nur zwei:
1. Auch wenn es nur drei manuelle Knöpfe sind (an/aus, Custom, Rändelrad), das dürfte nicht mehr upgrade-kompatibel sein. Denn auch Canon muss ja sinnloserweise alle sechs Monate einen Nachfolger bauen, der jedes Knöpfchen vier Millimeter verrückt.
2. Hoher Preis. Andi wird jetzt wieder sagen, gute Gehäuse haben ihren Preis und ihren Wert. Stimmt ja auch, leider.